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Kunstforum: Genies und Stümper


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Forum > Künstler > Genies und Stümper
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 Autor
 Thema: Genies und Stümper
florchle
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seit dem 23.12.2006

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10 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 03.01.2007 um 14:29 Uhr

Hallo Ihr beiden

Auch ich stimme Euch ganz zu!

Schön, nicht?

Liebe Grüsse
Daniel

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florchle
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38 Forenbeiträge
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11 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 03.01.2007 um 14:33 Uhr

... jetzt fehlt nur noch die Meinung von maler-hans!

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Galerie Seeger
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12 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 03.01.2007 um 21:00 Uhr

Genie (außerordentliche Begabung) ist eine Geistesverschmelzung der vergangenen Meister mit der Aufgabe aus der Begabung heraus die Werke zu vollenden und weiter zu schreiben die Geschichte die unterbrochen wurde in der Vergangenheit.

Stümper ist der versucht zu sein ein großer Meister und nachzuahmen das gelernte der Vergangenheit um in Ewigkeit zu sein was andere gewesen.

Suchender, es ist das Kind im Geist was ausprobiert auch ohne Sinn und macht aus Freude Dinge die Alte nicht versteht, um frei zu sein in seinem Tun um sich als Meister aus zu Run.

http://www.kunstgalerie-seeger.de

http://shop.posterxxl.com/?06c1259296


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Fluuu
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725 Forenbeiträge
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13 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 11.01.2007 um 11:29 Uhr

Hallo,

es ist wirklich eine defiziele Sache. Von meinem Bauchgefühl her haben in gewisser Weise sowohl Goethe als auch Beuys recht.

Alle Menschen tollten Lebenskünstler sein, sie sollten in der Lage sein ihr Dasein kreativ selbst zu gestalten ohne Obrichkeit die ihnen sagt was sie tun sollen und ohne Medien die einfach nur berieseln, ganz im sozialen Kontext.

Jedoch können nicht alle Menschen künstlerische Werke erschaffen die so Aussagestark sind, dass sie die Geschichte überdauern und zu klassikern werden, so wie Goethes Werke.

Die Frage ist ob es darum geht, ich will mit meiner Arbeit die Menschen in der Stadt in der ich lebe konfrontieren und eventuell in dem einen oder anderen Menschen ein Gefühl wecken.
Ob nun meine Arbeiten jemals zu Klassikern werden wird weiß ich nicht, habe ich auch nicht in der Hand, spielt auch für die Erfüllung meines Lebenssinns keine große Rolle. Im Leben geht es um die soziale Plastik und erst wenn man überlebensgroß wird wie Goethe geht es um die Fähigkeit der alles überragenden Einmaligkeit.

Es ist womöglich sehr einsam wenn man schon zu Lebzeiten ein klassiker ist, davon gibt es nicht viele, man kann kaum auf gleicher Augenhöhe kommunizieren.

gruß fluuu


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florchle
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14 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.01.2007 um 23:37 Uhr

Hallo, Ihr alle

Also, das ist ein Problem, das mich schon länger beschäftigt. Und zwar was hat das Berühmt-Werden mit dem Guten-Künstler-Sein zu tun? Ich möchte folgende Sätze behaupten:
1. Es gibt gute Künstler, die berühmt sind.
2. Es gibt schlechte Künstler, die berühmt sind.
3. Es gibt gute Künstler, die nicht berühmt sind.
4. Es gibt schlechter Künstler, die nicht berühmt sind.
Stimmt Ihr diesen vier Aussagen auch zu?
Wenn ja, kann man daruas schliessen, dass das Berühmt-Sein mit dem Guten-Künstler-Sein nichts zu tun hat? - Wäre dann doch etwas stark, nicht? Es könnte ja sein:
5. Die meisten guten Künstler sind berühmt.
6. Die meisten schlechten Künstler sind nicht berühmt.
Und diejenigen, die unter die Aussagen (2) und (3) fallen, wären dann eben die Ausnahmen.

