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-- Künstler
--- die Künstlerin/der Künstler

Fluuu - 27.06.2005 um 19:02 Uhr

die Künstlerin/der Künstler??
Wer bekommt diese Bezeichnung?
Wer ein Studium an der Kunstakademie mit einem Diplom
abgeschlossen hat? Wer in der Lage ist seine Mitmenschen mit Kuriosem zu verblüffen? Wie der Italo-Schweizer Gianni Motti, der auf der Art Basel, der größten Kunstmesse der Welt, ein Stück Berlusconi-Seife verkaufte, die er angeblich aus dem abgesaugten Körperfett des italienischen Ministerpräsidenten hat herstellen lassen. „Mani pulite“ nennt er sein Kunstprojekt, „Saubere Hände“.
Oder trifft die Bezeichnung auch auf alle zu, die neben dem Broterwerb Bilder, Skulpturen, Musik usw. erschaffen? Oder gar nach Joseph Beuys: Alle Menschen sind Künstler?
Das ist vielleicht die beste Definition, dann gibt es keine Rangeleien oder?




A.M.C. Latzke - 28.06.2005 um 09:16 Uhr

Zitat:

Oder gar nach Joseph Beuys: Alle Menschen sind Künstler?
Das ist vielleicht die beste Definition, dann gibt es keine Rangeleien oder?


Es ist eine falsche Definition. Natürlich gäbe es dann keine Rangelei und Künstler wäre auch kein Beruf. Man könnte ebensogut behaupten, jeder Mensch ist ein Pilot. Das kann aber nicht sein, da schon ein gewisser Prozentsatz von Menschen wegen auftretender Höhenangst, Platzangst, Sehschwäche und vor allem wegen fehlender Koordinierungsfähigkeit für diesen Job nicht geeignet wäre. Für den Beruf Künstler (bezogen auf die Sparte Malerei / Bildhauerei) sind viele nicht geeignet, weil sie nicht in der Lage sind, Bilder, die vor dem geistigen Auge entstehen, über den Arm und die Hand auf ein Papier oder einen Stein zu übertragen. Diese Gabe ist eine der großen Vorraussetzungen für einen Künstler.

A.M.C. Latzke




A.M.C. Latzke - 01.07.2005 um 09:43 Uhr

Zitat:

Oder gar nach Joseph Beuys: Alle Menschen sind Künstler?
Das ist vielleicht die beste Definition, dann gibt es keine Rangeleien oder?
Was ist mit all den Menschen die sagen, sie seien künstlerisch nicht begabt? Sind sie jetzt Lügner, oder sind sie einfach nur zu dumm, ihre künstlerische Begabung zu erkennen?

A.M.C. Latzke




léa - 01.07.2005 um 10:46 Uhr

Ist es denn tatsächlich notwendig eine 100%Definition zum Thema Künstler/Künstlerin (impliziert dann natürlich eine Definition von Kunst) zu finden?
Künstlertum ist doch mehr (eigendlich alles andere) als Theorie-->hat also nichts mit Studium oder Ähnlichem zu tun.
Es ist doch die (motorische) Fähigkeit, kreative Ideen der Hemisphären umzusetzen (nicht jeder Mensch bringt diese Voraussetzung mit:kreative Ideen/Vorstellungsvermögen/Abstraktionsvermögen etc.)


Muss man sich selber als Künstler angegriffen o.ä. fühlen, wenn jemand sich Künstler nennt, den wir selbst nicht als diesen empfinden/sehen?
Sollte man in solchen Fällen nicht die Stärke haben, über den Dingen zu stehen? Auch als vielleicht emotionaler und impulsive/r Künstler/In




Fidéo - 01.07.2005 um 11:42 Uhr

hallo lèa!
Zitat:

Ist es denn tatsächlich notwendig eine 100%Definition...
ich gebe ihnen (ich bin in diesem forum nicht sicher wie man angesprochen werden will ) im wesen ihrer aussagen, vollig recht!
eine, noch dazu 100%-ige, definition von kunst ist a priori nicht möglich und wäre diktion/dogma. davor sollen wir uns hüten!!!


lg, fidéo




Fluuu - 03.07.2005 um 01:45 Uhr

Zitat:

Man könnte ebensogut behaupten, jeder Mensch ist ein Pilot.

Ob Künstler sein ein Beruf ist wie z.B. Pilot wage ich zu bezweifeln, schon allein deshalb weil das Künstlersein nicht zum Broterwerb da ist, ihn sollte die Gesellschaft tragen, sondern um zwischenmenschliche Probleme zu erkennen und sichtbar zu machen in der Gemeinschaft.
Mensch gleich Künstler finde ich schon gut, auch wenn ich dadurch dem Berufsstand zu nahe trete, hör mir blos mit den BBKs auf, so schwerfällig und unser Berufsverband beschäftigt sich mit dem Nachempfinden von alten Museumsstücken, was für eine Ironie auf die Gegenwartsthemen.
Du sagst was ist mit denen die sich für künstlerisch unbegabt halten, das gibt es genauso wenig oder viel wie Menschen die unbegabt zum Leben sind. Ansonsten klingt es etwas wie, es gibt Leute mit zwei linken Händen sie können nichts zuhause richten und müssen den Handwerker kommen lassen, möchtest Du als Bildhauer ein Dienstleister sein?
Mensch sein ist ein spirituelles Wesen und Künstler sein auch und weniger ein Beruf, ein Pilot muss nicht unbeding spirituell sein um eine Machine zu fliegen, genauso wie ein Taxifahrer.
So finde ich es schon interessant wer alles Künstler genannt wird oder gar sich selbst Künstler nennt léa,
wir wollen hier ja diskutieren und so einfach machen wir es uns nicht, dass wir sagen, och die Bilder sind so schön alles andere ist nicht so wichtig. Klar kann man immer drüberstehen aber wenn man immer nur drüber steht, wo ist man dann? Es geht mir nicht um Definition, sondern um das Beleuchten des Standpunktes. Wenn ich mich Künstler nenne und Ideale habe, werde ich dann denen gerecht oder nenne ich mich doch lieber kreativer Autodidakt und bleibe bescheiden.
Noch ein Satz zu Fidéo, dass es Probleme mit der Anrede gab hab ich noch nicht bemerkt, wir sitzen hier alle im selben Boot und sind Leidensgefährten und da sollte ein kumpelhaftes Du ok sein finde ich, allerdings wer sich abgrenzen möchte, eventuell auch einem älteren gegenüber, sollte das Sie wählen.
Hoffentlich ist es jetzt nicht zu viel Text, ich hatte gerade so eine Schreibfreude...

