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Vernissage Wagnis zur Stille HONNEFER SONNTAGSZEITUNG l NR.26 29.Juni 2003 •: 2. Jahrgang
(Nr. lt6) AUSSTELIUNGSERÖFFNUNG IN DER GALERIE 50 RHEINBREITBACH (GUDRUN VON SCHOENEBECK) Die Kraft in der Arbeit spüren Die seelische Verfassung, in der sich die Malerin während ihrer Arbeit an der Staffelei befindet, hätte man früher vielleicht mit „hingebungsvoll" beschrieben, heute, auf neudeutsch, würde man von einem „flow"-Erlebnis sprechen. Gemeint ist das Gefühl, hundertprozentig bei einer Sache zu sein. Die Zeit zu vergessen und erst nach getaner Arbeit wieder in der Wirklichkeit aufzutauchen. Doris Lenz kennt dieses Gefühl nur zu gut, das Abtauchen in die Farben und Formen auf der Leinwand, bei dem sie Vernunft und Reflexion des eigenen Tuns bewusst vermeidet. Ihre Bilder entstehen aus dem Gefühl des Augenblicks, die Farben wählt sie intuitiv, Skizzen macht sie keine. „Ich gehe ganz von mir aus, lasse mich auf den Moment ein und spüre ihm nach. Erst spät trete ich dann von der Staffelei zurück, um Abstand zu gewinnen und zu sehen, ob das Bildfertig ist." Wenn das der Fall ist, und erst dann,erhält das Werk den passenden Titel, der genauso intuitiv und spontan vergeben wird, wie es der Schaffensprozess selbst ist. Auf diese Weise hat die Künstlerin eine Vielzahl von Bildern geschaffen. Eine Auswahl ihrer enormen Produktivität zeigt sie nun ab kommenden Samstag in der Galerie 50 in Rheinbreitbach. Deutlich vermittelt sich die Impulsivität und Expressivität der Künstlerin in ihrem Werk, verbunden mit einem sensiblen Gespür für Farbe, Form und Proportion. Die Acrylfarbe trägt sie nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit Händen, Spachtel, Schwamm oder Telefonkarte auf, sie tropft und spritzt die Farbe und mischt auch schon mal Sand unter, um plastische Effekte zu erzielen. „Ich muss die Kraft in der Arbeit spüren", sagt sie, „oft bin ich körperlich ziemlich erschöpft, wenn ich das Bild beendet habe." Seit kurzem hat sie ein Atelier in Bonn-Beuel angemietet, das ihr neuen und notwendigen Freiraum bietet. Dort kann sie sich ganz der künstlerischen Arbeit widmen, Malutensilien liegen lassen oder an mehreren Bildern gleichzeitig arbeiten. Das war in der Honnefer Wohnung, die sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn teilt, nicht möglich. Als Leiterin einer Bonner Kindertagesstätte ist Doris Lenz außerdem noch voll in ihrem Beruf gefordert, doch der Wunsch und das Bedürfnis, sich ganz und mit allen Konsequenzen der Kunst zu widmen, wird immer stärker, die Anziehungskraft des Ateliers immer größer. Wenn ihr Sohn in ein paar Jahren zum Studieren das Elternhaus verlässt, möchte sie all ihre Kraft in die künstlerische Arbeit stecken. „Ich habe unendlich viele Ideen, die ich alle in einem Büchlein festhalte, damit sie mir nicht verloren gehen." Der Wille, sich künstlerisch zu entwickeln, und die Freude am Experiment bergen neue Möglichkeiten für die Malerin. „Ich könnte mir vorstellen, die Abstraktion zugunsten der menschlichen Figur vorsichtig zu verlassen, und ich würde gerne noch mehr plastische Elemente in meinen Bildern einarbeiten." An ihrem Lieblingsplatz, einem besonders geformten Baum auf der Insel Grafenwerth, lässt sie sich für aktuelle Arbeiten und zukünftige Vorhaben inspirieren. Die Ausstellung „Wagnis zur Stiile" wird am Samstag, 5, Juli, um 17 Uhr in der Galerie Hauptstraße 50 in Rheinbreitbach eröffnet. Bis zum 15.September ist sie dienstags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Dieser Artikel wurde von Doris Lenz an folgendem Datum: 2022-03-06 22:20:07 eingestellt. Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von xarto.com übereinstimmen. zurück zur Artikelübersicht
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