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--- Gab es unter den Neandertalern Künstler?

Arne - 07.09.2003 um 21:27 Uhr

Auf spiegel-Online ist gerade ein Artikel erschienen, der sich damit befasst, ob bereits die Neandertaler künstlerisch tätig gewesen sind.

Zitat:

"Was aber ist überhaupt ein Kunstwerk? "Eine Figur, mit der ich nicht arbeiten kann", meint Wehrberger. Der Löwenmensch sei dafür das beste Beispiel: Halb Mensch, halb Löwe - "eine Figur, die es nicht gibt, also ein kreativer Prozess."

Zum Artikel:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,264539,00.h tml




Gast - 08.09.2003 um 21:53 Uhr

und was soll ich sagen ?




Arne - 08.09.2003 um 23:08 Uhr

Einstein ist tot, der sagt also nichts mehr. Man könnte dieses Forenthema aber dazu benutzen, um darüber zu diskutieren, warum die Menschen angefangen haben, Kunst zu machen. Eine neuere Theorie behauptet da ja, dass Kunst einfach nur ein Mittel war, um potentielle Sexualpartner zu beeindrucken ...



ulmenfee - 15.09.2003 um 23:08 Uhr

Ich denke, daß die Anfänge der Kunst vergleichbar sind mit dem bildnerischen Gestalten von Kindern, die sich in ihren "Werken" mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und ihre Umwelt als die eigene begreifen und aneignen, in einer Form, in der eine fotographische Richtigkeit nicht beabsichtigt ist. Sprich - was passiert um mich und was ist für mich wichtig, was beeindruckt mich, wer steht mir nah und was macht mich glücklich - und wie erlebe ich dieses im Schaffungsprozeß noch einmal wieder?
Ähnlich Emotional sehe ich das Leben des Neandertalers, dessen instinkthaftes Handeln darauf abgezielt war, zu überleben und sich fortzupflanzen - aber sein Geist scheint schon so weit entwickelt gewesen zu sein, seine Umwelt anderen mitzuteilen, zu verarbeiten und eine eigene Weltsicht zu erschaffen ... vielleicht auch nur, um einen Sexualpartner zu beeindrucken , die bildnerische Sprache ist in der Entwicklung als geistiger Fortschritt zu achten...




Arne - 15.09.2003 um 23:31 Uhr

Diese Nachricht wurde von Arne um 23:33:26 am 15.09.2003 editiert

Denkbar ist auch, dass der Zufall in der Entwicklung der Kunst eine große Rolle gespielt hat. Stellen wir uns doch einmal vor, wie einer unser Vorfahren mit seinesgleichen einen gelangweilten Abend vor einem Lagerfeuer verbringt. Um sich die Zeit zu verkürzen, hat er sich zufällig einen Stock geschnappt und malt damit Linien in den Sand. Nach einer Weile fällt ihm vielleicht auf, dass das, was er da fabriziert hat, z.B. einem Baum ähnelt. An diesem Wiedererkennen hat er eine plötzliche Freude und er versucht alsgleich, ob er die Linien im Sand auch so gestalten kann, dass sie einem Vogel ähneln. Und schon ist unser Vorfahr zu einem Künstler geworden. Seine Technik ist am Anfang natürlich äußerst primitiv, aber mit der Zeit fängt er an zu lernen und seine Werke gewinnen ein wenig an Wirklichkeitstreue.

Bilder möglichst realistisch wirken zu lassen, war bis zur Erfindung der Fotografie eigentlich immer das Ziel eines Künstlers. Wessen Werke am echtesten aussahen, dem wurde am meisten Bewunderung zuteil, der galt als wahrhaft groß. Natürlich waren auch schon damals Aspekte wie die Bildkomposition und die Aussage des Dargestellten (oftmals Verbildlichungen von Bibelgeschichten oder Schlachtfeldereignissen) nicht unwichtig, aber das Erschaffen eines Bildes war vor allem ein Handwerk, dessen technische Kniffe man von großen Meistern erlernen konnte, wenn man denn ein gewisses Grundtalent besaß.

