Start | Neu | Forum | Artikel | Bildersuche | Künstler | Kommentare | Galerien | Verweise | Lexikon | Anmelden |
|
Neulich im öffentlichen Nahverkehr Es gibt Tage, da muss auch Frau S. das geschützte Heim
verlassen, sich 72 Stufen in die Tiefe quälen, nur um in der
City Beute zu machen, sprich einzukaufen. Jetzt bin ich
bekanntermaßen zwar eine begeisterte Autofahrerin, aber die
Frankfurter Innenstadt schreit nach öffentlichen
Verkehrsmitteln, denn die Alternative mit Blick auf das
Budget heißt: Einkaufen oder Parkhaus. Insbesondere, wenn
das Ziel die „Kleinmarkthalle“ ist, wo es wirklich
ausgesuchte Leckereien zu kaufen gibt, die nicht immer ganz
billig sind. Aber, was tut man nicht alles für eine
ausgewogene Mahlzeit!Also hopp aus dem Haus und in den Bus! Man wohnt ja verkehrsgünstig. Schnell einen Sitzplatz gesucht und schon geht es los. Hinter mir. Mobilfongeklimper. Eine leicht schrille weibliche Stimme: „Wos is? Ja. Ach Alda, wo bissu denn? Kommsu in die Stadt. Kommsu Hauptwache. Echt hat sie? Ey voll krass ey.“ Oh weh, denkt sich Frau S., da hat Aishe sich wohl mit Hassan verabredet. Verstohlen schaue ich mich also um und muss feststellen, dass Aishe nicht nur blond, also echt blond ist, sondern auch noch Bärbel heißt, wie soeben Bärbels Sitznachbarin bestätigt. „Ey Bärbel, Alda, hassu voll die Verabredung mit Klaus, oder?“, klingt es leicht angesäuert von Doro. „Ey Doro, geht dich voll garnix an, wenn ich treffe Klaus, verstehste?" Bärbel wird ein wenig zickig. Gut, dass wir jetzt alle aussteigen müssen. Endstation. Und jetzt aber schnell, die U-Bahn kommt gleich. Szenenwechsel Der Platz in der U-Bahn ist schnell gefunden, Bärbel und Doro nicht in Sicht. Ich versuche, ein wenig zu entspannen und schon erklingt ein obligatorischer Mobilfonton. Diesmal eindeutig arabischer Herkunft. Schon wieder! Ich bin auf alles gefasst. Doch da erklingt eine durchaus sympathische Männerstimme in bestem Hochdeutsch: „Hier Hassan Azzis, was kann ich für Sie tun?“ Das Leben geht eben manchmal seltsame Wege. Auch bei der Sprache. S. Steinebach 2009 Dieser Artikel wurde von S. Steinebach an folgendem Datum: 2022-03-06 22:20:07 eingestellt. Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von xarto.com übereinstimmen. zurück zur Artikelübersicht
Um einen Kommentar zu diesem Bild schreiben zu können, loggen Sie sich bitte ein! |
|
|
Literaturportal | Anti-Literatur | seelengruende | Suchmaschine | Moderne Lyrik | Polen |
|
Rechtliches
| Datenschutz
| FAQ
| Gästebuch
| Impressum
| Partnerseiten | Seite empfehlen
© 2002-2026 by Arne Baganz / zerovision.de |