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Kunstforum: Freiheit in der Kunst


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Forum > Aktuelles > Freiheit in der Kunst
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 Thema: Freiheit in der Kunst
Regina Herzog
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seit dem 11.03.2005

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10 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 07.10.2008 um 22:08 Uhr

Naja, es ist wohl mehr als ein Appell an die Bravheit, wenn man Gewalt ablehnt.

Sie abzulehnen bedeutet auch nicht, ihre Existenz zu leugnen. Man lehnt sie einfach nur ab - will sie in seinem Umfeld nicht in natura erleben müssen, weder an sich selbst noch an seinen Kindern, seiner Familie, seinen Freunden, seinen Bekannten, seinen Kollegen, seinen Nachbarn.... genau überlegt, an niemandem den man irgendwie kennt.

Wenn ich die Wahl habe, selbst körperlich misshandelt zu werden oder neben einem "braven Mitbürger langweilig" zu leben - so nehme ich dankend Letzteres! (Wobei ich mich nie langweile, nebenbei bemerkt)

Was ist denn aufregend (als Gegenteil zur Langeweile) daran, Grausamkeit und Gewalt ausgesetzt zu sein? Die Betroffenen würden dazu sicher andere Adjektive finden.

Natürlich bin ich realistisch und erkenne das Böse und fordere jeden auf sich damit auseinander zu setzen - meinetwegen auch künstlerisch. Aber die ursprüngliche Frage lautete ja, ob Kunst sich ÜBER zwischenmenschliche Gesetze setzen und diese negativen Dinge verherrlichen darf, ob Menschen per Kunstwerk gettarnt, für ihre menschenverachtenden Ideen werben dürfen und somit eine ungestrafte Möglichkeit zur Verbreitung bekommen sollten.

Ist ein künstlerisch verpackter Kinderporno ein besseres Produkt als ein kommerzieller? Machen ein wenig Deko und Regie das Ganze ansprechender und menschlicher? Weniger schlimm für das missbrauchte Kind? Oder plötzlich abschreckend auf den Pädophilen, der sich daran ergötzen wollte? Oder bleibt ein Unrecht nicht vielmehr ein Unrecht, egal wie man es präsentiert?

Ich persönlich lehne jede Form von ausgeübter Gewalt ab, von deren Existenz wir tagtäglich erfahren können und der wir leider jeden Tag ins (Medien)Gesicht sehen können. Und somit lehne ich jedes Machwerk ab, das sich in verherrlichender oder verharmlosender Weise damit auseinander setzt.

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maler-hans
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291 Forenbeiträge
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11 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 07.10.2008 um 22:44 Uhr

Vielen Dank, Regina, schieße mich gerne dem gewaltfreien "Langweiligsein" an; es gibt wahrlich schlilmmere Vorwürfe und Einschätzungen (und entschieden fundiertere …).


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Fluuu
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725 Forenbeiträge
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12 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 08.10.2008 um 19:01 Uhr

... es sind die Langweiler die sich gewaltfrei hin und her Schubsen lassen und noch nicht einmal merken wenn wenn ihre Psyche durch die permanente Gewalt der Dauerberieselung zum Spielball der Medien und des Geldes werden. Sich nicht von Medien beeinflussen zu lassen ist in unserer Gesellschaft ein Gewaltakt, sobald diese Gewalt nachlässt gibt man sich als Opfer preis, es kommt der Selbstaufgabe gleich. Wer nicht die Gewalt über sich selber hat ist ein willenloses Opfer und hörig gegenüber jedem Eindruck von außen. Gewalt ist nicht nur was landläufig in den Medien vermittelt wird, Mord und Totschlag, sondern eine Kraft die einen unabhängig macht von Beeinflussung. Gewalt ist für das Leben des Selbst genauso notwendig wie Zärtlichkeit und Sensibilität...
Es ist dringen nötig den Horizont zu erweitern und den Begriff Gewalt nicht nur als negative Erniedrigung und auf Schwächere angewendet zu Sehen, sondern mit Gewalt einer vernichtenden Übermacht zu Begegnen und zu Versuchen als Sieger daraus hervor zu gehen.
Schön ausgedrückt ist es bei Wikipedia :„Verfügen-können über das innerweltliche Sein“.

gruß fluuu


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mirkStar
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13 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.10.2008 um 20:27 Uhr



Freiheit, auch die des Künstlers, hört immer da auf, wo die Freiheit (und erst recht Unversehrtheit) des anderen anfängt.
moderne graffitty´s können fast ausschliesslich durch die verletzung des eigentumsrechts "erschaffen"werden,zum beispiel auf einer häuserwand oder auf einem güterwagon.diese "maluntergründe"sind in den seltensten fällen im besitz des künstlers....aber gerade diese tatsache ist inhalt und auch ausdrucksweise dieser kunst....
sollte dagegen gesetzlich vorgegangen werden?ich sage NEIN!!
---aber wenn ich an meinem haus ein graffitty sehe,rufe ich die Bullen!!!!!


