
|
Kunstforum: Verweigerung über Alles ?!


Aktuelle Zeit: 21.04.2026 - 18:57:24
| Hallo Gast, Sie sind nicht eingeloggt!
|
|
Forum > Plauderecke > Verweigerung über Alles ?!
|
Autor
|
|
Thema: Verweigerung über Alles ?!
|
Parthum Tom
Mitglied
  146 Forenbeiträge seit dem 09.12.2003

Geschlecht:
|
| Eröffnungsbeitrag |
Abgeschickt am: 02.11.2006 um 21:35 Uhr |
Kann man den Menschen, der nur seinem Schaffen
verfallen ist, eine Verweigerungshaltung unterstellen ?
Weil er seine Zeit in Dinge / Visionen investiert, die in
erster Linie seiner selbst dienlich sind.
( Direkt oder indirekt )
Also sich nicht in den Dienst allgemeiner Interessen stellt,
aber dennoch immer davon abhängig ist.
Ist er dann einer Sucht verfallen ?
Special thanks !
|
|
maler-hans
Mitglied
   291 Forenbeiträge seit dem 12.05.2006

Geschlecht:
|
| 1 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 04.11.2006 um 23:22 Uhr |
Sehr pointiert, Mezzo, und im Grundsatz sicher richtig. Aber
die Frage berührt auch den Thread, ob Künstler
"psychopathologisch" sind.
Fanatismus ist aus meiner Sicht immer etwas sehr
Bedenkliches, oft Gefährliches – manchmal nur für den
Fanatiker, meist für viele andere.
Das Schaffen von Kunst kann aber auch zu einer Art von Sucht
werden, mit der ein Künstler allein so wenig fertig werden
kann wie ein Drogenabhängiger oder Alkoholiker. Doch selbst
dann wird er immer im Kontext mit seiner Umgebung arbeiten,
möglicherweise auch nur aus der Erinnerung heraus.
So gesehen ist es wohl selten eine (bewusste)
Verweigerungshaltung. Dann allerdings wäre es durchaus
"rücksichtslos", wie Mezzo sagt, Aber ich glaube,
dann entsteht auch keine wirkliche Kunst mehr, denn aus
Verweigerung entsteht kein Schaffen, das ja in aller Regel
ein Sich-Öffen ist.
Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
|
|
Mara
Mitglied
 29 Forenbeiträge seit dem 25.10.2006

Geschlecht:
|
| 2 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 05.11.2006 um 04:40 Uhr |
Ein Mensch der nur seinem Schaffen verfallen ist?
Was soll das sein, ein Workoholic?
Diese Diskussion ist so theoretisch.
Es wäre interessant auch mal einige konkrete Beispiele mit
Begründung zu sehen.
Was bedeutet es in eurer eigenen Kunst und wie äussert es
sich dort bzw wie nicht?
Ist es an der art der Bilder zu erkennen?
Ich wurde auch schon von verschiedenen Leuten, meistens
Lebenspartnern,
damit konfrontiert, dass meine Malerei Zeitverschwendung
ist, weil sie kein Geld bringt.
Es ist sehr unangenehm, wenn etwas, das mir so wichtig ist
wie das Malen,
mit Schuldgefühlen behaftet wird, weil es nicht "für
andere" da ist.
Wer ist denn nun so ein "rücksichtsloser
Künstler"?
Gibt es den überhaupt in der Wirklichkeit und welchen
Schaden fügt er damit
ganz konkret anderen Menschen zu?
Und sind dann auch Menschen, die anderen nicht-nützlichen
Hobbies oder
Berufen nachgehen solche "egoistischen
Verweigerer"?
Ich bin nun in der glücklichen Situation, dass mein
jetziger Partner meine Malleidenschaft unterstützt und die
entstehenden Bilder als eine Bereicherung ansieht.
Das war aber nicht immer so.
|
|
maler-hans
Mitglied
   291 Forenbeiträge seit dem 12.05.2006

Geschlecht:
|
| 3 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 05.11.2006 um 23:20 Uhr |
Zitat:
Mara sagt:
Es ist sehr unangenehm, wenn etwas, das mir so wichtig ist
wie das Malen,
mit Schuldgefühlen behaftet wird, weil es nicht "für
andere" da ist.
Schuldgefühle sind da natürlich ganz fehl am Platze, denn
Kunst bringt vielen anderen sehr viel, wenn auch nicht in
Heller und Pfennig. Allerdings ist das immer schon für viele
das Maß der Dinge gewesen und heute in ganz unverhüllter
Weise; leider.
Ich habe schon versucht, es zu sagen: künstlerisches
Arbeiten ist immer ein "sozialer" Vorgang weit
über "Selbstbefriedigung" hinaus. Wer das nicht
erkennt, ist selbst arm dran, meine ich, und weiß nicht, was
ihm entgeht (ich meine die Nörgler, bei denen alles
"etwas bringen" muss, nämlich Geld).
Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
|
|
Forum > Plauderecke > Verweigerung über Alles ?!
|
|
|