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Lositheed - 20.04.2006 um 19:12 Uhr

Lositheed goes Clown
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26.Mai.2006


Lositheed ist Eddy der Clown
in der Innenstadt von Koblenz

open your Eyes
von 10:00 Uhr - 20:00 Uhr




Fluuu - 02.05.2006 um 19:45 Uhr

Zitat:

Lositheed goes Clown
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26.Mai.2006


Lositheed ist Eddy der Clown
in der Innenstadt von Koblenz

open your Eyes
von 10:00 Uhr - 20:00 Uhr

...bist der größte Clown!!!

gruß fluuu




Lositheed - 12.05.2006 um 18:52 Uhr

Jemand wie du,
der sich unfreiwillig als
eine Art MöchtegernstandClown
produziert, ist sicher nicht in der
Lage zu beurteilen,
was es bedeutet Clown zu sein.

Sorry, aber diese FÄHIGKEIT
besitzt DU nicht!




Lositheed - 12.05.2006 um 19:07 Uhr

Diese Nachricht wurde von Lositheed um 19:17:19 am 12.05.2006 editiert

Hier ein paar auszugsweise Bemerkungen zum Clown sein
von

Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse 15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253

Zitat:

"""""""""" ""


In der Antike hatten die komischen Figuren im Theater eine sehr deutliche Doppelnatur. Zum einen waren sie Spötter, die sich mit ihrem Schabernack und beißendem Spott gegen Obrigkeiten auflehnten, zum anderen waren sie die Verspotteten, die wegen ihres entstellten und verkrüppelten Äußeren verlacht wurden und oft nicht bei Sinnen waren. Klassischer Repräsentant ist Hephaistos, der hinkende Gott, der sich wild und ungehörig gebärdet, im Grunde jedoch nach Liebe sucht.

486 v. Chr. wurde die Komödie offiziell anerkannt, mit all ihrer Respektlosigkeit gegen Götter und Menschen, deren Schwächen durch Spott bloßgestellt wurden. Doch wurde mit der Anerkennung durch die öffentlichen Personen und Institutionen der antiken Spötterfigur viel Wind aus den Segeln genommen.

Die Mimen der Antike bedienten sich vieler Formen und Stilmittel, die auch bis heute ihre Gültigkeit haben. Sie gelten als die Vorläufer der Commedia dell´ Arte, die in pantomimischen Stegreifspielen alltägliche Themen durch den Kakao zogen, gewürzt wurde das ganze dann noch mit Akrobatik und Artistik.



Die Renaissance brachte dann weltverändernde Erkenntnisse auf allen Gebieten, religiöse Umwälzungen und die Suche nach einem neuen Weltbild.
Der "Narr" galt als Bote des Übergangs zum neuen Menschenbild. Sebastian Brant (1457 - 1521) gilt als Schöpfer der Narrenidee. Brant war sehr besorgt über den sündigen Verfall der Welt, obwohl doch "das Land voll der heiligen Schrift war".
1494 wurde sein "Narrenschiff" veröffentlicht, eine lose Folge von Kapiteln mit Holzschnitten, die sich bald zu einem "Bestseller" entwickelte. Es ging ihm um die Anprangerung aller menschlicher Schwächen, Laster und Verfehlungen. Er schrieb als eine Art Morallehre, mit der Absicht die Menschen "zu Nutz und heilsamer Lehr, Ermahnung und Erfolgung der Weisheit, Vernunft und guter Sitten" zu erziehen.

Seine Narren, das waren die Spieler, Studenten, Gecken, Seiltänzer, Kirchenschänder, Wucherer und derlei mehr, die sich mit dem Narrenschiff auf´s offene Meer der Unvollkommenheit und der Zügellosigkeit wagten, und damit ihrer Vernichtung entgegen gingen.
Typische "närrische" Charakteristika waren für Brant Sorglosigkeit und Unbekümmertheit, Zwietrachtstiften, Habsucht, schlechte Sitten, Borgen, unnützes Wünschen, Eigensinn, unfolgsame Kranke. Wolllust, Neid, Hass, Undankbarkeit, törichtes Tauschen und noch viel mehr.
Brant griff auf das überlieferte Wissen vergangener Jahrhunderte zurück, das besagt, daß die Weisheit ein Geschenk Gottes ist und "Tumbheit und Töperhaftigkeit" durch die fehlende Erleuchtung des heiligen Geistes entstehen."""""""