Erst die Fotografie hat den malenden Künstler vom Druck der Wirklichkeitsnähe befreit. Er ist heute mehr Künstler als Handwerker, obwohl wir sicherlich schon wieder einen Wendepunkt in der Kunstgeschichte erreicht haben: Die meisten funktionieren nur noch wie Kopiergeräte, aber das ist eben der Lauf der Zeit.




trance-x - 26.12.2003 um 05:16 Uhr

anzumerken bliebe vielleicht noch, dass nach heutiger erkenntnis der neandertaler kein vorfahre von uns zu sein scheint, sondern einfach eine andere menschenart war - die ausgestorben ist...

das meine ich nur deswegen, weil unter diesem aspekt ja die betrachtung der etwaigen kunst des neandertalers nochmal etwas anders wirken koennte...

wink fuchtel








Fluuu - 31.12.2003 um 16:14 Uhr

Zitat:

Einstein ist tot, der sagt also nichts mehr. Man könnte dieses Forenthema aber dazu benutzen, um darüber zu diskutieren, warum die Menschen angefangen haben, Kunst zu machen. Eine neuere Theorie behauptet da ja, dass Kunst einfach nur ein Mittel war, um potentielle Sexualpartner zu beeindrucken ...

Eine sehr interessante Theorie, davon habe ich ja noch nie gehört, aber es begeistert mich, ist es doch endlich mal ein Sinn für all die schönen Dinge.
Wieso war und wieso nur, Sexualpartner anlocken ist doch eins der wichtigsten Dinge im Leben überhaupt, kommt dann noch Liebe hinzu wird es eine längere Beziehung und der Fortgang des Lebens ist gesichert. Das ist etwas ganz, ganz wichtiges und wenn Kunst dafür gebraucht wird ist es eine tolle Sache ein Pro für das Leben selbst wenn sie den Tod darstellt und dafür braucht die Kunst noch nicht einmal eine Ware sein. Das Beste wäre es wenn sie jeder selber erschaft für die ganz persönlichen Bedürfnisse.
So gesehen ist jeder der liebt ein Künstler und das ist eine schöne Sache.
Gruß fluuu




Arne - 31.12.2003 um 19:06 Uhr

Diese Nachricht wurde von Arne um 19:07:27 am 31.12.2003 editiert

Zitat:

Wieso war und wieso nur, Sexualpartner anlocken ist doch eins der wichtigsten Dinge im Leben überhaupt, kommt dann noch Liebe hinzu wird es eine längere Beziehung und der Fortgang des Lebens ist gesichert.

Natürlich, fluuu, das Anlocken von Sexualpartnern ist etwas ganz elementares, aber ich glaube, dass sich einige daran stören, dass bei der Kunst eine so mondäne, ganz und gar nicht überweltliche Triebfeder einen entscheidenden Beitrag leistet.




Fluuu - 23.01.2004 um 17:37 Uhr

Echt, wie meinst du das Arne, wer soll sich an der Triebfeder allen Lebens stören?
Da sich bisher noch niemand darauf geäußert hat,
geh ich davon aus, es stört keinen.
Oder meinst du die Leute, die viele Jahre die Erschafung von Kunstwerken nur für sich und für ihre Sicht auf die Welt in anspruch nahmen?
Wo es darum geht einen Allmächtigen zu ehren?
Bildwerke nach einem einzigen Buch erschaffen werden?
Das sie sich daran stören Kunstwerke zum Anlocken von Sexualpartnern zu begreifen?
So viele Fragen und keine Antwort.




Arne - 27.01.2004 um 18:57 Uhr

Vielleicht traut sich ja nur keiner ...

Ich kann mir aber schon so manchen manerierten Intellektuellen vorstellen, dem diese Theorie zuwider sein wird. Bei Sekten- und Religionsgründern ging/geht es ja hauptsächlich auch um Macht & Sex, aber wehe, man konfrontiert die Gläubigen mit dieser Entdeckung. Die wollen alle schön weiter in ihrem Traum leben.




Gast - 27.01.2004 um 23:55 Uhr

Fraglich ist, ob ein Kunstwerk alleine mit der bewussten Intention eines Künstlers erklärt werden kann. Ist nicht eher ein von einem Menschen geschaffenes bildliches (oder musikalisches) Werk eine Art "Schlüssel" zu dessen unbewussten Arealen, Wünschen, Sehnsüchten, Hoffnungen, Ängsten etc.?

Bringen Menschen -ihnen selbst grossteils unbewusst- in ihrem künstlerischen Schaffen eventuell Teile ihres geheimsten Seelenlebens zum Ausdruck?

