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Kunstforum: Künstler ein besserer Mensch?


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Forum > Plauderecke > Künstler ein besserer Mensch?
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 Thema: Künstler ein besserer Mensch?
JH
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10 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.04.2007 um 17:04 Uhr

Künstler ein besserer Mensch?
Weil er Kunst macht oder was?

Ich hab mir mal xarto etwas genauer angesehen
und werde das Gefühl nicht los, dass hier mit
vordergründig offenen Fragestellungen Diskussionen
begonnen werden, deren Metaebene missionarischer
Eifer ist.

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Fluuu
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11 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.04.2007 um 21:52 Uhr

Etwas anbieten und darüber in Diskussionen kommen ist Kommunikation. Das Angebot muss einem ja nicht gefallen aber wenn einem etwas an der Sache liegt dann wird es besprochen.
Immer wenn bestimmte Werte vertreten werden, können Andere den missionarischen Eifer anprangern, vor allem dann wenn sie diese Werte weder nachvollziehen noch nachempfinden können. Also, eine bestimmte Sicht und Richtung in der Kunst vertreten und diese veröffentlichen halte ich für produktiv und gewinnbringend für die Gemeinschaft, es muss sich niemand danach richten, jeder kann eigene Sichtweisen aufstellen.
Nur wenn sie von Ignoranz, Desdruktion und Dummheit geprägt sind gibt es ein Veto, das ist doch völlig logisch, wer schaut schon offenen Auges tatenlos dem Untergang zu.
Nun weiß ich nicht was Du gelesen hast hier im Forum, natürlich gibt es auch krasse Äußerungen aber es gibt keine Zensur und kein Löschen, jeder schildert die eigene Meinung nach den Fähigkeiten die er hat, Du auch, oder?

gruß fluuu

PS: Klinge schon wie der Forumsbetreiber, bin eben schon so lange dabei.


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JH
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12 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.04.2007 um 22:52 Uhr

Diese Nachricht wurde von JH um 22:52:59 am 18.04.2007 editiert

Schöne Rede, eigentlich nichts einzuwenden.

Nochmal: Ich denke, das hier Mission
betrieben wird. Zum Glück ist nicht viel
Aktivität in den Foren, sonst wäre die
Abnehmerbasis wohl größer. Auch sind die
aufgestellten Thesen her auf
Schulhofniveau, BK 7. Klasse.
("Sind Künstler bessere Menschen" )
Das ist meine Meinung.

PS: Eine Art Forumsmoderator bis Du doch
schon oder
Hab ganz vergessen dir zurückzumailen,
habs jetzt gemacht.

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talasim
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13 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 19.04.2007 um 14:44 Uhr

Ich denke nicht, dass sie besser sind als andere Menschen. Sondern einfach, dass sie sich sozial stark engagieren. Denn wer sonst, ausser vielleicht gut Betuchte, geben ihr Leben der Kunst hin um den Mitmenschen ihre Sicht der Welt zu schenken ohne überhaupt einigermassen davon leben zu können?
Im Gegensatz zu anderen Bereichen wie z.B. der Wissenschaft wird der Verzicht und der zeitliche und finanzielle Einsatz den Künstler bringen nicht wirklich geschätzt und unterstützt. Denn trotz dieses Einsatzes herrscht die Meinung, dass Künstler die Parasiten der Gesellschaft sind. Ist doch eigentlich erstaunlich. Hmh...


Lg talasim
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Fluuu
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14 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 28.04.2007 um 16:02 Uhr

hi talasim,

hast Du auch hier her gefunden zu der Kunstplattform der ich am längsten treu bin.
Wer sieht denn den Künstler als Parasiten der Gesellschaft? Es gibt reiche Kaufleute die das Darben des Künstler ideeller Werte wegen belächeln aber mehr auch nicht. Ich belächele wiederum die, die ihren menschlichen Wert am Geld festmachen müssen weil sie sonst nichts haben. So gleicht es sich aus.

gruß fluuu


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talasim
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15 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 16.05.2007 um 10:45 Uhr

Hallo fluuu

Wenn man auf der Suche nach Austausch ist, findet man früher oder später. ;o)

Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist, aber in der Schweiz hat der Künstler oft so einen Touch Parasit, der zu faul ist um wirklich zu arbeiten. Den Jungen wird davon abgeraten Künstler zu werden, sie sollen zuerst mal etwas Richtiges lernen. Es fehlt an Verständnis. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es auch mir lange an Verständnis für die Künstler fehlte. Denn genau das sogenannte "Faulsein" ist ja eigentlich Bedingung um tiefere, eigenständige Gedanken zuzulassen. Um diesen überhaupt Platz zu geben. Ist man durch einen "ehrenwerten" Beruf absorbiert, verhindert dies meist, abzutauchen in das, was dann schlussendlich zum künstlerischen Konzept und Ausdruck wird.
Aber dass jemand bewusst auf Geld verzichtet um Künstler zu sein, übersteigt wohl manchmal das Vorstellungsvermögen der finanziell Gutgestellten wo das Geld Gott ist. ;o)