Eine gängige Auffassung, die ich auch lange vertrat, ist die, dass man sagt: Ein guter Künstler ist gut, unabhängig von allen gesellschaftlichen Normen und Verhältnissen, in denen er lebt. Ob er dann berühmt wird, hängt von gesellschaftlichen und zufälligen Konstellationen ab. Zum Beispiel muss man an der "richtigen" Kunsthochschule gewesen sein und/oder in der "richtigen" Galerie ausgestellt haben, von den "richtigen" Leuten gefördert werden, von den "richtigen" Kritikern gut (oder schlecht?) beurteilt worden sein und und und....

Also, zum zweiten Teil stehe ich immer noch: das Berühmtwerden hat ganz viel mit gesellschaftlichen Zufällen zu tun. Latzke hat schon auf die "Superstars" hingewiesen. Diese Leute erlangen Berühmtheit, ganz und gar durch solche gesellschaftlichen, kontingente Umstände.

Mich interessiert aber der erste Teil: Früher dachte ich, ein guter Künstler ist ein guter Künstler, ganz unabhängig von der Gesellschaft. Heute mache ich dazu ein Fragezeichen. Und zwar aus folgendem Grund:

Was soll man denn unter "Kunst" oder "guter Kunst" verstehen, wenn sie losgelöst ist von der Gesellschaft? Wer, wenn nicht die Wertvorstellungen der Gesellschaft, macht ein Ding zu einem Kunstwerk? - Tja, solange wir das nicht schlüssig beantworten können, müssen wir doch zugeben, dass die Berühmtheit, vielleicht doch etwas mit dem Gutsein des Künstlers zu tun haben könnte.

Hm...
Was denkt Ihr darüber?
Liebe Grüsse
Daniel

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Fluuu
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15 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 17.01.2007 um 12:26 Uhr

Diese Nachricht wurde von Fluuu um 12:29:05 am 17.01.2007 editiert

Tja, berühmt sein hat auch etwas mit gut sein zu tun und mit Ergeiz und mit Glück und und und...

Du sprichst von die "richtigen" treffen, aber gehört es denn nicht zum gut sein dazu, dafür zu sorgen die "richtigen" zu treffen? Nur allein Glück kann es auch nicht sein.

Ich fühle mich in meiner Haut und in meinem Umfeld durchaus auch berühmt, zumindest manchmal.
Ich würde nicht sagen, dass berühmt sein etwas schlechtes ist und derjenige sich diesen Statut mit unlauteren Mitteln erworben hat, zumindest nicht immer.
Hier im Berufsverband Bildender Künstler spielt allerdings schon der Status in der Stadt z.B. ein Freund vom Stadtrat, die Frau des Tennisspielpartners des Bürgermeisters, ein Bekannter eines reichen Kaufmanns oder andere Angehörige der führenden Wirtschaft der Stadt zu sein, eine Rolle wenn die Jury für eine Ausstellung auswählt.
Also gilt es, wenn man öffentlich berühmt sein will, sich Kontakte mit den Machthabern zu organisieren, wenn man das nicht schafft, ist man nicht gut.

Ich gebe mich mit einer internen Berühmtheit zu frieden und brauche mit den Honoratoren der Stadt nicht auf einem Treppchen stehn, die Vorstellung macht mir Angst,
Angst, dass ich meine kläglichen Pholosophien über den Haufen werfen muss, die mir so gut tun und auch öffentlich mächtig werden muss.

Goethe z.B. ist auf der ganzen Welt berühmt als großer deutscher Denker und Literat, Picasso ist auch auf der ganzen Welt berühmt, genauso wie Beuys vielleicht auch? Aber sie sind schon alle tot und haben nichts davon.
Ich lebe und bin fast nicht berühmt, mache meine Arbeit, habe letztens eine Fotografie aufgenommen, sie hat mir so gut gefallen, habe so genau das getroffen was ich aussagen wohlte, dass ich den rest des Tages mit geschwollener Brust rumlief so freute ich mich über die gelungene Arbeit und fühlte mich in der Stadt sehr berühmt, zumindest als eine interne Berühmtheit.
Also, berühmt ist, wer seine Arbeit gut oder außergewöhnlich gut macht als Künstler und wenn dann noch Applaus vom Publikum dazu kommt ist es eine Erfüllung.

grüß fluuu


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florchle
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16 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.01.2007 um 00:06 Uhr

Lieber Fluuu

Dein Beitrag ist mir echt ans Herz gegangen. Wie Du schilderst, wie Du Dich berühmt fühlst: Find ich echt toll. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie Du stolz durch die Strassen gehst: Ich bin auch stolz auf Dich!