Dafür würde sprechen, dass etwa anhand von Kinderzeichnungen (wenn man die mal als Kunstwerke betrachtet, was ich hiermit mache), Rückschlüsse auf frühere körperliche Misshandlung gezogen werden können (trotz völliger kognitiver Verdrängung durch das Kind) oder aber die Präferenz verschiedener Symbole, Farben etc. jeweils bestimmten Persönlichkeitseigenschaften zugeordnet werden kann.

Gerade das erste Beispiel wäre sicher alles andere als eine Bekräftigung für die These, Kunst diene lediglich dazu, potentielle Sexualpartner anzulocken.

Ist vielleicht ein Kunstwerk ein "teilweise bewusstes, teilweise unbewusstes Abbild" des aktuellen seelischen Zustands des betreffenden Künstlers?




Gast - 28.01.2004 um 00:09 Uhr

Und für die Anfänge der Kunst würde das dann bedeuten, dass -als eine Art innerer Drang des Menschen, sich anderen mitzuteilen - ein Weg gefunden werden musste, bestimmte Teile des eigenen Selbst auszudrücken, und zwar genau diejenigen, die durch Gestik oder Lautsprache bisher nur unzureichend zum Ausdruck gebracht werden konnten.



Fluuu - 24.03.2004 um 00:38 Uhr

Das ist auch ein interessanter Gedanke, dass durch künstlerische Werke eine ganz eigene Kommunikation entsteht die durch nichts anderes zu ermöglichen ist. Die Aussage eines Kunstwerkes lässt sich weder mit Worten noch durch Gesten noch sonstirgendwie darstellen, eben nur durch diese eine Verständigungsform
Kunst
. Sie kann überall auf der Erde verstanden
und interaktiv wahrgenommen werden. Das hat doch was, die Kunst ist eine eigenständige Form
der zwischenmenschlichen Kommunikation.




Arne - 24.03.2004 um 15:35 Uhr

Zitat:

die Kunst ist eine eigenständige Form
der zwischenmenschlichen Kommunikation.

... die natürlich von jedem anders verstanden wird - gerade, wenn es um Angehörige verschiedener Kulturen geht




Fluuu - 04.04.2004 um 13:59 Uhr

... die natürlich von jedem anders verstanden wird - gerade, wenn es um Angehörige verschiedener Kulturen geht
...ja sicher wird sie das auf der einen Seite aber auf der anderen Seite bin ich der Meinung kann der Ausdruck von Kunst wenn sie sich mit den emotionalen Bereichen beschäftigt von allen Menschen verstanden werden, weil die Empfindungen aller Menschen ähnlich ist egal welcher Kultur sie angehören, wenn ein Afrikaner Schmerz darstellt bin ich mir sicher dass ich das nachempfinden kann zum Beispiel, oder wenn ein
Indianer Angst um seine Identität besingt kann ich das hören usw.
Darum bin ich mir sicher, dass der künstlerische Ausdruck eine Kommunikation ist die eben gerade über die Grenzen hinweg verstanden werden kann
und eine universelle Wirkung auf alle Menschen hat.
Dann ist sie wirklich großartig.




Aine - 09.05.2004 um 11:18 Uhr

Diese Nachricht wurde von Aine um 11:43:44 am 09.05.2004 editiert

Diese Nachricht wurde von Aine um 11:39:10 am 09.05.2004 editiert

Betr. "Gast" 27.1.04 - 23.55

Dem stimme ich gerne zu. Die Vielseitigkeit der unbewußten, wie auch bewußten Gründe des Individuums bringt gerade Kunst - ebenso, wie es der eine oder andere versteht oder verstehen möchte - in mannigfacher Art zum Ausdruck. So verschieden und manchmal ähnlich sich die Menschen sind, demnach äußert sich dies in den Bereichen, Auslegungen, Verständigungen, Darstellungen, Verpackungen, Inhalten usw. im Themas Kunst wie Künstler. Es lässt sich in keiner alleinigen These festnageln, wobei bekanntlich - wie in anderen Lebensbereichen ebenso - Regeltendenzen hervorstechen, die von den Ausnahmen unterbrochen werden.
Unbestritten ist das Imponiergehabe - betr. Anlockung eines Sexualpartners oder Verbesserung der eigenen Potenz - bei einem Großteil der sich auffallig vermehrenden "Kunstgemeinde". Die Ausnahme-Bestätiger unter den Kunstschaffenden sind erfreulich zu sichten und siehe obig - demnach mit reichlich anderen "Kunst-Wurzeln" allein oder zusätzlich bestückt.
Kunst - ein Spiegel der Gesellschaft!