Lg talasim
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Fluuu
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16 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.05.2007 um 23:13 Uhr

Hallo talasim,
dass darf man garnicht schreiben, dass der Künstler ein Parasit ist, nachher glaubt das jemand. Kenne die schweizer Vorurteile nicht aber die Wahrheit ist er umgekehrt, ein guter Künstler arbeitet, lebt und leidet für die Gemeinschaft deren Probleme er zu bearbeiten sucht.
Es gibt kein "Faulsein" wenn es dem Wohle des Lebens dient. Das viele Schaffe, Schaffe und Produkte herstellen dient doch nur zur Vermehrung des Geldes aber dieses bringt nicht das Glück und das wohltuende Gefühl ins Leben, es ist nur eine gewisse Grundnotwendigkeit. Warum fleißig sein wenn es nur dem Anschaffen materieller Güter dient, der Fleiß um ein gutes Gefühl zu haben und dann die Probleme der Gemeinschaft behandeln zu können im moralischen Sinne, halte ich für wichtiger als der Fleiß Verkaufsprodukte herzustellen oder viel Geld zu verdienen. Das ist für meine Lebensbelange relativ sinnlos.
Ja, da hast Du recht, dass verstehen viele nicht wie man bewusst arm an Geld aber dafür reich an Phantasie, an Zeit, an Kreativität, an sich Ausdrücken, an Problembewältigung, an Sehen können, an Gespür und Empfindung sein kann und trotzdem ein Stück Erfüllung findet...
Der Künstler ist also kein besserer Mensch aber er ist anders in seinem Konsumverhalten.

gruß fluuu


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talasim
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17 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 22.05.2007 um 13:41 Uhr

Hallo fluuu

Nicht dem Geld hinterherhecheln finde ich schon gut - wenn man Geld hat. Bloss wenn die Beschaffung von Geld, um zu überleben, die ganze Kraft nimmt, die man sonst für seine Werke brauchen würde, finde ich es sinnentleert.
Wenn ich also nicht ein Erbe habe, auf das ich zurückgreifen kann, bin ich entweder auf einen Gönner angewiesen oder muss etwas arbeiten, was mir u.U. nicht entspricht.
Die angenehmste und am wenigsten Kräfte raubende Variante wäre natürlich die mit dem Erbe. ;o) Dann wäre ich niemandem Rechenschaft schuldig und könnte mich frei bewegen. Nur frage ich mich manchmal, ob ich dann den nötigen Antrieb hätte. Zumindest früher war es bei mir so, dass ich, je weniger Zeit ich zur Verfügung hatte, umso produktiver war.
Aber das ist wohl von Mensch zu Mensch verschieden.

Was mir bei der Lektüre der Biografien von verschiedenen Künstlern aufgefallen ist, ist, dass sie oft lange vom Elternhaus unterstützt wurden, sie also oft aus besseren Kreisen kamen. Aber das finde ich dann auch schade, wenn die Kunst einer Elite vorbehalten ist.
In einem anderen Forum schriebst du, dass für die Alimentation gesorgt sein müsste bei Künstlern. Das finde ich theoretisch ein guter Gedanke. Nur wird er nie wirklich ausführbar sein. Denn Künstler werden immer beweisen müssen, dass sie nicht einfach nur auf Kosten des Staates leben wollen, sondern auch etwas "produzieren". Und wie ist das messbar? Ein befreundeter Künstler erzählte mir mal von so einer Unterstützung. Er meinte dann aber, dass es ihm mit der Zeit zu viel wurde, da der administrative Aufwand doch sehr gross war und er sich mit der Zeit stark eingeengt fühlte. Dieser gute Gedanke scheitert schlussendlich an der Maschinerie des Beweisens. Eigentlich schade.
Vielleicht müsste man einfach akzeptieren, dass das Verkaufen seiner Werke dazugehört. Ein notwendiges Übel, welches mir erlaubt unabhängig zu bleiben. Und deswegen auch seine guten Seiten hat. Schliesslich leben wir in einer Kapitalgesellschaft. Und es gibt gewisse Dinge mit denen wir umgehen müssen, wenn wir Teil dieser Welt sind. Denen wir nicht wirklich entkommen können. Auch wenn wir das mit allen Mitteln versuchen. Und ich denke Geld ist eines dieser Dinge.


