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--- Freiheit in der Kunst

Stefanie Karg - 05.09.2008 um 11:04 Uhr

Durch eine andere Gruppe bin ich auf das Thema "Freiheit in der Kunst" gestoßen. Die Frage, die sich stellte, war: sollte Kunst absolut frei sein, insofern, dass sie über Gesetzen und Moral steht. Darf Kunst Gesetze brechen, darf Kunst z.B. diskriminieren, Gewalt verherrlichen, herabsetzen oder zu Straftaten auffordern? Dürfen solche Dinge veröffentlicht bzw. verherrlicht werden, solange sie künstlerisch dargestellt werden.
Um es nochmals anders auszudrücken: die Frage lautet nicht, ob Kunst auf Mißstände wie z.B. Gewalt hinweisen darf, sondern ob sie diese Dinge auch verherrlichen darf, da es sich ja sonst um eine Zensur bzw. Einschränkung handeln würde.

Ich selbst habe dazu meine Meinung und kenne dazu zwischenzeitlich auch die kontroverse Meinung von einigen anderen. Ich würde mich jedoch über weitere Meinungsäußerungen freuen.

Falls dieses Thema hier in diesem Form schon behandelt wurde, lasse ich mich auch gerne auf entsprechenden Artikel verweisen.

Grüße...Steffi




Andre-Weinrich - 05.09.2008 um 13:27 Uhr

Hallo Stefanie,

ich denke sehr wohl an eine Freiheit in der Kunst, wenn man bedenkt, dass eine Zensur der Kunst laut Grundgesetz schon untersagt ist.

Allerdings sollte die von Dir angesprochene Verherrlichung mit allen Konsequenzen vom Künstler selbst getragen werden, d.h. verbrennt der Künstler durch derartige Aktionen seinen Namen, muss er die Schuld bei sich selbst suchen und nicht bei einer Gesellschaft, die seine Kunst missbilligt.

Ich denke, dass dieses das größte Problem sein wird, die Akzeptanz der Gesellschaft, der Sammler und Liebhaber.

Und das eigene Maß an Pietät und die eigene Sicht auf die Dinge.
Ein Künstler, der mit seiner Kunst diskriminiert, Gewalt verherrlicht, herabsetzt, darf niemandem Vorwürfe machen, wenn es ihn selbst betrifft.

Ein Künstler, der bei dieser Fragestellung kein Maß kennt, und auch vor entsprechender Kunst nicht zurückschreckt, aber einen Hund hat und liebt, muss dann auch ertragen können, wenn ein italienische Künstler in einem Museum einen Hund anleint, das Futter außerhalb dessen Reichtweite plaziert und die Besucher einlädt, dem Hund beim Verhungern bis zum Tod zuzusehen.

Ein Künstler, der mit seinen Werken zu Gewalt aufruft, sollte die rechtlichen Konsequenzen tragen, wie jemand, der unter normalen Umständen zu Straftaten anstiftet.

Kunst und der Status Künstler darf kein Freibrief sein.




Stefanie Karg - 06.09.2008 um 16:38 Uhr

Hallo Andre,

danke Dir für Deine Meinung.

Das Beispiel des italienischen Künstlers und seinem verhungernden Hund ist ein sehr anschauliches Beispiel für Konsequenzen der Freiheit.
Ich frage mich auch manchmal, ob Menschen nicht zu niederträchtig sind, als dass man ihnen im allgemeinen zu viel Freiheit zugestehen kann, aber das wäre dann auch wieder ein anderes Thema. Aus der guten Idee, dass Kunst bestehende Mißstände anprangern darf, ist heute irgendwie ein Freibrief für allen möglichen kranken Mist geworden wie z.B. Sensationsgeilheit, Diskriminierung usw.....




mezzo4te - 07.09.2008 um 20:25 Uhr

Zitat:

... muss dann auch ertragen können, wenn ein italienische Künstler in einem Museum einen Hund anleint, das Futter außerhalb dessen Reichtweite plaziert und die Besucher einlädt, dem Hund beim Verhungern bis zum Tod zuzusehen.

Bei der hier geschilderten Aktion handelt es sich meiner Meinung nach zumindest in Deutschland um eine Straftat. Und die darf man ganz bestimmt auch im Namen der Kunst nicht begehen. Das heißt: Die Freiheit des Künstlers hört dort auf, wo eine Straftat beginnt - sie ist also keinesfalls grenzenlos.




Fluuu - 10.09.2008 um 13:14 Uhr

Diese Nachricht wurde von Fluuu um 13:27:21 am 10.09.2008 editiert

Diese Nachricht wurde von Fluuu um 13:24:45 am 10.09.2008 editiert

Doch, der Freiraum des Künstlers in der Gesellschaft muss unabhängig sein, auch von bürgerlichen Gesetzen sonst kann er die gesellschaftlichen Prozesse einer bürgerlichen Norm nicht Reflektieren. Jedoch betrifft das nur die Ausübung des künstlerischen Berufes, als Privatperson ist er ein Bürger und muss die volle Verantwortung übernehmen wie jeder andere auch.
Es ist möglich als Kunstwerk einen Hund verhungern zu lassen mit dem Napf außer Reichweite auf der Bühne der Kunst und die Bürger müssen Zuschauen wenn sie Können. Man kann es ignorieren, sich am qualvollen Tod ergötzen, sich dagegen Auflehnen und Aufbegehren oder ganz einfach dem Hund den Napf hinschieben damit er Fressen kann.
Mich erinnert das z.B. an Judenvernichtung, das war keine Kunst sondern Alltag und die Meisten konnten Zuschauen... Das war in Deutschland keine Straftat nach den bürgerlichen Gesetzen sondern befohlen.

Um auf solche krassen grausamen gesellschaftlichen Entwicklungen reagieren zu Können muss der Künstler unabhängig sein, auch von bürgerlicher Sitte und Moral.
Er ist nur seinem eigenen Gewissen als Mensch verpflichtet, wenn er keins spürt kann er nur ein schlechter Künstler sein und ist belanglos.

Dieses Schreien nach bürgerlichem Gesetz und Ordnung als Hüter für Sitte und Moral nutzt letztendlich gar nichts, das ist alles manipulierbar, ein wirklicher Wert sollte das eigene innere Gespür sein wie es z.B. ein guter Künstler einzusetzen versteht um auf die Belange des menschlichen Zusammenlebens aufmerksam zu machen.

gruß fluuu




pic-nicker - 12.09.2008 um 10:00 Uhr

Nein, also ich stimme dir zwar in den allgemeinen Dingen zur Kunstfreiheit zu, aber nicht in der Sache mit dem Hund. Tiere sind zwar im bgb nur Sachen, d.h. man kann nicht zum Mörder werden. Aber Tierquälerei (von Wirbeltieren) ist in Deutschland strafbar. Die Szene aus dem italienischen Museum wäre in Deutschland nicht vorstellbar, schon wegen der Demos von Tierschützern. Dadurch hätte der Künstler dann ein anderes Ziel erreicht: Bevor seine Aktion allzu viele Menschen persönlich schockieren kann, ist sie schon von Menschenmassen und Massenmedien besetzt und verarbeitet worden.
Ich finde das Beispiel mit dem Hund ja hoch interessant, hatte aber noch nie sowas gehört. Wo/wer war das denn? Fast zweifle ich ja daran, dass die Aktion bis zum Ende durchgezogen wurde.
Ich habe dann sofort daran gedacht: Wenn dieser Künstler die Aktion in Italien durchgeführt hat (weil sie nicht gegen Gesetze verstieß) und dann mit der Ausstellung nach Deutschland kommt, dann dreht er vielleicht einfach ein schockierendes Video, bei dem fiktiv das Gleiche passiert, aber eben nicht real. Der (vorab informierte) deutsche Besucher weiß aber, dass der Künstler die Sache in Italien durchgezogen hat.
Das Ganze bekommt sublim einen ganz anderen Dreh...




Andre-Weinrich - 12.09.2008 um 10:10 Uhr

Hallo pic-nicker und alle anderen,

habe mich wegen der Kunstaktion mit dem verhungernden Hund ein wenig geirrt, war nicht in Italien (wobei ich dachte, ich hätte es so gelesen), sondern in Costa Rica...

Nachzulesen unter dem Link

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,512799,00.h tml




mezzo4te - 12.09.2008 um 23:18 Uhr

Zitat:

habe mich wegen der Kunstaktion mit dem verhungernden Hund ein wenig geirrt, war nicht in Italien (wobei ich dachte, ich hätte es so gelesen), sondern in Costa Rica...

