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Kunstforum: die Künstlerin/der Künstler


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Forum > Künstler > die Künstlerin/der Künstler
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 Thema: die Künstlerin/der Künstler
Fluuu
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10 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 03.05.2006 um 12:06 Uhr

hi norbert,

Du bist ja echt witzig, so witzig wie Deine Webseite die ich mir gestern angeschaut hatte. Aber natürlich ist Selbstironie ein guter Zug, nur man muss das auch haben was man dann auf die Schüppe nimmt, wenn man es nicht hat und trotzdem auf die Schüppe nimmt, ist es sehr lächerlich und man macht sich als Gesellschaftsrekapitulierender unglaubwürdig. Aber jeder soll mit sich glücklich sein und mit seiner Selbstironie. Wer nicht mehr über sich selber lachen kann, sollte die Kreativität aufgeben und es im Bundesamt für Statistik versuchen. ha ha ha

gruß fluuu


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maler-hans
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11 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 23.05.2006 um 23:43 Uhr

Zitat:

... ein Stück Berlusconi-Seife verkaufte, die er angeblich aus dem abgesaugten Körperfett des italienischen Ministerpräsidenten hat herstellen lassen. „Mani pulite“ nennt er sein Kunstprojekt, „Saubere Hände“.

Mani pulite - ob da nicht eher – oder auch – die Mani-pulation gemeint ist, die des braven Bürgers durch Reklame, angewandte (Verkaufs-/Verarschungs-) Psychologe und das Kapital?
Ich wasche meine Hände in Unschuld, weil keine Seife da ist.


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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maler-hans
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12 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 23.05.2006 um 23:54 Uhr

Kleine Bemerkung zu "Sie" oder "Du": Mit Ab- oder Ausgrenzung, finde ich, muss das nichts zu tun haben. Im täglichen Umgang (jetzt lassen wir Foren mit lauter "Leidensgenossen" mal aus) ist der anno 1968 eingeführte Du-Zwang (sonst biste´n bourgoiser [Zensiert], Du) macht uns insofern ärmer, als er den zuvor wichtigen Übergang vom förmlichen "Sie" zum vertrauten "Du" bis zur Bedeutungslosigkeit trivialisiert – und zugleich den Ausdruck des Respekts, der im "Sie" enthalten sein kann (konnte, wieder können wird...?) zur Ausgrenzung schlecht redet.
Aber das wirklich empfindend zu verstehen, da muss man wohl (mindestens) so alt sein die ein Alt-Achtundsechziger ...

Zur Künstler-Definintion: Beuys (wahrscheinlich schreibe ich ihn auch noch falsch) hat mir weder als Künstler noch als Benenner des Künstlerischen je etwas sagen können. Andererseits hat Fluuu nicht unrecht, wenn er das Selbstgefühl des (möglichen) Künstlers als wichtiges Kriterium anführt. Hundertprozentig definieren kann man den Künstler so wenig wie irgend etwas sonst, wahrscheinlich noch weniger.


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Fluuu
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13 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 16.09.2006 um 22:47 Uhr

...schön..., hab Deine neuen arbeiten bemerkt...

gruß fluuu


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Mara
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14 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 25.10.2006 um 03:50 Uhr

Hallo Ihr

Es ist offenbar gar nicht so einfach, aus der Sicht des Kuenstlers zu definieren, was denn nun ein Kuenstler ist.
Ich habe mir mal erlaubt einige Saetze aus dem englischen zu uebersetzen, von einer Frau, die selbst keine Kunstschaffende ist, die aber einige liebevolle Beobachtungen aus ihrer eigenen Wahrnehmung von Kunstlern niedergeschrieben hat. Es wirft vielleicht etwas Licht auf die Sache, Kuenstler mal aus der anderen Perspektive zu sehen. Nicht in Vorurteilen von Leuten die gar nichts damit zu tun haben, sondern aus der Sicht von jemandem der diese sonderbare Spezies kennt und liebt.


If You Are Addicted... Kunst als Sucht... aus dem englischen von Sylvia White

"Es ist nicht einfach mit einem Kuenstler zu leben. Nach 20 Jahren leben und arbeiten mit Kuenstlern habe ich einige Gedanken zusammengestellt, die vielleicht fuer die Partner von Kuenstlern hilfreich sein koennten.
Eines der Dinge, die fuer einen Nicht-Kuenstler am schwierigsten zu verstehen sind, ist das Konzept von Sucht und in welcher Beziehung es zum Kunstschaffen steht.
Die meisten Kuenstler gehen durch klassische Symptome von Entzugserscheinungen wenn sie zu lange Zeit keine Moeglichkeit haben Werke zu schaffen.
Sie werden launisch, grundlos deprimiert und koennen sogar physische Beschwerden entwickeln wie Kopfschmerz oder andere Wehwehchen.
All diese Symptome verschwinden auf mysterioese Weise wenn sie Gelegenheit bekommen wieder zu arbeiten.
Der Hauptgrund dafuer ist der, dass Kuenstler im Gehirn irgendwie anders verdrahtet sind als der Rest von uns.
Waehrend die meisten von uns mit den einfachen Grundbeduerfnissen der Maslowschen Theorie auskommen, Nahrung, Unterkunft usw., brauchen Kuenstler die Moeglichkeit zu kreieren, genauso wie sie Nahrung oder Sauerstoff brauchen. Es ist so sehr Teil ihres Wesens, dass der Entzug dieser Moeglichkeit genauso waere, wie wenn man uns verbieten wollte zu reden oder zu atmen.
Die Gabe ist ihnen genauso erteilt worden, wie uns blaue oder braune Augen erteilt wurden. Kunst zu schaffen ist keine Wahl fuer sie, es ist eine Notwendigkeit."

