- xarto.com
-- Künstler
--- Die Rolle der Kritik

Arne - 27.11.2004 um 20:35 Uhr

Diese Nachricht wurde von Arne um 20:36:42 am 27.11.2004 editiert

Viele Künstler können sehr schlecht mit Kritik an ihren Werken umgehen, schnell sind sie aufs tiefste beleidigt und scheinbar tödlich verletzt. Auch auf xarto.com kann man dieses Phänomen beobachten, dabei ist der Umgang mit Kritik etwas, was ein jeder Künstler, der seine Werke einem Publikum zeigt, lernen muss. Wer agiert, muss mit Reaktionen rechnen und darf diese nicht wie ein Feigling scheuen. Was man nun so einer Kritik, auch, wenn sie negativ ausgefallen ist, abgewinnen kann, ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich und liegt im persönlichen Ermessen. Auch die harscheste Kritik ist aber ein Beweis dafür, dass ein Werk zumindest eine Kommunikation anstoßen konnte.




Fidéo - 25.06.2005 um 12:38 Uhr

kritik unterliegt dem entwicklungsstand, sowie der absicht dessen der sie äussert und lässt rückschlüsse zu. es gibt keine objektiv fassbaren parameter für ein gesamtkunstwerk z.b. bild. lediglich relative beurteilungen z.b. einer maltechnik, der farbwahl, was wird insgesamt ausgedrückt u.s.w. sind möglich. subjektives beurteilen ist hingegen einfach.
jegliche lebensäusserung, z.b. in form von "kunst", kann auch willentlich gedeutet werden. darstellung durchlittener qual, sozusagen als hilfeschrei an die leinwand, kann auf´s perverseste missgedeutet werden und umgekehrt. umso weniger, etwa ein maler, nicht versucht ein "fotoapparat" zu sein, umso grösser wird das deutungsspektrum.
jede kritik unterliegt daher einer moralischen verpflichtung, also auch dem eingestehen wenn etwas nicht verstanden wird.
nicht jede reaktion ist zugleich eine kritik, sondern kann von absolutem blödsinn, über böswillige absicht bis zu freundlichem hochloben alles sein.




PeterKalb - 22.08.2006 um 15:21 Uhr

Vielleicht liegt es einfach daran, daß ein Künstler sein Innerstes in sein Werk legt und dieses der Öffentlichkeit zeigt und plötzlich meint jeder etwas darüber äußern zu dürfen. Das begleitet seinen Weg, sein Leben lang. Ein Kunstwerk ist ein Kunstwerk und keine Currywurst die uns schmeckt, oder nicht schmeckt. Bevor ich mich zu einem Urteil über ein Kunstwerk hinreißen lasse, ist es meine Verpflichtung mich mit dem Werk des Künstlers auseinanderzusetzen. Ansonsten ist es nur leeres Gerede, das der eigenen Profilneurose entspringt. Wenn ich mir einen kritischen Blick auf meine Kunstwerke wünsche, dann suche ich mir entsprechende Experten, die in der Lage sind ein Werk, über den persönlichen Geschmack hinaus, beurteilen zu können. Meine Erfahrungen zeigen mir, daß es so etwas wie konstruktive Kritik nicht gibt. Gespräche die mich auf meinem Weg weiterbrachten, beinhalteten keine Kritik, sondern motivierende Worte, manchmal auch andersartige Blickwinkel, die auf mein Werk geworfen wurden. Lob ist und war schon immer ein wesentlich effektiverer Motivator, als Kritik. Wenn ich persönlich nichts zu loben habe, dann halte ich lieber meinen Mund, außer ich werde explizit nach meiner Meinung gefragt und selbst dann versuche ich das positivste herauszugreifen, was das Werk zum Ausdruck bringt.
In diesem Sinne - glaubt keinem Kritiker, sondern solchen Menschen, die es gut mit euch meinen und zumindest soviel Zeit in Euch investieren, daß sie sich mit Eurer Kunst wirklich auseinandersetzen.
Gruß Peter & Gisela




Galerie Seeger - 23.08.2006 um 09:11 Uhr

Diese Nachricht wurde von Galerie Seeger um 09:13:46 am 23.08.2006 editiert

Als Kind haben wir begonnen und waren Lustig und Frei unsere Entscheidungen waren einfach und Ehrlich.
Dann kam die Gesellschaft Sie schlugen uns Tag ein Tag aus mit Benotungen, nur der Erste ist der Beste sagten Sie. Eines Tages war die Kindheit verschwunden und wir waren aufgenommenen in den Kreis derer die berechtigt waren zu Urteilen.

Das hast du aber gut hin bekommen, und die Farben, super, das gefällt mir außerordentlich gut, aber, findest du nicht, ein wenig mehr rot könnte es schon sein?

Diese Tiefe! Diese Farben! Diese Formen! Einmalig, dies Werk ist ein Traum. Aber, ich glaube der große Meister X hat es doch ein wenig besser ........, da bin ich mir ganz sicher.

Ich habe ein 1+ was hast du?

Ich habe einen Sportwagen und du?

Ich bin COOL ich habe ein Eigenes Haus, was! du wohnst noch bei deiner Mutter, wie UNCOOL!

Ich bin ein A-rschloch und DU?

Die! Wir selber machen uns zu dem was wir sind (IDIOTEN) doch muss das sein?
Wer sich auflehnt bekommt zwar eine 6+ aber seine Ehre darf er behalten, sicherlich kann man sich für Ehre keinen Sportwagen kaufen, aber man ist dann wenigsten nicht Normal.