Lositheed - 12.05.2006 um 19:07 Uhr

Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse 15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253

Zitat:

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Der Narr im mittelalterlichen Verständnis war als eine geistesblind dahindämmernde, gottesverachtende Figur dargestellt. Sehr deutlich wird dieses Bild auch in den Gemälden von Hieronymus Bosch.
Ein ähnlich gottloses Bild meiner frühen Kollegen zeichnete auch Thomas Murner in seiner "Narrenbeschwörung" (1512), für den die Narren die Zerstörer der Weltordnung waren.



Erst bei dem Humanisten und Augustinermönch Erasmus von Rotterdamm (1466 - 1536) wurden meine beruflichen Vorgänger in ein besseres Licht gerückt. Er drängte auf Ausgleich und Harmonie und suchte den Zusammenhang von Antike und Christentum, von Sokrates und Christus, von Vernunft und Menschlichkeit.
Sein "Lob der Torheit" (1511) zeigte eine positive Sicht der Narrengestalt. Der Narr verfügte nun über schöpferische Kräfte und ist Beweger der Phantasie. Erasmus von Rotterdamm will nicht belehren oder erziehen, er sieht in der heilsamen Torheit die wahre Weisheit und in der eingebildeten Weisheit die wahre Torheit.
Seine Auffassung war auch kirchenkritisch, den für ihn stand der Narr, der Tor in der Nachfolge Christi. Er war der Träger einer höheren Weisheit, der anerkennt, daß die wahre Weisheit allein bei Gott liegt.

Und damit hat er eigentlich gar nichts Neues erfunden, sondern nur gründlich in der Bibel gelesen. Denn Paulus sprach schon: "Wie einem Toren hört mir zu, denn ich spreche nicht im Herrn, sondern wie in der Torheit" (2. Kor. 11, 16 - 17) und "Wir sind Toren um Christi Willen" (1. Kor. 4,10).




Und mit der Figur des Till Eulenspiegel bekam der Narr eine ganz neue Facette: er war fortan nicht mehr das personifiziert Laster, sondern eine Persönlichkeit, deren Streiche man genußvoll liest. Till Eulenspiegel bezeichnete sich selbst als Narren, als Toren und das war auch die Rolle, die er spielte. Er sagte unter dem Mantel der Narrheit die Wahrheit.

Von Till Eulenspiegel starkt beeinflußt sind die weisen Narren bei William Shakespeare, denn auch dort sind es äußerst vielschichtige Charaktere, wie zum Beispiel der Narr in König Lear, der närrische Spaße macht, während er bitterlich um seinen König leidet.





Hier kommt auch der Begriff "Clown" ins Spiel, abgeleitet vom lateinischen colonus, was soviel wie Bauer oder Landmann bedeutet. Clown steht dann im Englischen ursprünglich für Bauer, im umgangssprachlichen auch für den ungewollten Tölpel und im übertragenen Sinne für einen Spaßmacher. Konkret belegbar mit dem ungewollten Tölpel Malvolio in "Was ihr wollt" und dem Spaßmacher Lancelott Gobbo im "Kaumann von Venedig".
Und wenn wir gerade dabei sind: der englische "fool" (altfranzösisch fol) stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Blasebalg, umgangssprachlich aber auch "Windbeutel". Und auch "fool" hat drei Bedeutungsebenen, im eigentlichen Wortsinn ist es ein Wahnsinniger, ein Geistesgestörter. Der "natural fool" wird aber auch als Idiot und Tölpel gedeutet und der "artificial/domestic fool" schließlich ist der berufsmäßige Spaßmacher.



Doch kommen wir nun zu den Hofnarren. Anfangs - im 12. Jhd - waren das nur Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, ohne Bürgerrechte. So schlimm das nun klingen mag, für die damalige Zeit bedeutete das ein gesichtertes Einkommen, allerdings war man der Willkür ausgesetzt.
Bei Shakespeare beginnend entwickelt sich durch die Figur des Honarren der Narr als Künstler. Immer öfter fand man Schauspieler als Hofnarren, die oft vom Herrscher auch als Ratgeber geschätzt waren. Der Begriff der Narrenfreiheit findet hier seinen Ursprung, es war die Freiheit alle zu duzen, die Wahrheit zu sagen und vieles mehr. Gleichzeitig war der Narr auch in einer Opferrolle, denn er fing die Launen des Königs au, suchte ihn zu erheitern und war ihm stets zu Diensten.