Lg talasim
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JH
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18 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 25.05.2007 um 17:08 Uhr

Traumhaft! Danke talasim, dein Beitrag trifft die Problematik genau. ich weiß, ich wiederhole mich, aber wie auch der Arbeitsmarkt ist die Kunst von Leuten durchflutet, die arbeiten / malen, weil sie Zuhause nicht nur putzen wollen. Ja, gerade bei den sozialen Missständen in Deutschland, gibt es das immer noch.

Und in der Kunst tummeln sich diese Individuen massenweise. Der Alte macht die Kohle und finanziert das Atelier, die Alte malt und kleckst, nennt sich "freischaffende Künsterlin" und müllt eine Galerie und einen einen Katalog nach dem anderen voll. Natürlich auch das Internet.
Ich kann mich nicht so nett wie talasim ausdrücken, aber will doch eins klarstellen: Es gibt Leute, die müssen für ihre Existenz schaffen, weil sie nix geerbt haben oder im Doppelverdiener-Haushalt mitwohnen, weil ihnen langweilig war mal eben Kunst studiert haben und ein Stipendium nach dem anderen abfeiern.
Für manche Menschen ist wichtig, dass sie ihre Kunst auch verkaufen können. Leider wird das immer unmöglicher, weil der Markt von sogenannten freischaffenden Langweilern schon zu ist. Die wollen ihre Werke schließlich auch verkaufen, auch wenn sies nicht nötig haben.
Doch damit nicht genug, die Werke dieser "freischaffenden Künstler" sagen oftmals auch gar nicht aus und zeigen nur Farben.

Das ist dann wieder die Produktivität, die talasim ansprach.

Naja, war schon immer so in der Menschheitsgeschichte.

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Fluuu
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19 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 28.05.2007 um 14:02 Uhr

Hallo,

das ist alles schön und gut mit Marktwirtschaft, Kapitalgesellschaft, Kunstmarkt usw., ist schon richtig, das ist die Realität. Aber wenn ich mich als Künstler bezeichnen würde, dann müsste ich dem visionär etwas entgegensetzen und nicht mich einfach anpassen und unterordnen.
Es gibt einige wenige Künstler die so bekannt sind, dass sie ihre Werke gut verkaufen und trotzdem ganz authentische ihre Themen behandeln und sich nicht dem Kunstmarkt anpassen. Das ist zur Zeit z.B. Daniel Richter aber so eine Karriere vom Hausbesetzer zum hochbezahlten Maler auf dem Kunstmarkt kommt nur alle paar 100 Jahre einmal vor. Das ist nicht der Maßstab. Real sind die vielen künstlerisch arbeitenden Menschen in der Region, sie machen ihre Arbeit oft gut aber wenn sie gesellschaftliche Themen aufgreifen finden sie selten private Käufer und der öffentliche, städtische Ankauf ist so selten, da können nich alle von leben. Es ist und bleibt ein Dilemma. Ein guter Künstler muss gesellschaftskritische Themen aufgreifen, das ist seine Aufgabe, bekommt aber kein Geld dafür weil sich das niemand vom Publikum in die Wohnung hängt, es ist also kein Produkt, es hat ideellen Wert, es ist eine Arbeit die der Künstler machen muss aber nicht bezahlt bekommt. Er macht diese gesellschaftliche Arbeit ehrenamtlich. Wovon bezahlt er nun die Miete wenn er nicht auf Erbschaft oder anderes Barvermögen zurückgreifen kann? Lotto spielen?

Da bin ich der Meinung, um ´künstlerische Arbeit´ und ´Geld verdienen müssen´ klar zu trennen, um sich nicht mit der Kunst prostituieren zu müssen, sie als Dienstleistung anbieten zu müssen, als Komsumprodukt in die Marktwirtschaft werfen zu müssen, dann eher eine einfache Lohnarbeit zu verrichten die nichts mit künstlerischer Arbeit zu tun hat. Man braucht ja nicht viel Geld wenn man durch künstlerische Arbeit eine gewisse individuelle Selbstverwirklichung erreicht, die schönen Dinge im leben gibt es eh nicht zu kaufen.
So bin ich daführ, vielleicht ganz ähnlich wie es Joseph Beuys schon meinte, wenn viele Menschen kreativ/künstlerisch Arbeiten und dadurch reich an positivem Gefühl sind, können sie bescheiden beim Geld sein und es würde eine gute soziale Gemeinschaft entstehen die nicht durch Konsum geprägt ist, sondern durch eine Gemeinschaft von bewussten Menschen die durch ideelle Werte gut und erfüllt leben können.

Reich an ideellen Wahrnehmungen und
bescheiden bei materiellen Ressourcen,
das ist Glück.


gruß fluuu


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