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Kunstforum: Lositheed goes Clown


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Forum > Ausstellungen & Galerien > Lositheed goes Clown
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Autor
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Thema: Lositheed goes Clown
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Lositheed
Mitglied
 19 Forenbeiträge seit dem 29.11.2005

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| Eröffnungsbeitrag |
Abgeschickt am: 20.04.2006 um 19:12 Uhr |
Lositheed goes Clown
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26.Mai.2006
Lositheed ist Eddy der Clown
in der Innenstadt von Koblenz
open your Eyes
von 10:00 Uhr - 20:00 Uhr
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

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| 1 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 02.05.2006 um 19:45 Uhr |
Zitat:
Lositheed goes Clown
------------------------------------------------------------
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26.Mai.2006
Lositheed ist Eddy der Clown
in der Innenstadt von Koblenz
open your Eyes
von 10:00 Uhr - 20:00 Uhr
...bist der größte Clown!!!
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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Lositheed
Mitglied
 19 Forenbeiträge seit dem 29.11.2005

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| 2 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 12.05.2006 um 18:52 Uhr |
Jemand wie du,
der sich unfreiwillig als
eine Art MöchtegernstandClown
produziert, ist sicher nicht in der
Lage zu beurteilen,
was es bedeutet Clown zu sein.
Sorry, aber diese FÄHIGKEIT
besitzt DU nicht!
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Lositheed
Mitglied
 19 Forenbeiträge seit dem 29.11.2005

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| 3 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 12.05.2006 um 19:07 Uhr |
Diese Nachricht wurde von Lositheed um 19:17:19 am
12.05.2006 editiert
Hier ein paar auszugsweise Bemerkungen zum Clown sein
von
Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse
15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253
Zitat:
""""""""""
""
In der Antike hatten die komischen Figuren im Theater eine
sehr deutliche Doppelnatur. Zum einen waren sie Spötter, die
sich mit ihrem Schabernack und beißendem Spott gegen
Obrigkeiten auflehnten, zum anderen waren sie die
Verspotteten, die wegen ihres entstellten und verkrüppelten
Äußeren verlacht wurden und oft nicht bei Sinnen waren.
Klassischer Repräsentant ist Hephaistos, der hinkende Gott,
der sich wild und ungehörig gebärdet, im Grunde jedoch nach
Liebe sucht.
486 v. Chr. wurde die Komödie offiziell anerkannt, mit all
ihrer Respektlosigkeit gegen Götter und Menschen, deren
Schwächen durch Spott bloßgestellt wurden. Doch wurde mit
der Anerkennung durch die öffentlichen Personen und
Institutionen der antiken Spötterfigur viel Wind aus den
Segeln genommen.
Die Mimen der Antike bedienten sich vieler Formen und
Stilmittel, die auch bis heute ihre Gültigkeit haben. Sie
gelten als die Vorläufer der Commedia dell´ Arte, die in
pantomimischen Stegreifspielen alltägliche Themen durch den
Kakao zogen, gewürzt wurde das ganze dann noch mit Akrobatik
und Artistik.
Die Renaissance brachte dann weltverändernde Erkenntnisse
auf allen Gebieten, religiöse Umwälzungen und die Suche nach
einem neuen Weltbild.
Der "Narr" galt als Bote des Übergangs zum neuen
Menschenbild. Sebastian Brant (1457 - 1521) gilt als
Schöpfer der Narrenidee. Brant war sehr besorgt über den
sündigen Verfall der Welt, obwohl doch "das Land voll
der heiligen Schrift war".
1494 wurde sein "Narrenschiff" veröffentlicht,
eine lose Folge von Kapiteln mit Holzschnitten, die sich
bald zu einem "Bestseller" entwickelte. Es ging
ihm um die Anprangerung aller menschlicher Schwächen, Laster
und Verfehlungen. Er schrieb als eine Art Morallehre, mit
der Absicht die Menschen "zu Nutz und heilsamer Lehr,
Ermahnung und Erfolgung der Weisheit, Vernunft und guter
Sitten" zu erziehen.