Aine - 09.05.2004 um 11:34 Uhr

Diese Nachricht wurde von Aine um 11:42:41 am 09.05.2004 editiert

Diese Nachricht wurde von Aine um 11:41:09 am 09.05.2004 editiert

Betr. "Arne" 27.1.04 - 18.57

Zitat:

Vielleicht traut sich ja nur keiner ...

... Es "trauen" sich viele. Hierbei ist nämlich zu unterscheiden zwischen: Frechheit - Skrupellosigkeit - Zivilcourage. Sehr differenziert zu betrachten, denn gemeinte Courage ist eine Seltenheit, die beiden anderen Eigenschaften sind in Masse anzutreffen. ....



Ich kann mir aber schon so manchen manerierten Intellektuellen vorstellen, dem diese Theorie zuwider sein wird.

... Hier wäre wieder zu unterscheiden - ohne Voreingenommenheiten! ....



Bei Sekten- und Religionsgründern ging/geht es ja hauptsächlich auch um Macht & Sex, aber wehe, man konfrontiert die Gläubigen mit dieser Entdeckung. Die wollen alle schön weiter in ihrem Traum leben

... Sehr gut getroffen und erfasst! Zu wünschen wäre es, bei der heutigen "Eso-Tendenz", dass dieses Erkennen sich weit mehr verbreitet und in Rubrik Aufklärung speichert. ....




A.M.C. Latzke - 27.10.2004 um 01:40 Uhr

Seltsam, warum heutzutage immer alles bei der Sexualität endet. Wahrscheinlich liegt es daran, daß wir uns mit einfachen Erklärungen nicht abgeben wollen und immer einen noch tieferen Sinn erkennen wollen. Besonders froh ist man, wenn man eine sexuelle Triebfeder als Initialzündung ausmachen kann. Meines Erachtens ist die Entwicklung der Malerei und somit der Kunst, durch das Urbedürfnis des Homo sapiens begründet, sich über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg mitzuteilen. So hat jemand angefangen, sein Erlebtes und Gesehenes aufzumalen. Dadurch hatten die übrigen Sippenmitglieder die Möglichkeit, noch nach Jahren, selbst wenn der "Erzähler" schon tot war, von dessen Erlebnissen zu erfahren. Für die damalige Zeit revolutionär. Also nix Sexuallockstoff sondern eine Nachrichtenform von Erlebnissen. Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, "Gab es unter den Neandertalern Künstler?" möchte ich folgendes fragen. Wie kann eine Gesellschaft, die einen Penck als Künstler feiert, eine solche Frage stellen? Wenn Penck ein Künstler ist, dann waren die Neandertaler wahre Meister.




Gast - 27.10.2004 um 22:20 Uhr

Zitat:

Seltsam, warum heutzutage immer alles bei der Sexualität endet. Wahrscheinlich liegt es daran, daß wir uns mit einfachen Erklärungen nicht abgeben wollen und immer einen noch tieferen Sinn erkennen wollen. Besonders froh ist man, wenn man eine sexuelle Triebfeder als Initialzündung ausmachen kann. Meines Erachtens ist die Entwicklung der Malerei und somit der Kunst, durch das Urbedürfnis des Homo sapiens begründet, sich über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg mitzuteilen. So hat jemand angefangen, sein Erlebtes und Gesehenes aufzumalen. Dadurch hatten die übrigen Sippenmitglieder die Möglichkeit, noch nach Jahren, selbst wenn der "Erzähler" schon tot war, von dessen Erlebnissen zu erfahren. Für die damalige Zeit revolutionär. Also nix Sexuallockstoff sondern eine Nachrichtenform von Erlebnissen. Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, "Gab es unter den Neandertalern Künstler?" möchte ich folgendes fragen. Wie kann eine Gesellschaft, die einen Penck als Künstler feiert, eine solche Frage stellen? Wenn Penck ein Künstler ist, dann waren die Neandertaler wahre Meister.