gruß fluuu




Fidéo - 03.07.2005 um 11:23 Uhr

Zitat:

Noch ein Satz zu Fidéo, dass es Probleme mit der Anrede gab hab ich noch nicht bemerkt, wir sitzen hier alle im selben Boot und sind Leidensgefährten und da sollte ein kumpelhaftes Du ok sein finde ich, allerdings wer sich abgrenzen möchte, eventuell auch einem älteren gegenüber, sollte das Sie wählen.
hallo Fluuu,

genau!! zudem ist das "Du" generell in net-foren üblich. ich wurde aber, in einem anderen thread, per "Sie" angesprochen,- daher meine diesbezügliche unsicherheit.
mir ist, nicht nur in foren, sondern generell, das "Du" weitaus angenehmer.

gruß, fidéo




A.M.C. Latzke - 03.07.2005 um 16:20 Uhr

Zitat:

Es ist doch die (motorische) Fähigkeit, kreative Ideen der Hemisphären umzusetzen (nicht jeder Mensch bringt diese Voraussetzung mit:kreative Ideen/Vorstellungsvermögen/Abstraktionsvermögen etc.)
Absolute Zustimmung!
Gruß A.M.C. Latzke




A.M.C. Latzke - 03.07.2005 um 16:57 Uhr

genau!! zudem ist das "Du" generell in net-foren üblich. ich wurde aber, in einem anderen thread, per "Sie" angesprochen,- daher meine diesbezügliche unsicherheit.
mir ist, nicht nur in foren, sondern generell, das "Du" weitaus angenehmer.

gruß, fidéo Hallo,
ich nehme mal an, daß meine Art, Leute zu `siezen´ gemeint ist. Ich möchte mich damit nicht abgrenzen und habe meine Beweggründe im Forum `Geist der Kunst´ auch dargelegt. Es ist nun mal meine Art und wenn es auf einmal üblich ist, jeden zu `duzen´, muß ich diese Mode ja nicht mitmachen. Wenn ich jemanden `sieze´, hat das nichts mit Antipathie zu tun. Ich habe kein Problem damit, geduzt zu werden und keiner sollte wegen `Du´ und `Sie´ verunsichert sein.
Gruß, A.M.C. Latzke




Fluuu - 05.07.2005 um 15:40 Uhr

Hallo miteinander,

ich finde aus dem "Sie" oder "Du" sollte man kein Drama machen, wir kennen das doch, im Forum wird meist das "Du" verwendet aber wer extrawagant sein möchte, dem ist es auch gestattet.
Ich finde genau daran erkennt man einen Künstler, nicht nur das er besondere Fähigkeiten hat wie kreative Ideen/Vorstellungsvermögen/Abstraktionsvermögen, das hat ein guter Handwerker auch, sondern besonders dieTolleranz denen gegenüber, die nicht der Norm entsprechen und sich etwas ausdenken um gesehen zu werden wie das Siezen wärend alle anderen "Du" sagen. Es ist eine Lebenseinstellung die den Künstler/Künstlerin aus machen, da ist sehr viel Idalismus und Konsequenz gefragt finde ich, was mich angeht, bin ich nur zu einem Teil bereit darauf ein zu gehen und es zu erfüllen. Leider gibt es nur zu viele die garnichts mit diesem Idalismus zu tun haben und sich als Künstler feiern lassen. Aber wer weiß, vielleicht ist sich feiern lassen auch schon eine Gabe die den Künstler auszeichnet?

gruß fluuu




léa - 05.07.2005 um 17:07 Uhr

Hallo Fluu!

"Mensch sein ist ein spirituelles Wesen und Künstler sein auch und weniger ein Beruf" (...)wir wollen hier ja diskutieren und so einfach machen wir es uns nicht, dass wir sagen, och die Bilder sind so schön alles andere ist nicht so wichtig."

Diesen und folgenden deiner Worte stimme ich voll zu. Korrigiere mich, wenn ich der Haltung:
die Kunst (Farben/Formen/Komposition/Idee/etc.) des Anderen, des Ausstellenden gegenüber eine bestimmte Arroganz (wertfrei gemeint!)
zu bemerken scheine, die sich äußert, indem gewertet, verurteilt, herabgesetzt wird, obwohl Informationen über den/die Schaffende und weitere Werke fehlen.
Sicherlich gibt es immer "Kunstschaffende", die aus deiner, meiner, oder anderer Sicht keine Künstler sind, und dennoch, woher nehmen wir mit solch einer Schnelligkeit das Recht heraus so zu urteilen?
Diskussion, kritisches Hinterfragen in allen Ehren (ist wichtig und gut!), doch manchmal lohnt es sich, Energie zu sparen, die im Negativen verpufft und im Kreativen Positives (nicht Schönes, sondern Wichtiges!!) bewirken könnten..?