Ob in Costa Rica oder in Italien: Der Künstler gehört hinter Gitter! Und wenn Fluuu meint, dass Künstler grundsätzlich außerhalb jeden Rechts stehen und nur ihrer Moral verpflichtet sind, kann ich nur sagen, dass das eine höchst gefährliche Einstellung ist. Um nur einmal einen der harmloseren Einwände dagegen zu nennen: Wie definiert sich denn "Künstler"?? Über diese Frage hatten wir hier schon zahlreiche und heftige Diskussionen. Das Ergebnis: Es gibt keine Definition. Eine durchaus (auch von mir) bevorzugte Ansicht ist: Jeder Mensch ist zumindest potentiell ein Künstler. Das hieße nach Fluuu (so ich ihn richtig verstanden hab) nun aber, dass jeder Mensch außerhalb des Gesetztes steht und nur sich selbst Rechenschaft geben muss. Wie soll denn das funktionieren??!!!




Stefanie Karg - 13.09.2008 um 17:19 Uhr

Grundsätzlich fände ich es wie Fluuu auch gut, wenn ein Künstler sich nur von seinem Gewissen beschränken lassen müßte. Das würde aber auch bedeuten, dass z.B. der Faschist/Rassist/Sexist, welcher "Kunst macht", sein Gedankengut ohne Einschränkung veröffentlichen und verherrlichen dürfte.
Ich fürchte, ich halte im allgemeinen zu wenig von der Moral der Menschen, als dass ich diese absolute Freiheit befürworten könnte. Jeder könnte unter dem Deckmantel der Kunst gegen sämtliche Gesetze verstoßen. Daher werde ich mich mit Bedauern dann doch der Meinung von mezzo4te anschließen.
Schön zu wisse, dass offensichtlich doch noch ein paar Leute über die Konsequenzen ihrer Arbeiten nachdenken. Danke an Euch alle!




Fluuu - 14.09.2008 um 19:52 Uhr

...wie auch immer, für mich zählt der visionäre Gedanke des zwischenmenschlichen Zusammenlebens und da sind Gesetze, Regeln und Verordnungen von oben nach unten durchgesetzt nicht notwendig.
Jeder Mensch ist Künstler und seinem Gewissen verpflichtet und somit gibt es keine nennenswerten Handlungen gegen die Gemeinschaft. Jeder entscheidet für sich der Gemeinschaft zu Dienen und nicht dem eigenen Vorteil weil es letztlich mehr Überleben bedeutet. Dann braucht es keine Polizei und kein Gericht mehr als durchführende Organo des Gewaltmonopols vom Staat. Aber wie gesagt....reine Vision.

Bin im Tauschring der Region hier in Bayern, eine Form des Austausches ohne Euro und da ist die Gemeinschaft so organisiert, dass jeder Einzelne die Verantwortung für das Gelingen des Ganzen trägt. Es gibt keine ernannte Regierung und keine Hierarchie. Ist ein wunderbares und alternatives Modell von Gemeinschaft.
Hat etwas mit dem erweiterten Kunstbegriff und der sozialen Plastik von Beuys zu tun wenn man so will.

gruß fluuu




Regina Herzog - 17.09.2008 um 20:26 Uhr

"Kunst" an sich ist ein Begriff. Kunst kann aus sich heraus gar nichts, ist keine Person und kann demzufolge auch niemals zur Rechenschaft gezogen werden, wenn z.B. unter ihrem Deckmantel gewaltverherrlichende Werke präsentiert werden.

Es ist immer ein MENSCH, der die Kunst schafft und somit ist auch er immer persönlich zur Verantwortung zu ziehen.

Ich finde, kein Mensch hat das Recht, diskriminierend, gewalttätig, bösartig oder mordend durchs Leben zu gehen, dazu aufzurufen oder andere dazu zu animieren, egal mit welchen Mitteln. Es würde geradezu herausfordern, dass das Mittel der Kunst heftigst missbraucht würde, wäre es da erlaubt. Man könnte dann glatt behaupten, all die nett präsentierten Hakenkreuze seien Kunst gewesen?!?!?

Gewalt und Diskriminierung in jeder Form sind etwas Abscheuliches, und leider ist es nötig, diese Dinge durch Gesetze zu regeln.

Durch seine Kunst darf ein Künstler jedoch auf alle diese Dinge hinweisen und alle Missstände, die aufzudecken er für nötig erachtet breittreten und mit seinen handwerklichen Mitteln ausschlachten.

Aber eigentlich ist auch das kein ausschließliches Verdienst und Vorrecht der "Kunst", denn im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun das ja viele andere, (nichtkünstlerische) Menschen auch. Und das ist gut so!

"Kunst" und Künstler sollten in meinen Augen nicht so mystifiziert werden. Es sind Menschen, die für sich eine bildende Form gefunden haben, ihr Leben zu verarbeiten. Viele dieser Ergebnisse sind wunderschön und eine absolute Bereicherung für den, der sie zu sehen bekommt. Trotz allem bleibt auch der Künstler "nur" ein Mensch. Mit all den Rechten aber auch Pflichten des Mensch-seins.




Regina Herzog - 17.09.2008 um 20:30 Uhr

Diese Nachricht wurde von Regina Herzog um 20:35:18 am 17.09.2008 editiert

Diese Nachricht wurde von Regina Herzog um 20:34:19 am 17.09.2008 editiert

"




maler-hans - 18.09.2008 um 23:14 Uhr

Zitat:

Ich finde, kein Mensch hat das Recht, diskriminierend, gewalttätig, bösartig oder mordend durchs Leben zu gehen, dazu aufzurufen oder andere dazu zu animieren, egal mit welchen Mitteln.

Das und der Rest des Beitrags ist nur zu bestätigen. Freiheit, auch die des Künstlers, hört immer da auf, wo die Freiheit (und erst recht Unversehrtheit) des anderen anfängt.




Stefanie Karg - 21.09.2008 um 14:29 Uhr

Diese Nachricht wurde von Stefanie Karg um 14:35:18 am 21.09.2008 editiert

Auch die letzten beiden Beiträge sprechen mir aus der Seele.
Bleibt nur noch die große Frage, ab wann ein Werk Schaden zufügt und wie man es beweisen soll - ganz besonders, wenn es sich um einen langsam bewußtseinsverändernden Prozess handelt, der zu einer anderen Sicht auf bestimmte Gruppen in unserer Gesellschaft führt bzw. zu weniger Empathiefähigkeit.




maler-hans - 30.09.2008 um 16:31 Uhr

Zitat:

Diese Nachricht wurde von Stefanie Karg um 14:35:18 am 21.09.2008 editiert

Auch die letzten beiden Beiträge sprechen mir aus der Seele.
Bleibt nur noch die große Frage, ab wann ein Werk Schaden zufügt und wie man es beweisen soll - ganz besonders, wenn es sich um einen langsam bewußtseinsverändernden Prozess handelt, der zu einer anderen Sicht auf bestimmte Gruppen in unserer Gesellschaft führt bzw. zu weniger Empathiefähigkeit.

Natürlich kann man nie ganz sicher sein, was die eigenen Handlungen nach sich ziehen, das gilt nicht nur in der Kunst. Es kommt aber in jedweder Ethik zunächst darauf an, was man (nicht) will. Eine dauernde Angst, was man womöglich unwillentlich anrichten könnte, würde in der Tat lähmen. Auch für das Nachdenken über mögliche Folgen eigenen Handelns gilt das alte Wort vom "rechten Maß" (womit man übergehen könnte zum Goldenen Schnitt …).




Fluuu - 03.10.2008 um 15:52 Uhr

...finde dieses ständige Appellieren an die Bravheit der Mitbürger so ignorierend und so langweilig, nur damit man sich selbst in der rosa Wolke der Sicherheit wiegen kann.
Das ist eine Illusion, es gibt Leben und Tod, dem kann sich niemand entziehen und wer den Tod im Alltag zu Leben versteht hat kaum etwas zu Befürchten. Das ist die Lösung für ein freiheitliches und unabhängiges Leben in Eigenverantwortung. Dazu muss man aber der Gewalt, der Grausamkeit, dem Hass, dem Hässlichen und dem Tod ins Gesicht gucken Können und dem Blick standhalten.
Ein Künstler sollte das Können und hat deshalb Freiheiten bei seiner Arbeit an verschiedenen Themen und der Veröffentlichung in der Gesellschaft.

gruß fluuu




Regina Herzog - 07.10.2008 um 22:08 Uhr

Naja, es ist wohl mehr als ein Appell an die Bravheit, wenn man Gewalt ablehnt.

Sie abzulehnen bedeutet auch nicht, ihre Existenz zu leugnen. Man lehnt sie einfach nur ab - will sie in seinem Umfeld nicht in natura erleben müssen, weder an sich selbst noch an seinen Kindern, seiner Familie, seinen Freunden, seinen Bekannten, seinen Kollegen, seinen Nachbarn.... genau überlegt, an niemandem den man irgendwie kennt.

Wenn ich die Wahl habe, selbst körperlich misshandelt zu werden oder neben einem "braven Mitbürger langweilig" zu leben - so nehme ich dankend Letzteres! (Wobei ich mich nie langweile, nebenbei bemerkt)

Was ist denn aufregend (als Gegenteil zur Langeweile) daran, Grausamkeit und Gewalt ausgesetzt zu sein? Die Betroffenen würden dazu sicher andere Adjektive finden.

