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Kunstforum: Verweigerung über Alles ?!


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Forum > Plauderecke > Verweigerung über Alles ?!
Seite: 1
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 Autor
 Thema: Verweigerung über Alles ?!
Parthum Tom
Mitglied

146 Forenbeiträge
seit dem 09.12.2003

Das ist Parthum Tom

Geschlecht:
     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 02.11.2006 um 21:35 Uhr

Kann man den Menschen, der nur seinem Schaffen
verfallen ist, eine Verweigerungshaltung unterstellen ?
Weil er seine Zeit in Dinge / Visionen investiert, die in erster Linie seiner selbst dienlich sind.
( Direkt oder indirekt )
Also sich nicht in den Dienst allgemeiner Interessen stellt, aber dennoch immer davon abhängig ist.
Ist er dann einer Sucht verfallen ?

Special thanks !

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maler-hans
Mitglied

291 Forenbeiträge
seit dem 12.05.2006

Das ist maler-hans

Geschlecht:
     
1 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 04.11.2006 um 23:22 Uhr

Sehr pointiert, Mezzo, und im Grundsatz sicher richtig. Aber die Frage berührt auch den Thread, ob Künstler "psychopathologisch" sind.

Fanatismus ist aus meiner Sicht immer etwas sehr Bedenkliches, oft Gefährliches – manchmal nur für den Fanatiker, meist für viele andere.

Das Schaffen von Kunst kann aber auch zu einer Art von Sucht werden, mit der ein Künstler allein so wenig fertig werden kann wie ein Drogenabhängiger oder Alkoholiker. Doch selbst dann wird er immer im Kontext mit seiner Umgebung arbeiten, möglicherweise auch nur aus der Erinnerung heraus.

So gesehen ist es wohl selten eine (bewusste) Verweigerungshaltung. Dann allerdings wäre es durchaus "rücksichtslos", wie Mezzo sagt, Aber ich glaube, dann entsteht auch keine wirkliche Kunst mehr, denn aus Verweigerung entsteht kein Schaffen, das ja in aller Regel ein Sich-Öffen ist.


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Mara
Mitglied

29 Forenbeiträge
seit dem 25.10.2006

Das ist Mara

Geschlecht:
     
2 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 05.11.2006 um 04:40 Uhr

Ein Mensch der nur seinem Schaffen verfallen ist?
Was soll das sein, ein Workoholic?
Diese Diskussion ist so theoretisch.
Es wäre interessant auch mal einige konkrete Beispiele mit Begründung zu sehen.
Was bedeutet es in eurer eigenen Kunst und wie äussert es sich dort bzw wie nicht?
Ist es an der art der Bilder zu erkennen?
Ich wurde auch schon von verschiedenen Leuten, meistens Lebenspartnern,
damit konfrontiert, dass meine Malerei Zeitverschwendung ist, weil sie kein Geld bringt.
Es ist sehr unangenehm, wenn etwas, das mir so wichtig ist wie das Malen,
mit Schuldgefühlen behaftet wird, weil es nicht "für andere" da ist.
Wer ist denn nun so ein "rücksichtsloser Künstler"?
Gibt es den überhaupt in der Wirklichkeit und welchen Schaden fügt er damit
ganz konkret anderen Menschen zu?
Und sind dann auch Menschen, die anderen nicht-nützlichen Hobbies oder
Berufen nachgehen solche "egoistischen Verweigerer"?
Ich bin nun in der glücklichen Situation, dass mein jetziger Partner meine Malleidenschaft unterstützt und die entstehenden Bilder als eine Bereicherung ansieht.
Das war aber nicht immer so.

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maler-hans
Mitglied

291 Forenbeiträge
seit dem 12.05.2006

Das ist maler-hans

Geschlecht:
     
3 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 05.11.2006 um 23:20 Uhr

Zitat:

Mara sagt:
Es ist sehr unangenehm, wenn etwas, das mir so wichtig ist wie das Malen,
mit Schuldgefühlen behaftet wird, weil es nicht "für andere" da ist.

Schuldgefühle sind da natürlich ganz fehl am Platze, denn Kunst bringt vielen anderen sehr viel, wenn auch nicht in Heller und Pfennig. Allerdings ist das immer schon für viele das Maß der Dinge gewesen und heute in ganz unverhüllter Weise; leider.

Ich habe schon versucht, es zu sagen: künstlerisches Arbeiten ist immer ein "sozialer" Vorgang weit über "Selbstbefriedigung" hinaus. Wer das nicht erkennt, ist selbst arm dran, meine ich, und weiß nicht, was ihm entgeht (ich meine die Nörgler, bei denen alles "etwas bringen" muss, nämlich Geld).


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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