sandokani - 11.11.2005 um 14:26 Uhr

Ich male seit meine jugend und mir gefällt in der Kunst fast alles,
mit eine sehr persönliche Einschränkung. Ich verstehe nicht, oder besser
mochte ich mansche Kunst-art nicht akzeptieren. ich stelle mir vor nach
eine Herd Katastrophe im Jahre 3005, zwei maurer arbeiten in eine Bruchhaus
und sehen in eine ecke der Bild von Gioconda und in der andere ecke eine Stück
seife, die maurer fangen zum streiten weil alle zwei wollen nur eine von diese zwei Gegenstände
für sich haben. Was meint euch streiten für den Stück seife oder für die Gioconda.
meine Meinung ist, es gibt schon eine Bezeichnung für das was Kunst ist aber oft Mann
möchte nicht drüber reden nur weil die angst von der geselschaft ist Größe.
Fast alle maler sind arm gestorben, nach ihre tot ist das Geld in der Tasche von
Kunsthaedler geflossen, waren vielleicht diese Künstler am leben weniger Künstler?. In jeder Beruf
ist der Chef der die preise bestimt, nur in der Kunst muss eine andere "der Kritiker"
die Bilder bewerten, das ist wie wen eine schuster repariert die Schuhe und bevor her sein
preis verlangt braucht eine dritte Person die seine Arbeit bewertet. Heute werden Kloschussel
Stück seife oder escremente als Kunst bezeichnet, und das nur weil diese Leute schockieren
möchten um berühmt zu werden. Trauring........ Ciao Antonio

P.S. Entschuldigung für mein deutsch schreiben, Grammatik ist meine große indeniss.




Fluuu - 14.11.2005 um 16:51 Uhr

Hallo sandokani,

da ist was dran, an dem was Du sagst aber gehörte
die Provokation nicht schon immer zur Kunstart?
Nur um provozieren zu können braucht es in unserer
aufgeklährten Welt andere Dinge als früher, es ist viel
schwieriger geworden. Früher war ein entblöstes
Frauenbein eine Provokation und heute gibt es nackte
Frauen fast auf jedem Werbeblakat und sie provozieren
nur selten.
Früher reichte es ein Kreuz mit der kurzen Seite nach unten
auf zu hängen und man war seines Lebens nicht mehr
sicher oder den jeweiligen Wissenschaftlern mehr
Recht zu geben als den Kirchenfirsten.
Das mit der Seife habe ich auch mitbekommen, sie
wurde aus dem Schweiß des italenischen
Ministerpräsidenten erschaffen und sollte etwas von
Reinlichkeit und sich Reinwaschen Symbolisieren.
Das sind Kunstformen die nur für den Moment von
Bedeutung sind aber durchaus etwas bewegen können
im Bewustsein der Betrachter. Wenn jemand diese
Seife in 100 oder 1000 Jahren findet ist sie völlig ohne
Belang, ein Bild dagegen behält die Aussage meist über
die Epochen hinweg.
Dazu ein Zitat aus dem Buch das ich gerade zum
Geburtstag bekommen habe. Es heißt:
"1460 Antworten auf die Frage: was ist Kunst?"

"Schein ist die Kunst am Ende dadurch, dass sie der
Suggestion von Sinn inmitten des Sinnlosen nicht zu
entrinnen vermag."


Theodor W. Adorno 1903-1969

gruß fluuu




sandokani - 18.11.2005 um 19:33 Uhr

Ciao Fluuu,
ich wollte mich bedanken für deine sehr nett beitrag.
vieleicht mit meine Ideen werde ich nie weiter kommen
aber ich bleibe meine ideale und die natur um mich treu,
ich Denke das Kunst muss nicht umbetinkt schockieren.
Ich mochte nicht viel sagen aber oft Denke ich das die dieschockieren möchten in Wirklichkeit nicht anderes zeigen können. Ich bin der letzte Romantiker und sehnen mich vonder alte bottega artigianale wo der maister seine Kunsthandwerkweitergegeben hat. heute ist alles zu schnell aber da wo ich lebe ist der zeit zum Dank doch noch ein bißchen stehen geblieben, so kann eine wie ich doch weiter leben. Ciao Fluuu




gabriel_lg_bur - 02.12.2005 um 12:48 Uhr

Nach Joseph Beuys ist nicht jeder Mensch Künstler, sondern "Jeder Mensch ist Künstler, der das, was er tut, von ganzem Herzen tut!"



norbert - 03.05.2006 um 01:21 Uhr

Also, wer ist ein Künstler?

Auf jeden Fall der Mensch, der in der Lage ist, sich in einem runden Raum in eine Ecke zu setzen!

Gruß Norbert




Fluuu - 03.05.2006 um 12:06 Uhr

hi norbert,

Du bist ja echt witzig, so witzig wie Deine Webseite die ich mir gestern angeschaut hatte. Aber natürlich ist Selbstironie ein guter Zug, nur man muss das auch haben was man dann auf die Schüppe nimmt, wenn man es nicht hat und trotzdem auf die Schüppe nimmt, ist es sehr lächerlich und man macht sich als Gesellschaftsrekapitulierender unglaubwürdig. Aber jeder soll mit sich glücklich sein und mit seiner Selbstironie. Wer nicht mehr über sich selber lachen kann, sollte die Kreativität aufgeben und es im Bundesamt für Statistik versuchen. ha ha ha

gruß fluuu




maler-hans - 23.05.2006 um 23:43 Uhr

Zitat:

... ein Stück Berlusconi-Seife verkaufte, die er angeblich aus dem abgesaugten Körperfett des italienischen Ministerpräsidenten hat herstellen lassen. „Mani pulite“ nennt er sein Kunstprojekt, „Saubere Hände“.