Natürlich bin ich realistisch und erkenne das Böse und fordere jeden auf sich damit auseinander zu setzen - meinetwegen auch künstlerisch. Aber die ursprüngliche Frage lautete ja, ob Kunst sich ÜBER zwischenmenschliche Gesetze setzen und diese negativen Dinge verherrlichen darf, ob Menschen per Kunstwerk gettarnt, für ihre menschenverachtenden Ideen werben dürfen und somit eine ungestrafte Möglichkeit zur Verbreitung bekommen sollten.

Ist ein künstlerisch verpackter Kinderporno ein besseres Produkt als ein kommerzieller? Machen ein wenig Deko und Regie das Ganze ansprechender und menschlicher? Weniger schlimm für das missbrauchte Kind? Oder plötzlich abschreckend auf den Pädophilen, der sich daran ergötzen wollte? Oder bleibt ein Unrecht nicht vielmehr ein Unrecht, egal wie man es präsentiert?

Ich persönlich lehne jede Form von ausgeübter Gewalt ab, von deren Existenz wir tagtäglich erfahren können und der wir leider jeden Tag ins (Medien)Gesicht sehen können. Und somit lehne ich jedes Machwerk ab, das sich in verherrlichender oder verharmlosender Weise damit auseinander setzt.




maler-hans - 07.10.2008 um 22:44 Uhr

Vielen Dank, Regina, schieße mich gerne dem gewaltfreien "Langweiligsein" an; es gibt wahrlich schlilmmere Vorwürfe und Einschätzungen (und entschieden fundiertere …).



Fluuu - 08.10.2008 um 19:01 Uhr

... es sind die Langweiler die sich gewaltfrei hin und her Schubsen lassen und noch nicht einmal merken wenn wenn ihre Psyche durch die permanente Gewalt der Dauerberieselung zum Spielball der Medien und des Geldes werden. Sich nicht von Medien beeinflussen zu lassen ist in unserer Gesellschaft ein Gewaltakt, sobald diese Gewalt nachlässt gibt man sich als Opfer preis, es kommt der Selbstaufgabe gleich. Wer nicht die Gewalt über sich selber hat ist ein willenloses Opfer und hörig gegenüber jedem Eindruck von außen. Gewalt ist nicht nur was landläufig in den Medien vermittelt wird, Mord und Totschlag, sondern eine Kraft die einen unabhängig macht von Beeinflussung. Gewalt ist für das Leben des Selbst genauso notwendig wie Zärtlichkeit und Sensibilität...
Es ist dringen nötig den Horizont zu erweitern und den Begriff Gewalt nicht nur als negative Erniedrigung und auf Schwächere angewendet zu Sehen, sondern mit Gewalt einer vernichtenden Übermacht zu Begegnen und zu Versuchen als Sieger daraus hervor zu gehen.
Schön ausgedrückt ist es bei Wikipedia :„Verfügen-können über das innerweltliche Sein“.

gruß fluuu




mirkStar - 20.10.2008 um 20:27 Uhr



Freiheit, auch die des Künstlers, hört immer da auf, wo die Freiheit (und erst recht Unversehrtheit) des anderen anfängt.
moderne graffitty´s können fast ausschliesslich durch die verletzung des eigentumsrechts "erschaffen"werden,zum beispiel auf einer häuserwand oder auf einem güterwagon.diese "maluntergründe"sind in den seltensten fällen im besitz des künstlers....aber gerade diese tatsache ist inhalt und auch ausdrucksweise dieser kunst....
sollte dagegen gesetzlich vorgegangen werden?ich sage NEIN!!
---aber wenn ich an meinem haus ein graffitty sehe,rufe ich die Bullen!!!!!




Fluuu - 28.10.2008 um 18:23 Uhr

...ein durchaus interessantes Beispiel in Deiner Art und Weise des kurzen, schnellen Massenkommentierens.
Ist der Graffiti-Sprüher ein Gewalttäter wenn er Wagons besprüht? Vor dem bürgerlichen Gesetz ist er das denn er zerstört die Oberfläche von Privateigentum, er dringt mit seiner Freiheit in die Unversehrtheit (Konzernmacht, Macht des Staates) ein. Also hört die Freiheit des Künstlers nicht dort auf, wo die Freiheit des anderen anfängt, er dringt ein.

gruß fluuu




Crueldream - 29.10.2008 um 20:28 Uhr

Also mich würde im Allgemeinen interessieren,wo bei euch die Toleranzgrenze liegt,wie provokativ darf Kunst sein...? Es gibt auch hier einige User,wo ich die Hände über dem Kopf zusammenschlage,obwohl ich denke,dass jemand,der ein Bild malt etwas damit verarbeitet,ob positiv oder negativ,natürlich gibt es Grenzen,aber niemand tut etwas böses,indem er ein Bild malt.
Die Frage stellt sich natürlich dann schon,ob jemand zu etwas Wahnsinnigem bereit wäre,der etwa Blutrünstiges oder Rassistisches darstellt,wobei ich der Meinung bin,dass Rassismus sowie so nirgendwo was zu suchen hat,das lässt sich für mich nicht durch die Freiheit der Kunst entschuldigen,denn es ist menschenverachtend.Bei anatomischen Darstellungen wirft es ebenso Fragen auf,was ist genial-makaber oder einfach nur pervers?Was ist gerade noch vertretbar?Ich selbst verwende in meinen Bildern manchmal anatomische,auch gerne mal makabere Elemente,nicht zuletzt deshalb interessiert mich Eure Meinung.
Liebe Grüsse




Crueldream - 29.10.2008 um 20:40 Uhr

Diese Nachricht wurde von Crueldream um 20:43:34 am 29.10.2008 editiert

Zitat:

...ein durchaus interessantes Beispiel in Deiner Art und Weise des kurzen, schnellen Massenkommentierens.
Ist der Graffiti-Sprüher ein Gewalttäter wenn er Wagons besprüht? Vor dem bürgerlichen Gesetz ist er das denn er zerstört die Oberfläche von Privateigentum, er dringt mit seiner Freiheit in die Unversehrtheit (Konzernmacht, Macht des Staates) ein. Also hört die Freiheit des Künstlers nicht dort auf, wo die Freiheit des anderen anfängt, er dringt ein.

gruß fluuu
In unseren grauen Städten kann ein bisschen Farbe nicht schaden.Natürlich muss es künstlerisch sein,kein Geschmiere.Auch unter den Sprayern ist es nicht anders,es wird gnadenlos in die künstlerische Freiheit des Anderen eingedrungen,indem dessen Werke gnadenlos übersprayt werden,in dieser Szene ganz normal.Aber wo soll man denn legal sprayen? Verstehe mich nicht falsch,ich bin nicht mehr dabei.
Liebe Grüsse




maler-hans - 09.11.2008 um 00:03 Uhr

Zitat:

Also mich würde im Allgemeinen interessieren,wo bei euch die Toleranzgrenze liegt,wie provokativ darf Kunst sein...?

Provokation durch Kunst gibt es de facto so gut wie nicht mehr, denn was früher Empörung ausgelöst hätte, gilt heute als willkommene Sensation, als "event", auf das die sogenannte Szene nur wartet. Also lässt sich kaum noch jemand durch Kunst wirklich provozieren.

Das führt dann zu Versuchen, die nichts mit Kunst zu tun haben, sondern nur "provozieren" wollen, um Aufmerksamkeit zu auf die eigene Person zu lenken, die sonst wenig zu bieten hätte.

Es gibt keinen entschuldbaren oder gar akzeptablen Grund, Gewalt anzuwenden, andere absichtlich zu verletzen (körperlich oder psychisch), Tiere zu quälen und was so genannten Künstler sonst noch so einfällt. Auch Sachbeschädigung ist nicht mutig, sondern asozial und dumm. Wer sich anders nicht "mitteilen" kann, benötigt eine Therapie, wenn man trotz allem noch freundlich sein will.




mirkStar - 09.11.2008 um 01:39 Uhr

etwas zu bemalen,heisst also,es zu beschädigen?hmm....denn höre ich jetzt auf,leinwände zu beschädigen....(:
ttttth....




Stefanie Karg - 09.11.2008 um 10:29 Uhr

Ich habe hier gerade irgendwo gelesen:"...niemand tut etwas böses, wenn er ein Bild malt...."? Das ist ja wohl nicht ernst gemeint. Dann kann man also z.B. kinderpornographische Szenen malen und es Kunst nennen. Das ist dann in Ordnung? Es ist nicht aus niedrigen Motiven entstanden?



mirkStar - 10.11.2008 um 08:39 Uhr

Diese Nachricht wurde von mirkStar um 08:47:39 am 10.11.2008 editiert


Zitat:

..."? Das ist ja wohl nicht ernst gemeint. Dann kann man also z.B. kinderpornographische Szenen malen und es Kunst nennen. Das ist dann in Ordnung? Es ist nicht aus niedrigen Motiven entstanden?


