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Kunstforum: die Künstlerin/der Künstler


Aktuelle Zeit: 21.04.2026 - 08:59:58
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Forum > Künstler > die Künstlerin/der Künstler
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Autor
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Thema: die Künstlerin/der Künstler
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

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| 10 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 03.05.2006 um 12:06 Uhr |
hi norbert,
Du bist ja echt witzig, so witzig wie Deine Webseite die ich
mir gestern angeschaut hatte. Aber natürlich ist
Selbstironie ein guter Zug, nur man muss das auch haben was
man dann auf die Schüppe nimmt, wenn man es nicht hat und
trotzdem auf die Schüppe nimmt, ist es sehr lächerlich und
man macht sich als Gesellschaftsrekapitulierender
unglaubwürdig. Aber jeder soll mit sich glücklich sein und
mit seiner Selbstironie. Wer nicht mehr über sich selber
lachen kann, sollte die Kreativität aufgeben und es im
Bundesamt für Statistik versuchen. ha ha ha
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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maler-hans
Mitglied
   291 Forenbeiträge seit dem 12.05.2006

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| 11 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 23.05.2006 um 23:43 Uhr |
Zitat:
... ein Stück Berlusconi-Seife verkaufte, die er angeblich
aus dem abgesaugten Körperfett des italienischen
Ministerpräsidenten hat herstellen lassen. „Mani pulite“
nennt er sein Kunstprojekt, „Saubere Hände“.
Mani pulite - ob da nicht eher – oder auch – die
Mani-pulation gemeint ist, die des braven Bürgers durch
Reklame, angewandte (Verkaufs-/Verarschungs-) Psychologe und
das Kapital?
Ich wasche meine Hände in Unschuld, weil keine Seife da ist.
Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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maler-hans
Mitglied
   291 Forenbeiträge seit dem 12.05.2006

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| 12 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 23.05.2006 um 23:54 Uhr |
Kleine Bemerkung zu "Sie" oder "Du": Mit
Ab- oder Ausgrenzung, finde ich, muss das nichts zu tun
haben. Im täglichen Umgang (jetzt lassen wir Foren mit
lauter "Leidensgenossen" mal aus) ist der anno
1968 eingeführte Du-Zwang (sonst biste´n bourgoiser
[Zensiert], Du) macht uns insofern ärmer, als er den zuvor
wichtigen Übergang vom förmlichen "Sie" zum
vertrauten "Du" bis zur Bedeutungslosigkeit
trivialisiert – und zugleich den Ausdruck des Respekts, der
im "Sie" enthalten sein kann (konnte, wieder
können wird...?) zur Ausgrenzung schlecht redet.
Aber das wirklich empfindend zu verstehen, da muss man wohl
(mindestens) so alt sein die ein Alt-Achtundsechziger ...
Zur Künstler-Definintion: Beuys (wahrscheinlich schreibe ich
ihn auch noch falsch) hat mir weder als Künstler noch als
Benenner des Künstlerischen je etwas sagen können.
Andererseits hat Fluuu nicht unrecht, wenn er das
Selbstgefühl des (möglichen) Künstlers als wichtiges
Kriterium anführt. Hundertprozentig definieren kann man den
Künstler so wenig wie irgend etwas sonst, wahrscheinlich
noch weniger.
Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

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| 13 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 16.09.2006 um 22:47 Uhr |
...schön..., hab Deine neuen arbeiten bemerkt...
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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Mara
Mitglied
 29 Forenbeiträge seit dem 25.10.2006

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| 14 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 25.10.2006 um 03:50 Uhr |
Hallo Ihr
Es ist offenbar gar nicht so einfach, aus der Sicht des
Kuenstlers zu definieren, was denn nun ein Kuenstler ist.
Ich habe mir mal erlaubt einige Saetze aus dem englischen zu
uebersetzen, von einer Frau, die selbst keine
Kunstschaffende ist, die aber einige liebevolle
Beobachtungen aus ihrer eigenen Wahrnehmung von Kunstlern
niedergeschrieben hat. Es wirft vielleicht etwas Licht auf
die Sache, Kuenstler mal aus der anderen Perspektive zu
sehen. Nicht in Vorurteilen von Leuten die gar nichts damit
zu tun haben, sondern aus der Sicht von jemandem der diese
sonderbare Spezies kennt und liebt.
If You Are Addicted... Kunst als Sucht... aus dem
englischen von Sylvia White
"Es ist nicht einfach mit einem Kuenstler zu leben.
Nach 20 Jahren leben und arbeiten mit Kuenstlern habe ich
einige Gedanken zusammengestellt, die vielleicht fuer die
Partner von Kuenstlern hilfreich sein koennten.
Eines der Dinge, die fuer einen Nicht-Kuenstler am
schwierigsten zu verstehen sind, ist das Konzept von Sucht
und in welcher Beziehung es zum Kunstschaffen steht.
Die meisten Kuenstler gehen durch klassische Symptome von
Entzugserscheinungen wenn sie zu lange Zeit keine
Moeglichkeit haben Werke zu schaffen.
Sie werden launisch, grundlos deprimiert und koennen sogar
physische Beschwerden entwickeln wie Kopfschmerz oder andere
Wehwehchen.
All diese Symptome verschwinden auf mysterioese Weise wenn
sie Gelegenheit bekommen wieder zu arbeiten.
Der Hauptgrund dafuer ist der, dass Kuenstler im Gehirn
irgendwie anders verdrahtet sind als der Rest von uns.
Waehrend die meisten von uns mit den einfachen
Grundbeduerfnissen der Maslowschen Theorie auskommen,
Nahrung, Unterkunft usw., brauchen Kuenstler die
Moeglichkeit zu kreieren, genauso wie sie Nahrung oder
Sauerstoff brauchen. Es ist so sehr Teil ihres Wesens, dass
der Entzug dieser Moeglichkeit genauso waere, wie wenn man
uns verbieten wollte zu reden oder zu atmen.
Die Gabe ist ihnen genauso erteilt worden, wie uns blaue
oder braune Augen erteilt wurden. Kunst zu schaffen ist
keine Wahl fuer sie, es ist eine Notwendigkeit."
(Mehr solcher Gedanken findet ihr im englischen
original-text auf: http://www.artadvice.com/advice/article14.php )
Mir gefaellt diese Definition, weil sie wertfrei den
geschaffenen Werken gegenueber ist und sich nur auf die
innere Realitaet der Sucht des Schaffenden bezieht.
Wenn also so eine Blockade im Schaffensprozess richtig weh
tut, dann lautet die Diagnose vielleicht:" Du bist ein
unheilbarer Kuenstler."
Gruss Mara
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maler-hans
Mitglied
   291 Forenbeiträge seit dem 12.05.2006

