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papaandy - 01.08.2009 um 11:18 Uhr

Vielleicht bin ich da von gestern oder gar zu ungebildet,aber diese Art von Malerei kommt mir vor,als ob damit nur Geld gemacht werden soll.
Die meisten Bildbetrachter möchten - wengstens - etwas darauf erkennen,aber Kleckse,wahllose Linien oder Karos sprechen niemanden an,auch wenn diese " Bilder" in Galerien hängen und sinnlos teuer sind.
Was meinen denn die Galeristen dazu? Und die " Maler"?




niwatoriah - 01.08.2009 um 21:42 Uhr

Fast getrau ich mich nicht etwas dazu zu sagen, denn ich gehöre nicht in den inneren Zirkel derer, die allhier für echte "Künstler" angesehen werden. Doch davon abgesehen: die wenigsten werden wohl ihr Geld mit den Bildern machen. Es ist ähnlich wie in der Musik: Tausende spielen Klavier und eine Handvoll ist berühmt und kann davon leben.

Jedoch geht es vor allem auch darum, von anderen akzeptiert zu werden, eine gewisse Norm zu erfüllen. Es gibt jederzeit eine kollektive Norm, ob das nun "Sozialistischer Realismus" ist oder "Moderne", wo alle Systemkonformen wetteifern, das nachzuäffen. Es ist nur in der heutigen Zeit schwer, die Norm zu verstehen. a) Originalität=was Neues, b) Grundantriebe, c) Idyllen, d) Wortwitz, e) Normverletzung, f) Provokation, g) Sonderwelten/-sichten etc. Dabei sind auch die Techniken sehr unterschiedlich. Um es ganz klar zu sagen: ich will die Norm auch nicht verstehen, sie ist mir schnurz piepe egal.

Es gibt hier eine Reihe von Künstlern, da ist es mir eigentlich egal, was auf dem Bild ist, weil es einfach genial oder wunderbar ist. Und es gibt eine enorme Anzahl, da ist es mir ebenfalls egal, was auf dem Bild ist, weil es aus meiner Sicht entweder geistiger Murx, Spinnkram und/oder sogar noch schlecht gemacht ist.

Eingangs hatte ich gehofft, zu einem Austausch zu kommen oder gar Anerkennung/Anregung zu erhalten. Aber tendenziell gibt´s eher was auf die Nase, wenn überhaupt. Andererseits habe ich auch einiges aus dem Rohr gelassen, deshalb will ich nicht klagen. Und mancher "Anratzer" ist nun wriklich lustig.

Doch zurück zur eigentlichen Frage, nämlich nach dem Inhalt und der Darstellung. Mir persönlich gehts so, dass wenn es allzu abstrakt und auch noch auf Krampf "originell" gemacht ist, es mir genauso auf den Senkel geht, wie eine schlechte Comic-Sendung, wo ein plumper Gag den nächsten jagt und das Gelächter vom Band dazu gespielt wird. Einige scheinen sich hier gegenseitig diese Bandmusik zu bescheren. Einige wenige Bilder aber treffen direkt in die Seele, auch ohne jeglichen Ton dazu.

Im Laufe meiner Rüpeleien wie auch Gerührtheiten ist mir klar geworden, dass es jedem anderen genauso geht wie mir, nur seine Auswahl ist eine andere als meine. Grundsätzlich ist nur schade, wie wenig man hier wirklich kommunizieren kann. Irgendwie scheint der "Wettbewerb" wie die sogenannte Individualität (= es gibt keinen Gemeinsinn mehr) heute alles zu lähmen. Es ist durch Forschung nachgewiesen, dass die Menschen weniger kameradschaftlich werden, wenn nur irgendwo im Raum Geld liegt oder abgebildet wird. Irgendsoetwas muss es ja sein.




Fluuu - 09.08.2009 um 22:32 Uhr

...also Deine Art von Kommunikation niwatoriah ist ja nun allgemein eine ganz plumpe Provokation da wirst Du das Echo aushalten müssen oder es lassen.