Es entwickelte sich eine richtige Zunft der Narren mit entsprechenden Zunftzeichen. Die Narrenkappe war ursprünglich eine Eselsohrenkappe mit Hahnenkamm (der Esel als der Dumme, der Hahn als der Eitle), dazu kam das Narrenzepter, auch Marotte genannt. Diese Marotte trug oft das Ebenbild des Narren als Warnung vor Selbstgefälligkeit.

Die Rollen von König und Hofnarr findet man übrigens heute wieder beim Weißen Clown und dem Dummen August. Aber dazu später mehr.

Im Absolutismus unter Ludwig dem XIV. (1643 - 1715) waren galante höfische Vergnügungen wie Bälle, Hoftheater und Ballett mehr gefragt, die Zeit des Hofnarren war vorbei.




Lositheed - 12.05.2006 um 19:10 Uhr

Diese Nachricht wurde von Lositheed um 19:18:49 am 12.05.2006 editiert

Hier ein paar auszugsweise Bemerkungen zum Clown sein
von

Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse 15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253

Zitat:

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Gegen Ende des 16. Jhds entstand in Italien die Comedia dell´ arte. Berufskomödianten spielten Stegreifkomödien mit festgelegten Rollen, mit typischen Figuren, in denen die Zuschauer sich selbst entdecken konnten. Da war der eifrige Diener, der lächerliche Alte, der Aufschneider und das junge Liebespaar und jeder Figur trat mit einem spezifischen Dialekt auf.

Arlecchino mit seinem Witz, darf hier als der erste direkte Vorläufer des Clowns gelten, birgt doch jeder Arlecchino alle vorhergehenden Arlecchinos in sich, mit alle ihren Sprüchen, ihrer Erfahrung und ihrer Weisheit.


Das Spiel folgte immer bestimmten, sich wiederholenden Mustern, die den Rahmen für Improvisationen gaben. Kurze Pauseneinlagen - "Lazzi" genannt, gaben die Möglichkeit, den weiteren Handlungsverlauf spontan neu zu bestimmen. Typische Lazzi waren z.B. der Kampf mit einer (unsichtbaren) Fliege, Tortenschlachten, Einseifen und Rasieren und wurden später zu Clownsnummern.
Übrigens nahmen die Schauspieler in ihren Lazzi gerne auch lokale Obrigkeiten aufs Korn, und könnten somit als die ersten Kabarettisten gelten.

Moliere und Goldoni gelten als schriftstellerische Erben der Comedia dell´ arte, durch die literarische Festlegung entfielen jedoch alle Improvisationen.


Im Laufe der Zeit entwickelten sich zwei Figuren, Harlekin und Pulcinella.
Pulcinella war eine Dienerfigur, faul, in weiße Gewänder gekleidet, daraus entstand später der Pierrot. Harlekin war der Einfache, der Dumme, wurde mit der Entwicklung der Figuren zum Hanswurst. Beide boten genügend Identifikationsmöglichkeiten für Jedermann in Szenen die direkt aus dem Alltag der Zuschauer gegriffen waren.
Der Hanswurst wurde zur Theaterfigur, von Schauspielern aufgegriffen, von Schriftstellern verarbeitet (Stranitzky, Lessing, ...).


Die reinen Toren, die Dummen im Märchen könne auch als Vorläufer des Clowns betrachtet werden. Verachtet, ausgelacht, verprügelt und beschimpft, waren sie von kindlichem Gemüte, treuherzig und wahrhaftig frei von Egoismus und Hochmut - dabei immer offen für höhere Weisheit. So hieß es im Simplizissimus " .... hat nichts als edle Unschuld und Einfalt." Literarisch verarbeitet in vielen berühmten Werken: Dostojewskis "Idiot", "der kleine Prinz" oder Kaspar Hauser um nur einige zu nennen.



Der Zirkus in seiner heutigen Form existierte zur Zeit Kaspar Hausers (1812 - 1833) noch nicht, jedoch entsanden die ersten fahrenden Menagerien, die seltene Tiere und menschliche Abnormitäten ausstellen. Die dort präsentierten "natural fools" und "freaks" sind später dann vor allem in den Sideshows der amerikanischen Zirkusse traditionsreich geworden.
Diese Zuschaustellung sollte aus heutiger Sicht aber nicht nur negativ gewertet werden, denn für viele "freaks" bedeutete das ein Auskommen.