Fluuu - 23.08.2006 um 11:37 Uhr

Sehr interessante Ansichten, was sagt uns das wie wir mit Kritik umgehen?
Sei faul, hässlich, krank, nervig, depremiert, unfähig, untalentiert und eine Zumutung aber mach Dir nichts draus.
In der Evolutionist es eben so, dass nur der Beste überlebt,
das kann man als Naturgesetz sehen. Gut, als Mensch gibt es ein Bewusstsein, er kann reflektieren und unterscheiden und hat die Möglichkeit auch schwächere mit ein zu beziehen und kann selbst etwas über das Leben dabei erfahren. Jedoch das ändert an der Kritik nichts, wenn jemandem etwas nicht gefällt, dann darf er es auch laut sagen, besser ist natürlich eine ausführliche Kommunikation um die Sache als nur so ein Brocken. Wenn jemand zu meiner Arbeit sagt, alles Scheiße, dann amüsiert mich das, es hat Unterhaltungswert aber ist nicht als reale Wertung zu sehen.
Es ist schon so, nur wer sich mit dem Werk auseinandersetzt kann konstruktive Kritik geben und selbst wenn sie dann negativ ausfällt, die Auseinandersetzung des Betrachters mit dem eigenen Werk ist auf jeden Fall etwas positives...

gruß fluuu




maler-hans - 24.08.2006 um 23:10 Uhr

Diese Nachricht wurde von maler-hans um 23:14:06 am 24.08.2006 editiert

Arne hat sicher Recht und Fluuu auf seine heftige Art auch: Natürlich muss man als Künstler wie als Mensch mit Kritik leben und umgehen können, als Künstler sollte man sogar daraus lernen.

Freilich gilt dies für etwas, das man mit dem etwas abgenutzten Begriff "konstruktive Kritik" nennt. Und in manchen Foren, Arne, wird persönliche Beleidigung für Kritik ausgegeben. Es ist aber völlig sinnlos, jemandem zu sagen, er/sie male Mist – sogar wenn´s stimmt. Es verletzt nur und hilft nicht weiter.

Zum Umgang mit Kritik gehört also auch, sie möglichst kühl zu sortieren und gegebenenfalls eben zu ignorieren. Und (nicht nur) zum Kritiker gehören Einfühlungsvermögen und ein Mindestmaß an Umgangsformen.

So weit die Theorie …

@PeterKalb: Da hast Du aber Pech gehabt, denn ich kenne konstruktive Kritik sehr wohl (und nicht nur auf mich bezogen). Auch wenn sie manchmal schon auf Missverständnissen aufbaut: wenn das sachlich und mit Interesse für Kunst vorgetragen wird, bringt es Dich mindestens zu einer neuen Sicht aufs eigene Bild – und damit einen Schritt weiter.




Fluuu - 25.08.2006 um 12:59 Uhr

@PeterKalb
...dieses nur den Mund aufmachen wenn man etwas
liebevolles säuseln will, halte ich nicht für realistisch. In
der Welt gehört der Tod, das Verderben, das Vergehen,
der Untergang und die Radikalität zum Leben dazu, dem
will ich Rechnung tragen, genauso wie dem Schönen,
Harmonischen, Lyrischen und Wohlklingenden.
Genau die selbe Bandbreite kann auch die Kritik
beinhalten, natürlich kann Lob bauchbepinseln und dem
Ego schmeicheln aber eine Auseinandersetzung um die
Sache, das die Fetzen fliegen, ist wesentlich produktiver
und stößt wirklich etwas neues an. Spontan aus dem
Bauch herraus und nicht im Kopf konstruiert.
Wenn ich mir Deine Sachen ansehe PeterKalb, dann
sehe ich ein theoretisches Kunstrukt aus der Kühle des
sachlichen Denkvorganges entstanden, jedenfalls nichts
vom Bauchgefühl. Das ist eine reine Veststellung.
Aber jemand der menschliche Probleme am Kunstwerk
dargestellt, durch Kritik beachtet und gesehen, braucht,
verwerflich findet und am liebsten verbieten möchte,
stößt bei mir auf Unverständnis und Unsympatie.
Wo kommen wir hin wenn Menschen z.B. über ihren
erlebten Schmerz nicht mehr reden dürfen und ihn nicht
zum Ausdruck bringen können und die Kritik das nicht
aufgreift und genauso stark zurückreagiert. Im
Surrialismuss sind solche Ausdrucksformen zu finden,
im Art-Brut auch.
Ich wahr neulich bei einer Bauernhofgalerie in dem
Örtchen Weicht in der Nähe von München. Der Slogen
war "Die Welt muss Weichter werden".

gruß fluuu




maler-hans - 25.08.2006 um 16:46 Uhr

Natürlich muss Kunst und Kritik auch aus dem Bauch und unmittelbar zumindest (!) möglich sein.

Dennoch gehört zu beidem auch ein gewisses Maß mitmenschlicher Rücksicht – Kritik ja, Beleidigung nein, um es stark zu vereinfachen. Und sag´ mir nicht, Fluuu, dass das nicht geht!

Bauchpinselei halte ich im Übrigen auch für eine Art von Beleidigung, weil es weder den Künstler noch sein Anliegen ernst nimmt – nur damlit auch das klar gesagt sei.




PeterKalb - 25.08.2006 um 23:12 Uhr

Ich habe hier lediglich meinen Umgang mit Kritik geschildert und wie ich sie einordne. Weder habe ich Kritik, noch jemanden den Mund verboten und wer Kritik braucht, um sich weiter zu entwickeln, der wird sie so oder so suchen. Aber genau dieser Umgang, eine Diskussion plötzlich auf eine persönliche Ebene zu ziehen, Kritik zu üben, die weder gefordert, noch danach gefragt wurde, ist das, womit sich ein Künstler nicht nur bei jedem Betrachter auseinandersetzen muß, sondern und insbesondere im Umgang mit anderen Künstlern. Mich persönlich verleitet dieses Prinzip nicht zu einem regen Austausch, aber es gibt bestimmt Menschen, die darauf abfahren. In diesem Sinne viel Vergnügen dabei.
Peter & Gisela