Ansonsten wer Probleme mit moderne Kunst hat und damit meine ich weniger die Bilder auf diesem Portal hier, sondern die die in den Galerien und Ausstellungen hängen, sollte die eigene Wahrnehmung hinterfragen.
Was soll denn neben den Klassikern in der Moderne anderes gelten als moderne Kunst? Sie ist nicht einfach aber eine Auseinandersetzung fast immer Wert, genauso wie die Gegenwart auch, nicht einfach aber eine Auseinandersetzung unausweichlich.

gruß fluuu




Darkness - 10.08.2009 um 08:58 Uhr

Es liegt doch immer im Auge des Betrachters was wie anspricht.
Stimmt, manchen sprechen Kleckse, Striche, Kreise oder farbiges ineinander in keinster Weise an. Manchen fasziniert es, da er für sich etwas darin sieht.
Ich bin überzeugt man kann es nicht verallgemeinern, da die Geschmäcker verschieden sind. Je moderner unsere Zeit wird, umso mehr spiegelt es sich wider. Selbst in der Architektur. Man braucht nur Wien anzusehen. Blöder Vergleich, ist aber so.

So lange, und dies ist meine persönliche Meinung, Menschen in ihrem Tun und Denken respektiert werden, es muß ja nicht alles gefallen oder man muss auch nicht so tun als ob, ist es das Wichtigste. Denn es sind die Wiedergaben, die diese Menschen für sich empfinden, fühlen und weiter geben möchten.

lg
Ria




Fluuu - 12.05.2012 um 13:16 Uhr

Natürlich liegt alles im Auge des Betrachters, jedoch liegt die erste Aufgabe darin es so schöpferisch zu gestalten, dass man zunächst selbst einen Gewinn verspürt um der Verantwortung im Leben Gerecht zu werden und erst dann an den Betrachter denken.
Der erste Betrachter des schöpferischen Werkes aus dem Inneren sind jedoch die eigenen Augen die von außen schauen, das Werk sollte ihrer Prüfung zunächst stand halten und erst dann der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Der eigene innere Kritiker sollte gut geschult und anspruchsvoll sein, dann entsteht automatisch eine Auswahl und Entscheidung.




Bernhard - 23.05.2012 um 17:27 Uhr

Also, ich kann solchen Diskussionen irgendwie immer wenig abgewinnen, da jeder dazu eine eigene Meinung hat und man diese niemand anderem aufdoktrinieren kann. Insofern ist es wirklich so, dass alles erlaubt ist, was gefällt, solange man damit niemand anderem schadet. Und das trifft auf Kunst genauso wie auf Literatur oder Musik zu. Was ich über meine Anlage von hier hör oder was ich an meine Wand hänge, muss längst nicht jedem gefallen. Und das ist ja auch gut so, denn ohne unterschiedliche Geschmäcker keine Vielfalt.



Fluuu - 20.09.2012 um 12:08 Uhr

Natürlich sind Geschmäcker verschieden aber darum geht es nicht, daran lässt sich nichts ändern.
Wichtig ist, dass die eigene Arbeit zunächst dem eigenen Urteil stand hält und ein positives Votum möglich ist.
Mit dem stets Unzufriedenem ist niemandem geholfen genau so wenig wie mit dem immer Selbstherrlichen.
Gute Kritik an sich selbst ist die Herausforderung mit Lob und Tadel im ausgewogenen Verhältnis.




FannyArt - 31.01.2013 um 14:44 Uhr

Diese Nachricht wurde von FannyArt um 14:46:04 am 31.01.2013 editiert

Das ist deine Definition von Kunst? Improvisation ist also was? In deinen Augen sind Fehler also was?

Na klar muss ein Kunstwerk immer erst dem eigenen Auge und so weiter und so fort, aber darüber muss man doch nicht reden. Versuch doch mal, dich mit einem Bild oder was auch immer einem kritischen Urteil auszusetzen, ohne dass es deinem abschließenden Beurteilungsprozess ausgesetzt wurde.

Und überhaupt scheinst du mir mit Urteilen sehr schnell bei der Hand, auch über andere User.