Viele mittlerweile arbeitslos gewordene Narren, Gaukler, Schelme, Harlekine und Hanswurste fanden bei diesen fahrenden Gruppen eine neue Heimat.

Schon seit ca. 1750 führten Kunstreiter akrobatische Kunststücke vor. Sie gaben Gastspiele und bauten Manegen und Amphitheater. Philip Astley in London ließ sogar ein Theater mit Bühne und Manege bauen, in dem sich vor allem die gehobene Bürgerschaft unterhalten ließ. Astleys Richtung mündete mehr in Militaryreiterei, während der spätere Zirkus mehr aus den spanischen Hofreitschulen und italienischen Rferdeballetten hervorging.

Doch zurück zum Clown. Die Nationalversammlung in Paris erließ 1791 ein Dekret, das jedem Bürger erlaubte ein Theater zu gründen. So entsstanden viele Theater, auch Astley ließ in Paris "Astleys Amphitheater" bauen. In der Wirren der frz. Revolution mußte er aber Paris verlassen und mit dem Bürger Antoine Franconi übernahm der Gründer einer der berühmtesten Zirkusdynastien das Amphitheater.

Napleon - selbst Theaterliebhaber - erließ 1806 ein Dekret, das die Anzahl der Theater limitierte und jedem Theater ein ganz bestimmtes Genre zuwies.
Franconis Cirque Olympique durfte Mimodramen zeigen, Reiterdressuren und Dressurakte sowie Geschicklichkeits- und Kraftakte.
Die Spectcles de la Curiosité durften in nichts an die dramatischen Theater erinnern, sie zeigten Marionetten, Automaten, Panoramen und Schattenspiele ebenso wie Akrobatik und Seiltanz.
Im Théatre de la Gaieté spielte man Farcen und Harlekinaden während im 1813 eröffneten Spectacle des Funambules ausschließlich Geschicklichkeitsspiele (Jonglieren), Springernummern und Seiltanz gezeigt werden durften. 1815 erhielt das Funambules jedoch die Erlaubnis für Harlekinpantomimen ohne jedes gesprochene Wort.


Dort debütierte 1816 der erste große Vorläufer des Clowns - Jean Babtiste Debureau - mit seiner Pantomime "Der Arzt".

Mit seinem losen weißen Kittel mit langen weißen Armeln, den weiten weißen Hosen, der schwarzen Kappe und dem schneeweisen Gesicht erschuf er den unvergessenen französischen Pierrot, ganz ohne die Dummheit und die Plumbheit der italienischen und englischen Vorgänger.

Debureau wurde berühmt, faszinierte auch Literaten und Künstler und der faszinierende Film "Die Kinder des Olymp" setzte ihm ein würdiges Denkmal.

Die Zirkusse des 19. Jhds. zeigten immer gigantischere Inszenierungen und der "Clown" fand jetzt überall zutritt.

Joe Grimaldi (1799 bis 1837) erreichte seine Wirkung vor allem durch schauspielerische Techniken, war also noch kein "richtiger Clown" trotzdem wird ihm zum Gedenken in London jedes Jahr zu Ostern ein Clowngottesdienst abgehalten.

1835 erstrahlte im Olympique ein neuer Stern: Auriol (1806 - 1881). Er trat in einem modernisierten Narrengewand auf, mit Schellenkappe und ungeschminkt. Er war Springer, Jongleur, Äqulibrist, Seiltänzer, Reiter und Komiker zugleich. Er trat später auch im deutschen Zirkus Renz auf, berühmt ist heute noch sein Flaschenkunststück:
Auf einem Tablett mit Flaschen tanzte er Polka, warf eine Flasche nach der anderen um und stand schließlich auf Zehenspitzen auf der letzten Flasche.

Von nun an ging es schnell mit der Entwicklung des Clowns. Im Zirkus Renz berühmt geworden ist Tom Belling (1843 - 1900).
Im väterliche Zirkus arbeitete er als Voltigeur, Parterrespringer, Drahtseilkünstler, Jongleur, Taschenspieler, Schulreiter, Violinvirtuose und Glasharmonikaspieler, kam dann durch einen Zufall zum Zirkus Renz und fiel dort grandios durch und entwickelte damit die Figur des Dummen August. In der Folgezeit trat der dumme August immer mit einer anderen Figur zusammen auf: mit dem Weißclown.""""""""




