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Von Strukturpaste und lexikalischer Bedeutung Aus gegebenem Anlass möchte ich gern auf den Zusammenhang
von Wahrnehmung und Bedeutung eingehen.In der Sprachwissenschaft unterscheidet man zwischen der lexikalischen Bedeutung eines Wortes, das heißt: die Bedeutung die allgemein mit einem Begriff verbunden ist, und der Konnotation, die man auch als persönliche Zusatzbedeutung bezeichnen könnte. Nehmen wir als Beispiel das Wort "Fahrstuhl", dann weiß jeder, was das ist. Für jemanden aber, der in einem brennenden Fahrstuhl war, mag die Konnotation in Richtung "Feuerstuhl" gehen. In der Psychologie beschreibt man den Grad der geistigen Verwirrung auch als Grad der Abweichung von der lexikalischen Bedeutung. Und wenn jemand beim Wort Fahrstuhl anfängt zu schreien und wegzulaufen, dann ist er gewiss ein wenig verrückt. Mir sind einige Gemälde besonders dadurch aufgefallen, dass sie unter Zuhilfenahme von Strukturpaste und weiterer Kunstgriffe eine abstrakte Form verliehen bekommen, diesem Gebilde aber ein ganz konkreter Name zugeordnet wird, zumeist sogar ein ganz berühmter. Mit Verlaub, wenn man wenigstens noch "Mein XXX" sagen würde, oder auch "Feeling YYY", so könnte man erkennen, dass es sich um eine Konnotation handelt. Anders aber ist es einfach eine Verrücktheit. Und in der Tat scheint die menschliche Verständigung darunter zu leiden, dass es keine Konsense mehr über Bedeutungen gibt, zumal offensichtlich auch immer mehr historisches Wissen verloren geht. Es gibt "Insiderclubs", die jeweils eine Art von Interpretation gemeinsam pflegen und sich gegenseitig darin bestärken, aber breiten Konsens gibt es nicht mehr. War der Turmbau von Babel an Sprachvielfalt gescheitert, so scheitert die moderne Kommunkation an Bedeutungsvielfalt bzw. narzistischer Wahrnehmung nur der eigenen Bedeutungsvariante. Ich entschuldige mich auch für meine komplizierte Sprache samt Fremdworten. Es ist in der Tat völlig unmöglich, sich mit so komplizierten Sachverhalten zu befassen. Ein wenig Strukturpaste mit diversen Farben verrührt, gekonnt auf die Leinwand geworfen und "Michel Angelo" dran geschrieben: schon versteht einen jeder, oder? Dieser Artikel wurde von an folgendem Datum: 2022-03-06 22:20:07 eingestellt. Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von xarto.com übereinstimmen. zurück zur Artikelübersicht
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