Seine Narren, das waren die Spieler, Studenten, Gecken,
Seiltänzer, Kirchenschänder, Wucherer und derlei mehr, die
sich mit dem Narrenschiff auf´s offene Meer der
Unvollkommenheit und der Zügellosigkeit wagten, und damit
ihrer Vernichtung entgegen gingen.
Typische "närrische" Charakteristika waren für
Brant Sorglosigkeit und Unbekümmertheit, Zwietrachtstiften,
Habsucht, schlechte Sitten, Borgen, unnützes Wünschen,
Eigensinn, unfolgsame Kranke. Wolllust, Neid, Hass,
Undankbarkeit, törichtes Tauschen und noch viel mehr.
Brant griff auf das überlieferte Wissen vergangener
Jahrhunderte zurück, das besagt, daß die Weisheit ein
Geschenk Gottes ist und "Tumbheit und
Töperhaftigkeit" durch die fehlende Erleuchtung des
heiligen Geistes
entstehen."""""""
|
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Lositheed
Mitglied
 19 Forenbeiträge seit dem 29.11.2005

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| 4 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 12.05.2006 um 19:07 Uhr |
Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse
15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253
Zitat:
"""""""""
Der Narr im mittelalterlichen Verständnis war als eine
geistesblind dahindämmernde, gottesverachtende Figur
dargestellt. Sehr deutlich wird dieses Bild auch in den
Gemälden von Hieronymus Bosch.
Ein ähnlich gottloses Bild meiner frühen Kollegen zeichnete
auch Thomas Murner in seiner "Narrenbeschwörung"
(1512), für den die Narren die Zerstörer der Weltordnung
waren.
Erst bei dem Humanisten und Augustinermönch Erasmus von
Rotterdamm (1466 - 1536) wurden meine beruflichen Vorgänger
in ein besseres Licht gerückt. Er drängte auf Ausgleich und
Harmonie und suchte den Zusammenhang von Antike und
Christentum, von Sokrates und Christus, von Vernunft und
Menschlichkeit.
Sein "Lob der Torheit" (1511) zeigte eine positive
Sicht der Narrengestalt. Der Narr verfügte nun über
schöpferische Kräfte und ist Beweger der Phantasie. Erasmus
von Rotterdamm will nicht belehren oder erziehen, er sieht
in der heilsamen Torheit die wahre Weisheit und in der
eingebildeten Weisheit die wahre Torheit.
Seine Auffassung war auch kirchenkritisch, den für ihn stand
der Narr, der Tor in der Nachfolge Christi. Er war der
Träger einer höheren Weisheit, der anerkennt, daß die wahre
Weisheit allein bei Gott liegt.
Und damit hat er eigentlich gar nichts Neues erfunden,
sondern nur gründlich in der Bibel gelesen. Denn Paulus
sprach schon: "Wie einem Toren hört mir zu, denn ich
spreche nicht im Herrn, sondern wie in der Torheit" (2.
Kor. 11, 16 - 17) und "Wir sind Toren um Christi
Willen" (1. Kor. 4,10).
Und mit der Figur des Till Eulenspiegel bekam der Narr eine
ganz neue Facette: er war fortan nicht mehr das
personifiziert Laster, sondern eine Persönlichkeit, deren
Streiche man genußvoll liest. Till Eulenspiegel bezeichnete
sich selbst als Narren, als Toren und das war auch die
Rolle, die er spielte. Er sagte unter dem Mantel der
Narrheit die Wahrheit.
Von Till Eulenspiegel starkt beeinflußt sind die weisen
Narren bei William Shakespeare, denn auch dort sind es
äußerst vielschichtige Charaktere, wie zum Beispiel der Narr
in König Lear, der närrische Spaße macht, während er
bitterlich um seinen König leidet.
