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Kunstforum: wieviel zeit ist die richtige?


Aktuelle Zeit: 21.04.2026 - 16:33:29
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Forum > Plauderecke > wieviel zeit ist die richtige?
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Autor
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Thema: wieviel zeit ist die richtige?
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

Geschlecht:
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| Eröffnungsbeitrag |
Abgeschickt am: 25.02.2009 um 12:58 Uhr |
Hallo ann,
interessante Frage, habe ich mir so noch nie gestellt.
Nein, dieses sich Vergraben um ein Werk auszubrüten ist
nicht meine Methode bei der Arbeit, im Gegenteil. Bin
freiberuflich mit verschiedenen Design-, Grafik- und
Fotografieaufträgen tätig aber auch mit völlig freien
Arbeiten die ein künstlerisch/schöpferisches Gestalten
beinhalten. Dabei verteilt sich die Arbeit über den Tag ganz
abwechslungsreich so, dass für die künstlerische Betätigung
immer wieder neue Eindrücke und Inspirationen entstehen die
in das Werk mit einfließen.
Sich dem Werk immer wieder von Null annähern sehe ich als
einen großen Vorteil, es können so immer wieder neu ganz
jungfräulich die aktuellen Themen mit verarbeitet werden und
die Gefahr im eigenen Saft zu schmoren aus dem nichts Neues
entstehen kann ist geringer.
Die Kinder sind inzwischen groß und aus dem Haus, die Frau
ist bei ihrer Arbeitsstelle, so steht der ganze Tag frei zur
Verfügung die Arbeit selbst zu Organisieren.
Da als Selbstständiger viele verschiedene Arbeitsgänge
anfallen, nicht nur die freie praktische künstlerische
Tätigkeit, sondern auch Büro- und Organisationsarbeit, hat
sich die Mischung und Abwechslung der Tätigkeiten bewehrt.
Die Beschäftigung mit den eigenen Kindern und dem
Zusammenspiel künstlerischer Arbeit, besonders als Frau ist
schwierig, die Inspiration geht oft ins lieblich verspielte
und nur selten ins Gegenteil so, dass auch grausame Themen
der Gesellschaft behandelt werden können oder Themen wie
Morbidität und Tod. Kinder geben aufs Leben bezogen ganz
tolle Hoffnung aber sie sind so vereinnehmend, dass für
andere Themen kaum noch Platz bleibt. Es würde viel
Überwindung kosten als Mutter mit vielleicht kleinen Kindern
die Arbeit als Künstlerin mit schweren Themen zu
absolvieren. Sie müsste völlig umschalten können. Da käme es
auf die Biographie der Künstlerin an auf welche Erlebnisse,
Erfahrungen und Extreme sie zurückblicken und somit
unabhängig von den Kindern umsetzen kann.
Soweit meine Gedanken zu Deinen Fragen.
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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stgabi
Mitglied
 1 Forenbeitrag seit dem 05.02.2009

Geschlecht:
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| 1 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 26.02.2009 um 21:14 Uhr |
Hallo,
also ich habe mich im heizkeller verschanzt (es gibt leider
keinen anderen platz) - dort nehme ich meine auszeit,
manchmal ein paar stunden, manchmal länger. im moment, wo
ich male, brauche ich ruhe, aber nach einiger zeit brauche
ich eine pause, um zu prüfen, wie es weitergehen soll. die
kann auch schon mal je nach bild ein paar wochen dauern. ich
denke, die realität ist für mich ablenkung und inspiration
zugleich.
punkto konstruieren: ich skizziere gerne und baue danach die
bilder auf. der untergrund allerdings ist immer spontan -
daraus entwickelt sich dann etwas oder ist zumindest
unabhängig vom thema, das mir vorschwebt
ann, es ist schön, wenn du großteils alles aus dem kopf
"holst"! mir geht es meistens so, dass ich
unterwegs irgendwas sehe, mir im kopf schon die
striche/skizze vorstelle, dann möchte ich es auch umsetzen.
momentan beschäftige ich mich mit menschen und setze mich
mit meiner familie auseinander. da habe ich ein 36 jahre
altes foto ausgegraben, davon gibts es dann eine skizze, um
auszuloten, was für mich wichtig ist und danach kommt
irgendwann mal die umsetzung in ein großes bild
deine sachen gefallen mir gut. vor allem die grafiken sind
so detailliert und kraftvoll!
lg
gabi
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cretenwater
Mitglied
 18 Forenbeiträge seit dem 23.02.2009