Lositheed - 12.05.2006 um 19:11 Uhr

Diese Nachricht wurde von Lositheed um 19:19:26 am 12.05.2006 editiert

Hier ein paar auszugsweise Bemerkungen zum Clown sein
von

Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse 15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253

Zitat:

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Zuerst spielten sie nur Reprisen der Nummern, karikierten das Gesehene und durften andere bis hinauf zum Direktor parodieren.
(Wer diesem Artikel bisher aufmerksam gelesen hat, der wird jetzt ausrufen: Wie in der Commedia dell arte ! ... ;o) ... ).

Dann entstand aber immer deutlicher das Entrée als eigenständige Nummer. Auch die Kostüme wurden klarer:
DerWeißclown elegant in einem Kostüm aus Samt und Seide, Pumphose bis zu den Knien, Seidenstrümpfe, elegante Schuhe, Gesicht und Hals weiß, Mund und Ohren rot mit schwarzen Strichen als Augenbrauen.
Der August hatte zu große Kittel, die entweder schlecht geschnitten waren, zu groß oder zu weit, unförmige Hosen (geflickt) und viel zu große Schuhe.



Der echte Zirkusclown war erschaffen, aus den Zirkus und seiner Struktur heraus gewachsen.



Federico Fellini hat einige sehr schöne Gedanken über das Verhältnis von Weißclown und August formuliert, die ich Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte.

"Wenn ich Clown sage, denke ich an den August; freilich sind da die beiden Figuren: der weiße Clown und der August. Der erste ist Eleganz, Grazie und Intelligenz, Klarheit - alles, was sich moralisch als ideale, einziggültige Lage, als indiskutierbare Gottheit anbietet.

Und da erscheint der negative Aspekt dieser Angelegenheit. Denn so wird der weiße Clown zur Mama, zum Papa, dem Meister, dem Künstler, dem Schönen, kurz, zu dem, was man tun sollte. Der August der von dieser Perfektion fasziniert wäre, wenn sie nicht so deutlich zur Schau getragen würde, der revoltiert. Er sieht, daß der Flitter leuchtet, doch macht die Aufgeblasenheit, mit der er sich darstellt, den weißen Clown unerreichbar.
August ist das Kind, das unter sich kackt, er rebelliert gegen diese Perfektion, besäuft sich, wälzt sich auf dem Boden und belebt daher den ständigen Widerspruch. Es ist der Kampf zwischen dem stolzen Kult der Vernunft, der zum anmaßenden Kult des Ästhetizismus wird, und dem Instinkt, der Freiheit des Triebes.


Der weiße Clown und der August - es sind Lehrerin und Kind, Mutter und Lausbub, man könnte auch sagen: der Engel mit dem feurigen Schwert und der Sünder.
Es sind die beiden Haltungen des Menschen, der Drang nach oben und der Drang nach unten, getrennt, geschieden.
Der Film (Die Clowns) endet so: die beiden Gestalten kommen einander entgegen und gehen miteinander von dannen. Warum rührt diese Situation ? Weil diese beiden Gestalten einenMythos verkörpern, den wir alle in uns tragen. Versöhnung der Gegensätze, die Einheit des Seins.
Was im steten Krieg zwischen dem weißen Clown und dem August schmerzt, hat nichts mit der Musik und dergleichen zu tun, es ist unsere Unfähigkeit, die beiden zu versöhnen. Denn je mehr du den August nötigen willst, diese Geige zu spielen, desto schrillere Trompetentöne läßt er hören. Auch verlangt der weiße Clown. daß der August elegant sei. Der wird aber umso verlumpter, unbeholfener, staubbedeckter, je autoritärer das Gegenteil verlangt wird.