Hier kommt auch der Begriff "Clown" ins Spiel,
abgeleitet vom lateinischen colonus, was soviel wie Bauer
oder Landmann bedeutet. Clown steht dann im Englischen
ursprünglich für Bauer, im umgangssprachlichen auch für den
ungewollten Tölpel und im übertragenen Sinne für einen
Spaßmacher. Konkret belegbar mit dem ungewollten Tölpel
Malvolio in "Was ihr wollt" und dem Spaßmacher
Lancelott Gobbo im "Kaumann von Venedig".
Und wenn wir gerade dabei sind: der englische
"fool" (altfranzösisch fol) stammt aus dem
Lateinischen und bedeutet Blasebalg, umgangssprachlich aber
auch "Windbeutel". Und auch "fool" hat
drei Bedeutungsebenen, im eigentlichen Wortsinn ist es ein
Wahnsinniger, ein Geistesgestörter. Der "natural
fool" wird aber auch als Idiot und Tölpel gedeutet und
der "artificial/domestic fool" schließlich ist der
berufsmäßige Spaßmacher.
Doch kommen wir nun zu den Hofnarren. Anfangs - im 12. Jhd -
waren das nur Menschen mit körperlichen und geistigen
Behinderungen, ohne Bürgerrechte. So schlimm das nun klingen
mag, für die damalige Zeit bedeutete das ein gesichtertes
Einkommen, allerdings war man der Willkür ausgesetzt.
Bei Shakespeare beginnend entwickelt sich durch die Figur
des Honarren der Narr als Künstler. Immer öfter fand man
Schauspieler als Hofnarren, die oft vom Herrscher auch als
Ratgeber geschätzt waren. Der Begriff der Narrenfreiheit
findet hier seinen Ursprung, es war die Freiheit alle zu
duzen, die Wahrheit zu sagen und vieles mehr. Gleichzeitig
war der Narr auch in einer Opferrolle, denn er fing die
Launen des Königs au, suchte ihn zu erheitern und war ihm
stets zu Diensten.
Es entwickelte sich eine richtige Zunft der Narren mit
entsprechenden Zunftzeichen. Die Narrenkappe war
ursprünglich eine Eselsohrenkappe mit Hahnenkamm (der Esel
als der Dumme, der Hahn als der Eitle), dazu kam das
Narrenzepter, auch Marotte genannt. Diese Marotte trug oft
das Ebenbild des Narren als Warnung vor Selbstgefälligkeit.
Die Rollen von König und Hofnarr findet man übrigens heute
wieder beim Weißen Clown und dem Dummen August. Aber dazu
später mehr.
Im Absolutismus unter Ludwig dem XIV. (1643 - 1715) waren
galante höfische Vergnügungen wie Bälle, Hoftheater und
Ballett mehr gefragt, die Zeit des Hofnarren war vorbei.
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Lositheed
Mitglied
 19 Forenbeiträge seit dem 29.11.2005

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| 5 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 12.05.2006 um 19:10 Uhr |
Diese Nachricht wurde von Lositheed um 19:18:49 am
12.05.2006 editiert
Hier ein paar auszugsweise Bemerkungen zum Clown sein
von
Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse
15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253
Zitat:
"""""""""
Gegen Ende des 16. Jhds entstand in Italien die Comedia
dell´ arte. Berufskomödianten spielten Stegreifkomödien mit
festgelegten Rollen, mit typischen Figuren, in denen die
Zuschauer sich selbst entdecken konnten. Da war der eifrige
Diener, der lächerliche Alte, der Aufschneider und das junge
Liebespaar und jeder Figur trat mit einem spezifischen
Dialekt auf.
Arlecchino mit seinem Witz, darf hier als der erste direkte
Vorläufer des Clowns gelten, birgt doch jeder Arlecchino
alle vorhergehenden Arlecchinos in sich, mit alle ihren
Sprüchen, ihrer Erfahrung und ihrer Weisheit.