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Fluuu
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725 Forenbeiträge
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14 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 28.10.2008 um 18:23 Uhr

...ein durchaus interessantes Beispiel in Deiner Art und Weise des kurzen, schnellen Massenkommentierens.
Ist der Graffiti-Sprüher ein Gewalttäter wenn er Wagons besprüht? Vor dem bürgerlichen Gesetz ist er das denn er zerstört die Oberfläche von Privateigentum, er dringt mit seiner Freiheit in die Unversehrtheit (Konzernmacht, Macht des Staates) ein. Also hört die Freiheit des Künstlers nicht dort auf, wo die Freiheit des anderen anfängt, er dringt ein.

gruß fluuu


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Crueldream
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15 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 29.10.2008 um 20:28 Uhr

Also mich würde im Allgemeinen interessieren,wo bei euch die Toleranzgrenze liegt,wie provokativ darf Kunst sein...? Es gibt auch hier einige User,wo ich die Hände über dem Kopf zusammenschlage,obwohl ich denke,dass jemand,der ein Bild malt etwas damit verarbeitet,ob positiv oder negativ,natürlich gibt es Grenzen,aber niemand tut etwas böses,indem er ein Bild malt.
Die Frage stellt sich natürlich dann schon,ob jemand zu etwas Wahnsinnigem bereit wäre,der etwa Blutrünstiges oder Rassistisches darstellt,wobei ich der Meinung bin,dass Rassismus sowie so nirgendwo was zu suchen hat,das lässt sich für mich nicht durch die Freiheit der Kunst entschuldigen,denn es ist menschenverachtend.Bei anatomischen Darstellungen wirft es ebenso Fragen auf,was ist genial-makaber oder einfach nur pervers?Was ist gerade noch vertretbar?Ich selbst verwende in meinen Bildern manchmal anatomische,auch gerne mal makabere Elemente,nicht zuletzt deshalb interessiert mich Eure Meinung.
Liebe Grüsse


FrauPrimus
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Crueldream
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23 Forenbeiträge
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16 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 29.10.2008 um 20:40 Uhr

Diese Nachricht wurde von Crueldream um 20:43:34 am 29.10.2008 editiert

Zitat:

...ein durchaus interessantes Beispiel in Deiner Art und Weise des kurzen, schnellen Massenkommentierens.
Ist der Graffiti-Sprüher ein Gewalttäter wenn er Wagons besprüht? Vor dem bürgerlichen Gesetz ist er das denn er zerstört die Oberfläche von Privateigentum, er dringt mit seiner Freiheit in die Unversehrtheit (Konzernmacht, Macht des Staates) ein. Also hört die Freiheit des Künstlers nicht dort auf, wo die Freiheit des anderen anfängt, er dringt ein.

gruß fluuu
In unseren grauen Städten kann ein bisschen Farbe nicht schaden.Natürlich muss es künstlerisch sein,kein Geschmiere.Auch unter den Sprayern ist es nicht anders,es wird gnadenlos in die künstlerische Freiheit des Anderen eingedrungen,indem dessen Werke gnadenlos übersprayt werden,in dieser Szene ganz normal.Aber wo soll man denn legal sprayen? Verstehe mich nicht falsch,ich bin nicht mehr dabei.
Liebe Grüsse


FrauPrimus
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maler-hans
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17 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.11.2008 um 00:03 Uhr

Zitat:

Also mich würde im Allgemeinen interessieren,wo bei euch die Toleranzgrenze liegt,wie provokativ darf Kunst sein...?

Provokation durch Kunst gibt es de facto so gut wie nicht mehr, denn was früher Empörung ausgelöst hätte, gilt heute als willkommene Sensation, als "event", auf das die sogenannte Szene nur wartet. Also lässt sich kaum noch jemand durch Kunst wirklich provozieren.

Das führt dann zu Versuchen, die nichts mit Kunst zu tun haben, sondern nur "provozieren" wollen, um Aufmerksamkeit zu auf die eigene Person zu lenken, die sonst wenig zu bieten hätte.

Es gibt keinen entschuldbaren oder gar akzeptablen Grund, Gewalt anzuwenden, andere absichtlich zu verletzen (körperlich oder psychisch), Tiere zu quälen und was so genannten Künstler sonst noch so einfällt. Auch Sachbeschädigung ist nicht mutig, sondern asozial und dumm. Wer sich anders nicht "mitteilen" kann, benötigt eine Therapie, wenn man trotz allem noch freundlich sein will.


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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mirkStar
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18 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.11.2008 um 01:39 Uhr

etwas zu bemalen,heisst also,es zu beschädigen?hmm....denn höre ich jetzt auf,leinwände zu beschädigen....(:
ttttth....


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mirkStar
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70 Forenbeiträge
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19 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 10.11.2008 um 08:39 Uhr

Diese Nachricht wurde von mirkStar um 08:47:39 am 10.11.2008 editiert


Zitat:

..."? Das ist ja wohl nicht ernst gemeint. Dann kann man also z.B. kinderpornographische Szenen malen und es Kunst nennen. Das ist dann in Ordnung? Es ist nicht aus niedrigen Motiven entstanden?


...ich finde,es geht gerade um diese niedrigen motive....wenn ein mensch soetwas malt,bekommt man als aussenstehender vielleicht einmal einblick in die seele eines menschen,der so etwas darstellt...oder auch in die seele des "opfers",vielleicht war der künstler ja einmal das opferdie bilder muss ja niemand ankucken,der es nicht will,eine ausstellung wird nach deutschem recht wohl nicht erlaubt werden...und solange der künstler es nur malt und nicht tut,ist es allein seine angelegenheit....anderes beispiel:wenn jemand ein bild über den krieg malt,mit leichen und allem drum herum-heisst es dann,er ist in irgendeiner art und weise für den krieg verantwortlich?hat er diese menschen getötet?und vielleicht ist ein innerer drang in ihm,menschen zu töten,aber er tut es nicht,sondern malt ein bild darüber.....
kein pinselstrich sollte verboten werden,bloss weil es anderen menschen nicht behagt,was aus den pinselstrichen entsteht......
---ausserdem müsste man auch alle filme,bücher und musikstücke mit solchen themen "verbrennen"


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