(Mehr solcher Gedanken findet ihr im englischen original-text auf: http://www.artadvice.com/advice/article14.php )

Mir gefaellt diese Definition, weil sie wertfrei den geschaffenen Werken gegenueber ist und sich nur auf die innere Realitaet der Sucht des Schaffenden bezieht.
Wenn also so eine Blockade im Schaffensprozess richtig weh tut, dann lautet die Diagnose vielleicht:" Du bist ein unheilbarer Kuenstler."

Gruss Mara

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maler-hans
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15 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 25.10.2006 um 21:59 Uhr

Daran stimmt natürlich eine Menge – zumal es nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Es gibt aber auch Künstler, die ganz berufsmäßig (und andere Berufstätige, die ganz besessen) herangehen, zu festen Stunden arbeiten, dann Feierabend machen, die im Urlaub weder Leinwand noch Pinsel sehen wollen ... und trotzdem Künstler sind. Aber das ist natürlich weniger romantisch, als der Nächte durcharbeitende, an Entzug leidende Maler, der arme Poet unterm Schirm und ähnliche Typen, die es natürlich auch gibt.

Wahrscheinlich muss (oder sollte) ein Künstler von zwei Seiten als einer gesehen werden: von innen, also von sich aus, und von außen, nämlich vom Betrachter.


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Mara
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16 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 26.10.2006 um 00:22 Uhr

Ja, dem stimme ich zu.
Wenn sich einer als Kuenstler fuehlt, warum sollte ihm das jemand streitig machen wollen? Ist ja kein so spezieller Titel sondern nur eine wertfreie Bezeichnung.
Es geht da noch gar nicht um die Frage gute Kunst oder schlechte Kunst.
In weitem Sinn bezeichnet Kunst einen nicht von der Natur sondern vom Menschen geschaffenen Gegenstand.
Oder was haben Kunsthaar und Kunsthonig sonst mit Kunst zu tun?
Im englischen findet man die gleiche Wortbeziehung: art, artificial, artefact.
(Hoffentlich langweile ich niemanden mit sowas, habt ihr sicher schon endlos diskutiert)
Wenn es sich um besondere Kunst handeln soll, vielleicht wird da ein neuer Begriff gebraucht, um die Besonderheit auszudruecken?
Da muss ich mal drueber nachdenken.

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maler-hans
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17 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 26.10.2006 um 22:31 Uhr

Nein, Du langweilst niemanden, Mara!
Aber in dieser oder jener Diskussion habe ich schon den Standpunkt gelesen (den ich so nicht teile), es gebe nicht "gute" und "schlechte Kunst" – schlechte Kunst sei gar keine, man könne höchsten mehr oder weniger gute Kunst so nennen.
Ich halte das für etwas griffelspitzerisch, aber wenn ich "Kunsthonig" lese oder gar "Kunststoff", dann muss ich doch sagen, dass das eher vom moderenen "künstlich" abgeleitet ist und nichts mit "künstlerisch" zu tun hat, sondern nur eine ungeschickte, zufällig entstandene Wortgleichheit ist.


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Mara
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18 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 27.10.2006 um 06:51 Uhr

Ja genau! Deshalb meinte ich, ein neues Wort muss her, welches genau das bezeichnet was gemeint ist.
Mit guter und schlechter Kunst ist wohl das Problem dieser etwas schleichende Uebergang vom einen zum anderen.
Extremfaelle erkennt jeder sofort.
Wenn etwas nur handwerklich geschickt hergestellt ist, aber so gar keinen Tiefgang hat, da schon 100000 mal wiederholt dargestellt, klar, keine originelle Kunst mehr.
Wenn ein geistig Behinderter einem unwiderstehlichen Schaffensdrang folgend sehr einmalige Dinge erzeugt, die aber naiv und technisch unperfekt sind, dann kann das auf dem Kunstmarkt Begeisterung hervorrufen, weil es einzigartig ist.
Also am Koennen haengt es nicht, am Verstehen auch nicht, vielleicht an der Intuition?
Gut, dass es Kriterien gibt, das ist ein Ansporn.

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Mara
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19 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 27.10.2006 um 20:53 Uhr

Hey, das klingt gut. Wenn man das in ein oder zwei Worte verpacken koennte, aber da will mir einfach nichts einfallen.
Ich frag mal einen Dichter.

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