Fluuu - 26.08.2006 um 15:19 Uhr

Kritik ist unangenehm aber auch eine Rückmeldung des
Betrachters ohne dessen Wahrnehmung das Werk garnicht
existiert in der Öffentlichkeit. Konstruktive Kritik schildert den
authentischen und subjektiven Grad der Wahrnehmung des
Betrachters. Er schildert seine Wahrheit und diese auf zu
nehmen ist oft für den Schöpfer des Werkes etwas
schmerzliches aber auch sehr positives, weil nur durch
diese Wahrheit kann er sich weiterentwickeln. Es muss also
weh tun wenn es etwas bewirken will. Das positive Lob
dient lediglich für den Erhalt der guten Stimmung, hat aber
kaum einen Einfluss auf die Produktivität. So ist es bei mir
jedenfalls, ansonsten braucht natürlich jeder einen
anderen Umgang. Aber nur den Mund auf machen wenn
man liebevoll säuselt halte ich für einen fromen Wunsch,
blos gut, dass das in der praxis nicht vorkommt.

Übrigens, die künstlerisch/kreative Arbeit ist immer eine
persönliche Ebene und auch die Diskussion darum, bei
wem das nicht so ist, oh je...

gruß fluuu




Kara-Kotsya - 31.01.2007 um 12:28 Uhr

Kritik ist immer gut - entweder positiv oder negativ - das zeigt, dass diese Werke wirklich Kraft haben und Interesse aufrufen koennen.
Fast immer wurden alle beruehmteste Kuenstler zuerst negativ geschaetzt, weil die Menschen Angst vor alles neues haben, was die noch nicht verstanden haben.

Gruss
Kara-Kotsya




maler-hans - 04.02.2007 um 23:31 Uhr

Ein sehr positiver Blick auf Kritik – aber schön, Kara-Kotsya, wenn es ernsthafte Kritik ist, dann stimmt, was Du sagst: ein positives "Urteil" freut einen und spornt an, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen, weniger begeisterte Stimmen können zum Nachdenken anregen und einen neuen Blick auf eigene Bilder oder Wege öffnen. Und mit der Kritik ist es wohl wie mit den Bildern selbst: die ganz guten, "wirksamen" sind eher selten ...



Fluuu - 10.02.2007 um 12:13 Uhr

ach hans,

gibt es Dich auch noch...
Ja, Kritik, das ist so eine Sache, eine schlechte Kritik tut
doch immer etwas weh, weil der Betrachter wohl kein
Verständnis auf bringen konnte oder wollte für die eigene
Arbeit. So ein richtiger Verriss dagegen ist eher noch zu
verkraften, weil er vielleicht aus Neid oder anderen
niederen Beweggründen entsteht. Eine gute Kritik weiß
sowohl das Positive als auch das zu Verbessernde
anzuführen. Nur selten lässt sich garnichts positives
benennen aber wie gesagt, all zu oft hängt es von
der zwischenmenschlichen sozialen Stellung ab, ob es
eine positive oder negative Kritik gibt.

gruß fluuu




Till_Greve - 10.03.2007 um 12:34 Uhr

Fuer mich ist kritik etwas so abstraktes, das es mir schwerfaellt etwas darueber zu sagen. ich will es trotzdem versuchen. in gewisser hinsicht gibt es fuer mich keine annehmbare kritik, da, wenn ein werk diskutiert wird, immer meschen die akteure sind. da menschen gluecklicherweise subjekte sind, und sich nie voellig aus dieser rolle befreien koennen, sagt ein urteil nie etwas ueber das werk an sich, sondern nur ueber den betrachter aus. wenn ein mesch ueber ein bild sagt, -das finde ich schoen-, so gibt er einen einblick in sein gefuehl fuer aesthetik. da es ,ebenfalls gluecklicherweise, keine objektive aesthetik gibt, kann mann objektiv nicht mehr ueber ein bild sagen, als welche farben, formen etc beherschend sind. deshalb kann eine kritik auch nicht beleidigend sein, egal wie sie formuliert ist. niemand kann mein bild kritisieren, er kann mir nur sagen was es in ihm ausloest. so finde ich persoehnlich z.B. frida karlos werke echt abstossend, und habe keine freude an deren betrachtung, ich werde mich jedoch hueten ein urteil daruber zu faellen.
soweit erstmal,
till




Fluuu - 12.03.2007 um 22:59 Uhr

...na das ist ja ein tolles Allerweltsgeschwafel, das strotzt ja nur so vor individueller Persönlichkeit, man o man ...

gruß fluuu




Till_Greve - 22.03.2007 um 21:54 Uhr

danke gleichfalls



maler-hans - 29.02.2008 um 19:23 Uhr

Till, man sollte sich aussuchen, wem man antwortet ...



Parthum Tom - 29.02.2008 um 22:06 Uhr

@ maler-hans

Ich sehe das mal als Querverweis ( was ich persönilch gut finde ) auf dieses Thema von Anno 2004,
wo Arne uns noch mit seiner Anwesenheit beehrt hat.

@ Arne

Zu diesem Thema nun mal ein Statement von mir da das Thema damals an mir irgendwie vorbeigegangen sein muß)

Ich sehe den Text von Arne auch eher als eine Feststellung an, die durchaus seine Berechtigung hat.
Das schöne an den Statement´s von Arne, war ja eben oft die Unumstößlichkeit seiner Standpunkte.
Teilweise kamen diese Texte schon etwas nach recherchiert rüber.
Er hatte damit immer versucht ( mit recht ) die Diskussionen auf einem gewissen Niveau zu halten.

Vor kurzem habe ich mich ( etwas intensiver ) auf einer anderen Seite rumgetrieben.
Da war schon mehr los, in Sachen Kritik und die Beurteilung anderer.
Das Niveau war aber eher so :

Sau geil !
So ´n Mist !
Gefällt mir !
Weiter so !

Das mag dann zwar alles so gemeint sein, aber worauf beruht diese Knappheit ?