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| 2 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 05.03.2009 um 21:05 Uhr |
Hi ann,-dein hopp hopp gefaellt mir ,-ich bin auch so eine,die moechte,dass ihre bilder bewertet
werden...aber um deine frage zu beantworten:
Also ich setze mich,sobald die lust zum zeichnen mich
packt,an meinen tisch und zeichne,bis die lust mich
verlaesst...meistens beende ich ein bild (keine kinder,die
mich abhalten,-nur drei hunde...)! Ich habe aber auch keine
probleme damit,mein werk zu unterbrechen und ein anderes mal
fortzusetzen...allerdings will ich es fuer die auszeit in
sichtweite haben um mich zu inspirieren. Ich skizziere gerne
vor und begebe mich danach ins detail,-ohne allerdings einen
endgueltigen plan zu haben. Auch ich brauche meine ruhe,gute
musik und einen wiskey oder wein beim zeichnen . Deine bilder sind teils schoen (farben) und auf alle
faelle interessant und vielsagend,-ist immer
geschmackssache,natuerlich,aber einige sind sehr
ansprechend! Weiter so.
Gruss
Ruthy
cretenwater
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Ani
Mitglied
 2 Forenbeiträge seit dem 02.10.2008

Geschlecht:
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| 3 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 08.03.2009 um 21:02 Uhr |
Hallo.
Ihr habt gute Beiträge zu dem Thema.
Auch für mich ist es mal interessant zu wissen wie jeder so
an seine Arbeiten heran geht.
Ich male nur in meiner Freizeit, als Ausgleich zu meiner
Arbeit. Eine Ausbildung in die Richtung habe ich leider nie
ernsthaft verfolgt, was ich im nachhinein schade finde.
Um ein Bild fertigzustellen habe ich kein Zeitlimit.
Ich beginne mit einem Bild, wenn ich die Inspiration im Kopf
habe und vorm Auge die Idee bildlich umsetzen kann. Auch
wenn meist am Ende was ganz anderes bei raus kommt. Eine Skizze zeichne ich i.d.R. schon in das Format wie ich
es haben möchte oder ich male direkt drauf los. Manchmal
male ich ein Bild in einem Zug fertig aber es kommt auch
vor,dass der rote Faden endet. Dann hör ich an der Stelle
auf und setze das Bild fort wenn ich den Faden wieder
gefunden habe.
Die Idee hab ich meist im Kopf aber für die Umsetzung such
ich mir auch Hilfe in Büchern , Fotos u.s.w.
Wie Ihr auch, bin ich dankbar für Beurteilungen und
Hinweisen zu meinen Bildern!
Eure Bilder sind ganz toll,
besonders die von stgabi gefallen mir.
Deine Acryl Landschaften find ich sehr aussagekräftig.
Grüße
Anita
Anita Tonn
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lupo
Mitglied
 2 Forenbeiträge seit dem 09.03.2009

Geschlecht:
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| 4 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 09.03.2009 um 11:04 Uhr |
ich hab meinen eigenen Raum und in den geh ich wann immer
ich Lust dazu habe, das kann dann mal nur ne Stunde sein,
die ich arbeite, oder aber auch der ganze Tag,
wie lange Du arbeitest bzw. malst, musst Du selber
entscheiden, wenn mir der Kopf raucht, muss ich aufhören,
auch wenn ich schon lange an einem Bild sitze, dann brauch
ich mal ne Pause und muss erst mal wieder was anderes sehen,
manchmal lege ich auch ein Bild zur Seite und mache erst ein
ganz anderes, bevor ich dieses bestimmte Bild dann fertig
malen kann
wie lange habe ich für ein Bild gebraucht? hmm...... schwierige Frage....mit Pausen so 3 Wochen,.... ? weiss nicht, nachdem ich ja immer Pausen dazwischen mache,
st es schwer zu sagen, jeder malt anders und braucht länger
oder kürzer, da gibts, glaub ich, keine Maßstäbe
carpe diem
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cretenwater
Mitglied
 18 Forenbeiträge seit dem 23.02.2009

Geschlecht:
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| 5 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 11.03.2009 um 06:53 Uhr |
Weisst du,ann,ich denke,es gibt keine solche masstaebe in
sachen kunst,-weder fuer die zeit,die du brauchst,noch fuer
die art,wie du malst,noch fuer das ergebniss! Es sei denn,du
bearbeitest auftraege...
ich bin mir sicher,das man als kuenstler nicht "falsch
laufen" kann! Es kann natuerlich vorkommen,dass man mit
seiner arbeit nicht zufrieden ist,-bei mir heisst das
dann,dass ich mich zum falschen zeitpunkt hingesetzt habe
oder ein falsches thema in angriff genommen hab. Passiert
aber selten,denn bevor ich nicht so richtig das beduerfniss
hab,mich an ein bild zu setzen,tue ich es nicht und das kann
lange pausen bedeuten. ZB hab ich mich bis vor wenigen
wochen nur mit muscheln beschaeftigt,statt mit
zeichnungen,-da war grad die luft raus (fuer ueber 2
jahre!),-nun ist sie wieder da,die luft...verstehst du,was
ich meine?
Mach dir nicht so viel kopf!!!
Male,wenn es dich packt,-ohne druck.
Meine meinung 
cretenwater
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cretenwater
Mitglied
 18 Forenbeiträge seit dem 23.02.2009