Er ist das vollkommene Sinnbild einer Erziehung, die das Leben idealisierend und abstrakt anbietet. Doch sagt Lao Tse: wenn du dir einen Gedanken machst (der weiße Clown), so lache darüber (der August). So ist der weiße Clown der Bourgeois, auch weil er mit seiner Persönlichkeit so erscheinen will, daß er Eindruck macht. Schon im Anblick ist er wunderbar, reich, mächtig, das Antlitzweiß, gespenstisch, der Mund durch einzigen Strich gezeichnet, hart, unsympathisch, abweisend, kalt. Die weißen Clowns wetteifern stets, wer das prunkvollste Gewand trägt (Krieg der Kostüme). Berühmt war Theodor, der für jeden Tag des Jahres ein anderes Kostüm besaß. Der August ist im Gegenteil auf einen einzigen Typus fixiert, der sich weder wandelt noch Kostüme wechselt.
Die bürgerliche Familie ist eine Versammlung von weißen Clowns, worin das Kind in die Lage des August gedrängt ist. Die Mutter sagt: »Tu dies nicht, tu jenes nicht.« Wenn man die Nachbarn einlädt und das Kind ein Gedicht aufsagen muß (»zeig den Herrschaften, was du kannst«), dann hat man eine typische Zirkussituation."


Soweit Federico Fellini. Wichtig für das richtige Verständnis dieser Zirkusclowns erscheint mir die Unterscheidung zwischen Theater und Zirkus.
Während im Theater alles nur Theater ist, gibt es im Zirkus echte Gefahr. Dem Zuschauer stockte der Atem, deshalb gab es als Ausgleich die Clowns zum ausatmen und entspannen.
Dies war schon immer eine wichtige Funktion der Clowns. Ohne autonomen künstlerischen Anspruch mußte der Clown seine Aufgabe erfüllen, und so wurde er auch nicht nach Metier sondern nach Funktion eingeteilt:
- Teppich - oder Massenclowns (in der Anfangszeit am Häufigsten)
- Reprisenclowns (mit Sprechstallmeister als Stichwortgeber )
- Entréeclowns (abgeschlossene Nummern)
- Exzentrikclowns (Stars mit eigenen Nummern und Programmen ohne Bezug
zum Zirkusprogramm)

Nach der Jahrhundertwende nahm die Zahl der Zirkusse in Europa stark zu. Gefragt waren weniger Massennummern dafür mehr Einzelnummern, spezialisiert mit Höchstleistungen.
Nach dem ersten Weltkrieg gab es außer Zirkus Krone / München nur noch fahrende Zirkusse.
Dort hat sich der Clown im Laufe der Zeit zu einer eigenständigen Figur entwickelt.


Charlie Rivel Ganz berühmt war Grock (Adrian Wettach 1880 - 1959) dessen Nummer mit Stuhl und Geige noch heute als "nit möööööglich" in Erinnerung ist.

"Akrobat schööön" Charlie Rivel (1896 - 1987) und die berühmten Fratellini (ca. 1877 - 1961) standen Grock in nichts nach.
Oleg Popov (geb. 1930) wurde wie Tom Belling durch Zufall zum Clown. Sein Stern begann zu leuchten, als er den Pausenclown vertreten mußte.

Ich selbst hatte die Ehre und das Vergnügen, ihn mehrmals live zu sehen und war von seiner Ausstrahlung tief beeindruckt.

Viele große Clowns und Clowninnen kann man heute in Theatern und auf Bühnen bewundern. Es gibt viele, die man einfach gesehen haben muß: Dimitri, Gardi Hutter, Avner Eisenberg, Peter Shup, Eric Boo, Antoschka und natürlich ........"Harry" und "Clown Dido"......;o)

Schlußbemerkung:

Diesen Artikel habe ich vor vielen Jahren Jahren als Vortrag mit anschließendem Auftritt gehalten. Mittlerweile haben sich viele Schüler diesen Vortrag "ausgeliehen" um als ihn als "ihr" Referat in der Schule zu halten.

Liebe SchülerInnen: meldet Euch bitte vorher bei mir, damit ich Euch ein paar Tipps geben kann bezüglich Literatur etc., denn sonst kommt Ihr bei Fragen leicht ins Schwitzen.

Stefan Schlenker ° Clownerie und Kleinkunst ° Lirerstrasse 15a ° A 6844 Altach beim Bodensee ° 0043 5576 42253""""""




Lositheed - 25.05.2006 um 00:12 Uhr

Freitag ist es soweit.
Lositheed als Clown Eddy wird
von
Maroll
http://www.maroll.de
begleitet




Lositheed - 25.05.2006 um 16:47 Uhr

Der gesamte Beitrag über die Clown`s
von
Stefan Schlenker
kann unter folgendem Link
nachgelesen und auch als pdf
Datei heruntergeladen werden
http://www.clowns.cd/clownerie.html




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