Darauf das sich niemand mehr die Zeit nehmen möchte oder kann, seine Meinung etwas auszuführen.
Oder das es demjenigen an den Argumenten fehlt, seine Meinung zu begründen.

Die Knappheit hat den Vorteil, das sie meist unmissverständlich ist !
Der Nachteil ist, das dieser Vorteil der einzige ist !

Ich habe die Erfahrung gemacht, das man heutzutage froh sein sollte, wenn einem überhaupt jemand seine
Aufmerksamkeit schenkt. Egal ob für mich überwiegen positiv oder eher negativ.

Die Aufmerksamkeit hierzulande leidet unter Kompromisslosigkeit.
Jeder baut seine Argumente so aus, das sie für einen Selbst unumstößlich werden.
Die Kompromissbereitschaft leidet natürlich darunter.
Zuhören oder sich Auseinandersetzen mit dem Gegenüber tun doch die Wenigsten.
Ob das ein spezifisches Problem von Künstlern ist wage ich zu bezweifeln.

Im Bezug auf künstlerische Arbeit/en ( ich vermeide das Wort Kunst mittlerweile so gut es geht ! )
sehe ich das ganze eher so, das die Fraktion der Künstler allgemein, an einer eigenen Sprache basteln.
Die eben nicht nur auf Worten, oder garnicht auf Worten, basiert.
Für mich ist Kunst die Sprache der Seele und dafür reichen Worte allein eben nicht aus !
In sofern hält ein Künstler immer auch ein Fenster zu seiner Seele offen, ist dadurch verletzlicher und angreifbarer.
Darf meiner Meinung nach im Gegenzug auch Kritik, gerne etwas persönlicher nehmen.
Der Umgang damit ist ein Reifungsprozess.

Insgeheim hoffe ich nun, Arne über den sich ein "Schleier des Schweigens" in diesem Forum gelegt hat,
dazu zu animieren sich ab und an doch wieder ein zu mischen.
Hoffendlich ist es nicht so, das er Nägel kauent zuhause sitzt und sich immer selbst auf die Finger klopft,
wenn es Ihn in den selbigen Juckt.
Evtl. aus Angst er würde den Ein oder Anderen deswegen Verprellen.
Bei manchen Themen fällt es mir schwer meinen Mund zu halten und deshalb verstehe ich dieses Verhalten nicht.

Will sagen, ich könnt´s nicht.

Gruß an Alle Leser !




Platte - 01.03.2008 um 14:09 Uhr

Thema Kritik: Wenn ich tagelang vor einem Bild sitze, verliere ich den neutralen Blick dafür. Dann bin ich dankbar, wenn mir jemand sagt, was ihm auffällt. Ich kann für mich entscheiden, ob ich das konstruktiv finde oder nicht. Der Umgang mit Kritik ist ein Reifeproßess. Er hängt auch mit meiner Eitelkeit und meinen Ansprüchen zusammen.
Wenn ich nun jemanden beurteile, dann nur, weil mir seine Werke gefallen. Und das hat nichts mit Bauchpinselei zu tun, sondern mit schlichter Begeisterung.
Ich gestehe, daß ich dabei auch sehr knapp bin, was nichts mit dem Wert des Komentars zu tun hat. Ausführlicher spreche ich lieber mit dem Gegenüber.
Viele Grüße, Ingo




Fluuu - 04.03.2008 um 22:57 Uhr

Hallo,
das Thema Kritik ist ein weites Feld und unterliegt in erster Linie psychologischen Gesetzen und da schaut es bei jedem anders aus. Das aufzuräufeln ist in einem Forum unmöglich.

Ob Arne als Admin dazu Stellung bezieht oder nicht halte ich inzwischen für unwichtig, es wäre schön aber so geht es auch.

Was in manchen Foren als Kritik oder Bildkommentar gedeutet wird wie
Sau geil !
So ´n Mist !
Gefällt mir !
Weiter so !
hat mit Bildbetrachtung nichts zu tun, das sind Spielchen für das Ego und macht einen großen Bogen um künstlerische Sichtweisen. In meinen Augen ist das völlige Ignoranz der bildenden Kunst. Was soll ein Bildkommentar der sich im Wörtchen ´gefällt´ erschöpft. Es ist nicht mehr als eine anonyme und undefinierte Marke zu setzen, kurz das Bein gehoben, Spritz, Tropf und fertig.

gruß fluuu




luis109 - 04.08.2008 um 20:28 Uhr

Zitat:

Vielleicht liegt es einfach daran, daß ein Künstler sein Innerstes in sein Werk legt und dieses der Öffentlichkeit zeigt und plötzlich meint jeder etwas darüber äußern zu dürfen. Das begleitet seinen Weg, sein Leben lang. Ein Kunstwerk ist ein Kunstwerk und keine Currywurst die uns schmeckt, oder nicht schmeckt. Bevor ich mich zu einem Urteil über ein Kunstwerk hinreißen lasse, ist es meine Verpflichtung mich mit dem Werk des Künstlers auseinanderzusetzen
Gruß Peter & Gisela
Ich möchte es noch anderes ausdrücken. Ein Kritiker setzt sich mit sich und der Kunst auseinander, er spiegelt sich in der Kunst und findet das, an sich im anderen, was er an sich schätzt oder ablehnt. So ist eigentlich der Kritiker nur einer, der sich mit Hilfe eines Künstlers selbst anlalisiert, wenn er ehrlich ist. Ist er verlogen versucht er irgendwelche Vorteile für sich daraus zu gewinnen. So ist wirklich das Fazit, der Künstler kann nur die Kritik annehmen, wenn sie ihn so begleitet, dass er daran wächst, so drückte es schon Rainer Maria Rikle aus: Doch das ist Schuld, wenn irgendeine Schuld ist.
Die Freiheit eines Lieben nicht vermehren,
um alle Freiheit, die man in sich aufbringt.
Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies,

einander lassen.

Das wir uns halten, das fällt uns leicht und ist nicht erst zu lernen.

