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Kunstforum: Prenzlmaler:Bilder aus Ohorn.Referenz Heimat


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Forum > Aktuelles > Prenzlmaler:Bilder aus Ohorn.Referenz Heimat
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 Thema: Prenzlmaler:Bilder aus Ohorn.Referenz Heimat
Dieter_Raedel
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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 24.06.2006 um 11:54 Uhr

Seit Jahren male ich Berliner Bilder,fernab meines Heimatortes Ohorn in Sachsen.Der Ort liegt im Kreis Bischofswerda und wird von der Autobahn Dresden-Bautzen durchquert.Westlausitzer Bergland.Beginn der Oberlausitz.Berge.Wälder.Zwei kleine Flüsschen:die Pulsnitz und die Röder.Gewässer,die sich durch den Wald schlängeln,bieten entzückende Motive.So ist das auch im Ohorner Niederwald.Egal,wo man sich aufhält,Kindheitserinnerungen.Empfindungen werden geweckt.Und dann wäre da noch der herrliche mit Findlingen übersähte Oberwald,mit seinem Ohorner Steinberg,dessen Findlinge auf der größten Anhöhe begehbar sind.Ein Caspar-David-Friedrich-Motiv.Nur das Kreuz fehlt.

In einem Buch stand:Der Ohorner Wald ist einer der schönsten Wäder Deutschlans.Wohl wahr.

Inzwischen entstanden mehrere Zeichnungen und Gemälde vom Steinberg,der Jugendherberge am Schleißberg,der Blick nach Steina,wo man von der kleinen Sächsischen Schweiz spricht,der Schlosspark,meiner Ohorner Schule und Federzeichnungen vom Niederwald..
Die künstlerische Arbeit an solchen Orten ist nicht nur schlechthin erinnerungsbehaftet,es kommen ungewohnt heftige Emotionen hoch,die in die Arbeit einfließen.So sehen meine Berliner Bilder anders aus,als die Arbeiten des Ortes meiner Kindheit.Wir Malerinnen und Maler können dem Ort der Geburt ein kleines Denkmal setzen.

Sind von euch auch Leute in der Ferne?Und habt ihr eurem Heimatort ebenfalls künstlerische Referenz erwiesen?Waren bei der Arbeit die besonderen Emotionen spürbar?


Mit netten Grüßen Dieter.

P.S.: Meine Werke kann ich hier nicht zeigen,da ich noch keine HP besitze ;


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Dieter_Raedel
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14 Forenbeiträge
seit dem 24.06.2006

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1 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 05.07.2006 um 17:25 Uhr

Wie schnelllebig doch die Zeit ist,sogar in Ohorn.Kaum war man vom Landkreis Kamenz nach Bischofswerda gewechselt,so ist man wieder im Kreis Kamenz gelandet.Ohorn pendelt hin und her,hat offensichtlich zwei Bedarfsebenen.So erging es auch der Jugendherberge,die zur Schleißbergbaude wurde.Kein übler Name,aber die Pendelei dürfte nicht unbedingt vom Erfolg gekrönt sein,da die Baude weiterhin die Jugendherberge bleibt.So eigensinnig sind die Ohorner.
Dieses Hin und Her belegt ja auch die den Ort durchtrennende Autobahn.Als ich erstmals den Schallschutz sah,glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen.Wie ein naturwidriges Element durchzuckt dieses Sperrgebiet den einstmals an diesen Stellen so schönen Ort.Nun gibt es auch die optische Trennung.Mir fiel eigentlich nur die Berliner Mauer ein - aber die war ja nicht grünlich.Es müssten viele Bäume gepflanzt werden,um dieses eigenartige Bauwerk zu kaschieren.Nein,das ist nicht malerisch.
Na klar,das kleine Flüsschen Pulsnitz trennte ja auch in vergangener Zeit den Ort:eine Seite gehörte zu Böhmen und die andere zu Meißen.Selbst wenn man nach Pulsnitz kommt,wird noch von der Meißner Seite gesprochen.Hier durfte der Ort sogar in zwei Ländern rumpendeln.Ja,das Schloss heißt ja auch nicht mehr nur Schloss,nein es ist wieder Rittergut geworden.Rittergut,alles gut!Rittergut mit Senioren-Residenz.Residenz,das klingt für Ohorn angemessen.Da hat doch schon mal ein gestrenger Häuptling residiert.Preußen hatte seinen Friedrich und war´s zufrieden.Ohorn war Vorreiter,denn man hatte schon im 16.Jahrhundert auf einen Friedrich gesetzt,der Ordnung halber der Strenge,das klingt nicht gerade nach Freiheit.
Wenn man die Ohorner Poststraße erklimmt,landet man zwar auf einer Anhöhe,doch niemals bei der Post.Die gibt´s gar nicht.Die ist weggependelt worden.Nur das Gebäude steht noch da,verziert mit Fachwerk.Ja,diese architektonische Physiognomie könnte man durchaus mal in einem Gemälde festhalten.
Nebenan steht die dicke Berta.Jedenfalls eine Verwandte.Breit und so gar nicht in die übrige Häuserwelt passend.Auf dem Dach der Dicken ein Pickel,ein Aufsatz,und man grübelt,ob es sich nun um eine Wetterwarte der ARD handeln könnte oder ob da Beobachtungen am nächtlichen Ohorner Himmel passieren.Verweilt man in den Abendstunden oder am Sonntag,fängt die Wetterstation plötzlich an zu läuten.Nanu,aber wo ist die Kirche?Ja,also,ne Kirche gibt´s da nicht.Man hat einfach einen Saal hinten angebaut und da können sich die Gläubigen vereinen.Es ist der Betsaal.Der Betsaal ist das Anhängsel einer ehemaligen Dampfmühle des Rittergutes.Aha,deshalb ist die Architektur so globig geworden.Geschichtsträchtig spricht man vom Kirchlehn.Mir ist seit der Kindheit sogar noch die ehemalige Hausnummer in Erinnerung: Nr.41.Genau dort wohnte zur Straße hin auf der rechten Seite im Erdgeschoss Max Schmidt,mein Opa.Im ersten Stock empfing uns Pfarrer Kühne,der uns manchmal durch den Raum scheuchte,weil wir seine biblischen Worte falsch auslegten.Aber ein kleines Bildchen hing links im Raum,das sich mir für alle Ewigkeit einprägte:ein Kunstdruck des Abendmahls von Leonardo da Vinci.Stundenlang studierte ich dieses Bild und saß manchmal zwischen den Jüngern.So brachte mir mein Heimatort Leonardo nah - eine unglaubliche Leistung !


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