FannyArt - 31.01.2013 um 14:45 Uhr

PS: @ fluuuuuuuuuuuu



Fluuu - 01.04.2013 um 15:22 Uhr

Diese Nachricht wurde von Fluuu um 15:23:10 am 01.04.2013 editiert

Urteilen ist auch eine Form von Teilen, besserer Umgang mit dem Gegenüber als Selbstmitleid oder Größenwahn.
Etwas beurteilen heißt, ich bringe meine Gefühle zu etwas zum Ausdruck, es gefällt nicht allen, braucht es auch nicht, Dir gefällt es nicht, gut, dann lass es...
Auch schlechte Gefühle gehören zum Umgang mit künstlerischen Dingen dazu.




Startwister - 05.07.2013 um 22:12 Uhr

Ich stimme Darkness zu. Geschmäcker sind nunmal verschieden. Auch ich habe das problem mit abstarkter Kunst. Allerdings konzenriere ich mich, wenn ich kein klares Motiv erkennen kann auf die Farbkompsition oder eventuelle Formen und Strukturen.
Fluuu sagt dazu, dass ein Werk zu allererst dem Künstler selbst einen - ich nehme an seelischen - Gewinn bringen muss.
Allerdings - so zumindest mein Eindruck, hat nicht jeder Künstler auch die Fähigkeit, das eigene Werk kritisch zu betrachten, und quasi unvoreingenommen darüber zu urteilen.

Um ein weites Feld von Beurteilung - egal ob positiv oder negativ, zu bekommen, braucht man ein Publikum. Und es ist einfacher, ein Publikum zu erreichen, wenn man etwas schafft, was nicht nur einen selbst, sondern eine Gruppe von Leuten anspricht.
Es muss nicht gleich der berühmt-berüchtigte Mainstream sein, aber wenn man etwas schafft, womit, ausser man selbst, keiner etwas anfangen kann, braucht man sich nicht zu wundern, wenn von den Menschen nichts rüberkommt. Keine Kritik, kein Feedback, kein Gefühl. Und wenn ich das nicht erreichen kann, oder von vornherein nicht erreichen will, und nur an mich denke, dann kann ich meine Werke auf dem heimischen Dachboden lassen, und brauche sie nicht von Gallerie zu Gallerie zu schleppen und möglicherweise noch teures Geld zu bezahlen für eine Ausstellung, nur um dann - wenn überhaupt - nur in ausdruckslose Gesichter von Besuchern zu schauen, die zu keiner Stellungnahme fähig sind, weil sie das auf dem Papier oder der Leinand gezeigte nirgends einordnen, oder einen Sinn dahinter erkennen können.




Fluuu - 22.08.2013 um 10:39 Uhr

Deshalb stellt sich die Frage zu dessen Antwort man sich entscheiden sollte, möchte man kreativ arbeiten um selbst Befriedigung zu finden und dann stark ins Leben gehen um Aufgaben zu bewältigen oder möchte man das Publikum befriedigen damit deren Applaus einen stärkt um so zufrieden zu sein.
Die Bewältigung des Lebens besteht aus so vielen Facetten, da wäre mir der Applaus des Publikums als einzige Erfüllung zu wenig und zu einseitig im Vergleich zu den Überraschungen die möglich sind.

Arbeite gerade daran von der bildenden Kunst als Maler und Fotograf meine alten Wurzeln als Darsteller im Theater wieder zu entdecken und zur darstellenden Kunst mit einem Kabarettprogramm zu wechseln. Natürlich spielt dabei Unterhaltung und Humor eine große Rolle aber zuerst muss mich der Inhalt selbst überzeugen und die gespielte Figur meiner eigenen Reflexion stand halten und erst dann das Publikum zum Lachen und Applaus bringen.
Würde ich mich nur auf den Applaus vom Publikum konzentrieren würde ich mich abhängig machen und an Lebensbewältigung und -qualität verlieren.




Michi - 24.09.2013 um 14:57 Uhr

Wichtig ist für mich lediglich wie viel ein Bild mir gibt. Bringt es mich persönlich zum nachdenken oder inspiriert mich, gebe ich dafür gerne etwas mehr Geld aus. Wie viel Zeit der Künstler letztlich beim Malen investiert hat, weiß man selten und interessiert mich eigentlich auch nicht. Ich umgebe mich gerne mit für mich schönen Dingen, wie andere diese bewerten ist mir relativ egal.



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