...ich finde,es geht gerade um diese niedrigen motive....wenn ein mensch soetwas malt,bekommt man als aussenstehender vielleicht einmal einblick in die seele eines menschen,der so etwas darstellt...oder auch in die seele des "opfers",vielleicht war der künstler ja einmal das opferdie bilder muss ja niemand ankucken,der es nicht will,eine ausstellung wird nach deutschem recht wohl nicht erlaubt werden...und solange der künstler es nur malt und nicht tut,ist es allein seine angelegenheit....anderes beispiel:wenn jemand ein bild über den krieg malt,mit leichen und allem drum herum-heisst es dann,er ist in irgendeiner art und weise für den krieg verantwortlich?hat er diese menschen getötet?und vielleicht ist ein innerer drang in ihm,menschen zu töten,aber er tut es nicht,sondern malt ein bild darüber.....
kein pinselstrich sollte verboten werden,bloss weil es anderen menschen nicht behagt,was aus den pinselstrichen entsteht......
---ausserdem müsste man auch alle filme,bücher und musikstücke mit solchen themen "verbrennen"




Fluuu - 11.11.2008 um 11:29 Uhr

...für mich sind Werke "Kunstwerke" die als gefällige Dekoration hergestellt werden um sie teuer als nichtssagendes Kunstgewerbe zu verkaufen viel menschenverachtender und gewalttätiger auf das authentische Gefühl als dargestellte provokante Gewalt- oder Sexszenen bzw. Todesszenen. Sie sind zwar schmerzlich und unangenehm aber die Auseinandersetzung mit ihnen führt zur Lebensstärke. Gefälliges Kunstgewerbe lullt einen ein und macht schwach. So muss die Kunst Themen in ästhetischer Form aufgreifen die für die betrachtenden Menschen eine Herausforderung sind, gefällig sind die vielen Produkte aus der Industrie...
Kunst muss etwas provozierendes haben, wie leicht das ist weiß jeder der eine Schwäche von einem Freund kennt und ihn damit aufzieht. Auch heute in der aufgeklärten Zeit haben die Menschen viele kleine Schwächen und wollen sich positiv Entwickeln, da kann die Kunst einen Beitrag leisten, indem sie aufdeckt und nicht verhüllt.

gruß fluuu




Stefanie Karg - 13.11.2008 um 19:11 Uhr

Um es nochmals klarzustellen: die Frage war nie, ob man verbieten sollte, irgendetwas Unangenehmes, Provokatives, Grausames oder was auch immer zu thematisieren. Es ging mir allein um die Fragestellung ob öffentlich ausgestellte Kunst Mißstände VERHERRLICHEN darf.
Und nein, ich wollte hier niemanden dazu auffordern nur noch dekorative Blumenbilder zu malen.

Grüße
Steffi




maler-hans - 15.11.2008 um 22:49 Uhr

Für Dich, Steffi, war und ist das klar, und den meisten ist klar, dass Dir das klar ist (auch wenn mirkStar jetzt nur noch die eigenen Fingernägel bemalt ).

Manchen aber scheint jedes Mittel recht, ob sie nun andere ganz absichtlich missverstehen oder sich als die total Unabhängigen darstellen, die einzig wissen, was wahre Kunst ist.

Nochmal Steffi: Du bist verstanden worden und findest reichlich Zustimmung und Dank für Dein Verstehen und Deine Darstellung.




mirkStar - 16.11.2008 um 19:46 Uhr

herzlich willkommen in MIRKSTAR´S NAGELSTUDIO
öffnungszeiten:Mo-Fr 8.00-14.00 Uhr
Sa 9.00-22.00 Uhr




Fluuu - 23.11.2008 um 19:22 Uhr

Zitat:

Um es nochmals klarzustellen: die Frage war nie, ob man verbieten sollte, irgendetwas Unangenehmes, Provokatives, Grausames oder was auch immer zu thematisieren. Es ging mir allein um die Fragestellung ob öffentlich ausgestellte Kunst Mißstände VERHERRLICHEN darf.
Und nein, ich wollte hier niemanden dazu auffordern nur noch dekorative Blumenbilder zu malen.

Grüße
Steffi

Es ist nicht so einfach in einer komplexen Welt, selbst wenn der Künstler ganz authentisch und mit sehr viel Mühe versucht das gesellschaftlich brisante Thema z.B. sexueller Missbrauch an Kindern künstlerisch in seinen Werken zu verarbeiten und den Betrachter mit diesem Thema zu konfrontieren (Gottfried Helnwein hat das in gewisser weise getan) , denn Schweigen und Weggucken ist förderlich für dieses Verbrechen, dann wird dieser Künstler ganz schnell des egozentrischen Wahns bezichtigt um Aufmerksamkeit zu schaffen für das selbst verherrlichende Ego. Sofort ist so ein Künstler der ein brisantes Eisen anpackt als [Zensiert] deklariert und auf das Abstellgleis geschoben von den Mächten in der Gesellschaft. Warum das so ist kann sich jeder denken.
Für mich ist Kunst nicht zum Verherrlichen da im 21. Jahrhundert, das machen Propaganda, Werbung und Medien zur Genüge, sondern zum Anklagen gesellschaftlicher Missstände oder zum sichtbar machen von Problemen und Geschwüren in der Gemeinschaft.

gruß fluuu




Rudi - 24.02.2009 um 10:55 Uhr

ich will noch einmal auf den hund aus managua eingehen,
es ist ein mittel auf missstände aufmerksam zu machen,einen hund vor einer bildergallerie zu tode kommen zu lassen,ein hartes mittel,das gebe ich zu,doch auch nur weill wir hier in deutschland elend in den massen nicht kennen,und dieser mensch sich getraut hat den alltäglichen wahnsinn in nicaragua einen namen zu geben
es gibt essen doch kommen viele lebewesen nicht ran,die ketten halten
ich selber käme nicht drauf,hätte mit meiner lebenslage auch keinen sinn,würde keiner verstehen,hier in deutschland,in anderen regionen der welt ergibt diese aussage einen wert,eine aussage
denn tatsache ist, nirgend stand ein schild,nicht den hund von der leine nehmen
somit ist es eine kollektive schuld,und dieser kollektiven schuld muss ich mich auch hier in deutschland stellen,auch wenn diese aussage weit entfernt getroffen wurde




Fluuu - 25.02.2009 um 11:44 Uhr

genau rudi, so sehe ich das auch, dass sich alle im Nachhinein empören über den angeketteten und verhungernden Hund ist eine typische Reaktion des Gewissens aber niemand hat die Zivilcourage fürs Eingreifen zu plädieren, den Hund zu befreien oder wenigstens die Schüssel hinzuschieben. Alle gaffen und entsetzen sich, es ist vielleicht sogar ein kitzel eine schwache Figur umkommen zu sehen. Man lässt sie verrecken und dann wird sich aufgeregt wie schlimm es ist. So verlogen ist die Welt, natürlich ist es eine Kollektivschuld, was den sonst. Jeder Mensch ist am Tod, am Verhungern eines anderen Menschen schuldig so lange er zuguckt und nicht aktiv etwas unternimmt.
Darin besteht eine Aufgabe der Kunst, aus der Passivität rausholen und zur aktiven Gestaltung animieren.

gruß fluuu




Rudi - 25.02.2009 um 14:21 Uhr

und da käme stefanies frage ,, darf öffentlich ausgestellte kunst missstände verherrlichen,,
zumindest tut es nicht der künstler aus costa rica, in managua,er tut einen hund festbinden und mit hoher wahrscheinlichkeit die möglichen konsequenzen bedenken und sich dem volk stellen,
und das volk in deutschland erfährt von der tat, durch post,die fantasie entsteht im kopf und wandert im körper der deutschen, und macht sich als feste grösse im kopf platz,ähnlich dem wissen von einer frau die ihren mann schlägt, wenn er, betrunken nach hause kommt,der nachbar, der alte ,mit einer siebzehnjährigen schläft und sie mehrere abtreibungen hatte,eine alte frau, lange nicht mehr am fenster stand,das telefon nicht klingelt und der postbote fremde briefe bringt,was bleibt, der arme hund,das ist die empathiefähigkeit von deutschland,wir können uns in alles hineinsetzen,
das beweisst unsere geschichte,und haben wollen,und deshalb brauchen wir verherrlichung




Fluuu - 19.03.2009 um 18:36 Uhr

Rudi, Deine Gedankengänge sind schwer bis unmöglich nachzuvollziehen oder möchtest Du eine Abstraktion im Text erreichen so, dass einzelne Fakten nicht mehr zu erkennen sind?
Natürlich sollte Kunst nicht Missstände verherrlichen aber sie überhöhen und provokativ öffentlich zur Schau stellen.

gruß fluuu




niwatoriah - 20.03.2009 um 04:42 Uhr

Es ist sehr interessant, wie die allgemeinen Sitten und Gepflogenheiten auch in die Kunst eindringen. War wohl schon immer so, aber erreicht doch gewisse Qualitäten, die es so nicht gab.

