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Ghana Video Posters


GALERIE am STORCHENTURM – Berlin / Prenzlauer Berg

GHANA VIDEO POSTERS
Von Accra nach Berlin 2004

Sonderausstellung : 10.04.2004 – 28.04.2004
Vernissage 10.04.2004 um 18 Uhr
(mit Vorführung originaler Filme aus Ghana)

In Ghana stellt die Produktion von Kinoplakaten eine eigene Kunstgattung dar.
Einzigartig und barockhaft werden diese handgemalten Werke zum ersten Mal in Berlin in der Galerie am Storchenturm (Prenzlauer Berg – Kollwitzstr. 97) ausgestellt, zusammengestellt von Pascale Saumade aus Paris.

Nach der Entkolonisierung in den 60 gern wurden die afrikanischen Länder in die Welt des Konsums geworfen, ohne sich wirklich diese ungeheure Mannigfaltigkeit auf Hochglanzbroschüren angepriesen leisten zu können.
Dank der Mikro-Geschäfte und des „Sich zu helfen wissens“ oder Improvisierens entstand eine ganz eigene Kunstart der Werbung. Die Künstler erstellen auf Vorlage von Photos oder Dokumenten mithilfe von Farben der Bauindustrie auf Holz- oder Gipsplatten oder einfach Jutesäcken ihre ganz eigene phantastische Interpretation.
Die Ateliers funktionieren wie früher bei uns mit Hilfe von Wandergesellen, die die kleineren Arbeiten für den Meister erledigen. Manchmal bezahlt die Familie den Meister, damit er ihren Sohn oder Neffen aufnimmt.
In Westafrika stellt das Kino eine zentrale Aktivität für die okzidentalisierte und verarmte Jugend dar.
In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl von Kinos in Accra. Aber angesichts der Schwierigkeiten, Ersatzteile für die 35 mm Projektoren zu bekommen und des Aufkommens der Videofilme zu Beginn der 80 ger Jahre, verschwanden diese Kinos zugunsten der Videoclubs, der Fernseher mit Videogerät, wo man Filme zu einer bescheidenen Summe sich anschauen konnte.

Im Gegensatz zu uns haben diese Videoclubs eine bestimmte Konvivialität behalten.
Ghana als anglophones Land, eingekreist von ehemaligen französischen Kolonien, bekommt die ganze Produktion von Hollywood und auch afrikanische, indische oder aus Hongkong stammende Filme.
Aufgrund der niedrigen Einkünfte des Landes werden diese Produktionen oft das Opfer von Raubkopien und Werbematerial ist so gut wie nicht vorhanden. Daher sind es diese Künstler aus Ghana, die die Aufgabe haben, den Besucher träumen zu lassen angesichts selbstgemalter farbiger und impressionierender Film Poster.
Da oft sogar Fotos fehlen inspirieren diese amerikanischen Superproduktionen zu einer genuin afrikanischen Neuinterpretation in einer barocken Mischung der Ikonographie hunderter von Filmen mit fremdartigen unrealistischen Portraits weltweit bekannter Stars.

Bei afrikanischen Filmen fehlt jegliches Werbematerial und so enthemmt sich die Einbildungskraft der Künstler.
Dabei hat der Inhalt des Films oft sehr wenig mit der Aussage des Plakates zu tun.
Bei dem Plakat des Films aus Ghana „Coverpot“ oder „Blood of Jesus“ zum Beispiel in dem vage Voudou Geschichten, traditionnelle Magie, eine gewisse christliche Rhetorik und die Bilder westlicher Aktionsfilme sich miteinander vermischen stellt der Poster Künstler übernatürliche und beängstigende Personen dar, die nur in einem sehr entfernten Zusammenhamg mit dem Film selbst stehen.Mit heftigen Farben und einer einfachen aber stark wirkenden Komposition, die das Kreuz in „Blood of Jesus“ oder den Kreis in „Coverpot“ aufnimmt, sowie den Effekten von Feuer, Explosionen, Übereinanderdruck, Veränderung des Masstabes, gelingt es diesen handgemalten Film Postern eine zeitlose Poesie herzuzaubern, die den mysteriösesten Teil unseres Geschmacks, unserer Kultur trifft.

Das Mysterium dieser Malerei erscheint auch auf der Rückseite dieser Jutesäcke, die oft mehrfach wiederbenutzt wurden. Beeindruckende Werke, die unbeabsichtigt und zufällig an bestimmte Werke von Kitaj oder Twombly in der Art ihrer Komposition und pikturalen Materie erinnern.

Für diese Genre von Kunstwerken, die sich nicht in die kontemporäre Kunst einsortieren lassen, für die die Bezeichnung „l’Art modeste“ steht, wurde das Museum „Musée International des Arts modestes“ in Sète (Südfrankreich) gegründet, in dem auch diese Ausstellung gezeigt wurde.

Galerie am Storchenturm
Kollwitzstr. 97
10435 Berlin – Prenzlauer Berg
Tel. 030 / 912 066 22


Dieser Artikel wurde von an folgendem Datum: 2022-03-06 22:20:07 eingestellt.


Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von xarto.com übereinstimmen.


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