ist richtig, dass vieles dafür spricht, als art hinterlassenschaft, weiterleitung an die nachkommen gemalt wurde; eingeschlossen die emotionale spontanität im ausdruck der malerei.
allerdings kann man durchaus zustimmen, dass die menge der show-"künstler" eher als scharlatan zu deklarieren ist und nichts mit können oder talent zu tun hat. das, was diesem "künstler-typus" behaftet ist, der den gleichen menschentypus anzieht (seine fans), den er selbst darstellt, wäre in die bandbreite der profilneurosen zu schieben. allgemein geschrieben - ohne spezielle nennung.

mancher künstler kann davon träumen, eine kunst zu beherrschen, wie sie in der chauvet-grotte im steilufer der ardèche, in der la-vache-höhle der pyrenäen, la madeleine magdalénien/dordogne usw. vorzufinden ist.
man (etliche unter den menschen - nicht alle) sollte in der heut-perspektive nicht so hochnäsig sich einbilden, es gäbe in wirklichkeit nur die zugelassene kultur. es gab viele kulturen, sogar in den zeiten, die der jetztmensch als primitive oder kulturlose zeit bezeichnet. ganz abgesehen davon, dass bei all den entdeckungen dem menschen weit mehr verborgen bleibt.

die anfangs des forums aufgegriffene these, ist schon lange abgelaufen; anzunehmen, der these des andré leroi-gourhan, anfang der sechziger bis neunziger jahre entnommen. auch die in eso-kreisen schicke theorie des schamanismus liegt nicht im bereich der akzeptanz - siehe wissenschaftliche beweise und oftmals nur einfache logik sprechen dagegen.

zuspruch zum latzke-kommentar.

außerdem spricht vieles dafür, dass eine menge sexualprobleme gerademal wieder auf das nahestehende übertragen wird. mit sicherheit sind einige darunter, die ihre sexualität, oder was sie darunter verstehen wollen, in kunst verpacken, verdeutlichen, verarbeiten oder sonstwie darstellen. ist nicht unbedingt als kontro anzukreiden, kann ebenso ein pro bedeuten.dies wäre aber ein anderes thema, als der ausgangspunkt.




A.M.C. Latzke - 31.10.2004 um 10:37 Uhr

Diese Nachricht wurde von A.M.C. Latzke um 10:39:57 am 31.10.2004 editiert

Zitat:

Auf spiegel-Online ist gerade ein Artikel erschienen, der sich damit befasst, ob bereits die Neandertaler künstlerisch tätig gewesen sind.

Zitat:

"Was aber ist überhaupt ein Kunstwerk? "Eine Figur, mit der ich nicht arbeiten kann", meint Wehrberger. Der Löwenmensch sei dafür das beste Beispiel: Halb Mensch, halb Löwe - "eine Figur, die es nicht gibt, also ein kreativer Prozess."

Zum Artikel:
[url]http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,264539 ,00.html
[/url]

" Was aber ist überhaupt ein Kunstwerk?" Das ist eine gute wie auch schwierige Frage, wie an der Antwort von Wehrberger zu sehen ist. Was ist denn mit dem Diskobol von Myron, dem David von Bernini oder dem Denker von Rodin? Bei den beiden Erstgenannten bestechen die Arbeiten nicht nur durch eine hohe Könnerschaft der Steinbearbeitung, sondern vor allem durch die Herrausarbeitung des sogenannten fruchtbaren Moments. Rodins Denker hingegen, lebt durch die in sich geschlossene, introvertiert ruhende Haltung. Alle drei Skulpturen sind zweifelsohne großartige Kunstwerke, die jedoch bei einer so einfachen Definition von Wehrberger nicht als Kunst bezeichnet werden dürften.




Galerie Seeger - 08.11.2004 um 00:04 Uhr

Nur Einsteinwurf
aber schaut euch doch um, manche haben sich nicht allzu weit davon entfernt. HiHi
Aber natürlich ist das nur meine Sichtweise, denn Kunst ist soooooooooooo deeeeeeehnbar.

Neandertaler werden mit Sicherheit nicht allzu viel Zeit dafür gehabt haben, ihr A.... war ständig in Gefahr, trotzdem nehme ich an das Sie mehr zufällig Kunst erstellt haben in Form von ganz normalen Gebrauchsgegenständen und wo fängt die Kunst denn an wenn nicht dort.