Wie Dschungelcamp immer scheußlichere Dinge und Leute sucht, um abgestumpfte Gaumenlust neu anzukitzeln (die Römer aßen deshalb faulige Speisen), so suchen sich auch "Künstler" immer neue Kicks, um aufzufallen. Ein theoretischer Überbau kann aber Scheußliches nicht verschönern, und keine Bewusstseinsbildung hat Geschichte verhindert.

Jedoch - Gott sei Dank - ist die Diskussion recht theoretisch, denn die meisten Werke hier sind weit entdernt von solchen "Sensationen"




Rudi - 21.03.2009 um 23:05 Uhr

hey fluu,kunst ist ein wort und dieses wort ist dehnbar,je nach benutzung gesllschaftlicher schichten, kunst braucht, auch mit hohem geist, eine lobby,hier ist das die hundefreundelobby,die aus ihrer kritik herraus bezogen auf den hund und nur auf diesen, ohne die gesammtheit zu betrachten ,die tat verheerlichen,denn es geht nur um den armen hund,nicht mehr und das ist schon in meinen augen aus dem zusammenhang gerissen,
ich wiederhole es gern noch einmal,deutschland ist nicht die welt,was hier als schlimm erachtet wird oder mit einem hund, passiert anderswo mit menschen,schlussentlich wollte der künstler auf einen sachverhalt hinweisen,tage zuvor wurde in den selben strassen managuas ein mensch von strassenhunden getötet,erst als diese an der leiche assen wurden sie von beobachtern des vorfalls zerstreut
und niwatoriah,das ist das leben,keine gepflogenheit,keine sitte,das ist überlebenskampf wovon ich schreibe,wenn alle in einem bus in peru erschossen werden ausser du weill du ein weisser bist




ann - 24.03.2009 um 19:58 Uhr

wer brauch schon einen PUNKT wa



ann - 24.03.2009 um 20:00 Uhr

und zusammenhänge hihi



ann - 24.03.2009 um 20:22 Uhr

nein jetzt ehrlich mal, natürlich ist die kunst dazu da um missstände aufzuzeigen, genauso wie sie für die schönen, entgegengesetzten dinge, da ist.
letztendlich entscheidet jeder selbst in wiefern er aktiv wird oder lieber passiv bleibt. das schlimme ist nur, und da ist es so wie fluuu sagt, die passiven reißen ihr mundwerk eklatant weit auf.

die sache des aufzeigens der missstände, egal in welchem medium, bringt einige zum zuhören und zum handeln. andere widerum stumpfen ab. nur was geschieht, wenn eben solche missstände dazu führen das niemand mehr aktiv wird, weil jene immer schlimmere und detailliertere bilder zeigen und sich alle daran gewöhnen und daher....jetzt hab ich den faden verloren...sollte ich ihn wiederfinden führe ich weiter *punkt*




Rudi - 25.03.2009 um 14:09 Uhr

aber hallo,klare worte ann und das hat fluu geschrieben,alle achtung-wenn wir uns woranauchimmer gewöhnen,wollen wir neue spielzeuge- oder geben dem keine erhöhte achtung,wie wasser aus der wand, z.b.-,ist auch ein bild,kann ich sogar noch was mit anfangen,-titen im internet,undenkbar in den40-igern,in den siebziger,-der mensch hat sich daran gewöhnt,-ich habe mich daran gewöhnt,an vieles und neuem, habe auch die mauer-und den mauerfall überstanden,-der russe hat auch kein messer in den zähnen,-der mensch wird nicht besser noch schlechter durch bilder,ob diese gelebt oder projiziert wurden
ich habe ein fotopostkarte von hitler,in kurzer lederhose,an einem baum lehnend,ganz feminin wirkt er da,schüchtern jugendlich,herrlich was so ein bild versteht wiederzugeben,-der reine hohn in betracht was danach gekommen ist,-und diese wirkung- entfaltet sich bei mir nach 75 jahren




Fluuu - 03.04.2009 um 12:25 Uhr

...dass Missstände und Grausames aufzeigen zu Abstumpfung und Gewöhnung führt und somit zu Gleichgültigkeit und Ignoranz halte ich für ein Gerücht verbreitet von denen die sich immer nur mit heiler Welt umgeben wollen weil alles Andere zu mühsam ist. Es ist die Bequemlichkeit die gewinnen soll.
Ansonsten ist ein sich bewusst machen von Grausamkeit das beste Mittel um damit umgehen zu können ohne weglaufen zu müssen. Es ist kein Abstumpfen, es ist ein Fähigkeiten erlangen damit fertig zu werden ohne Flucht, Sucht oder andere psychische Destruktionen.
Es wird nie eine Welt ohne Grausamkeit, Verlust, Schmerz und Tod geben, darf es auch nicht weil sonst gäbe es auch keine Lieblichkeit, Gewinn, Wohlgefühl und Leben. Es gehört zusammen, nur ist eine Streicheleinheit oder Gewinn leichter auszuhalten wie ein Schmerz oder Verlust. Das Positive ist selbstverständlich aber das Negative ist ein Problem und bedarf der bewussten Behandlung, auch in der Kunst.

gruß fluuu




ann - 05.04.2009 um 20:37 Uhr

...äh nein!

von wegen heile welt fluuu. natürlich ist den menschen bewusst was da abgeht, nur unter abstumpfen meine ich das man sich irgendwann sagt...nein!
wenn ich mir all diese grausamkeiten ansehen würde, käme ich aus dem heulen nicht mehr heraus, weil ich genau weiß das mir, im großen und ganzen, die hände gebunden sind und ich nichts dagegen machen kann. ich glaube so geht es auch vielen anderen.

was hinzu kommt ist die tatsache das ich genug eigene probleme habe und mich zuerst um diese kümmern muss.
in diesem punkt versagen ja schon viele und "flüchten", wie solln die des mit den anderen schaffen?

ich glaube zwischen bequemlichkeit und echte grausamkeit liegen welten. ich glaube nicht das man bequem ist nur weil man sich das nicht antun möchte

...gut gut wer so richtig abstumpft ist natürlich auf gewisse weise egalitär.
ach was solls ist mir doch egal




niwatoriah - 07.04.2009 um 16:01 Uhr

Deutschland heißt aus dem Chinesischen übersetzt: Moralland. Dass das stimmt, sieht man hier.

Gut und schlecht gab und gibt es auch immer, es kommt halt auf die Mischung an.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass z.B. gezeigte Gewalt Sensible abschreckt aber Gewaltbereite ermutigt (nach Prof. Corell).

Jeder Gärtner weiß, dass man Unkraut jäten muss, weil es sonst überhand nimmt.

Und irgendwo dazwischen steckt jeder Mensch und Künstler und sucht sich seinen Weg. Eines steht fest: wer wirklich konkret Übelstände aufzeigt (siehe Russland) etc., der bekommt die Kugel. Bleibt die Allegorie (Kunst) die wie eine Fatamorgana etwas spiegelt, was es so konkret nicht gibt.




Rudi - 09.04.2009 um 18:11 Uhr

hay niwatoriah,ich verstehe also,sensible und gewaltbereite jäten,alles klar,kommen ja nach der wissenschaftlichen analyse von prof.corell mit dem gewaltzeigen nicht klar-so ich habe jetzt mal hier in die runde gefragt wer mit gewaltzeigen klar kommt,kannst dann zum jeten kommen,



niwatoriah - 09.04.2009 um 21:10 Uhr

Wenn man alle Farben verrührt, gibt´s Grau. Wie wär´s denn mit ein wenig Differenzierung statt der Keule? Dann erhält man nämlich angenehme Farbtöne. Ein klarer Blick muss nicht herzlos sein und nicht jedes nebulöse Gerede ist seelenvoll. Alles Klar?



Rudi - 09.04.2009 um 22:09 Uhr

Diese Nachricht wurde von Rudi um 22:20:22 am 09.04.2009 editiert

stimmt, nicht jedes nebulöse gerede ist seelenvoll, ist schon ein weiter weg vom wissenschaftlichen beweis einer sozialstudie, zu gartenlandschaftsbau ,ob der blick nun klar ist oder nicht,
und wenn du da irgendwo zwischensteckst,was soll ich da differenzieren?




niwatoriah - 09.04.2009 um 23:30 Uhr

Gegen soviel Scharfsinnlichkeit ist im Garten Eden kein Kraut gewachsen. - Jedoch zischte die Schlange nicht ohne Erfolg ..... und damit wollen wir uns wieder der Leinwand zuwenden!