Das Spiel folgte immer bestimmten, sich wiederholenden
Mustern, die den Rahmen für Improvisationen gaben. Kurze
Pauseneinlagen - "Lazzi" genannt, gaben die
Möglichkeit, den weiteren Handlungsverlauf spontan neu zu
bestimmen. Typische Lazzi waren z.B. der Kampf mit einer
(unsichtbaren) Fliege, Tortenschlachten, Einseifen und
Rasieren und wurden später zu Clownsnummern.
Übrigens nahmen die Schauspieler in ihren Lazzi gerne auch
lokale Obrigkeiten aufs Korn, und könnten somit als die
ersten Kabarettisten gelten.
Moliere und Goldoni gelten als schriftstellerische Erben der
Comedia dell´ arte, durch die literarische Festlegung
entfielen jedoch alle Improvisationen.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich zwei Figuren, Harlekin
und Pulcinella.
Pulcinella war eine Dienerfigur, faul, in weiße Gewänder
gekleidet, daraus entstand später der Pierrot. Harlekin war
der Einfache, der Dumme, wurde mit der Entwicklung der
Figuren zum Hanswurst. Beide boten genügend
Identifikationsmöglichkeiten für Jedermann in Szenen die
direkt aus dem Alltag der Zuschauer gegriffen waren.
Der Hanswurst wurde zur Theaterfigur, von Schauspielern
aufgegriffen, von Schriftstellern verarbeitet (Stranitzky,
Lessing, ...).
Die reinen Toren, die Dummen im Märchen könne auch als
Vorläufer des Clowns betrachtet werden. Verachtet,
ausgelacht, verprügelt und beschimpft, waren sie von
kindlichem Gemüte, treuherzig und wahrhaftig frei von
Egoismus und Hochmut - dabei immer offen für höhere
Weisheit. So hieß es im Simplizissimus " .... hat
nichts als edle Unschuld und Einfalt." Literarisch
verarbeitet in vielen berühmten Werken: Dostojewskis
"Idiot", "der kleine Prinz" oder Kaspar
Hauser um nur einige zu nennen.
Der Zirkus in seiner heutigen Form existierte zur Zeit
Kaspar Hausers (1812 - 1833) noch nicht, jedoch entsanden
die ersten fahrenden Menagerien, die seltene Tiere und
menschliche Abnormitäten ausstellen. Die dort präsentierten
"natural fools" und "freaks" sind später
dann vor allem in den Sideshows der amerikanischen Zirkusse
traditionsreich geworden.
Diese Zuschaustellung sollte aus heutiger Sicht aber nicht
nur negativ gewertet werden, denn für viele
"freaks" bedeutete das ein Auskommen.
Viele mittlerweile arbeitslos gewordene Narren, Gaukler,
Schelme, Harlekine und Hanswurste fanden bei diesen
fahrenden Gruppen eine neue Heimat.
Schon seit ca. 1750 führten Kunstreiter akrobatische
Kunststücke vor. Sie gaben Gastspiele und bauten Manegen und
Amphitheater. Philip Astley in London ließ sogar ein Theater
mit Bühne und Manege bauen, in dem sich vor allem die
gehobene Bürgerschaft unterhalten ließ. Astleys Richtung
mündete mehr in Militaryreiterei, während der spätere Zirkus
mehr aus den spanischen Hofreitschulen und italienischen
Rferdeballetten hervorging.
Doch zurück zum Clown. Die Nationalversammlung in Paris
erließ 1791 ein Dekret, das jedem Bürger erlaubte ein
Theater zu gründen. So entsstanden viele Theater, auch
Astley ließ in Paris "Astleys Amphitheater" bauen.
In der Wirren der frz. Revolution mußte er aber Paris
verlassen und mit dem Bürger Antoine Franconi übernahm der
Gründer einer der berühmtesten Zirkusdynastien das
Amphitheater.
Napleon - selbst Theaterliebhaber - erließ 1806 ein Dekret,
das die Anzahl der Theater limitierte und jedem Theater ein
ganz bestimmtes Genre zuwies.
Franconis Cirque Olympique durfte Mimodramen zeigen,
Reiterdressuren und Dressurakte sowie Geschicklichkeits- und
Kraftakte.