Gruß PS.
http://www.dkg2.de




A.M.C. Latzke - 08.11.2004 um 00:45 Uhr

Hallo Peter,
das was Du da ansprichst, würde ich eher als Kunsthandwerk bezeichnen.
Gruß
A.M.C. Latzke




Galerie Seeger - 08.11.2004 um 13:28 Uhr

Zitat:

Hallo Peter,
das was Du da ansprichst, würde ich eher als Kunsthandwerk bezeichnen.
Gruß
A.M.C. Latzke

Natürlich dürftest du recht haben, aber wir reden ja auch über Neandertaler.
Also wenn Kunst irgendwo einen Ursprung hat, dann doch wahrscheinlich im Kunsthandwerk.
Ich denke nicht das sich die Kunst vor der Existenz Frage entwickelt hat.
Das Überleben war die erste Kunst die ein Mensch zu erfinden hatte.

Gruß PS.
http://www.dkg2.de




helga - 08.11.2004 um 22:52 Uhr

Diese Höhlenmalereien haben nach meiner Vorstellung eher sakralen Charakter, und dienten der rituellen Einstimmung auf die Jagd, die ein äußerst gefährliches wie notwendiges Manöver war.

Wir wissen ja bis heute, wieviel Kraft Bilder (selbstverständlich auch andere Kunstwerke) geben und wie sehr sie Menschen zusammenschließen und trennen und beeinflussen können.

Diese Bilder waren für alle sichtbar und also auch von allen gewollt.

Also bin ich davon überzeugt, dass die Maler einen sehr hohen sozialen Status innerhalb der Gemeinschaft gehabt haben.

Im Grunde war es ja auch bis heute nie anders.

Helga




Arne - 10.11.2004 um 01:57 Uhr

Zitat:

Diese Bilder waren für alle sichtbar und also auch von allen gewollt.

Das ist für mich kein logischer Schluss. Sind denn Scratchings und Grafittis, und die stehen für mich ungefähr auf einer Ebene mit Höhlenmalereien, von allen gewollt, weil sie für alle sichtbar sind?

Zitat:

Also bin ich davon überzeugt, dass die Maler einen sehr hohen sozialen Status innerhalb der Gemeinschaft gehabt haben.

Im Grunde war es ja auch bis heute nie anders.

Was sie aber nicht zu besseren oder gar wertvolleren Menschen macht.




Galerie Seeger - 12.11.2004 um 11:14 Uhr

Also wenn, dann hatte Höhlenmalerei mit Sicherheit einen höheren Stellenwert als die Wandschmiererei von heute.

Es handelt sich in diesem Fall allerdings nur um die Abbildung der direkten Umwelt, was mit der Kunst nur indirekt etwas zu tun hat, vielmehr war das wohl der beginn des Handwerks.

Der Kunstfaktor dürfe wohl erst eingesetzt haben als der Mensch mit seiner Fantasie etwas zu malen begann, was er frei Interpretierte, das allerdings sehe ich in Höhlenmalerei und übrigens auch in vielen heutigen Werken nicht.

Diese Darstellungen sind für mich nichts weiter als Abbildungen der Umwelt, die durch das erlernte Handwerk (Malerei) eine mehr oder weniger gute Arbeit ergeben.
Schließlich würde ich ja auch einen Handwerker nicht gleich in den Himmel der Kunst heben, nur weil er in der Lage ist mir ein Haus zu bauen, eine Wand zu streichen, oder eine Straße zu bauen das schließlich ist sein Beruf, den er gelernt hat und natürlich das Handwerk.
Nichts anderes sind für mich die so genannten Künstler,die mit Ihrem Handwerk nur in der Lage sind dieses auf eine Lainwand oder ? Zu bringen, natürlich können diese Werke schön sein aber das ist eine Straße auch.


Ich sehe den Neandertaler nicht als Künstler, sonder vielmehr als Handwerker der es schaffen muste zu Überleben.

Gruß PS.