Geschlecht:
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| 6 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 11.03.2009 um 07:01 Uhr |
...ach,-und noch was...
Wann ist ein bild fertig? Das entscheidest ja nur du,- an
allen diesen grossartigen kunstwerken,hier im netz haette
man ja auch noch weitermalen koennen,-theoretisch...
Vielleicht ist dein akt ja schon fertig? So wie er ist.
Wieviele bilder hab ich wohl schon verhunzt,weil ich
dachte,ich muesste noch daran weitermalen...
Und soweit ich weiss,haben die meissten grossen
kuenstler-namen irgentwelche unvollendeten werke...
cretenwater
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

Geschlecht:
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| 7 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 19.03.2009 um 21:30 Uhr |
Zitat:... das ich mich gefragt habe, ob alle künstler so malen
oder ob es noch andere, vielleicht bessere möglichkeiten
gibt. vielleicht bin ich aber einfach nur verrückt
(möglicherweise zu lange in der suppe gelegen  )
... da frag ich mich doch des öfteren ob nicht ganz richtig
laufe oder ob kreative generell nicht richtig laufen. das
ist aber n anderes thema.
gruß ann
Hallo, nette Formulierungen, die sprechen mich an, denn die
Frage nach verrückt sein beschäftigt mich auch manchmal.
Deshalb nicht im Saft schmoren. Wenn man in die Welt der
Bilder flüchtet als Ersatz für die Realität kann es ganz
schnell verrückt machen, es wird zur Sucht und die
Fähigkeiten für den Alltag gehen verloren. Gerade als
Selbstständiger der die Arbeit an den Bildern als
Tagesinhalt hat braucht es einen Ausgleich in sachlichen und
sozialen Dingen.
Wer in der Freizeit malt neben der Hauptarbeit hat dieses
Thema weniger.
Um kreativ zu sein auch aber vor allem um
schöpferisch/künstlerisch zu arbeiten braucht es die
Fähigkeit sich verrücken zu Können vom angestammten Platz
sonst kann nie etwas Neues entstehen. Also ver-rückt sein
gehört unbedingt dazu aber nicht zu doll so, dass die
Bodenhaftung, die Verwurzelung abhanden kommt.
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

Geschlecht:
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| 8 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 03.04.2009 um 11:43 Uhr |
Hallo ann,
das Hobby zum Beruf machen ist ja eine beliebte Redewendung
aber so toll wie es klingt ist es nicht.
Sich als freischaffender Künstler selbstständig machen mit
allen Konsequenzen ist ein Problem. Entweder bin Künstler
und arbeite aus freien Stücken an meinen Themen und leiste
einen kritischen Beitrag in der Gesellschaft, dann kauft es
kaum jemand oder bediene Kundenwünsche mit Grafik und
Illustration, verkaufe gut, kann aber nicht frei arbeiten,
habe Geld und bin doch unzufrieden. Es ist eine Zwickmühle.
Arbeite den ganzen Tag als Künstler bzw. im sozialen Bereich
mit Menschen, Fotografie, Malerei, Situationskomik, auf der
Strasse, im Internet usw. aber ich bin privilegiert, ersten
kann ich gut von Wahrnehmung und Kreativität leben, weniger
von Geld und zweitens sind durch Sponsoring und Mäzenatentum
die Grundausgaben abgedeckt so, dass ich noch Andere
moralisch unterstützen kann.
Es ist jedoch ein Leben ohne finanzielle Sicherheit mit
größeren Summen aber genau das hält alles im Fluss.
Die Kreativität steht im Vordergrund, sowohl bei der
künstlerischen Arbeit als auch bei der Organisation von
Ausstellungen und bei der sozialen Arbeit sowieso.
Wenn Geld nicht das Streben und Ziel ist könnte die
Selbstständigkeit als freischaffender Künstler mit
Ganztagsbeschäftigung rund um die Uhr eine Chance haben,
ansonsten ist es ein ganz normaler Wirtschaftsbetrieb mit
Produktherstellung, Absatz und materiellem Gewinn.
Künstlerische Selbstständigkeit hat eher damit etwas zu tun,
Energien und Kräfte so selbstständig mobilisieren zu können,
dass man sie mit altruistischer Gesinnung für die
Gesellschaft auf künstlerisch/kreative Art und Weise zur
Verfügung stellen kann. Der Künstler macht an die
Mitmenschen Angebote ohne zu Feilschen, es sind Angebote für
das Gefühl, das Bewusstsein und die Psyche.
So, schön es mal wieder formuliert zu haben, es rückt die
grauen Zellen zurecht.
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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