Die Spectcles de la Curiosité durften in nichts an die
dramatischen Theater erinnern, sie zeigten Marionetten,
Automaten, Panoramen und Schattenspiele ebenso wie Akrobatik
und Seiltanz.
Im Théatre de la Gaieté spielte man Farcen und Harlekinaden
während im 1813 eröffneten Spectacle des Funambules
ausschließlich Geschicklichkeitsspiele (Jonglieren),
Springernummern und Seiltanz gezeigt werden durften. 1815
erhielt das Funambules jedoch die Erlaubnis für
Harlekinpantomimen ohne jedes gesprochene Wort.
Dort debütierte 1816 der erste große Vorläufer des Clowns -
Jean Babtiste Debureau - mit seiner Pantomime "Der
Arzt".
Mit seinem losen weißen Kittel mit langen weißen Armeln, den
weiten weißen Hosen, der schwarzen Kappe und dem
schneeweisen Gesicht erschuf er den unvergessenen
französischen Pierrot, ganz ohne die Dummheit und die
Plumbheit der italienischen und englischen Vorgänger.
Debureau wurde berühmt, faszinierte auch Literaten und
Künstler und der faszinierende Film "Die Kinder des
Olymp" setzte ihm ein würdiges Denkmal.
Die Zirkusse des 19. Jhds. zeigten immer gigantischere
Inszenierungen und der "Clown" fand jetzt überall
zutritt.
Joe Grimaldi (1799 bis 1837) erreichte seine Wirkung vor
allem durch schauspielerische Techniken, war also noch kein
"richtiger Clown" trotzdem wird ihm zum Gedenken
in London jedes Jahr zu Ostern ein Clowngottesdienst
abgehalten.
1835 erstrahlte im Olympique ein neuer Stern: Auriol (1806 -
1881). Er trat in einem modernisierten Narrengewand auf, mit
Schellenkappe und ungeschminkt. Er war Springer, Jongleur,
Äqulibrist, Seiltänzer, Reiter und Komiker zugleich. Er trat
später auch im deutschen Zirkus Renz auf, berühmt ist heute
noch sein Flaschenkunststück:
Auf einem Tablett mit Flaschen tanzte er Polka, warf eine
Flasche nach der anderen um und stand schließlich auf
Zehenspitzen auf der letzten Flasche.
Von nun an ging es schnell mit der Entwicklung des Clowns.
Im Zirkus Renz berühmt geworden ist Tom Belling (1843 -
1900).
Im väterliche Zirkus arbeitete er als Voltigeur,
Parterrespringer, Drahtseilkünstler, Jongleur,
Taschenspieler, Schulreiter, Violinvirtuose und
Glasharmonikaspieler, kam dann durch einen Zufall zum Zirkus
Renz und fiel dort grandios durch und entwickelte damit die
Figur des Dummen August. In der Folgezeit trat der dumme
August immer mit einer anderen Figur zusammen auf: mit dem
Weißclown.""""""""
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Lositheed
Mitglied
 19 Forenbeiträge seit dem 29.11.2005

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| 6 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 12.05.2006 um 19:11 Uhr |
Diese Nachricht wurde von Lositheed um 19:19:26 am
12.05.2006 editiert
Hier ein paar auszugsweise Bemerkungen zum Clown sein
von
Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse
15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253
Zitat:
"""""""""
Zuerst spielten sie nur Reprisen der Nummern, karikierten
das Gesehene und durften andere bis hinauf zum Direktor
parodieren.
(Wer diesem Artikel bisher aufmerksam gelesen hat, der wird
jetzt ausrufen: Wie in der Commedia dell arte ! ... ;o) ...
).
Dann entstand aber immer deutlicher das Entrée als
eigenständige Nummer. Auch die Kostüme wurden klarer:
DerWeißclown elegant in einem Kostüm aus Samt und Seide,
Pumphose bis zu den Knien, Seidenstrümpfe, elegante Schuhe,
Gesicht und Hals weiß, Mund und Ohren rot mit schwarzen
Strichen als Augenbrauen.
