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Kunstforum: Die Rolle der Kritik


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Forum > Künstler > Die Rolle der Kritik
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 Autor
 Thema: Die Rolle der Kritik
Arne
Mitglied

169 Forenbeiträge
seit dem 13.11.2002

Das ist Arne

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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 27.11.2004 um 20:35 Uhr

Diese Nachricht wurde von Arne um 20:36:42 am 27.11.2004 editiert

Viele Künstler können sehr schlecht mit Kritik an ihren Werken umgehen, schnell sind sie aufs tiefste beleidigt und scheinbar tödlich verletzt. Auch auf xarto.com kann man dieses Phänomen beobachten, dabei ist der Umgang mit Kritik etwas, was ein jeder Künstler, der seine Werke einem Publikum zeigt, lernen muss. Wer agiert, muss mit Reaktionen rechnen und darf diese nicht wie ein Feigling scheuen. Was man nun so einer Kritik, auch, wenn sie negativ ausgefallen ist, abgewinnen kann, ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich und liegt im persönlichen Ermessen. Auch die harscheste Kritik ist aber ein Beweis dafür, dass ein Werk zumindest eine Kommunikation anstoßen konnte.

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Galerie Seeger
Mitglied

199 Forenbeiträge
seit dem 03.10.2004

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1 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 23.08.2006 um 09:11 Uhr

Diese Nachricht wurde von Galerie Seeger um 09:13:46 am 23.08.2006 editiert

Als Kind haben wir begonnen und waren Lustig und Frei unsere Entscheidungen waren einfach und Ehrlich.
Dann kam die Gesellschaft Sie schlugen uns Tag ein Tag aus mit Benotungen, nur der Erste ist der Beste sagten Sie. Eines Tages war die Kindheit verschwunden und wir waren aufgenommenen in den Kreis derer die berechtigt waren zu Urteilen.

Das hast du aber gut hin bekommen, und die Farben, super, das gefällt mir außerordentlich gut, aber, findest du nicht, ein wenig mehr rot könnte es schon sein?

Diese Tiefe! Diese Farben! Diese Formen! Einmalig, dies Werk ist ein Traum. Aber, ich glaube der große Meister X hat es doch ein wenig besser ........, da bin ich mir ganz sicher.

Ich habe ein 1+ was hast du?

Ich habe einen Sportwagen und du?

Ich bin COOL ich habe ein Eigenes Haus, was! du wohnst noch bei deiner Mutter, wie UNCOOL!

Ich bin ein A-rschloch und DU?

Die! Wir selber machen uns zu dem was wir sind (IDIOTEN) doch muss das sein?
Wer sich auflehnt bekommt zwar eine 6+ aber seine Ehre darf er behalten, sicherlich kann man sich für Ehre keinen Sportwagen kaufen, aber man ist dann wenigsten nicht Normal.


XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXYXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
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Fluuu
Mitglied

725 Forenbeiträge
seit dem 18.10.2003

Das ist Fluuu

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2 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 23.08.2006 um 11:37 Uhr

Sehr interessante Ansichten, was sagt uns das wie wir mit Kritik umgehen?
Sei faul, hässlich, krank, nervig, depremiert, unfähig, untalentiert und eine Zumutung aber mach Dir nichts draus.
In der Evolutionist es eben so, dass nur der Beste überlebt,
das kann man als Naturgesetz sehen. Gut, als Mensch gibt es ein Bewusstsein, er kann reflektieren und unterscheiden und hat die Möglichkeit auch schwächere mit ein zu beziehen und kann selbst etwas über das Leben dabei erfahren. Jedoch das ändert an der Kritik nichts, wenn jemandem etwas nicht gefällt, dann darf er es auch laut sagen, besser ist natürlich eine ausführliche Kommunikation um die Sache als nur so ein Brocken. Wenn jemand zu meiner Arbeit sagt, alles Scheiße, dann amüsiert mich das, es hat Unterhaltungswert aber ist nicht als reale Wertung zu sehen.
Es ist schon so, nur wer sich mit dem Werk auseinandersetzt kann konstruktive Kritik geben und selbst wenn sie dann negativ ausfällt, die Auseinandersetzung des Betrachters mit dem eigenen Werk ist auf jeden Fall etwas positives...