A.M.C. Latzke - 17.11.2004 um 22:05 Uhr

Hallo Peter,
Deine Antwort ist gar nicht schlecht. Du hättest sie auch im Forum "Kunst?? Was ist das?" schreiben können. Du meinst also, eine naturgetreue Abbildung von einem existierenden Gegenstand ist keine Kunst, sondern allenfalls erstklassiges Handwerk. Ich finde diese These interessant und halte sie ebenso wie Du für richtig. Das wäre ja schon einmal ein weiteres Puzzlestück, bei der Definition: Was ist Kunst.
Gruß
A.M.C. Latzke




Fluuu - 17.11.2004 um 23:07 Uhr

Wenn man sich einen Fotobildband über Wandmalerei anschaut ist das eine beeindruckende Sache. Tiere und Jagdszenen z.B. sind so aufregend dargestellt und die Verwitterung über die Jahrunderte kommt noch hinzu, da kann sich so manches Kunstwerk von heute eine dicke Scheibe abschneiden. Ich finde schon, dass das Festhalten des mystischen einer Jagd, eben nicht nur Nahrungsbeschafung sondern auch Lebenserhalt und somit Entwicklung der Evolution, etwas bedeutungsvolles hatte.
Ein Jäger war nicht nur Handwerker, er mußte den Lebenszyklus aufrecht erhalten und derjenige der das am Felsen darstellte war ein schöpferisch Kreativer.
Aus den Bildbandfotos schaut mir der Zauber der Jagd entgegen, eine herliche Betrachtung aus der Vorzeit.

gruß fluuu




Galerie Seeger - 18.11.2004 um 12:38 Uhr

aber die Neandertaler haben nicht vor 1-2-3-Jahrhunderten gelebt, das wahren dach 10.000de. oder

Aber ich gebe dir Recht was diese Werke angeht, sie sind teilweise wirklich atemberaubend Dargestellt, und ein Hauch von Kunst ist in ihnen verborgen.

Trotzdem, alles was man lernen kann, ist keine Kunst sondern Handwerk. Die Technik zu lernen, von den vielen sogenannten großen Künstlern, ist keine Kunst sonder Ausbildung und sie dann in den eigenen Werken zu verwenden die auch noch so aussehen, ist nur eine gute Fingerübung. Nicht mehr und nicht weniger!

Aber man muß sehr vorsichtig sein, denn schnell fließen Handwerk und Kunst ineinander, so ist die zarteste gewollte Veränderung schon eine kreative Handlung und somit ein künstlerischer Akt.

Das allerdings spreche ich den Neandertalern ab, da man in der Höhlenmalerei nichts weiter als schlecht Darstellungen (naive Strichzeichnung) der Umwelt sieht.

Die Einziege Kunst die ich in dieser Sache sehe, ist die Tatsache, das Sie überhaupt mit der Darstellung angefangen haben.

Wann der erste künstlerische Akt angefangen hat, werden wir wohl nie erfahren.

Gruß PS.




maler-hans - 20.06.2006 um 23:34 Uhr

Zitat:

Diese Nachricht wurde von Arne um 23:33:26 am 15.09.2003 editiert

Denkbar ist auch, dass der Zufall in der Entwicklung der Kunst eine große Rolle gespielt hat.

Dazu möchte ich nur anmerken, dass der Zufall nichts anderes ist als eine übergroße Zahl von Zusammenhängen, die sich durch ihre Komplexität unserer Erkenntnis oder auch nur Betrachtung entzieht.

Und die Definition als etwas, das man nicht als Werkzeug benutzen kann, finde ich als gedanklichen Einstieg sehr interessant.




maler-hans - 20.06.2006 um 23:40 Uhr

Zitat:

Hallo Peter,
Deine Antwort ist gar nicht schlecht. Du hättest sie auch im Forum "Kunst?? Was ist das?" schreiben können. Du meinst also, eine naturgetreue Abbildung von einem existierenden Gegenstand ist keine Kunst, sondern allenfalls erstklassiges Handwerk. Ich finde diese These interessant und halte sie ebenso wie Du für richtig. Das wäre ja schon einmal ein weiteres Puzzlestück, bei der Definition: Was ist Kunst.
Gruß
A.M.C. Latzke

Naja, für heute mag das gelten – aber willst Du die komplette Renaissance etc. pp. zum Kunsthandwerk rüberschieben? Das dann doch wohl nicht. Kunst hat natürlich mit Kreativität zu tun – aber wenn etwas Kunst ist, nur weil nicht wirklich ein reales Vorbild existiert, wäre ja auch der Wolperdinger ...