Der August hatte zu große Kittel, die entweder schlecht
geschnitten waren, zu groß oder zu weit, unförmige Hosen
(geflickt) und viel zu große Schuhe.
Der echte Zirkusclown war erschaffen, aus den Zirkus und
seiner Struktur heraus gewachsen.
Federico Fellini hat einige sehr schöne Gedanken über das
Verhältnis von Weißclown und August formuliert, die ich
Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte.
"Wenn ich Clown sage, denke ich an den August; freilich
sind da die beiden Figuren: der weiße Clown und der August.
Der erste ist Eleganz, Grazie und Intelligenz, Klarheit -
alles, was sich moralisch als ideale, einziggültige Lage,
als indiskutierbare Gottheit anbietet.
Und da erscheint der negative Aspekt dieser Angelegenheit.
Denn so wird der weiße Clown zur Mama, zum Papa, dem
Meister, dem Künstler, dem Schönen, kurz, zu dem, was man
tun sollte. Der August der von dieser Perfektion fasziniert
wäre, wenn sie nicht so deutlich zur Schau getragen würde,
der revoltiert. Er sieht, daß der Flitter leuchtet, doch
macht die Aufgeblasenheit, mit der er sich darstellt, den
weißen Clown unerreichbar.
August ist das Kind, das unter sich kackt, er rebelliert
gegen diese Perfektion, besäuft sich, wälzt sich auf dem
Boden und belebt daher den ständigen Widerspruch. Es ist der
Kampf zwischen dem stolzen Kult der Vernunft, der zum
anmaßenden Kult des Ästhetizismus wird, und dem Instinkt,
der Freiheit des Triebes.
Der weiße Clown und der August - es sind Lehrerin und Kind,
Mutter und Lausbub, man könnte auch sagen: der Engel mit dem
feurigen Schwert und der Sünder.
Es sind die beiden Haltungen des Menschen, der Drang nach
oben und der Drang nach unten, getrennt, geschieden.
Der Film (Die Clowns) endet so: die beiden Gestalten kommen
einander entgegen und gehen miteinander von dannen. Warum
rührt diese Situation ? Weil diese beiden Gestalten
einenMythos verkörpern, den wir alle in uns tragen.
Versöhnung der Gegensätze, die Einheit des Seins.
Was im steten Krieg zwischen dem weißen Clown und dem August
schmerzt, hat nichts mit der Musik und dergleichen zu tun,
es ist unsere Unfähigkeit, die beiden zu versöhnen. Denn je
mehr du den August nötigen willst, diese Geige zu spielen,
desto schrillere Trompetentöne läßt er hören. Auch verlangt
der weiße Clown. daß der August elegant sei. Der wird aber
umso verlumpter, unbeholfener, staubbedeckter, je
autoritärer das Gegenteil verlangt wird.
Er ist das vollkommene Sinnbild einer Erziehung, die das
Leben idealisierend und abstrakt anbietet. Doch sagt Lao
Tse: wenn du dir einen Gedanken machst (der weiße Clown), so
lache darüber (der August). So ist der weiße Clown der
Bourgeois, auch weil er mit seiner Persönlichkeit so
erscheinen will, daß er Eindruck macht. Schon im Anblick ist
er wunderbar, reich, mächtig, das Antlitzweiß, gespenstisch,
der Mund durch einzigen Strich gezeichnet, hart,
unsympathisch, abweisend, kalt. Die weißen Clowns wetteifern
stets, wer das prunkvollste Gewand trägt (Krieg der
Kostüme). Berühmt war Theodor, der für jeden Tag des Jahres
ein anderes Kostüm besaß. Der August ist im Gegenteil auf
einen einzigen Typus fixiert, der sich weder wandelt noch
Kostüme wechselt.
Die bürgerliche Familie ist eine Versammlung von weißen
Clowns, worin das Kind in die Lage des August gedrängt ist.
