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Kunstforum: ein Zitat von Andy Goldsworthy


Aktuelle Zeit: 21.04.2026 - 12:51:37
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Forum > Aktuelles > ein Zitat von Andy Goldsworthy
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Autor
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Thema: ein Zitat von Andy Goldsworthy
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

Geschlecht:
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| Eröffnungsbeitrag |
Abgeschickt am: 17.10.2005 um 22:02 Uhr |
Zitat:
Sehen, Fühlen,das Material, der Ort und die Form sind für
mich untrennbar mit der entstehenden Arbeit verbunden. Es
ist schwer zu sagen, wo das eine beginnt und das andere
aufhört. Den Ort entdecke ich gehend, die Richtung wird vom
Wetter und von der Jahreszeit bestimmt. Ich gebe mich mit
den Möglichkeiten zufrieden, die mir der Tag bietet; wenn es
schneit, arbeite ich mit Schnee, im Herbst mit Laub. Ein
Umgefallener Baum dient mir als Lieferant von Ästen und
Zweigen. ...
Andy Goldsworthy in der Einleitung zum gleichnamigen Buch
Sind das nicht wundervolle Worte und eine bewegende
Bedeutung.
Mich berühren seine Arbeiten zu tiefst sind sie doch so eng
mit der Natur verbunden.
Es ist einfach faszinierend was er schafft und es lässt sich
mit Worten kaum beschreiben.
Wer kennt Andy Goldsworthy noch und kann Eindrücke
schildern?
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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talasim
Mitglied
 9 Forenbeiträge seit dem 19.04.2007

Geschlecht:
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| 1 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 29.05.2007 um 09:28 Uhr |
Hallo fluuu
Gerade bin ich über dein uraltes Thema gestolpert. Da
erwartest du wahrscheinlich schon lange keine Antwort mehr. 
Andy Goldsworthy ist für mich ein Magier. Eigentlich DER
Magier schlechthin. Als ich den Film Rivers and Tides sehen
durfte, versank ich in eine andere Welt. Eine magische Welt
die ich in gewisser Weise auch erlebe, wenn ich in der Natur
verweile um meine Naturmaterialien für die Skulpturen zu
suchen. Die Sinne weit offen zu haben und mich nur auf die
Umgebung, Ihre Farben, Formen, Geräusche, Gerüche usw. zu
konzentrieren ergibt sehr reiche, befriedigende Momente in
meinem Leben.
Goldsworthy hat natürlich durch die Art seiner Arbeit, die
direkt in der Natur und mit der Natur stattfindet, eine ganz
besondere Beziehung zur Natur. Er schwingt im Takt der
Natur, erfühlt ihren Rythmus, ihre Gesetze usw. Er lebt die
Natur wie ich es nie könnte. Ein wahrlich beeindruckender Mann.
Lg talasim
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

Geschlecht:
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| 2 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 03.06.2007 um 13:33 Uhr |
Hallo talasim,
das ist ja schön, dass hier noch eine Reaktion stattfindet,
hatte es sehr bedauert, dass niemend auf diesen Thread
reagiert hat und niemandem hier im Forum Andy Goldsworthy
etwas sagt.
Ja, der Film ist sehr beeindruckend, gerade in unserer
heutigen Zeit, habe ihn im Kino gesehen und war berührt. In
dem hohen Grade der Zivilisation in dem wir und befinden in
den Industriestaaten ist die Arbeitsweise von Andy
Goldsworthy eine riesengroße Wohltat. Viele seiner Objekte
sind auf Vergänglichkeit angelegt, werden zwar akriebisch
fotografiert und in Bildbänden rausgebracht (habe zwei
geschenkt bekommen) aber die Naturobjekte selbst vergehen
wieder. Manchmal muss er mehrere Versuche unternehmen um ein
Objekt aufzubauen, wieviel Beharlichkeit, Geduld und Ruhe
sind dafür notwendig. Das ist ein Lebensinhalt und eine
Arbeitsweise die ich nur beneiden kann, es ein ganz kleines
bischen versuche auch zu leben aber im Ganzen gelingt es mir
nicht, leider...
Was mir besonders an ihm gefällt ist, dass er so schlicht
und bodenständig wirkt und nicht die geringsten Anwandlungen
eines Heilers, eines Weltverbesserers oder eines anderen
Missionars hat. Seine Arbeits- und Lebensweise sind ein
Vorbild für mich auch wenn ich meinen eigenen Rythmus leben
möchte...
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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Andre
Mitglied
 1 Forenbeitrag seit dem 03.07.2007

