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Kunstforum: Künstler ein besserer Mensch?


Aktuelle Zeit: 21.04.2026 - 10:36:10
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Forum > Plauderecke > Künstler ein besserer Mensch?
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Autor
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Thema: Künstler ein besserer Mensch?
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JH
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 41 Forenbeiträge seit dem 26.02.2007

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| 10 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 18.04.2007 um 17:04 Uhr |
Künstler ein besserer Mensch?
Weil er Kunst macht oder was?
Ich hab mir mal xarto etwas genauer angesehen
und werde das Gefühl nicht los, dass hier mit
vordergründig offenen Fragestellungen Diskussionen
begonnen werden, deren Metaebene missionarischer
Eifer ist.
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

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| 11 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 18.04.2007 um 21:52 Uhr |
Etwas anbieten und darüber in Diskussionen kommen ist
Kommunikation. Das Angebot muss einem ja nicht gefallen aber
wenn einem etwas an der Sache liegt dann wird es besprochen.
Immer wenn bestimmte Werte vertreten werden, können Andere
den missionarischen Eifer anprangern, vor allem dann wenn
sie diese Werte weder nachvollziehen noch nachempfinden
können. Also, eine bestimmte Sicht und Richtung in der Kunst
vertreten und diese veröffentlichen halte ich für produktiv
und gewinnbringend für die Gemeinschaft, es muss sich
niemand danach richten, jeder kann eigene Sichtweisen
aufstellen.
Nur wenn sie von Ignoranz, Desdruktion und Dummheit geprägt
sind gibt es ein Veto, das ist doch völlig logisch, wer
schaut schon offenen Auges tatenlos dem Untergang zu.
Nun weiß ich nicht was Du gelesen hast hier im Forum,
natürlich gibt es auch krasse Äußerungen aber es gibt keine
Zensur und kein Löschen, jeder schildert die eigene Meinung
nach den Fähigkeiten die er hat, Du auch, oder?
gruß fluuu
PS: Klinge schon wie der Forumsbetreiber, bin eben schon
so lange dabei.
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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JH
Mitglied
 41 Forenbeiträge seit dem 26.02.2007

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| 12 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 18.04.2007 um 22:52 Uhr |
Diese Nachricht wurde von JH um 22:52:59 am 18.04.2007
editiert
Schöne Rede, eigentlich nichts einzuwenden.
Nochmal: Ich denke, das hier Mission
betrieben wird. Zum Glück ist nicht viel
Aktivität in den Foren, sonst wäre die
Abnehmerbasis wohl größer. Auch sind die
aufgestellten Thesen her auf
Schulhofniveau, BK 7. Klasse.
("Sind Künstler bessere Menschen" )
Das ist meine Meinung.
PS: Eine Art Forumsmoderator bis Du doch
schon oder 
Hab ganz vergessen dir zurückzumailen,
habs jetzt gemacht.
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talasim
Mitglied
 9 Forenbeiträge seit dem 19.04.2007

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| 13 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 19.04.2007 um 14:44 Uhr |
Ich denke nicht, dass sie besser sind als andere Menschen.
Sondern einfach, dass sie sich sozial stark engagieren. Denn
wer sonst, ausser vielleicht gut Betuchte, geben ihr Leben
der Kunst hin um den Mitmenschen ihre Sicht der Welt zu
schenken ohne überhaupt einigermassen davon leben zu können?
Im Gegensatz zu anderen Bereichen wie z.B. der Wissenschaft
wird der Verzicht und der zeitliche und finanzielle Einsatz
den Künstler bringen nicht wirklich geschätzt und
unterstützt. Denn trotz dieses Einsatzes herrscht die
Meinung, dass Künstler die Parasiten der Gesellschaft sind.
Ist doch eigentlich erstaunlich. Hmh...
Lg talasim
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

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| 14 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 28.04.2007 um 16:02 Uhr |
hi talasim,
hast Du auch hier her gefunden zu der Kunstplattform der ich
am längsten treu bin.
Wer sieht denn den Künstler als Parasiten der Gesellschaft?
Es gibt reiche Kaufleute die das Darben des Künstler
ideeller Werte wegen belächeln aber mehr auch nicht. Ich
belächele wiederum die, die ihren menschlichen Wert am Geld
festmachen müssen weil sie sonst nichts haben. So gleicht es
sich aus.
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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talasim
Mitglied
 9 Forenbeiträge seit dem 19.04.2007