Die Mutter sagt: »Tu dies nicht, tu jenes nicht.« Wenn man
die Nachbarn einlädt und das Kind ein Gedicht aufsagen muß
(»zeig den Herrschaften, was du kannst«), dann hat man eine
typische Zirkussituation."
Soweit Federico Fellini. Wichtig für das richtige
Verständnis dieser Zirkusclowns erscheint mir die
Unterscheidung zwischen Theater und Zirkus.
Während im Theater alles nur Theater ist, gibt es im Zirkus
echte Gefahr. Dem Zuschauer stockte der Atem, deshalb gab es
als Ausgleich die Clowns zum ausatmen und entspannen.
Dies war schon immer eine wichtige Funktion der Clowns. Ohne
autonomen künstlerischen Anspruch mußte der Clown seine
Aufgabe erfüllen, und so wurde er auch nicht nach Metier
sondern nach Funktion eingeteilt:
- Teppich - oder Massenclowns (in der Anfangszeit am
Häufigsten)
- Reprisenclowns (mit Sprechstallmeister als Stichwortgeber
)
- Entréeclowns (abgeschlossene Nummern)
- Exzentrikclowns (Stars mit eigenen Nummern und Programmen
ohne Bezug
zum Zirkusprogramm)
Nach der Jahrhundertwende nahm die Zahl der Zirkusse in
Europa stark zu. Gefragt waren weniger Massennummern dafür
mehr Einzelnummern, spezialisiert mit Höchstleistungen.
Nach dem ersten Weltkrieg gab es außer Zirkus Krone /
München nur noch fahrende Zirkusse.
Dort hat sich der Clown im Laufe der Zeit zu einer
eigenständigen Figur entwickelt.
Charlie Rivel Ganz berühmt war Grock (Adrian Wettach 1880 -
1959) dessen Nummer mit Stuhl und Geige noch heute als
"nit möööööglich" in Erinnerung ist.
"Akrobat schööön" Charlie Rivel (1896 - 1987) und
die berühmten Fratellini (ca. 1877 - 1961) standen Grock in
nichts nach.
Oleg Popov (geb. 1930) wurde wie Tom Belling durch Zufall
zum Clown. Sein Stern begann zu leuchten, als er den
Pausenclown vertreten mußte.
Ich selbst hatte die Ehre und das Vergnügen, ihn mehrmals
live zu sehen und war von seiner Ausstrahlung tief
beeindruckt.
Viele große Clowns und Clowninnen kann man heute in Theatern
und auf Bühnen bewundern. Es gibt viele, die man einfach
gesehen haben muß: Dimitri, Gardi Hutter, Avner Eisenberg,
Peter Shup, Eric Boo, Antoschka und natürlich
........"Harry" und "Clown
Dido"......;o)
Schlußbemerkung:
Diesen Artikel habe ich vor vielen Jahren Jahren als Vortrag
mit anschließendem Auftritt gehalten. Mittlerweile haben
sich viele Schüler diesen Vortrag "ausgeliehen" um
als ihn als "ihr" Referat in der Schule zu halten.
Liebe SchülerInnen: meldet Euch bitte vorher bei mir, damit
ich Euch ein paar Tipps geben kann bezüglich Literatur etc.,
denn sonst kommt Ihr bei Fragen leicht ins Schwitzen.
Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse
15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576
42253""""""
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Lositheed
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 19 Forenbeiträge seit dem 29.11.2005

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| 7 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 25.05.2006 um 00:12 Uhr |
Freitag ist es soweit.
Lositheed als Clown Eddy wird
von
Maroll
http://www.maroll.de
begleitet
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Lositheed
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 19 Forenbeiträge seit dem 29.11.2005

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| 8 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 25.05.2006 um 16:47 Uhr |
Der gesamte Beitrag über die Clown`s
von
Stefan Schlenker
kann unter folgendem Link
nachgelesen und auch als pdf
Datei heruntergeladen werden
http://www.clowns.cd/clownerie.html
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