Geschlecht:
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| 3 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 03.07.2007 um 23:32 Uhr |
Hallo liebe Leute,
hier gibt es noch einen leidenschaftlichen Goldsworthy -
Fan! Kenn den Fim Rivers and Tides auch schon seit geraumer
Zeit. Hab ihn zufällig mal auf Arte gesehen und ihn mir
sofort am nächsten Tag bestellt. Mich haben sehr viele
Szenen stark beeindruckt. Er zeigt mit seiner NaturKunst
sogar viele Parallelen zum gesellschaftliche Leben. Zum
Beispiel sagt er: Er kann oder möchte nicht gerne mit
Handschuhen arbeiten, denn der muss das Material fühlen um
damit zu arbeiten, man gibt ja auch keinem Menschen die Hand
mit Handschuhen.... Oder er sagt verzweifelt wie er das
Stein-Ei baut und welches immer wieder zusammen bricht: To
many unknows, zu viele unbekannte Steine, er kann nicht
einschätzen wie sich das Gesamtbauwerk verhält. Das ist eine
gute philosphische These zum realen Leben, welches ja auch
irgendwie ein Gesamtbawerk ist. Das was sich unter der
Oberfläche befindet wirkt sich auch auf die Oberfläche aus
(Stein im Bach und die Delle des fließenden Wassers darüber)
oder sein letztes Werk im Museum wo er die Haare seines
Dorfes verarbeitet hat. Seine Werke sind immer nur
temporarär und verändern sich sogar in Form und Farbe mit
dem Zersetzungsprozess der verwendeten biologischen Stoffe.
Und immer arbeitet er gegen die Zeit was er als Antrieb
nutzt. Einfach genial der Mann. Ich beneide Menschen die so
einen innigen Kontakt mit der Natur aufbauen können.
Wahrscheinlich lebt er sehr gewissensvoll und nicht so
verschwenderisch wie viele andere Menschen.
Nett auch mal Fans von Goldsworty getroffen zu haben.
Tschüss
Andre
Tonnelier
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Fluuu
Mitglied
    725 Forenbeiträge seit dem 18.10.2003

Geschlecht:
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| 4 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 01.10.2007 um 11:17 Uhr |
Diese Nachricht wurde von Fluuu um 11:18:31 am 01.10.2007
editiert
Hallo Andre,
schön, dass Du Andy Goldsworthy und seine Landart auch für
Dich entdeckt hast. In anbetracht der aktuellen Stimmungen
und Parolen ist die Arbeit und Philosophie von ihm eine
echte Wohltat, denn sie ist ehrlich und authentisch und
versucht nicht die Gehirne junger Menschen politisch zu
manipulieren, dass sie brav mittrotten und das vorgeäffte
nachschreien. Bei Goldsworthys Arbeiten muss man selbst den
Prozess der Naturgewalten für sich nachempfinden, er stößt
den Gedanken nur an, den Prozess entwickeln wie die
Naturgewalten und die menschlichen Gesetze funktionieren
begreift man durch die im Wandel begriffenen Objekte. Nichts
ist ewig, alles verändert sich und wenn man einen kleinen
Impuls gibt, kann das Einfluß aufs Ganze haben ohne
Massensuggestionen betreiben zu müssen, die Authentizität
ist letztendlich das Stärkste was der Mensch empfinden kann
wenn er es sich bewusst macht...
gruß fluuu
http://www.fluuu-bilder.de | künstlerische Fotografie
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Me-i
Mitglied
 1 Forenbeitrag seit dem 05.09.2010
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| 5 Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 05.09.2010 um 13:12 Uhr |
liebe leut hier,
der letzte beitrag ist ein liebes weilchen her, und die
zeitspanne hinter mir wirkt lang ehe ich auf goldsworthy
traf. in rivers&tides scheint g den Begriff Zeit "in
die Hand zu bekommen". Zeit und Raum, "Hier&Jetzt,
diese Ausdrücke ziehen mich an und der film zeigt mir was
sich hinter diesen Begriffen auftut. auch die person
goldsworthy hinterläßt einen warm-menschlichen eindruck bei
mir. dusty miller ist einer, dem ich eine ähnliche Erfahrung
verdanke.
was mich beim film besonders ergreift ist das erlaubte
Scheitern. der eigene wille und das Eigene der Natur
kooperieren miteinander, die darin liegende Trauer, die
Liebe, das einwilligen.
g hält die gegensätze für eine einheit. was den gegensatz
aufhebt und das ist wohltuend.
ich war beim arbeiten empfänglicher für emotionale
schwingungen, das andere mal fühlte ich mich geerdeter in
einer Begegnung, die bisweilen was unangenehmes hatte.
vielleicht deshalb, weil natur (und das gehört auch zu
meinem kunstbegriff) mich an das Sein bindet worin
unangemessene Angst keinen Platz hat.
Vielleicht noch was zu Dusty Miller. Er hielt im 07/09 einen
Vortrag über Energie-Eigenschaften von Bäumen. Das sprach
mich an aber am meisten danke ich ihm für seinen
"Klang". Er ist über 80, trug mit einer regen
Konzentration, lebendigen Augen und einer Stimme vor, die
scheinbare Gegensätze vereinbarte. Hier Sanftheit und
Bestimmtheit und vielleicht Ablehnung und Achtung. Er sprach
zB über Sommer- und Wintereichen: Wintereichen (langer
Blattstiel, die Früchte sind nahe am Zweig) stehen für
Weisheit und Intellektualität. Sommereichen für
Geselligkeit, auch Banalität. So wie er sprach, verbreitete
er für beide Aspekte Achtung und Würde.
Diese Erfahrung berührte mich sehr und fand ich
beeindruckend.
danke fürs lesen und schreiben!
me-i
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