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| 15 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 16.05.2007 um 10:45 Uhr |
Hallo fluuu
Wenn man auf der Suche nach Austausch ist, findet man früher
oder später. ;o)
Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist, aber in der
Schweiz hat der Künstler oft so einen Touch Parasit, der zu
faul ist um wirklich zu arbeiten. Den Jungen wird davon
abgeraten Künstler zu werden, sie sollen zuerst mal etwas
Richtiges lernen. Es fehlt an Verständnis. Zu meiner Schande
muss ich gestehen, dass es auch mir lange an Verständnis für
die Künstler fehlte. Denn genau das sogenannte
"Faulsein" ist ja eigentlich Bedingung um tiefere,
eigenständige Gedanken zuzulassen. Um diesen überhaupt Platz
zu geben. Ist man durch einen "ehrenwerten" Beruf
absorbiert, verhindert dies meist, abzutauchen in das, was
dann schlussendlich zum künstlerischen Konzept und Ausdruck
wird.
Aber dass jemand bewusst auf Geld verzichtet um Künstler zu
sein, übersteigt wohl manchmal das Vorstellungsvermögen der
finanziell Gutgestellten wo das Geld Gott ist. ;o)
Lg talasim
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

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| 16 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 20.05.2007 um 23:13 Uhr |
Hallo talasim,
dass darf man garnicht schreiben, dass der Künstler ein
Parasit ist, nachher glaubt das jemand. Kenne die schweizer
Vorurteile nicht aber die Wahrheit ist er umgekehrt, ein
guter Künstler arbeitet, lebt und leidet für die
Gemeinschaft deren Probleme er zu bearbeiten sucht.
Es gibt kein "Faulsein" wenn es dem Wohle des
Lebens dient. Das viele Schaffe, Schaffe und Produkte
herstellen dient doch nur zur Vermehrung des Geldes aber
dieses bringt nicht das Glück und das wohltuende Gefühl ins
Leben, es ist nur eine gewisse Grundnotwendigkeit. Warum
fleißig sein wenn es nur dem Anschaffen materieller Güter
dient, der Fleiß um ein gutes Gefühl zu haben und dann die
Probleme der Gemeinschaft behandeln zu können im moralischen
Sinne, halte ich für wichtiger als der Fleiß
Verkaufsprodukte herzustellen oder viel Geld zu verdienen.
Das ist für meine Lebensbelange relativ sinnlos.
Ja, da hast Du recht, dass verstehen viele nicht wie man
bewusst arm an Geld aber dafür reich an Phantasie, an Zeit,
an Kreativität, an sich Ausdrücken, an Problembewältigung,
an Sehen können, an Gespür und Empfindung sein kann und
trotzdem ein Stück Erfüllung findet...
Der Künstler ist also kein besserer Mensch aber er ist
anders in seinem Konsumverhalten.
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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talasim
Mitglied
 9 Forenbeiträge seit dem 19.04.2007

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| 17 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 22.05.2007 um 13:41 Uhr |
Hallo fluuu
Nicht dem Geld hinterherhecheln finde ich schon gut - wenn
man Geld hat. Bloss wenn die Beschaffung von Geld, um zu
überleben, die ganze Kraft nimmt, die man sonst für seine
Werke brauchen würde, finde ich es sinnentleert.
Wenn ich also nicht ein Erbe habe, auf das ich zurückgreifen
kann, bin ich entweder auf einen Gönner angewiesen oder muss
etwas arbeiten, was mir u.U. nicht entspricht.
Die angenehmste und am wenigsten Kräfte raubende Variante
wäre natürlich die mit dem Erbe. ;o) Dann wäre ich niemandem
Rechenschaft schuldig und könnte mich frei bewegen. Nur
frage ich mich manchmal, ob ich dann den nötigen Antrieb
hätte. Zumindest früher war es bei mir so, dass ich, je
weniger Zeit ich zur Verfügung hatte, umso produktiver war.
Aber das ist wohl von Mensch zu Mensch verschieden.
Was mir bei der Lektüre der Biografien von verschiedenen
Künstlern aufgefallen ist, ist, dass sie oft lange vom
Elternhaus unterstützt wurden, sie also oft aus besseren
Kreisen kamen. Aber das finde ich dann auch schade, wenn die
Kunst einer Elite vorbehalten ist.
In einem anderen Forum schriebst du, dass für die
Alimentation gesorgt sein müsste bei Künstlern. Das finde
ich theoretisch ein guter Gedanke. Nur wird er nie wirklich
ausführbar sein. Denn Künstler werden immer beweisen müssen,
dass sie nicht einfach nur auf Kosten des Staates leben
wollen, sondern auch etwas "produzieren". Und wie
ist das messbar? Ein befreundeter Künstler erzählte mir mal
von so einer Unterstützung. Er meinte dann aber, dass es ihm
mit der Zeit zu viel wurde, da der administrative Aufwand
doch sehr gross war und er sich mit der Zeit stark eingeengt
fühlte. Dieser gute Gedanke scheitert schlussendlich an der
Maschinerie des Beweisens. Eigentlich schade.
Vielleicht müsste man einfach akzeptieren, dass das
Verkaufen seiner Werke dazugehört. Ein notwendiges Übel,
welches mir erlaubt unabhängig zu bleiben. Und deswegen auch
seine guten Seiten hat. Schliesslich leben wir in einer
Kapitalgesellschaft. Und es gibt gewisse Dinge mit denen wir
umgehen müssen, wenn wir Teil dieser Welt sind. Denen wir
nicht wirklich entkommen können. Auch wenn wir das mit allen
Mitteln versuchen. Und ich denke Geld ist eines dieser
Dinge.
Lg talasim
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JH
Mitglied
 41 Forenbeiträge seit dem 26.02.2007