Mani pulite - ob da nicht eher – oder auch – die Mani-pulation gemeint ist, die des braven Bürgers durch Reklame, angewandte (Verkaufs-/Verarschungs-) Psychologe und das Kapital?
Ich wasche meine Hände in Unschuld, weil keine Seife da ist.




maler-hans - 23.05.2006 um 23:54 Uhr

Kleine Bemerkung zu "Sie" oder "Du": Mit Ab- oder Ausgrenzung, finde ich, muss das nichts zu tun haben. Im täglichen Umgang (jetzt lassen wir Foren mit lauter "Leidensgenossen" mal aus) ist der anno 1968 eingeführte Du-Zwang (sonst biste´n bourgoiser [Zensiert], Du) macht uns insofern ärmer, als er den zuvor wichtigen Übergang vom förmlichen "Sie" zum vertrauten "Du" bis zur Bedeutungslosigkeit trivialisiert – und zugleich den Ausdruck des Respekts, der im "Sie" enthalten sein kann (konnte, wieder können wird...?) zur Ausgrenzung schlecht redet.
Aber das wirklich empfindend zu verstehen, da muss man wohl (mindestens) so alt sein die ein Alt-Achtundsechziger ...

Zur Künstler-Definintion: Beuys (wahrscheinlich schreibe ich ihn auch noch falsch) hat mir weder als Künstler noch als Benenner des Künstlerischen je etwas sagen können. Andererseits hat Fluuu nicht unrecht, wenn er das Selbstgefühl des (möglichen) Künstlers als wichtiges Kriterium anführt. Hundertprozentig definieren kann man den Künstler so wenig wie irgend etwas sonst, wahrscheinlich noch weniger.




Jeongsin-M - 16.09.2006 um 20:52 Uhr

guten abend,

...ich bin´s...Jeongsin-M!




Fluuu - 16.09.2006 um 22:47 Uhr

...schön..., hab Deine neuen arbeiten bemerkt...

gruß fluuu




Mara - 25.10.2006 um 03:50 Uhr

Hallo Ihr

Es ist offenbar gar nicht so einfach, aus der Sicht des Kuenstlers zu definieren, was denn nun ein Kuenstler ist.
Ich habe mir mal erlaubt einige Saetze aus dem englischen zu uebersetzen, von einer Frau, die selbst keine Kunstschaffende ist, die aber einige liebevolle Beobachtungen aus ihrer eigenen Wahrnehmung von Kunstlern niedergeschrieben hat. Es wirft vielleicht etwas Licht auf die Sache, Kuenstler mal aus der anderen Perspektive zu sehen. Nicht in Vorurteilen von Leuten die gar nichts damit zu tun haben, sondern aus der Sicht von jemandem der diese sonderbare Spezies kennt und liebt.


If You Are Addicted... Kunst als Sucht... aus dem englischen von Sylvia White

"Es ist nicht einfach mit einem Kuenstler zu leben. Nach 20 Jahren leben und arbeiten mit Kuenstlern habe ich einige Gedanken zusammengestellt, die vielleicht fuer die Partner von Kuenstlern hilfreich sein koennten.
Eines der Dinge, die fuer einen Nicht-Kuenstler am schwierigsten zu verstehen sind, ist das Konzept von Sucht und in welcher Beziehung es zum Kunstschaffen steht.
Die meisten Kuenstler gehen durch klassische Symptome von Entzugserscheinungen wenn sie zu lange Zeit keine Moeglichkeit haben Werke zu schaffen.
Sie werden launisch, grundlos deprimiert und koennen sogar physische Beschwerden entwickeln wie Kopfschmerz oder andere Wehwehchen.
All diese Symptome verschwinden auf mysterioese Weise wenn sie Gelegenheit bekommen wieder zu arbeiten.
Der Hauptgrund dafuer ist der, dass Kuenstler im Gehirn irgendwie anders verdrahtet sind als der Rest von uns.
Waehrend die meisten von uns mit den einfachen Grundbeduerfnissen der Maslowschen Theorie auskommen, Nahrung, Unterkunft usw., brauchen Kuenstler die Moeglichkeit zu kreieren, genauso wie sie Nahrung oder Sauerstoff brauchen. Es ist so sehr Teil ihres Wesens, dass der Entzug dieser Moeglichkeit genauso waere, wie wenn man uns verbieten wollte zu reden oder zu atmen.
Die Gabe ist ihnen genauso erteilt worden, wie uns blaue oder braune Augen erteilt wurden. Kunst zu schaffen ist keine Wahl fuer sie, es ist eine Notwendigkeit."

(Mehr solcher Gedanken findet ihr im englischen original-text auf: http://www.artadvice.com/advice/article14.php )

Mir gefaellt diese Definition, weil sie wertfrei den geschaffenen Werken gegenueber ist und sich nur auf die innere Realitaet der Sucht des Schaffenden bezieht.
Wenn also so eine Blockade im Schaffensprozess richtig weh tut, dann lautet die Diagnose vielleicht:" Du bist ein unheilbarer Kuenstler."

Gruss Mara




maler-hans - 25.10.2006 um 21:59 Uhr

Daran stimmt natürlich eine Menge – zumal es nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Es gibt aber auch Künstler, die ganz berufsmäßig (und andere Berufstätige, die ganz besessen) herangehen, zu festen Stunden arbeiten, dann Feierabend machen, die im Urlaub weder Leinwand noch Pinsel sehen wollen ... und trotzdem Künstler sind. Aber das ist natürlich weniger romantisch, als der Nächte durcharbeitende, an Entzug leidende Maler, der arme Poet unterm Schirm und ähnliche Typen, die es natürlich auch gibt.