Lieben heißt allein sein.




Kreativistin - 08.08.2008 um 00:31 Uhr

Kritik ist so subjektiv wie der eigene Geschmack und die Kunst selbst. Es kommt auf das Wie und das Warum an. Was leitet denjenigen, der kritisiert? Versteht er etwas von Kunst? Oder ist ihm gerade danach irgendwen anzuflaumen? Leidet er etwa unter akuter Kritikasterei? Genörgelt wird immer, gelobt zum Glück auch manchmal!



Fluuu - 17.08.2008 um 19:12 Uhr

Hallo,

ja, Rainer Maria Rilke hat viele gute Worte gefunden...

Ansonsten würde ich sagen hängt jede Kritik eines Kunstwerkes davon ab ob der Künstler sie annimmt oder nicht. Als Schöpfer des Werkes hat er diese Freiheit denn niemand kann ihm sagen was er hätte Schöpfen müssen an Stelle dessen ohne das Selbst zu gefährden.

gruß fluuu




ann - 02.12.2008 um 15:03 Uhr

also kritik ist etwas, was sich menschen erlauben, die es entweder können, besser können oder gar nicht können, allen anderen ist es egal und sagen werden die auch nichts, die akzeptieren und tolerieren.
und somit läßt sich dies in sagen wir mal vier kategorien einteilen.
1. es wird immer menschen geben die, über das was du machst, so wie du dich gibst, aussiehst, redest bla bla..., dich scheiße finden. die wirst du auch nie beeindrucken können, egal was du in zukunft machst.
2. es wird immer menschen geben denen es total am arsch vorbei geht was du machst...aussiehst etc
3. es gibt menschen die es zu jenem zeitpunkt nicht wissen und sich höchst wahrscheinlich auch nie im klaren darüber sein werden und
4. gibt es noch die art von menschen die ebenfalls, egal was du machst alles, aber auch einfach alles toll finden.

ich glaube, wenn man sich dessen klar ist. akzeptiert man jede art von kritik. man hört sie sich an und naja ...entscheidet halt selbst, ob man sie annimmt oder nicht.

der eine sagt ich kann malen, der andere sagt ich kann es nicht. und was sagst oder denkst du selbst darüber?
wenn du selbst denkst du bist der große macher, dann wirst du sehr wahrscheinlich deinen pers stil, den pinsel, die mütze oder sonstiges ablegen, wenn du eine negative kritik hörst. man könnte es auch naiv nennen. ich denke oder hoffe das kein mensch so ist.

ist man sich selbst gegenüber kritisch genug, hält man sich im HG, man hört sich jede meinung an, aber man bleibt sich dennoch treu.

so, in der kunst ist es schon das innerste was dort auf dem präsentierteller liegt, ebenso ist es in der musik oder auch in der schauspielerei. wo kämen wir hin, wenn wir uns von anderen menschen, egal ob sie es besser können oder nicht, sagen lassen daß das was wir präsentieren total daneben ist. das entscheiden wir.
weil wir selbst über unser eigenes leben entscheiden.
denn wenn du machst was andere gut finden oder nicht, bist es nicht mehr du, sondern sie. du bist dann nur noch ein schatten deiner selbst.

gruß ann




Fluuu - 16.12.2008 um 18:37 Uhr

...gut gesagt, wenn Du Dich selbst daran hältst ist alles grünen Bereich.

gruß fluuu




Kaja_Akil - 06.01.2009 um 15:01 Uhr

Zitat:

denn wenn du machst was andere gut finden oder nicht, bist es nicht mehr du, sondern sie. du bist dann nur noch ein schatten deiner selbst.

gruß ann

Wahrlich Weise Worte, da kann man einfach nur zustimmen!
Gruß Kaja




Joerg - 17.02.2009 um 18:06 Uhr

Jeder, wirklich jeder muss sich heute der Kritik stellen. Selbst der Arbeitslose im Arbeitsamt, warum also soll es dem Künstler besser ergehen? Er teilt aus mit Gesellschaftskritik will geschmacksbildend sein und leidet häufig an Selbstüberschätzung. Nicht die Einzelmeinung, aber der allgemeine Trend hilft weiter.



ann - 20.02.2009 um 15:00 Uhr

also erstens glaube ich nicht das der künstler im allgemeinen an selbstüberschätzung "leidet", das sind eher einzelphänomene. die grobe mehrheit zweifelt eher an sich selbst und dem was er schafft und wenn einer kommt und sagt "gut gemacht", dann neigt diese art künstler nicht zu nem "oh ich weiß, ich bin nun mal der beste!", nein eher zu einem "echt? findest du?" dazu noch nen fragend kritischer blick und vielleicht auch noch nen schulterzucken.
künstler die sich selbst überschätzen sind tatsächlich nur ne eintagsfliege, weil gerade die nicht mit kritik umgehen können.
ob er "austeilt" sei dahin gestellt. ich glaube nicht das er sich vor ein bild stellt und überlegt wie man die gesellschaft denn nun heute wieder vor den kopf stoßen kann. ich glaube eher das er ein problem mit etwas o jmd hat und sich beim malen darüber auskotzt, sozusagen um den kopf freizubekommen.
geschmacksbildend...hm...keine ahnung was du damit ausdrücken möchtest.

so, der allgemeine trend ist schei...! warum? weil er ebenfalls ne eintagsfliege ist! was ist denn trend? hirst, rauch o vielleicht picasso oder alle? das kann nämlich niemand sagen, also....

also ich musste mich im amt (als ich noch dahin musste) noch keiner kritik stellen, weil ich schon immer weiß was ich will und mir auch von den tanten nichts sagen lasse! wer das macht oder zulässt weiß selbst nicht was er will oder kann.
selbst die die nichts können, aber wissen was sie wollen, lassen sich von den tanten nichts sagen

ciao




ann - 20.02.2009 um 15:47 Uhr

oh wie gut das es beschäftigungstherapien wie das sauber machen gibt!

ich habe nämlich gerade festgestellt das du doch nicht ganz falsch liegst. es gibt tatsächlich eine gruppe von menschen die sich der kritik stellen muss, ob sie will oder nicht. aber das sind keineswegs wir künstler (nicht zwingend), nein....