gruß fluuu


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maler-hans
Mitglied

291 Forenbeiträge
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3 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 24.08.2006 um 23:10 Uhr

Diese Nachricht wurde von maler-hans um 23:14:06 am 24.08.2006 editiert

Arne hat sicher Recht und Fluuu auf seine heftige Art auch: Natürlich muss man als Künstler wie als Mensch mit Kritik leben und umgehen können, als Künstler sollte man sogar daraus lernen.

Freilich gilt dies für etwas, das man mit dem etwas abgenutzten Begriff "konstruktive Kritik" nennt. Und in manchen Foren, Arne, wird persönliche Beleidigung für Kritik ausgegeben. Es ist aber völlig sinnlos, jemandem zu sagen, er/sie male Mist – sogar wenn´s stimmt. Es verletzt nur und hilft nicht weiter.

Zum Umgang mit Kritik gehört also auch, sie möglichst kühl zu sortieren und gegebenenfalls eben zu ignorieren. Und (nicht nur) zum Kritiker gehören Einfühlungsvermögen und ein Mindestmaß an Umgangsformen.

So weit die Theorie …

@PeterKalb: Da hast Du aber Pech gehabt, denn ich kenne konstruktive Kritik sehr wohl (und nicht nur auf mich bezogen). Auch wenn sie manchmal schon auf Missverständnissen aufbaut: wenn das sachlich und mit Interesse für Kunst vorgetragen wird, bringt es Dich mindestens zu einer neuen Sicht aufs eigene Bild – und damit einen Schritt weiter.


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Fluuu
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725 Forenbeiträge
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4 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 25.08.2006 um 12:59 Uhr

@PeterKalb
...dieses nur den Mund aufmachen wenn man etwas
liebevolles säuseln will, halte ich nicht für realistisch. In
der Welt gehört der Tod, das Verderben, das Vergehen,
der Untergang und die Radikalität zum Leben dazu, dem
will ich Rechnung tragen, genauso wie dem Schönen,
Harmonischen, Lyrischen und Wohlklingenden.
Genau die selbe Bandbreite kann auch die Kritik
beinhalten, natürlich kann Lob bauchbepinseln und dem
Ego schmeicheln aber eine Auseinandersetzung um die
Sache, das die Fetzen fliegen, ist wesentlich produktiver
und stößt wirklich etwas neues an. Spontan aus dem
Bauch herraus und nicht im Kopf konstruiert.
Wenn ich mir Deine Sachen ansehe PeterKalb, dann
sehe ich ein theoretisches Kunstrukt aus der Kühle des
sachlichen Denkvorganges entstanden, jedenfalls nichts
vom Bauchgefühl. Das ist eine reine Veststellung.
Aber jemand der menschliche Probleme am Kunstwerk
dargestellt, durch Kritik beachtet und gesehen, braucht,
verwerflich findet und am liebsten verbieten möchte,
stößt bei mir auf Unverständnis und Unsympatie.
Wo kommen wir hin wenn Menschen z.B. über ihren
erlebten Schmerz nicht mehr reden dürfen und ihn nicht
zum Ausdruck bringen können und die Kritik das nicht
aufgreift und genauso stark zurückreagiert. Im
Surrialismuss sind solche Ausdrucksformen zu finden,
im Art-Brut auch.
Ich wahr neulich bei einer Bauernhofgalerie in dem
Örtchen Weicht in der Nähe von München. Der Slogen
war "Die Welt muss Weichter werden".

gruß fluuu


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maler-hans
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5 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 25.08.2006 um 16:46 Uhr

Natürlich muss Kunst und Kritik auch aus dem Bauch und unmittelbar zumindest (!) möglich sein.