Geschlecht:
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| 18 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 25.05.2007 um 17:08 Uhr |
Traumhaft! Danke talasim, dein Beitrag trifft die
Problematik genau. ich weiß, ich wiederhole mich, aber wie
auch der Arbeitsmarkt ist die Kunst von Leuten durchflutet,
die arbeiten / malen, weil sie Zuhause nicht nur putzen
wollen. Ja, gerade bei den sozialen Missständen in
Deutschland, gibt es das immer noch.
Und in der Kunst tummeln sich diese Individuen massenweise.
Der Alte macht die Kohle und finanziert das Atelier, die
Alte malt und kleckst, nennt sich "freischaffende
Künsterlin" und müllt eine Galerie und einen einen
Katalog nach dem anderen voll. Natürlich auch das Internet.
Ich kann mich nicht so nett wie talasim ausdrücken, aber
will doch eins klarstellen: Es gibt Leute, die müssen für
ihre Existenz schaffen, weil sie nix geerbt haben oder im
Doppelverdiener-Haushalt mitwohnen, weil ihnen langweilig
war mal eben Kunst studiert haben und ein Stipendium nach
dem anderen abfeiern.
Für manche Menschen ist wichtig, dass sie ihre Kunst auch
verkaufen können. Leider wird das immer unmöglicher, weil
der Markt von sogenannten freischaffenden Langweilern schon
zu ist. Die wollen ihre Werke schließlich auch verkaufen,
auch wenn sies nicht nötig haben.
Doch damit nicht genug, die Werke dieser
"freischaffenden Künstler" sagen oftmals auch gar
nicht aus und zeigen nur Farben.
Das ist dann wieder die Produktivität, die talasim ansprach.
Naja, war schon immer so in der Menschheitsgeschichte.
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

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| 19 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 28.05.2007 um 14:02 Uhr |
Hallo,
das ist alles schön und gut mit Marktwirtschaft,
Kapitalgesellschaft, Kunstmarkt usw., ist schon richtig, das
ist die Realität. Aber wenn ich mich als Künstler bezeichnen
würde, dann müsste ich dem visionär etwas entgegensetzen und
nicht mich einfach anpassen und unterordnen.
Es gibt einige wenige Künstler die so bekannt sind, dass sie
ihre Werke gut verkaufen und trotzdem ganz authentische ihre
Themen behandeln und sich nicht dem Kunstmarkt anpassen. Das
ist zur Zeit z.B. Daniel Richter aber so eine Karriere vom
Hausbesetzer zum hochbezahlten Maler auf dem Kunstmarkt
kommt nur alle paar 100 Jahre einmal vor. Das ist nicht der
Maßstab. Real sind die vielen künstlerisch arbeitenden
Menschen in der Region, sie machen ihre Arbeit oft gut aber
wenn sie gesellschaftliche Themen aufgreifen finden sie
selten private Käufer und der öffentliche, städtische Ankauf
ist so selten, da können nich alle von leben. Es ist und
bleibt ein Dilemma. Ein guter Künstler muss
gesellschaftskritische Themen aufgreifen, das ist seine
Aufgabe, bekommt aber kein Geld dafür weil sich das niemand
vom Publikum in die Wohnung hängt, es ist also kein Produkt,
es hat ideellen Wert, es ist eine Arbeit die der Künstler
machen muss aber nicht bezahlt bekommt. Er macht diese
gesellschaftliche Arbeit ehrenamtlich. Wovon bezahlt er nun
die Miete wenn er nicht auf Erbschaft oder anderes
Barvermögen zurückgreifen kann? Lotto spielen?
Da bin ich der Meinung, um ´künstlerische Arbeit´ und ´Geld
verdienen müssen´ klar zu trennen, um sich nicht mit der
Kunst prostituieren zu müssen, sie als Dienstleistung
anbieten zu müssen, als Komsumprodukt in die Marktwirtschaft
werfen zu müssen, dann eher eine einfache Lohnarbeit zu
verrichten die nichts mit künstlerischer Arbeit zu tun hat.
Man braucht ja nicht viel Geld wenn man durch künstlerische
Arbeit eine gewisse individuelle Selbstverwirklichung
erreicht, die schönen Dinge im leben gibt es eh nicht zu
kaufen.
So bin ich daführ, vielleicht ganz ähnlich wie es Joseph
Beuys schon meinte, wenn viele Menschen kreativ/künstlerisch
Arbeiten und dadurch reich an positivem Gefühl sind, können
sie bescheiden beim Geld sein und es würde eine gute soziale
Gemeinschaft entstehen die nicht durch Konsum geprägt ist,
sondern durch eine Gemeinschaft von bewussten Menschen die
durch ideelle Werte gut und erfüllt leben können.
Reich an ideellen Wahrnehmungen und
bescheiden bei materiellen Ressourcen,
das ist Glück.
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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