Rudi - 11.04.2009 um 16:06 Uhr

Diese Nachricht wurde von Rudi um 16:09:23 am 11.04.2009 editiert

kunst ist immer frei,-denn nicht der produzent des geschaffenen erhebt es zur kunst,das umfeld des schaffenden erschafft es zur kunst,und die zeit,die gesellschaft,das umfeld und die bedarfe der gesellschaft,diese kann viele gesichter haben,-somit ist kunst relativ,und die freiheit in der kunst
"kunst ist immer frei "ist nicht gleich" freiheit in der kunst"




Rudi - 12.04.2009 um 10:24 Uhr

die verherlichung ist abhängig von den jeweiligen machtverhältnise,siehe abbildungen und vorstellungen der hölle und des paradises,tötung des sebastians,salome,georg den drachen tötend,judith,christus am kreuz,der tod der prokris u. u.etc.einige beispiele zu ostern aus der biblischen kunst gewalt,mord totschlag und vergewaltigung in der bildsprache hängend in einschlägigen kirchen europas,in den häusern wo liebe und zuversicht offenbart wird,-urbi et orbi-



Rudi - 13.04.2009 um 17:54 Uhr

niwatoriah

Hallo Rudi-Heiko!

Warum du dich so echaufierst, ist mir erst nach deiner zweiten Erwiderung klar geworden, denn wir müssen wohl Antipoden sein. Mir sagte dazu ein Mal ein Chinese aus Hongkong einen Spruch von einem chinesischen Weisen: Wenn du des Morgens aufwachst und meinst, es sei ein schönter Tag, ein Feuer zu entfachen, dann wachen mindestens zwei Leute auf, die meinen, heute ein Feuer löschen zu müssen. - Also, nun woll´n wir es mal gut sein lassen, vielleicht verwendest du etwas mehr Schäfe und Kontur in deinen Bildern, das ist offensichtlich, wonach du suchst.
ps..-niwatoriah ,passt eher zum thread "freiheit in der kunst", als in meinen privaten ordner,

bei sechsmilliarden menschen auf der welt, denke ich wird deine rechnung oder die deines china-freundes steigen
sag mal mister lehrer ist dir langweilig,geh doch mal rauss ist so schönes wetter,




niwatoriah - 14.04.2009 um 23:27 Uhr

Interessant finde ich die Anführung von Gewalt in kirchlichen Gemälden. Ist es nicht erstaunlich, mit welcher Brutalität die Christen in Nord- und Südamerika, Afrika und Asien gewütet haben?

Tatsächlich, die Ängstlichen und Sanften werden durch derlei Abbildungen aufgerüttelt und zerknirscht und beten dann für das Seelenheil von Mordbrennern wie Cortez oder die Sklavenfänger in Afrika. Denn offensichtlich werden diese durch derlei Abbildungen nicht im geringsten berührt.

Und deshalb - schon wegen des Nachahmungstriebes - bin ich gegen die Abbildung von Gewalt. Außerdem bin dafür, dass Gesellschaft, Ethik und Justiz die Entfaltungsmöglichkeiten für üble Menschen und Gelüste möglichst einschränken. Dass das nötig ist, zeigt die Weltwirtschaftskrise.




ina - 17.04.2009 um 18:45 Uhr


- Die Amerikanerin und Fotografien Betsy Schneider fotografierte ihre Tochter und stellte in der Ausstellung „Scenes from a childhood“ 63 Fotos aus. Darunter sind zahlreiche Nacktfotos des Mädchens zu sehen, als Baby wie auch wenige Jahre alt. Die Ausstellung wurde in den USA sowie in London in der Spitz Gallery
ausgestellt (und nur eine halbe Stunde nach Eröffnung geschlossen, da jemand die Bilder abfotografiert hatte). Eine Kinderschutzorganisation für missbrauchte Kinder verteidigte die Künstlerin.

- In Berlin wurde die Ausstellung „When Love Turns to Poison" (Wenn Liebe zu Gift wird) ebenfalls geschlossen, da unter anderem Fotos von Kindern in transparenter Unterwäsche ausgestellt wurden (vom deutschen Künstler Thomas Hauser). Es waren vor allem seine Bilder, die grosses Aufsehen erregt haben. Es gab sogar eine Anklage. Nach der Attacke des Bibelfanatikers wurde die Ausstellung jedoch wieder geöffnet. Ob es sich bei den Models von Thomas Hauser wirklich um minderjährige handelt (also unter 18 Jahren), habe ich bisher nur gehört, jedoch gibt es da keinen faktischen Beweis. Ich habe ihm Fragen via E-Mai geschickt, um dies herauszufinden.


- In der Zeitung stand einst, dass in London ein TV-Kanal die Verwesung eines menschlichen Körpers zeigen wolle (ebenfalls mit Gunther von Hagens).

- Der Verlag Edition Reuss
(Kunst, Akt, Erotik) beinhaltet im Sortiment nicht nur ein Buch mit deformierten totgeborenen Kindern und Tieren (die Ausstellung wurde auch in der Schweiz gezeigt), sondern auch mehrere Bücher die seitenweise urinierende Frauen zeigen (obschon dies in Bezug auf Pornografie vom Gesetz her verboten ist). Ebenfalls vom selben Verlag ist ein Buch von Ralf Mohr erschienen, der gerne Nacktfotos von ganzen Familien macht. Diese Bücher können in jeder Buchhandlung gekauft werden. Vom Künstlerpaar Daniel und Geo Fuchs (die die Bilder der deformierten Toten in Behälter machen) erscheint bald ein neues Werk, das tote Tiere zeigt.

- In Japan erschienen in den 80er und darauf folgenden Jahren dutzende von Büchern und einige Filme von Kindermodels (Lolitas), die vor Kameras sehr freizügig nackt posierten. Man muss bedenken, dies geschah vor über 20 Jahren, und nicht zu vergessen die kulturellen Unterschiede zu Europa (damals waren Nacktfotos von Kindern in Japan nicht illegal).

- In Berlin warf der Österreicher Wolfgang Flatz im Rahmen seiner Kunstausstellung „Fleisch“ eine tote Kuh vom Hubschrauber auf einen Platz um den Körper platzen zu lassen und die resultierende Sauerei als Kunst zu zeigen. Der Künstler selber hing nackt und blutverschmiert meterhoch an einem Kran. Die ganze Aktion wurde von Tierschützern gestört (die Kuh wurde extra für diesen Zweck geschlachtet), doch tausende waren dabei, als dies geschah und viele lobten den Aktionskünstler. Wolfgang Flatz hat sich auch schon mit Dart-Pfeilen bewerfen lassen. Bei einer anderen Aktion liess er sich als Glockenpendel zwischen zwei Platten hin- und her schlagen, bis er das Bewusstsein verloren hatte. In der Schweiz liess sich dadurch vermutlich ein Künstler animieren, der zusammen mit dem Kunstmuseum Bern ein Pferd von einem Helikopter auf ein Feld hat werfen wollen. Die Aktion wurde aber wegen harscher Kritik abgebrochen.

- Der Künstler Hermann Nitsch, seine Kunst die er in den 60er Jahren privat durchführte, wurde inzwischen zu einem Massenereignis: Hunderte treffen sie, um an seinen „Aktionen“ teilzunehmen, die von Stunden bis hin zu Tagen dauern können. Dabei werden die Jünger (so nenne ich die Mal) des Künstlers nackt an Kreuze gefesselt, mit Tierkadavern, Gedärmen, Innereien und Blut beschmiert. Man badet sich im Blut, windet sich in geschlachteten Rindern, man belegt nackte liegende mit allen, was aus den toten Tieren stammt. Als ich durch SPIEGEL ONLINE
darauf aufmerksam wurde, dachte ich zu Beginn, das seien gestellte Bilder, doch dem ist nicht so… Zur Zeit läuft in Berlin eine Rückblick-Ausstellung zu seinen Werken.

- Gunther von Hagens Körperwelten
stellt nicht wirklich Kunst dar, aber für eine reine wissenschaftliche Ausstellung stellt er die Toten zu künstlerisch auf. Sie posieren, fechten, spielen Schach und er plant sogar eine Frau und einen Mann mitten im Geschlechtsakt darzustellen. Nicht zu vergessen die Frauen, die Kinder in der Gebärmutter in sich tragen. Er selber hat sich auch sehr oft auf die Kunstfreiheit bezogen, als er kritisiert wurde. Angeblich sollen viele der Toten aus China stammen, exekutierte Strafgefangene. Er hat in Deutschland, in gewissen Teilen darf er seine Ausstellung nicht mehr ausstellen (Werke sind auch in Casino Royale
zu sehen), auch eine Art Fabrik eröffnet, zum Zeigen, wie er die Toten präpariert. Er sezierte in London auch öffentlich eine Leiche.

