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Kunstforum: VITA abschaffen ODER?


Aktuelle Zeit: 21.04.2026 - 14:55:17
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Forum > Plauderecke > VITA abschaffen ODER?
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Autor
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Thema: VITA abschaffen ODER?
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Galerie Seeger
Mitglied
  199 Forenbeiträge seit dem 03.10.2004

Geschlecht:
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| Eröffnungsbeitrag |
Abgeschickt am: 07.03.2005 um 08:48 Uhr |
VITA abschaffen ODER?
Lang, lang ist es her, ach war das Leben schwer, nun habe
Ichs geschafft und schaff s mit Vita-Kraft.
Ist er dann ein guter Künstler.
Was ist er ohne.
Sollte man sie abschaffen.
Muss ein Aussteller, Kunstbetrachter, Kunde,
Kunstkritiker,….. die Vita kennen?
Ist es besser, voreingenommen zu sein?
Ist es besser,…..?
Ist es besser, wenn man den Künstler nach seinen Werken
beurteilt?
Gruß PS.
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXYXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
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Arne
Mitglied
  169 Forenbeiträge seit dem 13.11.2002

Geschlecht:
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| 1 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 07.03.2005 um 16:23 Uhr |
Hallo Peter,
natürlich macht eine lange aufgeblähte Vita einen Künstler
nicht irgendwie "besser", mich macht es sogar eher
skeptisch, wenn es jemand so vor sich hertragen muss, was er
bereits alles erreicht hat. Oft ist dann diese Liste, die
einen irgendwie beeindrucken soll, nur eine
Hintereinanderreihung ziemlich belangloser Begebenheiten -
eine Ausstellung auf diesem und jenem Dorf usw.
Zitat:
Ist es besser, wenn man den Künstler nach seinen Werken
beurteilt?
Es ist halt die Frage, worum es gehen soll: um die Kunst
oder den Affenzirkus, den die Menschen darum geschaffen
haben? Den meisten gefällt der Affenzirkus wohl besser als
die Kunst, das muss auch ich als Schreibender immer wieder
erfahren: Viele interessieren sich anscheinend eher für die
Person als für die Werke. Daran kann man wohl nichts ändern,
aber man muss es auch nicht sonderlich unterstützen.
Arne
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Arne
Mitglied
  169 Forenbeiträge seit dem 13.11.2002

Geschlecht:
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| 2 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 29.08.2005 um 11:59 Uhr |
Zitat:
[...] es mag was Gutes und Rechtes geschehen, als That, als
Dichtung, als Musik: sofort sieht der ausgehöhlte
Bildungsmensch über das Werk hinweg und fragt nach der
Historie des Autors. Hat dieser schon Mehreres geschaffen,
sofort muss er sich den bisherigen und den muthmaasslichen
weiteren Gang seiner Entwickelung deuten lassen, sofort wird
er neben Andere zur Vergleichung gestellt, auf die Wahl
seines Stoffes, auf seine Behandlung hin secirt,
auseinandergerissen, weislich neu zusammengefügt und im
Ganzen vermahnt und zurechtgewiesen. Es mag das
Erstaunlichste geschehen, immer ist die Schaar der
historisch Neutralen auf dem Platze, bereit den Autor schon
aus weiter Ferne zu überschauen. Augenblicklich erschallt
das Echo: aber immer als "Kritik", während kurz
vorher der Kritiker von der Möglichkeit des Geschehenden
sich nichts träumen liess. Nirgends kommt es zu einer
Wirkung, sondern immer nur wieder zu einer
"Kritik"; und die Kritik selbst macht wieder keine
Wirkung, sondern erfährt nur wieder Kritik. Dabei ist man
übereingekommen, viel Kritiken als Wirkung, wenige als
Misserfolg zu betrachten. Im Grunde aber bleibt, selbst bei
sothaner "Wirkung", alles beim Alten: man schwätzt
zwar eine Zeit lang etwas Neues, dann aber wieder etwas
Neues und thut inzwischen das, was man immer gethan hat. Die
historische Bildung unserer Kritiker erlaubt gar nicht mehr,
dass es zu einer Wirkung im eigentlichen Verstande, nämlich
zu einer Wirkung auf Leben und Handeln komme: auf die
schwärzeste Schrift drücken sie sogleich ihr Löschpapier,
auf die anmuthigste Zeichnung schmieren sie ihre dicken
Pinselstriche, die als Correcturen angesehn werden sollen:
da war´s wieder einmal vorbei.
Aus: F. Nietzsche - Unzeitgemäße Betrachtungen
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