...ich machs ma dramatisch ...

...es sind diiieee....lernenden...puh...
da muss man erstma drauf kommen!
war nich so einfach

tja die die etwas lernen (was auch immer das sein mag), müssen sich der kritik stellen. schließlich müssen sie es ja lernen o wollen.

das war jetzt ganz schön anstrengend und deswegen hör ich auf.

ciao




Rudi - 20.02.2009 um 18:10 Uhr

wenn du den menschen als lernenden erkennst, verstehe ich dich,
das leben als lernprozess wo sich nichts ausklammern kann was lebendig sein will
es gibt eine methode der aufdeckung und überwindung von widersprüchen,die die übereinstimmung der interessen mit den objektiven erfordernissen zur grundlage und zum ziele hat,eben der schrittmacher des neuen, die selbstkritik
kritik ist mehr noch als urteilsfähigkeit,es ist das vermögen unterscheiden zu können,sich zu besprechen
es ist auch das kleinliche tadeln oder nörgeln,
und in der summe ist es lernen mit menschen zu leben
wer sich einmal darauf einlässt will es nicht mehr missen




Fluuu - 20.02.2009 um 18:47 Uhr

Hallo,
Lernen ist doch alles im Leben, es fängt im Mutterbauch an und geht bis zum letzen Atemzug.
Demnach ist Kritik immer angebracht und notwendig.
Wer eine gute Selbstkritik praktiziert hat kaum etwas von außen zu befürchten, nur wer sich als Überflieger begreift wird an der Realität immer enttäuscht sein. Nicht nur der Künstler, jeder Mensch ist dann glücklich und zufrieden wenn die Erwartung übertroffen wurde.
Ein eitler und überheblicher Künstler kann somit nie glücklich sein denn er wird von der Welt immer enttäuscht, er hält sich ja schon für das Beste und Größte. So ist ein Künstler der sich bescheiden der Kritik stellt letztlich der Glücklichere, selbst wenn die Kritik negativ ausfällt.
Mit Kritik und Bewertung umzugehen ist eine Kunst für sich, nicht so einfach.

gruß fluuu




ann - 23.02.2009 um 10:08 Uhr

ja ja... ja das sehe ich auch so.
die selbstkritik ist wichtiger als sich von anderen bewerten zu lassen.

fluuu du hast absolut recht! wenn man selbstkritish genug ist, interessiert einen nicht... oder anders es interessiert einen schon aber er richtet nicht sein leben danach aus.
...ja genau, das ist nämlich das was ich vorher damit ausdrücken wollte...schatten deiner selbst etc...

es stimmt. kommunikation ist ständige...naja vielleicht nicht ständig ständige, aber ab und zu kritik verstanden?
...hm...

es sind zwei verschiedene dinge, die ich meine...

...ja doch zwei...wie die seiten...pfff...einer medaille oder so.

ach ich glaube jeder von uns hat recht! ganz einfach!!

bis dann




Rudi - 24.02.2009 um 11:22 Uhr

sehr gut erkannt,doch was ist wenn du als künstler in deiner selbstkritik feststellst, du bist gar kein künstler, im besten fall
ein farbgestalter,wenn ich mal von der bildgestaltung ausgehe




ann - 24.02.2009 um 13:26 Uhr

oh oh oh da wären wir also wieder bei dem thema wann ein künstler ein künstler ist.

...ich wäre da vorsichtig!!!

ähm sagen wir es mal so...ich behaupte von mir selbst das ich eine künstlerin bin. warum? weil ich es seit zwanzig jahren praktiziere, es zusätzlich gelernt habe und es eine lebenseinstellung ist!

hm farbgestalter................
ahja, also nur weil ich keine zeit und keine geduld habe (und derzeit auch nicht aufbringen möchte!) mich stunden,- tage,- möglicherweise auch wochenlang hinzustellen und pinibel genau an einem bild zu malen, was andere künstler zu genüge machen (es gibt wirklich wirklich sehr geniale bilder), heißt es das ich NUR eine farbgestalterin bin?

sollte ich es auf mich beziehen?? wahrscheinlich schon!

dazu kann ich nur sagen...mit farben muß man auch umgehen können! was hat dann kandinsky bitte getan? oder kennst du vielleicht auch das weiße quadrat auf dem weißen quadrat?

auch wenn ich keine gesellschafts-politisch-religiösen bilder male mit akkuraten dingen menschen etc bin ich eine künstlerin. eine selbstkritische, denn das was ich zur leinwand bringe sind diverse chaos orientierte gefühle. meine gefühle. nicht die der anderen.

außerdem wer sagt, wann man ein künstler ist? jeder ist ein künstler, auch wenn es nur ums überleben geht, mein guter!




ann - 24.02.2009 um 16:27 Uhr

so noch was ich male weil ich durch meine bilder mein umfeld verschönere. da möchte ich mir nicht jedes mal den kopf wegen eines gesellschaftskritischem bildes zerbrechen, sondern raufschauen und mich darin verlieren und es genießen.