Wahrscheinlich muss (oder sollte) ein Künstler von zwei Seiten als einer gesehen werden: von innen, also von sich aus, und von außen, nämlich vom Betrachter.




mezzo4te - 26.10.2006 um 00:05 Uhr

Zitat:

Die meisten Kuenstler gehen durch klassische Symptome von Entzugserscheinungen wenn sie zu lange Zeit keine Moeglichkeit haben Werke zu schaffen.
Sie werden launisch, grundlos deprimiert und koennen sogar physische Beschwerden entwickeln wie Kopfschmerz oder andere Wehwehchen.
All diese Symptome verschwinden auf mysterioese Weise wenn sie Gelegenheit bekommen wieder zu arbeiten.

Auch ich halte das für eine sehr romantische Sicht auf Künstler. Die Symptomatik trifft meines Erachtens bei allen Menschen auf, die nicht das machen können, was sie gerne ihren Anlagen entsprechend machen wollen. Nur sind die Symptome bei einem sensiblen Menschen wahrscheinlich intensiver, als bei einem weniger empfindsamen Menschen. Un das ist wohl der eigentliche Knackpunkt: Künstler verfügen in der Regel über eine überduchschnittliche Sensibilität.




Mara - 26.10.2006 um 00:22 Uhr

Ja, dem stimme ich zu.
Wenn sich einer als Kuenstler fuehlt, warum sollte ihm das jemand streitig machen wollen? Ist ja kein so spezieller Titel sondern nur eine wertfreie Bezeichnung.
Es geht da noch gar nicht um die Frage gute Kunst oder schlechte Kunst.
In weitem Sinn bezeichnet Kunst einen nicht von der Natur sondern vom Menschen geschaffenen Gegenstand.
Oder was haben Kunsthaar und Kunsthonig sonst mit Kunst zu tun?
Im englischen findet man die gleiche Wortbeziehung: art, artificial, artefact.
(Hoffentlich langweile ich niemanden mit sowas, habt ihr sicher schon endlos diskutiert)
Wenn es sich um besondere Kunst handeln soll, vielleicht wird da ein neuer Begriff gebraucht, um die Besonderheit auszudruecken?
Da muss ich mal drueber nachdenken.




maler-hans - 26.10.2006 um 22:31 Uhr

Nein, Du langweilst niemanden, Mara!
Aber in dieser oder jener Diskussion habe ich schon den Standpunkt gelesen (den ich so nicht teile), es gebe nicht "gute" und "schlechte Kunst" – schlechte Kunst sei gar keine, man könne höchsten mehr oder weniger gute Kunst so nennen.
Ich halte das für etwas griffelspitzerisch, aber wenn ich "Kunsthonig" lese oder gar "Kunststoff", dann muss ich doch sagen, dass das eher vom moderenen "künstlich" abgeleitet ist und nichts mit "künstlerisch" zu tun hat, sondern nur eine ungeschickte, zufällig entstandene Wortgleichheit ist.




mezzo4te - 27.10.2006 um 02:07 Uhr

Zitat:

wenn ich "Kunsthonig" lese oder gar "Kunststoff", dann muss ich doch sagen, dass das eher vom moderenen "künstlich" abgeleitet ist und nichts mit "künstlerisch" zu tun hat, sondern nur eine ungeschickte, zufällig entstandene Wortgleichheit ist.

Naja Hans, ich glaube gar nicht so sehr an Zufälligkeiten bei der Sprachentwicklung (siehe auch deine Betonung des Wortes Wahr(!)nehmung letztens). Ich staune regelmäßig darüber, wie tiefgründig Dinge sprachlich bezeichnet werden. So ist es wohl auch kein Zufall, dass Künstliches ebenso wie Künstlerisches ihren Ursprung im Wort "Kunst" haben. Daran lässt sich schön ablesen, dass der Begriff "Kunst" in erster Linie was mit erschaffen zu tun hat. Das ist bei künstlichen Produkten ebenso der Fall, wie bei künstlerischen Schöpfungen. Allerdings gibt es neben dieser grundlegenden Gemeinsamkeit natürlich auch Unterschiede - und deswegen gibt es eben den kleinen aber feinen Unterschied in den Begriffen Künstlerisch und Künstlich....




Mara - 27.10.2006 um 06:51 Uhr

Ja genau! Deshalb meinte ich, ein neues Wort muss her, welches genau das bezeichnet was gemeint ist.
Mit guter und schlechter Kunst ist wohl das Problem dieser etwas schleichende Uebergang vom einen zum anderen.
Extremfaelle erkennt jeder sofort.
Wenn etwas nur handwerklich geschickt hergestellt ist, aber so gar keinen Tiefgang hat, da schon 100000 mal wiederholt dargestellt, klar, keine originelle Kunst mehr.
Wenn ein geistig Behinderter einem unwiderstehlichen Schaffensdrang folgend sehr einmalige Dinge erzeugt, die aber naiv und technisch unperfekt sind, dann kann das auf dem Kunstmarkt Begeisterung hervorrufen, weil es einzigartig ist.
Also am Koennen haengt es nicht, am Verstehen auch nicht, vielleicht an der Intuition?
Gut, dass es Kriterien gibt, das ist ein Ansporn.




mezzo4te - 27.10.2006 um 11:04 Uhr

Zitat:

Wenn etwas nur handwerklich geschickt hergestellt ist, aber so gar keinen Tiefgang hat, da schon 100000 mal wiederholt dargestellt, klar, keine originelle Kunst mehr.
Wenn ein geistig Behinderter einem unwiderstehlichen Schaffensdrang folgend sehr einmalige Dinge erzeugt, die aber naiv und technisch unperfekt sind, dann kann das auf dem Kunstmarkt Begeisterung hervorrufen, weil es einzigartig ist.
Also am Koennen haengt es nicht, am Verstehen auch nicht, vielleicht an der Intuition?
Tja Mara, da sprichst du wieder eine Diskussion an, die hier immer wieder quer durch alle Foren tobt: Die Frage nach der Definition von Kunst. Ich bin genau deiner Meinung, dass wiederholendes (reproduktives) Schaffen ein Ausschlusskriterium für Kunst ist. Ich kann da nur wiederholen, was ich an anderer Stelle schon mal gesagt habe:
"Wie wäre es mit so einer Definition zu Kunst: Kunst ist das originäre, nicht reproduktive Schaffen, das ohne Einschränkung der kreativen Leistung durch andere oder durch die Zweckbestimmung des Werkes erfolgt."




Mara - 27.10.2006 um 20:53 Uhr

Hey, das klingt gut. Wenn man das in ein oder zwei Worte verpacken koennte, aber da will mir einfach nichts einfallen.
Ich frag mal einen Dichter.




maler-hans - 29.10.2006 um 00:03 Uhr

Ein Dichter, Mara, schafft das schon gar nicht in zwei, drei Worten, er wird mindestens ein Buch schreiben ...
;-}
und Mezzo hat natürlich Recht: der Zusammenhang ist nicht zufällig, da bin ich übers Ziel hinaus. Klar, Künstler verstanden sich bis in die Renaissance hinein vor allem als Handwerker und Kunst war das einmalig gut Gelungen, das selbst Erschaffene. Nun ist, Mara, das Wort "Geschöpf" schon anderweitig belegt, sonst könnte man es an die Stelle von "Kunstwerk" setzen (in dem ja noch der zweiten Teil des Hand-werks steckt). Und der Künstler wäre dann ein Generator ... naja, unter Strom steht er ja manchmal wirklich

;-O




Mara - 29.10.2006 um 00:19 Uhr

Hast recht, und ein neues Wort wird sowiso auch ganz schnell dem Missbrauch erliegen.
Das Wort Kunstschaffender klingt mir aber doch irgendwie angenehmer. Kann aber auch daran liegen, dass meine Tastatur keine Umlaute hat, und dass mich das manchmal ziemlich nervt.
Erwische mich schon oft dabei wie ich ganz andere Formulierungen ausdenke um diesen verflixten Umlauten auszuweichen. Bin schon richtig gut darin.




Fluuu - 29.10.2006 um 21:55 Uhr

Zitat:

Klar, Künstler verstanden sich bis in die Renaissance hinein vor allem als Handwerker und Kunst war das einmalig gut Gelungen, das selbst Erschaffene. Nun ist, Mara, das Wort "Geschöpf" schon anderweitig belegt, sonst könnte man es an die Stelle von "Kunstwerk" setzen (in dem ja noch der zweiten Teil des Hand-werks steckt). Und der Künstler wäre dann ein Generator ... naja, unter Strom steht er ja manchmal wirklich

hi hans,

das ist eine gute Erklährung, klingt echt plausiebel,
der Übergang vom Handwerk zum Kunstwerk.
Bin auch absolut der Meinung, dass der Kunst ein
Handwerk zu Grunde liegt, eben das technische Können
und wenn dann noch die methaphysische Komponente
dazu kommt entsteht aus dem Handwerk ein Kunstwerk.
Viele vergessen das Methaphysische und es bleibt ein
schön an zu schauendes und sauber gefertigtes
Produkt.
Oder andere meinen nur das Methaphysische zu haben
und darzustellen und haben keine Technik wie sie es
bewältigen könnten.
Ich habe ja angefangen Bildhauerei zu studieren und da
sind mir natürlich meine Tischlerausbildungen sehr zu
Gute gekommen und tun sie auch heute noch. Habe
neben der digitalen Kunst wieder mit skulpturaler Arbeit
begonnen, in der Fotografie habe ich es nie verlassen.
Nun wäre noch die Frage offen was das
Methaphysische ist aber dazu ein andermal.

@Mara, naja Kunstschaffender, klingt wie
Kulturschaffender, sitzt am Schreibtisch und verwaltet
die Kultur, da sage ich lieber kreativ/künstlerisch
Arbeitender, das klingt praktisch.
Echt Du hast keine Umlaute und denkst Dir deutsche
Texte ohne die Selbigen aus? Das grenzt ja schon an
Literaturarbeit, meine Freundin schreibt Erzählungen
und Arbeitet mit Worten und Sätzen, sie hat echt Talent.

gruß fluuu




Mara - 30.10.2006 um 00:22 Uhr

Uhh, Kultur ist auch eins dieser Worte!
Klingt wirklich sehr nach Kultur-amt. Joghurt-Kulturen.
Arbeiter klingt jedenfalls nicht arrogant.
(Die Arbeiterklasse solls ja gar nicht mehr geben.)
Es klingt aber auch wie einer, dem man sagt,
was er tun soll, irgendwie.
Hmmm, Krearbeit, Krearbeiter.
Klingt das kreaginell?