- Neben Tierney Gearon, der in London (Saatchi Gallery
) im Jahr 2001 ebenfalls einige Nacktbilder von Kindern veröffentlichte, gibt es einen amerikanischen Kunstfotografen, der laut diversen Meinungen wie kein anderer Frauen, junge Frauen, Familien und auch Kinder ablichtet. Nackt. Das dies zu Problemen führt ist verständlich. Sogar das FBI ermittelte gegen ihn. Jock Sturges Werke, die auch in zahlreichen Büchern über Amazon bestellt werden können, hängen unter anderem im Museum of Modern Art
in den USA, aber auch im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main. Sehr viel zweideutiger werden die Fotos von David Hamilton angesehen. Bilder von Jock Sturges wurden im deutschen Fernsehen in einer Dokumentation um kurz nach 19:00 Uhr gezeigt.

- Das Kunstmuseum in Bern stellte ein sehr umstrittenes Werk aus China aus: Das Werk besteht aus einem Möwenkörper, an dem ein echter menschlicher Fötus-Kopf aufgenäht wurde ("Ruan" genannt). An den Kopf wurden Hasenaugen aufgenäht. Der Möwenkörper wurde durch einen Rattenschwanz erweitert. Es gab eine Anklage, sehr viele Debatten und das Sujet wurde vorübergehend entfernt, danach aber wieder ausgestellt. Die Gegner dieser Kunst wollten das Werk sogar verbrennen und beim Museum gingen Morddrohungen ein. Der chinesische Künstler Xiao Yu hatte auch schon Mäuse lebendig zusammengenäht und ihrem langsamen Tod danach gefilmt, um das Video bei Kunstausstellungen zu präsentieren. Ich habe auch den SVP-Grossrat Thomas Fuchs interviewt, weil er wegen Ruan eine Petition gegen respektlose Kunst publiziert hatte.

- Ebenfalls im selben Museum wird zur Zeit die Ausstellung Six Feet Under
ausgestellt, die sich ganz dem Tod widmet. Da stehen Särge und Grabsteine, man sieht Zeichnungen und Nachahmungen von Skeletten, Bilder von nackten Frauen, die auf einem Skelett liegen, gefundene mumifizierte Kinder, Tatort-Bilder, Fotos von sich tot stellenden japanischen Models sowie Sängerinnen (von Izima Kaoru fotografiert), von echten Leichen und so weiter. Viele fanden die Werke, für die Kleinkinder benutzt wurden, sehr geschmacklos. Ich werde mich mit dem Kuratoren der Ausstellung nächste Woche treffen, um ihm einige Fragen zu stellen.

- L. A. Raeven, die beiden magersüchtigen Zwillinge aus Holland, schockierten vor ungefähr einer Woche in Zürich in einer Kunstausstellung das Publikum mit ihren Körpern. Sie inszenieren ihre Magersucht als Kunst, zeigen Bilder und Videos von Magersüchtigen (aber auch normalere Bilder).

Die meisten der Künstler haben offizielle Seiten, auf denen man sich selber umschauen kann.




Rudi - 18.04.2009 um 12:16 Uhr

-hoffen wir das beste-

was bleibt wenn ich meiner lust mich fröhne,
entfernt der geist der menschlichkeit,
und nach lust,nach lust mich sehne,
was bleibt

im wissen ja,ich bin bessen,
ich besitze nicht,
zerstöre ich was du besessen,
ich bin nicht,und du ist nicht

hoffnung ist was ich erfunden,
für dich so gehts mir got,
fröhne ich die menschlichkeit,
und du bist tod




niwatoriah - 23.04.2009 um 20:41 Uhr

Im Nichts ist alles enthalten,
es kann vernichten, es kann gestalten,
auch kann es verwirren manchen Geist,
so, dass er glaubt, dass er was weiß. -
Doch wer den [Zensiert] hält für den Mund
und meint, Eintönigkeit sei bunt,
bei dem ist Vakuum der Meister
und die Saliva zäh wie Kleister.

Andreas Hahn
Original-Spontangedicht
Alle rechte liegen beim Autor
Zuwiderhandlung wird strafrechtlich verfolgt




cretenwater - 24.04.2009 um 07:00 Uhr

Auwaia....hier wird ja ganz schoen gefochten...ich bin ein naives seelchen und verstehe nicht alles-wage es aber dennoch,meinen senf dazu zu geben!
Also,-will auf den ursprung der ganzen dikussion zurueckkommen:
Ich lebe auf kreta,-was heisst,-ich sehe dieses theoretische beispiel mit dem hund tag fuer tag in praxis...und ich verabscheue die idee,das jemand dergleichen unter dem motto kunst tun koennte! Ich krebse hier herum und versuche,gewalt an unschuldigen und hilflosen wesen zu verhindern oder zu mindern...
Also leute,-was da von ina aufgezaehlt wird beweist fuer mich nur die deformierung,perversion und entfehrnung der natur,die richtung also,in die der mensch sich entwickelt hat! Fuer mich kranke koepfe,allesamt! Kuenstler,die etwas dergleichen tun oder herstellen,-sowie die menschen,die es toll,interessant oder spannend finden.
Wie gesagt,-ich bin ein einfaches seelchen,finde gewalt im ganzen scheisse und wenn es an hilflosen wesen veruebt wird,-unverzeihlich,boesartig,krank!
So! Das war mein senf zu diesem "kaugummi-thema"!
Gruss
ruth




cretenwater - 24.04.2009 um 07:17 Uhr

...ach und noch was,-
wer gewalt und oder grausamkeit an schwaecheren oder gar hilflosen veruebt,zeigt,dass er selbst seelisch und koerperlich schwach und krank ist...weiss jeder! Wer grausamkeit in kuenstlerischer weise versucht,darzustellen,der ist,meiner meinung nach,psychisch nicht ganz in ordnung...ebensowenig wie die,die sich dergleichen ansehen moegen...hatte ich ja schon geschrieben! Endloses thema und ich will mich nicht wiederholen. Gehabt euch wohl.




Fluuu - 28.04.2009 um 13:02 Uhr

...leider cretenwater, so wie Du denkst und das tun viele, bleiben all diese Grausamkeiten zu denen der Mensch in der Lage ist unter dem Teppich versteckt, wüten und modern dort völlig unkontrolliert rum und breiten sich aus.
Durch lieb sein und heile Welt denken kann man Vergänglichkeit, Tod und Verwesung nicht verhindern, im Gegenteil, durch Verdrängung schafft man einen unkontrollierten Raum zur Entfaltung.

Darum gibt es Künstler die ganz provokant und voller Risiko diese pathologischen Themen ins Bewusstsein bringen.
In jedem Menschen steckt der potenzielle Kinderschänder oder Mörder und wenn alle Umstände zusammen kommen wird es ausgelebt, oft auch in ganz banalen und alltäglichen Dingen.
Dagegen gehen diese oben angeführten Ausstellungen vor, sie halten dem Betrachter einen Spiegel vor, er erschrickt bis ins Mark über seine eigenen Phantasien und ist somit geimpft sozusagen.
Bei der nächsten Gelegenheit wenn er sich schlecht fühlt, lässt er seinen Unmut nicht an Schwächeren aus, an Kindern.
Das Zeigen von nackten Kindern, Verwesung, Tod, gequälten Tieren usw. in einer Kunstausstellung ist zwar verdammt schwer auszuhalten aber es hilft ungemein in der Gesellschaft mit diesen Themen fertig zu werden. Auseinandersetzen sollte sich jeder damit denn die Zeitungen sind voll mit diesen Nachrichten.
Es gehört Tod und Verwesung zum Leben dazu, ohne dem ist ein authentisches und eigenverantwortliches Leben nicht möglich.

gruß fluuu




georg-gensler - 06.05.2009 um 08:34 Uhr

Meiner Meinung nach kann es sich nicht um Kunst handeln wen es eine Botschaft übermitelt. Das wäre dann Werbung.
Kunst ist es nur dann wen es im grunde zu rein nichtz nütze ist.




Rudi - 06.05.2009 um 23:19 Uhr

aha,wenn kunst keinen nutzen hat,-wovon ich nicht ausgehe-,ist das eine botschaft ohne nutzen ,,,nach deinen worten!!!ist also nutzlose botschaft,in meinem hirn versuche ich mir gerade nutzlose botschaft im allgemeinen kontext vorzustellen,und das dann als kunst, als einen effektaha-also noch begeistert sein,stimmt georg das ist kunst



Fluuu - 14.05.2009 um 10:31 Uhr

Zitat:

Meiner Meinung nach kann es sich nicht um Kunst handeln wen es eine Botschaft übermitelt. Das wäre dann Werbung.
Kunst ist es nur dann wen es im grunde zu rein nichtz nütze ist.