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| 15 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 25.10.2006 um 21:59 Uhr |
Daran stimmt natürlich eine Menge – zumal es nicht den
Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Es gibt aber auch Künstler, die ganz berufsmäßig (und andere
Berufstätige, die ganz besessen) herangehen, zu festen
Stunden arbeiten, dann Feierabend machen, die im Urlaub
weder Leinwand noch Pinsel sehen wollen ... und trotzdem
Künstler sind. Aber das ist natürlich weniger romantisch,
als der Nächte durcharbeitende, an Entzug leidende Maler,
der arme Poet unterm Schirm und ähnliche Typen, die es
natürlich auch gibt.
Wahrscheinlich muss (oder sollte) ein Künstler von zwei
Seiten als einer gesehen werden: von innen, also von sich
aus, und von außen, nämlich vom Betrachter.
Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Mara
Mitglied
 29 Forenbeiträge seit dem 25.10.2006

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| 16 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 26.10.2006 um 00:22 Uhr |
Ja, dem stimme ich zu.
Wenn sich einer als Kuenstler fuehlt, warum sollte ihm das
jemand streitig machen wollen? Ist ja kein so spezieller
Titel sondern nur eine wertfreie Bezeichnung.
Es geht da noch gar nicht um die Frage gute Kunst oder
schlechte Kunst.
In weitem Sinn bezeichnet Kunst einen nicht von der Natur
sondern vom Menschen geschaffenen Gegenstand.
Oder was haben Kunsthaar und Kunsthonig sonst mit Kunst zu
tun?
Im englischen findet man die gleiche Wortbeziehung: art,
artificial, artefact.
(Hoffentlich langweile ich niemanden mit sowas, habt ihr
sicher schon endlos diskutiert)
Wenn es sich um besondere Kunst handeln soll, vielleicht
wird da ein neuer Begriff gebraucht, um die Besonderheit
auszudruecken?
Da muss ich mal drueber nachdenken.
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maler-hans
Mitglied
   291 Forenbeiträge seit dem 12.05.2006

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| 17 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 26.10.2006 um 22:31 Uhr |
Nein, Du langweilst niemanden, Mara!
Aber in dieser oder jener Diskussion habe ich schon den
Standpunkt gelesen (den ich so nicht teile), es gebe nicht
"gute" und "schlechte Kunst" – schlechte
Kunst sei gar keine, man könne höchsten mehr oder weniger
gute Kunst so nennen.
Ich halte das für etwas griffelspitzerisch, aber wenn ich
"Kunsthonig" lese oder gar "Kunststoff",
dann muss ich doch sagen, dass das eher vom moderenen
"künstlich" abgeleitet ist und nichts mit
"künstlerisch" zu tun hat, sondern nur eine
ungeschickte, zufällig entstandene Wortgleichheit ist.
Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Mara
Mitglied
 29 Forenbeiträge seit dem 25.10.2006

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| 18 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 27.10.2006 um 06:51 Uhr |
Ja genau! Deshalb meinte ich, ein neues Wort muss her,
welches genau das bezeichnet was gemeint ist.
Mit guter und schlechter Kunst ist wohl das Problem dieser
etwas schleichende Uebergang vom einen zum anderen.
Extremfaelle erkennt jeder sofort.
Wenn etwas nur handwerklich geschickt hergestellt ist, aber
so gar keinen Tiefgang hat, da schon 100000 mal wiederholt
dargestellt, klar, keine originelle Kunst mehr.
Wenn ein geistig Behinderter einem unwiderstehlichen
Schaffensdrang folgend sehr einmalige Dinge erzeugt, die
aber naiv und technisch unperfekt sind, dann kann das auf
dem Kunstmarkt Begeisterung hervorrufen, weil es einzigartig
ist.
Also am Koennen haengt es nicht, am Verstehen auch nicht,
vielleicht an der Intuition?
Gut, dass es Kriterien gibt, das ist ein Ansporn.
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Mara
Mitglied
 29 Forenbeiträge seit dem 25.10.2006

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| 19 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 27.10.2006 um 20:53 Uhr |
Hey, das klingt gut. Wenn man das in ein oder zwei Worte
verpacken koennte, aber da will mir einfach nichts
einfallen.
Ich frag mal einen Dichter.
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