Finde ich ein deutsches Wort?
Original= Ursprung.
Kreation= Schoepfung.
Urschopf.
"Hallo, mein neues Urschopfwerk ist fertig."
Klingt komisch.
Ein Schoepfwerker, Schoepfsprung Werker.
Oder doch lieber romanisch?
Kreorigition?Ein kreoritives Werk?
Kunst klingt am Ende gar nicht mal so schlecht,
ein kurzes Wort und es ist so schoen vertraut.
Wie war das in der Schule?
" Kunst und Werken", daraus wird dann = Kunstwerker. Wie findet ihr das?
Da denkt man gleich an Kunsthandwerk und dann kommt wieder das Metaphysische zu kurz.
Fuer heute geb ichs auf
Gruss
Mara




maler-hans - 30.10.2006 um 23:17 Uhr

Mit den Wörtern tun die Menschen sich (wir uns) schwer. Der Greis wurde zum Alten, dann zum Senior, zum Betagten, zu einem in der zweiten Lebenshälfte – aber er blieb ein alter Mann. Punktum. Den Behinderten ging´s nicht anders, ich will mit dem Aufzählen nicht anfangen, inzwischen sind es besonders begabte Menschen, hab´ ich bei einem einschlägigen Hilfsverein gelesen. Behindert sind sie immer noch, da kann man "gleich" behandeln, so viel man will.

Will sagen: die Bezeichnung macht´s nicht, und was Dir heute gefällt, ist morgen kaputt-missbraucht.

Ich male, deshalb Maler Hans, und wenn ich dichte, bin ich Dichter (mit großem "D"!) Hans.

Also, Mara?
Kunstschaffende (alles, kann sie alles)
Schöpferin (als Töpferin, zum Beispiel)
Büttnerin (für schönes Papier)
Skribentin (im Thread)
Ölpigmenteuse
Akrylatorin
Aquarellerin
Zeichnende
...
...




Mara - 31.10.2006 um 08:20 Uhr

Aha,vom Allgemeinen zum Spezifischen.
Sehr gut, ab heute bin ich ein Pinselschwinger.
(Oder eine Oelmal-Kleckse?)
Um einen Pinselschwinger von dem gemeinen
Anstreicher zu unterscheiden, sollte man vielleicht
sagen ein Fein-Pinselschwinger.




mezzo4te - 01.11.2006 um 20:52 Uhr

Diese Nachricht wurde von mezzo4te um 21:00:29 am 01.11.2006 editiert

Zitat:

Mit den Wörtern tun die Menschen sich (wir uns) schwer. Der Greis wurde zum Alten, dann zum Senior, zum Betagten, zu einem in der zweiten Lebenshälfte – aber er blieb ein alter Mann.

Ich weiß nicht, Hans.... wir haben uns letztens ja schon einmal über die Bedeutung von Sprache unterhalten (Kunst/künstlich). Mir scheint, dass Sprache eine enorme Bedeutung für unser Bewusstsein hat. Es gibt ja sogar die berechtigte These, dass man erst etwas benennen können muss, um sich dessen bewusst zu werden. Andersherum: Eine differenzierte Ausdrucksmöglichkeit ist auch ein Symptom für differenziertes Bewusstsein. Um in deinem Beispiel zu bleiben: Ein alter Mann ist eben nicht immer (nur) ein alter Mann! Er kann verkalkt oder weise, gebrechlich oder rüstig, abhängig oder unabhängig sein, usw. Es ist doch großartig, dass unsere Sprache die Möglichkeit bietet, äußerlich gleiche Erscheinungen je nach inhaltlicher Nuance unterschiedlich zu benennen.

Etwas ganz anderes ist die Tatsache (und wahrscheinlich spielst du darauf an), dass bestimmte Gruppen sich über künstliche Wortgebilde von anderen abheben und abgrenzen wollen. Ganz prägnant finde ich diese Phänomen zum Beispiel in der Werbebranche, wo auf Teufel komm raus verenglischt wird, was auch in deutsch wunderbar ausgedrückt werden könnte.

Zum Thema selbst: Mir ist entgangen, warum es die Notwendigkeit geben sollte, ein neues Wort für Künstler zu erfinden!?




Mara - 01.11.2006 um 21:59 Uhr

Weil meine Tastatur keine Umlaute hat.



mezzo4te - 01.11.2006 um 22:06 Uhr

Zitat:

Weil meine Tastatur keine Umlaute hat.
Worauf das nun wieder eine Antwort ist?




maler-hans - 01.11.2006 um 23:48 Uhr

... weil sie nicht K-ü-nstlerin schreiben kann ...

Beim Thema Sprache, Mezzo, gebe ich Dir natürlich Recht: Ohne sie könnten wir nicht einmal denken. Gemeint hatte ich den nachlässigen Umgang mit diesem wichtigen Werkzeug, das dadurch leider oft der ihm eigentlich gegebenen Schärfe und Präzision beraubt wird. Es ist das scheußliche Werbe-Kauderwelsch, es sind aber auch die grausligen Euphemismen aus der Psycho-Soz-Ecke – von der Politik mit ihrem Minus-Wachstum etc etc ganz zu schweigen!
Also zurück: wie schreibt man "Künstler" ohne Umlaut (und ja nicht mit "ue", bittschön)?




mezzo4te - 02.11.2006 um 00:02 Uhr

Diese Nachricht wurde von mezzo4te um 00:10:32 am 02.11.2006 editiert

Zitat:

Also zurück: wie schreibt man "Künstler" ohne Umlaut (und ja nicht mit "ue", bittschön)?

Diese Frage erübrigt sich wahrscheinlich, wenn man im Betriebssystem seine Tastatur auf "DE" umstellt!
(In Windows XP: > Systemsteuerung > Regions- und Sprachoptionen > Sprachen > Textdienste und - eingabesprachen > Details > Hinzufügen)

Im Übrigen stimme ich mit dir hundertprozentig überein, Hans!