Rudi - 24.02.2009 um 17:42 Uhr

hallo ann,es ist gut das du dich angesprochen fühltest,es ist auch ein schweres thema,und die bewältigung, einmal an diesem punkt, ist schwierig.
wenn du dir die mühe machst, meinen artikel vom 20.2.09 zu lesen, dort meine ich eben genau diese selbstkretik und das schrittweise herran gehen,mit kritik als motor umzugehen.
und doch, dass muss ich erwähnen, meinte ich dich implizit,und du warst auch nicht der anlass meines schreibens hier,dieses ist an fluu gerichtet,und meine frage lautet eben und ich denke durch dein schreiben verstärkt sich mein tun,was ist die selbstkritik wert wenn sich durch ihr das künstlerische individuum auflöst




Darkness - 10.08.2009 um 09:34 Uhr

Kritik ist etwas, das absolut wichtig ist. Der Unterschied besteht jedoch darin wie Kritik geäussert wird.
Die Selbstkritik entsteht ja meistens genau dann, wenn man unsicher ist. Oder wenn man merkt, da fehlt etwas.
Die konstruktive Kritik anderer Menschen hilft bei Entscheidungen, bei Weiterbildung und beim Lernen aus Fehlern, die man unweigerlich macht.
Was Kunst ist, nun da möchte ich euch einfach ein paar Sätze namhafter Persönlichkeiten hinterlassen.
Was ist Kunst ?

"...alles, was im Museum ist, ist Kunst. Die Kunst besteht darin, hineinzukommen." (Beuys).

"...ich glaube, die größte Kunst ist es, darauf eine plausible Antwort zu finden..."

"...Kunst ist etwas, was keiner wirklich zum Überleben braucht, viel Geld kostet, in der Regel eine Menge Platz wegnimmt und trotzdem dann doch wieder lebensnotwendig ist, sonst gäbe es sie nicht..."

"...Kunst ist, sich mit solchen Fragen nicht zu beschäftigen, sich nicht ablenken zu lassen, von dem, was man tut...."

"...Kunst ist ein Angebot, ein Weg, seine Gedanken auf Reisen zu schicken....

"Zitate"

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit! Karl Valentin

Kunst ist, wenn man´s nicht kann, denn wenn man´s kann, ist´s keine Kunst. Johann Nestroy

Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein. - Theodor W. Adorno

Kunst kommt von Können, käme sie von Wollen, so würde sie Wulst heißen. Max Liebermann

Jeder freie Mensch ist kreativ. Da Kreativität einen Künstler ausmacht, folgt: nur wer Künstler ist ist Mensch. ... Jeder Mensch ist ein Künstler. Joseph Beuys

Wenn ich wüßte, was Kunst ist, würde ich es nicht verraten. Pablo Picasso

Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.. Pablo Picasso

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele. - Pablo Picasso

Kunst ist das, was wir machen. Christo auf die Frage wie er und seine Frau Kunst definieren würden.

Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit. - Friedrich Schiller

Wehe, wenn es uns gelänge, den Begriff zu definieren und damit zu zementieren! Kunst gibt sich dort zu erkennen, wo wir über das ästhetisch-sinnliche Erlebnis an unsere Möglichkeiten als geistbegabte Geschöpfe erinnert werden. Kunst hat etwas mit dem Bedürfnis zu tun, an unsere Grenzen zu gehen. Es mutet dem Menschen eine gewisse Anstrengung zu, nämlich die, über seinen Horizont hinauszublicken. Helmut Lachenmann auf die Frage Was ist Kunst?

Kunst ist Waffe. Friedrich Wolf

Es gibt in meinem Leben Menschen, die mir sagen was und wie ich mich trauen soll. Das ich dies und jenes mal so versuchen sollte, mehr als das ich darüber male kann nicht passieren.
Als ich mal Blumen malen wollte und erkannte das wird nicht so wie ich es sah, meinte Sulevia, auf die Frage oder Feststellung das ich das jetzt weg werfen werde, ich soll es in die Ecke stellen und warten. Als ich es ihr zeigte, fand sie das Bild hell und stimmig. Auch wenn es nicht die Blumen dieser Welt sind, es sind "meine Blumen".

Kritik brauchen wir täglich in all dem was wir machen, wenn wir sie suchen. Doch wie erwähnt, es kommt auch immer darauf an, wie Kritik geäussert wird.
Es gibt ja auch leider viele Kritiken, die einfach nur nieder machen, verurteilen und das ist letztendlich die Kunst. Die Kunst wie kann ich Kritik äußern ohne zu verletzen, auch wenn derjenige/diejenige zuerst verletzt scheint, doch daraus letztendlich das Wesentliche gelernt hat. Denn dann ist es tatsächlich Kritik, die der Mensch braucht um weiter zu kommen. Bestärkt wird in seinem Tun und Denken.
lg
Ria




kiri1004 - 10.08.2009 um 19:21 Uhr

Ich sehe es so..

Es gibt einen Unterscheid zwischen KONSTRUKTIVER Kritik, die den Kritisierten weiterführt und GEMECKER.

Konstruktive Kritik zeichnet sich dadurch aus, dass sie
1. höflich,
2. nützlich und
3. sachlich ist




Darkness - 10.08.2009 um 20:09 Uhr

Liebe Kiri!

Und genau das ist etwas das noch die Wenigsten ehrlich können, aufgrund der Ängste man könne dann plötzlich doch nicht mehr der Beste sein, wenn man etwas weiter gibt, das einem selber vielleicht geholfen hat.
Lieber so kritisieren, das es böse und gemein ist, denn dann kann ja kein Nebenbuhler ins Leben kommen.
Wie unsinnig die Denkweise ist erkennt man ohnedies irgendwann, denn es hat dann vielleicht Menschen gegeben, die tatsächlich ihr Wissen, ihre Erfahrungen, ihre Tipps weiter gegeben und demjenigen/derjenigen damit geholfen hat.

Konstruktive Kritik ist heute weitaus seltener zu finden, als "Kritik", die nur bedeutet "weg mit dir du bist wertlos". Leider und traurig für die Menschheit

lg
Ria




niwatoriah - 12.08.2009 um 20:51 Uhr

Wer glaubt, es mache Spaß, jemandem eine rein zu würgen oder das sei sogar das Hauptmotiv, der irrt gewaltig. Deshalb möchte ich als jemand, der häufiger ziemlich ätzend sein kann, dazu folgendes sagen:

1. leide ich selbst sehr, wenn ich etwas sehe, was mich so aufbringt und
2. leide ich hinterher unter schlechtem Gewissen, denn soetwas macht man doch nicht, oder?