Alles Liebe
Daniel

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florchle
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17 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.01.2007 um 00:13 Uhr

Lieber Markus

Du sagst:

Zitat:

Daher meine ich, die Kunst muß losgelöst von der Gesellschaft, jedoch nicht losgelöst aus ihrem zeitlichen Kontext beurteilt werden.

Da hast Du ein grosses Wort gelassen ausgesprochen!!!!
Genau so sehe ich das auch. Zu über 100% einverstanden.

Nur: was heisst das, ein Werk in seinem zeitlichen Kontext beurteilen? Kann man das überhaupt, wenn man von der Gesellschaft abstrahiert? Ist es nicht gerade die Gesellschaft, die den Kontext einer Zeit ausmacht?

Eine mögliche Antwort:
Arthur C. Danto und George Dickie und andere meinen, dass es nicht auf die ganze Gesellschaft ankomme, sondern nur auf die "artworld", also auf alle, die sich im "Kunstkuchen" tummeln, die etwas mit Kunst zu tun haben. Darunter sind natürlich die Künstler zu zählen, dann aber auch die Galeristen, Kuratoren, Kritiker, Kunst-Professoren usw.

Findet Ihr das eine gute Antwort? oder ist da schon wieder zu viel an "Gesellschaft" drin?

Liebe Grüsse
Daniel

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maler-hans
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Das ist maler-hans

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18 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.02.2007 um 23:47 Uhr

Nein, zu viel Gesellschaft ist nicht drin, Daniel, denn losgelöst von "der Gesellschaft" kann man nlicht wirklich existieren, schon gar nicht künstlerisch.

Das soll erstens nicht heißen, dass man sich nach ihr richten müsste und zweitens auch nicht festlegen, was nun "die Gesellschaft" ist. Nehmen wir den Begriff offen als Bezeichnung für die Geamtheit der Menschen die uns mehr oder weniger nahe umgeben, dann ist Gesellschaft ebenso Auslöser wie Ziel und Echogeber der Kunst.

Auch wenn manche Künstler ganz für sich bleiben, während sie schaffen, so tun sie es doch nicht gänzlich ohne Bezug auf Vorheriges und auf zeitlich Paralleles, auf ihre Mitwelt also.

Und hinsichtlich der großen Übereinstimmung weiter vorne im Thread kann auch ich mich weitgehend anschließen: natürlich brauchen wir Zuordnungen und Kategorien, um uns zurecht zu finden. Nur gegen das krasse Schwarzweiß (Genie oder Stümper, nichts dazwischen) werde ich mich immer zur Wehr setzen; vielleicht Selbstschutz ...?


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Fluuu
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19 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 10.02.2007 um 17:22 Uhr

Also ich habe florchle so verstanden mit losgelöst von der
Gesellschaft, dass die Kunst nicht ein Resultat der
Gesellschaft ist, der Massen und der Mehrheit, sondern,
dass die Kunst der Gesellschaft einen Spiegel vorhält, in der sie
sich wiederfindet und womöglich mit Erschrecken die
Schwierigkeiten wahrnimmt.
Der Künstler ist zwar ein vollwertiges Bestandteil der
Gesellschaft aber seine Botschaft und seine Argumente
erarbeitet er aus sich herraus ohne direkten Einfluß der
Gesellschaft und stellt diese zur Diskussion.
Währe er ein Produkt der Gesellschaft würde er im
Mainstream mitschwimmen, würde vielleicht viel Geld
verdienen aber für eine künstlerische Aussage Null zu
gebrauchen. Obwohl der Künstler in der Mitte der
Gesellschaft steht, schöpft er nicht aus ihr, sondern aus
seinem innersten. Ein guter Künstler ist von der
Gesellschaft losgelöst...(und führt ein Eigenleben)
aber er nimmt die Gesellschaft wahr, studiert dessen
Gesetzmäßigkeiten und reagiert sehr deutlich...

gruß fluuu


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