Mara - 02.11.2006 um 01:02 Uhr

Wie bekomme ich die Umlaute dann auf die englische Tastatur von einem Laptop? Oder kann man da dann irgendwelche Tasten umschalten, bekommen sie eine Doppelfunktion oder wie geht das?
In der System-Steuerung in "regional language settings" habe ich nichts gefunden. Man kann die Eingabesprache zwar auf deutsch umstellen, aber an die zusaetzlichen Buchstaben kommt man dabei immer noch nicht dran. Waere toll, wenn das irgendwie ginge.
Es faengt schon an, mir die Handschrift zu versauen. Dann schreibe ich ein o mit zwei Punkten drauf und haenge dann noch mal ein e dran. Ohweia

Unsere Sprache ist eine Sprache der Substantive.
Die eignen sich immer so gut fuer Verallgemeinerungen.
Es ist vielleicht zutreffender einfach zu sagen: ´ich male´ anstatt ´ich bin Maler´.
Die Sprache der Pueblo-Indianer hat zum Beispiel gar keine Hauptwoerter, weil bei denen alles immer in Bewegung ist. Es gibt also nur Verben und Adjektive.
Das ist fuer unseren Geist unvorstellbar, denn wie kann man etwas besitzen das lebt und sich dauernd bewegt und veraendert?
Also das Wort Kuenstler ist fuer unsere Gesellschaftsform sehr passend und zutreffend, das braucht gar nicht geaendert werden. War nur mal so eine Ueberlegung, ob´s da vielleicht noch was genaueres gibt, das nicht mit was anderem verwechselt werden kann oder so.




mezzo4te - 02.11.2006 um 07:58 Uhr

Zitat:

Wie bekomme ich die Umlaute dann auf die englische Tastatur von einem Laptop? Oder kann man da dann irgendwelche Tasten umschalten, bekommen sie eine Doppelfunktion oder wie geht das?

Was für ein Betriebssystem hast du? Für Windows XP ist es hier beschrieben (ich hab den link für die englische Version angegeben, da du ja wahrscheinlich eine englische Bedienoberfläche hast - den Artikel gibt es aber auch in deutsch!). Die dort angegebene Kategorie "Date, Time, Language, and Regional Options" wird nur angezeigt, wenn du links im Fenster die Kategorie-Ansicht (unter "Systemsteuerung" ) gewählt hast.

Zitat:

Die Sprache der Pueblo-Indianer hat zum Beispiel gar keine Hauptwoerter, weil bei denen alles immer in Bewegung ist. Es gibt also nur Verben und Adjektive.
Das ist fuer unseren Geist unvorstellbar, denn wie kann man etwas besitzen das lebt und sich dauernd bewegt und veraendert?
Ein sehr interessanter Aspekt! Gibt mir zu denken!




Mara - 02.11.2006 um 09:46 Uhr

Mezzo, danke für den Link!
Jetzt kann ich endlich Künstler mit ü schreiben!
Muss noch etwas üben, aber das wird schon.




maler-hans - 02.11.2006 um 23:23 Uhr

Glückwünsche, Mara!

Hähühö

:-O




Fluuu - 20.11.2006 um 18:15 Uhr

hi hans,

ach Du schreibst hier wohl Beiträge wegen der Punkte
und der Hirachie. Ich schreibe hier seit Oktober 2003
und habe etwa 260 Forenbeiträge und Du schreibst seit
Mai 2006 und hast etwa 168 Beiträge.
Du bist quantitativ eindeutig der Bessere.

gruß fluuu




maler-hans - 20.11.2006 um 23:58 Uhr

Danke fürs Zählen, Fluuu, das kannste scheints.
Spaß beiseite: was für Punkte? Keine Ahnung, ist mir auch Wurscht.
Willst mich hier raushaben? Dann sag´s offen. Punkt.




mezzo4te - 21.11.2006 um 01:30 Uhr

Zitat:

Du bist quantitativ eindeutig der Bessere.

gruß fluuu

tut mir leid Fluuu, aber auch qualitativ kannst du ihm bei weitem nicht das Wasser reichen. Hans kann nämlich auf Gedankengänge anderer eingehen und sie weiterentwickeln. Diese Fähigkeit geht dir vollkommen ab!

Gruß
Thomas




A.M.C. Latzke - 26.12.2006 um 01:33 Uhr

Oh, ein Punktezähler

Zitat:


hi hans,

ach Du schreibst hier wohl Beiträge wegen der Punkte
und der Hirachie. Ich schreibe hier seit Oktober 2003
und habe etwa 260 Forenbeiträge und Du schreibst seit
Mai 2006 und hast etwa 168 Beiträge.


gruß fluuu

Dazu hätte mein Lehrer damals in der Grundschule gesagt:
Gut aufgepasst. Setzen,1.




Fluuu - 30.12.2006 um 21:27 Uhr

...will aber keine 1 und sezten will ich mich schon garnicht, will noch etwas für Stimmung sorgen, das ist nämlich auch eine Kunst, will lieber eine 1 für gut gesorgte Stimmung....
Konfetti, ach keine Stimmung, Kofetti wieder einsammeln...
na ja ist bald Silvester man merkts, als eine 1 für so blöde Zahlen...nee...Papierschlange kringel...

gruß fluuu




ZoooooZ - 31.08.2019 um 23:28 Uhr

Hahahhaha ja - nun ein Diplom oder Doktortitel macht niemanden zum Künstler, sondern immer nur das Handeln. Von mir aus auch der Lebenskünstler der sich mit Tricks durch das Leben schlawienert ist ein Künstler. Oder auch der, der sagt ich bin ein Künstler und sonst nichts tut. Der ist dann eben der Künstler der eben immer nur gesagt hat ich bin ein Künstler. Ich vermute einzig nur das zu tun ist gar nicht einfach.



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