Einfach ausgedrückt: ich habe von "künstlerischen" Dingen keine Ahnung. Und ich will sie auch gar nicht haben. Warum? Ich habe mal 10 Semester Pädagogik studiert, um dann im Schuldienst festzustellen, dass offensichtlich derlei Fachwissen dazu führen soll, dass man die einfache, nackte Realität nicht mehr ungebrochen wahrnimmt.

Nehmen wir in gleicher Weise die Wirtschaftswissenschaften - auch damit hatte ich zu tun, dann erstaunt mich immer wieder, wie hinter dem ganzen Fachgesülze Elend und Ungerechtigkeit auf der Welt einfach verschwinden, als seinen sie eine dekorative Hintergrundkulisse.

In der Malerei, so wie ich sie sehe, werden inneres Erleben, Wünsche oder Projektionen dargestellt. Das geschieht mehr oder weniger technisch perfekt. Im Zweilfel interessiert mich daher eher der Gedanke, das Gefühl, der/das dahinter steckt, als die Ausführung. Mitunter allerdings kommt die Authentizität mit einer perfekten Ausführung zusammen, und dann hauts mich um.

Viele Gefühle und Gedanken, die hier gezeigt werden, sind Wunschprojektionen (und das ist ja noch nicht mal so übel), aber es gibt auch viele übernommene Klischees, und die machen mich echt wütend, denn sie treiben den Menschen einer Illusion hinterher und machen ihn letztendlich unglücklich. Besonders rechne ich dazu die Frauenbilder mit Federpantoffeln und gesprizten Beinen, die Ekstase-Bilder. In jeden Fim gehören drei Morde und drei exessive Sexszenen denn merke Liebe und Tod gehören zusammen, dass weiß man schon seit Hemmingways "Wem die Stunde schlägt".

Was ich auf den Tod nicht austehen kann, ist das Spiel mit Scheußlichkeiten aus Überdruss/Langeweile/Sensationsgier. Ich habe in meinem Leben einige entsetzliche Dinge erlebt, und ich möchte niemandem wünschen, damit in Berührung zu kommen. Um so übler ist dieses virtuelle und pseudo-intellektuelle Spiel mit schrecklichen Dingen, denn es erinnert daran, wie eine Katze mit einer Maus spielt, wenn sie schon satt ist. Für die Katze ist´s ein Spiel, für die Maus eine Tortur.

Überhaupt wird zu viel Brutaliät und Grausamkeit gezeigt und bringt kranke Hirne erst richtig in Schwung. Gewisse Dinge sollte man vor der Öffentlichkeit ververgen. - Wenn man aber schon aus innerer Betroffenheit schreckliches zeigen muss (das ist eine Form der Verarbeitung von Traumen), dann sollte auch klar sein, welche Position der Darsteller einnimmt. Und bis auf Geisteskranke wird sich kein Opfer mit Tätern identifizieren, siehe Simon Wiesenthal und viele andere, die ihr Leben der Verfolgung der Täter gewidmet haben.

Wie auch immer, ich beklage allgemein den Mangel an unverbogenem menschlichem Herz, zu viel Fachversessenheit und zu viel Geltungsdruck als Plagen unserer Zeit. Und ich wünschte mir, viele würden einfach genauer hinsehen statt nur den Auslöser für irgendein Vorurteil zu finden. Genau an dieser inneren Verbesserung arbeite ich selbst auch, denn wie gesagt, wa ich tue lässt mich nicht kalt.




Fluuu - 17.09.2009 um 16:26 Uhr

Hallo,
da sind ja inzwischen interessante Beiträge geschrieben worden. Ann kann Dich gut verstehen und sogar einiges nachempfinden, wichtig ist, dass innere Chaos zu begreifen und dann durch kreative Arbeit versuchen eine Ordnung herzustellen. Es ist eindeutig so, wer Selbstkritik übt bzw. Selbstreflexion hat die Angriffe von Außen weniger zu befürchten, da geht es auch nicht um die Einschränkung konstruktive Kritik nach der Ordnung des bürgerlichen Gesetzbuches, wenn die Kritik nur mit üblen Schimpfwörtern heraus geschrien werden kann ist das auch o.k.
Kunst bedeutet nicht immer nur die liebe bürgerliche Sitte und Moral erfüllen, es muss auch mal drunter und drüber gehen, alles zerstört werden um neu beginnen zu können. Kritik ist verletzend und womöglich zerstörerisch, die Selbstkritik auch und dann besteht die Chance neues zu erleben.

gruß fluuu




artcaos - 25.10.2009 um 11:28 Uhr

KUNST heist. Ethik,!!
Für alle und jeden.




artcaos - 26.10.2009 um 12:39 Uhr

ich brauche keine Kritik,!!?
Ich bin kritik in mir,!!
UND das ist gut so,!!




niwatoriah - 26.10.2009 um 14:31 Uhr

Es sprach der Androide:
"Ich bin es wirklich müde,
dass jeder dumme Tor meint,
mir sagen zu müssen, wie es ihm erscheint!".

Denn in ihm läuft ein perfektes Programm,
solange, bis es nicht mehr abdecken kann,
was unversehens ihm widerfährt:
dann stürzt es ab, es war dafür verkehrt.

Bis dahin wünschen wir ihm frohes Schaffen
ganz unabhängig von den anderen Affen!
Doch liegt der Android erst im Graben,
sieht man, dass auch Affen Vorteile haben.




Fluuu - 05.11.2009 um 00:07 Uhr

... trotzdem bleibt die zwischenmenschliche Kommunikation
nicht aus auch in der Kritik denn Monologe, Wortfetzen und
hingewürfelte Wörter werden den Geist des Menschen nie
erfüllen können...

grüß fluuu




© 2002-2026 by Arne Baganz