Dennoch gehört zu beidem auch ein gewisses Maß mitmenschlicher Rücksicht – Kritik ja, Beleidigung nein, um es stark zu vereinfachen. Und sag´ mir nicht, Fluuu, dass das nicht geht!

Bauchpinselei halte ich im Übrigen auch für eine Art von Beleidigung, weil es weder den Künstler noch sein Anliegen ernst nimmt – nur damlit auch das klar gesagt sei.


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Fluuu
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Das ist Fluuu

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6 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 26.08.2006 um 15:19 Uhr

Kritik ist unangenehm aber auch eine Rückmeldung des
Betrachters ohne dessen Wahrnehmung das Werk garnicht
existiert in der Öffentlichkeit. Konstruktive Kritik schildert den
authentischen und subjektiven Grad der Wahrnehmung des
Betrachters. Er schildert seine Wahrheit und diese auf zu
nehmen ist oft für den Schöpfer des Werkes etwas
schmerzliches aber auch sehr positives, weil nur durch
diese Wahrheit kann er sich weiterentwickeln. Es muss also
weh tun wenn es etwas bewirken will. Das positive Lob
dient lediglich für den Erhalt der guten Stimmung, hat aber
kaum einen Einfluss auf die Produktivität. So ist es bei mir
jedenfalls, ansonsten braucht natürlich jeder einen
anderen Umgang. Aber nur den Mund auf machen wenn
man liebevoll säuselt halte ich für einen fromen Wunsch,
blos gut, dass das in der praxis nicht vorkommt.

Übrigens, die künstlerisch/kreative Arbeit ist immer eine
persönliche Ebene und auch die Diskussion darum, bei
wem das nicht so ist, oh je...

gruß fluuu


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Kara-Kotsya
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7 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 31.01.2007 um 12:28 Uhr

Kritik ist immer gut - entweder positiv oder negativ - das zeigt, dass diese Werke wirklich Kraft haben und Interesse aufrufen koennen.
Fast immer wurden alle beruehmteste Kuenstler zuerst negativ geschaetzt, weil die Menschen Angst vor alles neues haben, was die noch nicht verstanden haben.

Gruss
Kara-Kotsya


Mit freunflichen Grüssen, Anastasia Kokhan, Lesya Kara-Kotsya's Managerin
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maler-hans
Mitglied

291 Forenbeiträge
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8 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 04.02.2007 um 23:31 Uhr

Ein sehr positiver Blick auf Kritik – aber schön, Kara-Kotsya, wenn es ernsthafte Kritik ist, dann stimmt, was Du sagst: ein positives "Urteil" freut einen und spornt an, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen, weniger begeisterte Stimmen können zum Nachdenken anregen und einen neuen Blick auf eigene Bilder oder Wege öffnen. Und mit der Kritik ist es wohl wie mit den Bildern selbst: die ganz guten, "wirksamen" sind eher selten ...


Gruß von Maler Hans (www.atelier-lasslob.de)
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Fluuu
Mitglied

725 Forenbeiträge
seit dem 18.10.2003

Das ist Fluuu

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9 Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 10.02.2007 um 12:13 Uhr

ach hans,

gibt es Dich auch noch...
Ja, Kritik, das ist so eine Sache, eine schlechte Kritik tut
doch immer etwas weh, weil der Betrachter wohl kein
Verständnis auf bringen konnte oder wollte für die eigene
Arbeit. So ein richtiger Verriss dagegen ist eher noch zu
verkraften, weil er vielleicht aus Neid oder anderen
niederen Beweggründen entsteht. Eine gute Kritik weiß
sowohl das Positive als auch das zu Verbessernde
anzuführen. Nur selten lässt sich garnichts positives
benennen aber wie gesagt, all zu oft hängt es von
der zwischenmenschlichen sozialen Stellung ab, ob es
eine positive oder negative Kritik gibt.

gruß fluuu


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