Arne - 20.06.2006 um 23:55 Uhr

Da es ja doch gelegentlich vorkommt, dass auf meine alten Beiträge eingegangen wird, möchte ich an dieser Stelle bekanntgeben, dass ich die in ihnen enthaltenen, oft sehr oberflächlichen Ansichten über die Kunst nicht mehr gutheißen kann. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nun nicht mehr kritisiert werden dürften, aber doch, dass ich (bis auf diese Ausnahme) auf jegliche Entgegnung verzichten werde, wie ich es auch schon seit geraumer Zeit praktiziere.



maler-hans - 22.06.2006 um 23:44 Uhr

Zitat:

Da es ja doch gelegentlich vorkommt, dass auf meine alten Beiträge eingegangen wird, möchte ich an dieser Stelle bekanntgeben, dass ich die in ihnen enthaltenen, oft sehr oberflächlichen Ansichten über die Kunst nicht mehr gutheißen kann. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nun nicht mehr kritisiert werden dürften, aber doch, dass ich (bis auf diese Ausnahme) auf jegliche Entgegnung verzichten werde, wie ich es auch schon seit geraumer Zeit praktiziere.

Wenn Arne sich nun die Mühe machen könnte, zu sagen, wen er da anspricht, könnte man weiter drüber reden - oder auch schweigen, wie offenbar gewünscht.




Fluuu - 26.06.2006 um 09:44 Uhr

Hallo miteinder,

so ist das mit den Damen und Herren von der Zunft der
bildenden Künste, da hat jeder so seine kleinen Marotten
und ich will mich da auch garnicht ausschließen.
Ist es nicht gerade das Schöne, Menschen die Eigenheiten
bewahren und individuelles ausleben?
Würde das sogar zur Kunstdefinition hinzufügen, Kunst ist
es nur dann, wenn sie durch Menschen entstanden ist, die
sich ihrer Eigenheiten und Merkwürdigkeiten bewusst sind
aber natürlich nicht ausschließlich...
Da habe ich es als bipolarer Künstler relativ leicht mit den
Marotten und Schrullen, ein Begriff den ich für noch
popularitätswürdiger halte in der Öffentlichkeit, oder?

gruß fluuu




maler-hans - 27.06.2006 um 12:52 Uhr

Klar, Fluuu, hast Recht, wollte mich auch nicht zanken, sondern gern zum Thema zurückfiinden:

Haben inzwischen ausgestorbene Vettern des Menschen Kunst hergestellt - und, möchte ich hinzufügen, haben sie gewusst, dass das Kunst ist, hatten sie so etwas wie einen Kunst-Begriff?

Der Mensch neigt ja leicht dazu, sich von allem anderen abzusetzen, was da lebt(e), genauer: sich darüber zu erheben. Gehört Kunst zu diesen vermeintlich "typisch menschlichen", also "erhabenen" Fähigkeiten? Und will das der heutige Künstler, kann er diese Einstellung gut heißen?




Gast453 - 27.06.2006 um 13:31 Uhr

Sind wir nicht heute auch noch Neandertaler nur gedacht ziviliezierter?



Fluuu - 29.06.2006 um 11:18 Uhr

Genau, wir sind heute vom Grunde unseres Wesens immernoch genauso Neandertaler wie vor 42.000 Jahren,nur mit etwas mehrTechnik und Zivilisation. Die Funktionsweise der Psyche hat sich wohl nicht allzusehr verändert.
Meiner Ansicht nach trifft der Satz, Kunst dient dazu den Sexualpartner zu beeindrucken, heute genauso zu wie damals auf die Hölenmalerei... für mich eine absolut schlüssige Erklährung für Kunst die immer einen Sinn macht in Bezug auf die evolutionäre Entwicklung. So ist ja der kreative Vorgang nicht an den intelektuellen Begriff gekoppelt, sondern meiner Ansicht nach viel eher von animalischen Ursprüngen geprägt. Man muss nicht den Begriff Kunst definieren können um Selbige zu erschaffen auch wenn es die Arbeit enorm vereinfacht und besseraufden Punkt bringt.

gruß fluuu




maler-hans - 18.07.2006 um 22:58 Uhr

Neandertaler können wir nicht sein, weil die nicht zu unseren Vorfahren zählen – aber ohne Griffelspitzerei: natürlich sind wir selbst längst nicht so weit von der Steinzeit entfernt wie die Welt, die wir "geschaffen" haben.

Und die Kunst greift durchaus kräftig auf dieses Potenzial zurück, richtig. Aber eben nicht nur.




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