...stellst Du Dir damit selbst ein Armutszeugnis aus für Deine Arbeit? Zu nichts nütze! Mein Beileid.

gruß fluuu




Rudi - 14.05.2009 um 13:52 Uhr

hay fluu,georg hat vollkommen recht,es ist werbung,alles was ich tue ist werbung,nichts gibt es ohne werbung,es ist garnicht möglich ohne werbung etwas zu tun,denn weist du werbung ist ein so weit dehnbarer begriff das ich keine möglichkeit sehe da wieder rauss zu kommen,etwas vollkommen nutzloses was ohne werbung auskommt ist kunst,nur gibt es das nicht auf diesem planeten,ausser eben der gedanke die illusion und selbst dafür bediene ich mich der werbung
nutzlos,ist ebenfalls etwas was es auf diesem planeten nicht gibt,nur in der illusion ,also reine kunst




niwatoriah - 14.05.2009 um 21:44 Uhr

Daran kann man sehen, wie sich die Werbung über die Jahrzehnte in die Gehirne gefressen hat. Und sehen kann man es ja auch an vielen Bildern hier.

Als ich Kind war, gabs noch Ruinen sowie im Laden ein paar kleine Blechtäfelchen sowie Anzeigen in der Zeitung. Das Mehl, oder der Zucker etc. kam in neutrale braune Tüten und die Milch kam in die Milchkanne. Übrigens: auch ein Pygmäe mit einem Baströckchen kennt nur Mythen und Riten, aber keine Werbung.

Im Zen, Bhuddismus etc. wird gelehrt, dass man die Augen schließen und sich leer machen muss (japanisch Mu), um mit den tieferen Schichten/Wahrheiten in Berührung zu kommen. Den Rest kann man sich zusammenreimen, und damit hat der gute Fluu auch eine Antwort, warum die psychischen Störungen zunehmen: der Mensch entfernt sich von seinem Selbst und in seinem Hirn spukt eine Pseudowelt, die gelernte Psychologen unter Verwendung der Grundantriebe in Verknüpfung mit realitätsübersteigernden Bildern dort hineinzwiebeln. Je größer die Diskrepanz zwischen Lebensrealität und "Wunschbild", desto größer die Störung. Bei mir hat sich eine automatische Werbeabwehr gebildet, Werbung macht mich aggressiv.




Rudi - 15.05.2009 um 20:15 Uhr

hay niwi,mach dir mal die mühe bei wiki reinzuschauen ,wäre für dich mal gut,triffst da rita und mythe,die werben da in baströckchen und milchkanne,
wenn werbung dich agressiv macht dann hast du mal ein naturgesetz erkannt,hoffentlich kannst du auch einen verstecken




Rudi - 15.05.2009 um 20:37 Uhr

aber um nicht völlig vom thema abzudriften,stelle ich dir geneigter leser eine frage, was ist kunst,?ohne werbung



niwatoriah - 17.05.2009 um 07:02 Uhr

... stelle ich die Frage, was ist der Mensch ohne Werbung und was macht die "Kunst" daraus? Wird Lebenskunst durch "Kunst" ersetzt? Ersetzt "Kunst" das Leben? Macht der Mensch heute "Kunststückchen" wie ein Pudel, der ´n Häppchen Wurst und "Ei, ei, fein gemacht!" ergattern möchte (Männchen machen)?



Fluuu - 10.06.2009 um 22:50 Uhr

Zitat:

Daran kann man sehen, wie sich die Werbung über die Jahrzehnte in die Gehirne gefressen hat. Und sehen kann man es ja auch an vielen Bildern hier.

Als ich Kind war, gabs noch Ruinen sowie im Laden ein paar kleine Blechtäfelchen sowie Anzeigen in der Zeitung. Das Mehl, oder der Zucker etc. kam in neutrale braune Tüten und die Milch kam in die Milchkanne. Übrigens: auch ein Pygmäe mit einem Baströckchen kennt nur Mythen und Riten, aber keine Werbung.

Im Zen, Bhuddismus etc. wird gelehrt, dass man die Augen schließen und sich leer machen muss (japanisch Mu), um mit den tieferen Schichten/Wahrheiten in Berührung zu kommen. Den Rest kann man sich zusammenreimen, und damit hat der gute Fluu auch eine Antwort, warum die psychischen Störungen zunehmen: der Mensch entfernt sich von seinem Selbst und in seinem Hirn spukt eine Pseudowelt, die gelernte Psychologen unter Verwendung der Grundantriebe in Verknüpfung mit realitätsübersteigernden Bildern dort hineinzwiebeln. Je größer die Diskrepanz zwischen Lebensrealität und "Wunschbild", desto größer die Störung. Bei mir hat sich eine automatische Werbeabwehr gebildet, Werbung macht mich aggressiv.

...das ist ein interessanter und spannender Text dem ich viel Wahrheit entnehmen kann was ich unter Wahrheit verstehe.
Natürlich ist alles Werbung genauso wie alles Kunst ist, alles ist Leben, alles ist Gott, alles ist Geist usw. aber mit solchen pauschalisierenden Gedanken dreht sich alles im Kreis, es muss Differenzierungen geben.
So gibt es eine Produktwerbung in den Medien die das Gehirn verkleistert und das Gegenteil von dem darstellt was Kunstwerke vermögen. Wer das nicht akzeptieren kann lässt es.
Meine Arbeit dient nicht zu Erschaffung von Sinnlosigkeit sondern hat ein ganz klares philosophisches Konzept, genau so wie das Leben und die Existenz im meinen Augen einen Sinn haben.

gruß fluuu




Rudi - 11.08.2009 um 23:33 Uhr

was ist der mensch ohne werbung,?ich gehe jetzt von der uns umgebenen werbung seines tun und schaffens,im zusammenhang mit geldverdienen aus,ja arbeitslos,zum tode verurteilt oder verrückt,in deutschland nennt sich das harzurlaub



maler-hans - 12.08.2009 um 23:37 Uhr

Inzwischen muss man – Thema war "Freiheit in der Kunst" – anscheinend definieren, was Werbung ist.

Natürlich "wirbt" Kunst für sich selbst und/oder für eine Idee, aber was landläufig unter "Werbung" verstanden wird, nämlich Reklame für irgendein Produkt jenseits der Kunst, sollte nicht unbedingt im Mittelpunkt "künstlerischen" Schaffens stehen.

Zurlück zur Freiheit: Kunst darf alles. Im Prinzip. Dennoch ist sie jenen Spielregeln unterworfen, ohne die Gesellschaft nicht existieren kann. Dass der Mensch und erst recht die Kunst nämlich andererseits nicht ohne Gesellschaft existieren kann, muss kaum noch erwähnt werden.




niwatoriah - 13.08.2009 um 09:38 Uhr

Die Angst vor dem Selbst oder
Die Erfüllung von nicht definierten Erwartungen

Werbung ist eine Wissenschaft. Sie fußt auf der Psychologie, im wesentlichen auf der Freud´schen Psychologie, dass der Urantrieb allen Bestrebens die Sexualität sei und hier im weiteren der Penisneid der Frauen als depriviertem Geschlecht. Gemixt mit der Adler-Psychologie, dass der Mensch nach Vollendung strebt und deshalb das Aufzeigen seiner Unzulänglichkeit ein permanenter Antrieb sei.

Mir will es so scheinen, als sei die Entfremdung des Menschen sehr fortgeschritten. Nun mag man mit Horror an die Einengung in einer festen und kleinen Gemeinschaft denken - aufm Dorf z.B., wo jeder in der öffentlichen Meinung festgeschrieben ist. Mag sein, jedoch beruht das immerhin auf Erfahrungswerten.

Dagegen kann man im virtuellen Raum voll aus der Haut schlüpfen, siehe Avatar etc.. Ich habe den Eindruck, dass viele heute gar nicht mehr wissen, wer sie wirklich sind. Sie transformieren sich virtuell in ihre Wunschfigur und reagieren fiktiv auf Wunschvorstellungen anderer. Wenn ich Werbung sehe, werde ich heute sehr aggressiv, mit welcher Perfidie die Gegebenheiten dahergeheuchelt und retuschiert werden. Man sehe nur, wie viele kleine und fette Leute einen SUV (hochbeiniges, protziges Fahrzeug) fahren, obwohl das praktisch und ökologisch blödsinnig ist.

Bei meinen Kindern fällt mir auf, dass sie unter einem ungeheuren "Konformitätsdruck" stehen, wo man bei näherem Hinterfragen keine genaue Definition finden kann. Es ist ein Abstraktum, ein Schemen, ein Irrsinnsprinzip.

Zur Kunst zurück: es gibt natürlich eine Reihe von authentischen, real gefühlten Bildern, Gott sei Dank. Aber vieles fühlt sich an, wie auf eine Pseudoerwartung hin zurecht gezwirbelt.

Es geht hier um Freiheit in der Kunst. Und, da pflichten viele gemäß Erwartungshorizont der Pseudowürde auch bei, die sei eine Verpflichtung: was ist die Wahrheit, was ist das Ziel, was spricht aus der Tiefe des Herzens, was ist gerecht. Diese Fragen sind die entscheidenden. Nun ja, Humor, Spaß, das kann auch nicht verkehrt sein.




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