- xarto.com
-- Plauderecke
--- Kunst ist Egoismus
Parthum Tom - 21.05.2005 um 01:37 Uhr
Ist und bleibt Kunst nicht eine Form von Egoismus ?
Weil, wer benötigt den schon diesen Auswuchs
menschlicher Ausdrucksformen.
Auch Gemeinschaftsprojekte sind doch nur die
Kanalisierung von einzel Interessen, die wiederum
nur auf einzelne Ich´s bezogen werden können.
Beibt die Gemeinschaft eine Illusion ?
Wollen wir uns mit sozialen Strukturen nur beweisen, das es
keine Illusion ist.
Arne - 21.05.2005 um 11:44 Uhr
Eine anonyme kollektive Kunst, bei welchem es dem Künstler
nicht mehr möglich ist, Ich war es! zu rufen, wäre sicher erstrebenswert. Kunst von allen
Menschen für alle Menschen. Das würde zwangsläufig eine ganz
neue Ästhetik mit sich bringen. Einen Trommelwirbel für das
Ende der Individualkunst!
A.M.C. Latzke - 21.05.2005 um 14:25 Uhr
Natürlich ist Kunst eine Form von Egoismus. Man kann Kunst
nur aus einem gewissen Egoismus heraus schaffen, denn Kunst
ist ein persönliches Ausdrucksmittel und somit ICH bezogen.
Peinlich wird es erst, wenn das ganze in eine
selbstüberhebliche Eitelkeit ausartet.
Die Gemeinschaft ist keine Illusion. Mit genügend
Selbstbewußtsein ist es kein Problem sich an
Gemeinschaftsprojekten zu beteiligen, ohne darauf bedacht zu
sein, an erster Stelle zu stehen.
Ein Ende der Individualkunst? Was bleibt uns in der heutigen
Gesellschaft noch an Individualität? Wer übernimmt die
Verantwortung für ein Kunstwerk? Im Forumsbeitrag " Der
Künstler moralisc.... " wurde dargelegt, daß der
Künstler eine moralische Verantwortung trägt. Eine solche
Forderung würde durch eine Anonymkunst unterlaufen.
Arne - 23.05.2005 um 20:14 Uhr
Aber hat uns nicht erst der extreme Individualismus zu den
heutigen Zuständen geführt? Ist er nicht Grundlage des
Leistungskrieges, der sich zwangsläufig in der Kunst
niederschlagen muss?
A.M.C. Latzke - 26.05.2005 um 03:09 Uhr
Nein. Es ist eher eine Mischung aus Eitelkeit, Arroganz und
Übersättigung die zu den heutigen Zuständen geführt hat und
nicht der Individualismus. Ich habe die Befürchtung, daß der
Individualismus langsam verloren geht und der Mensch zu
Marionetten der Medien verkommt.
Der Individualismus ist Grundlage für Selbstverwirklichung
allerdings auch für Leistungsdruck. Der Leistungsdruck in
der Kunst hat seinen Ursprung im Künstler selbst, da er
seine Ideen bestmöglichst umsetzen will. Natürlich
orientiert er sich dabei oft an anderen Kunstwerken, um für
sich selbst eine Werteskala zu erstellen. Das ist ein
persönlicher Leistungsdruck, dessen Stärke vom persönlichen
Ehrgeiz abhängig ist. Der Leistungskrieg aber wird höchstens
von den Galeristen und Kunstkennern angezettelt, die
bestimmen, was zur Zeit modern und on vouge ist.
Parthum Tom - 19.06.2005 um 02:13 Uhr
Erst mal Danke für Eure Beiträge !!
Muß dazu sagen, das ich teilweise Bilder nicht signiere,
weil ich glaube das es nicht von Belang ist
wer dieses oder jen´es Bild / Skulptur / Plastic / oder
Datei
entworfen hat.
Wichtug ist in meinen Augen nur das ES etwas auslöst.
Beim einen Leistungsdruck, bei anderen Selbstbewußtsein !
Die Befürchtung das wir alle zu Marionetten,
der Medien verkommen, ist nicht berechtigt,
denn Marionette der Medien wird man erst durch
Käuflichkeit.
Klar muß man heut zu Tage käuflich sein um überleben zu
können.
Dies entspricht jedoch nicht der Kunst ansich.
Anerkennung für das auslösen einer Reaktion, ist das was der
Künstler erwartet.
Niemand hat gesagt das dies in Form von Geld geschehen muß !
Kunst ist doch die Möglichkeit sich von solchen Zwängen zu
befreien.
Ob man dies zu lebzeiten schafft sei dahin gestellt.
Kunst ist das Zünglein an der Waage.
Eine Fähigkeit die man nur bekommt wenn man sich darauf
einlässt.
Die Gesellschaft ist mit Sicherheit kein Modell das unseren
natürlichen Bedarf
an Individualismus/ " Egoismus" zu frieden stellt.
Wäre es so dann würden wir alle glücklich sein !
Sollte vielleicht dieses Bedürfnis nicht so überbewerten.
Eine Gesellschaft / Gemeinschaft die nicht nach
Kanalisierung / Spezialisierung
strebt fordert gerade zu den Egosimus herraus kreativ zu
werden.
Egoismus ist ansich zu vorbestraft,
um ein nützliches Werkzeug gegen die Verallgemeinerung zu
sein.
Grundlage des Leistungskrieges ist der Kampf ums überleben.
Im Bezug auf die Kunst heist das :
Wer es sich Leisten kann Kunst zu machen, muß erst einmal
die Zeit ( also den Luxus ) haben Kunst zu machen.
Somit wird das höchste gut weiterverarbeitet zu einem
Produkt
das nicht im geringsten was mit Kampf zu tun hat.
Ist es nicht schön ?
Parthum Tom - 19.06.2005 um 02:22 Uhr
Kann nicht auch ein Egoist Verantwortung übernehmen 
Fidéo - 08.07.2005 um 11:55 Uhr
kunst soll und muß auch egoismus sein. die kunst ist jedoch
vielfältig. kunst die sich lediglich verkaufen will=
egoismus z.b. für den broterwerb, kunst die eher reproduktiv
ist= egoismus z.b. zur selbstbestätigung ("das kann ich
auch" ), kunst die eine anbiederung darstellt= egoismus
z.b. um sich vorteile zu verschaffen (kann aber auch
zustimmung aus überzeugung sein,- dann ist das legal !).
diese formen stellen egoismus in eher niederer form dar.
kunst die ausdruck erlittener qual ist, bzw. auf solche
hinweist= egoismus aus zwingendem grund. dies stellt
egoismus auf eine gänzlich andere stufe, in ein anderes
licht. sein oft negativer beigeschmack kehrt sich ins
gegenteil.
daraus wird deutlich, dass überaus sensible menschen, wenn
diese z.b. künstler sind, auf etwas hinweisen können, das
anderen ev. verborgen ist. wie die geschichte zeigt, kann
das lebensgefährlich sein. die kunst unterliegt ja einer
deutung.
im anderen fall kann egoismus lediglich einem niederen zweck
dienen, z.b. der lüge.
el_pintor - 23.07.2005 um 11:40 Uhr
Zitat:
Eine anonyme kollektive Kunst, bei welchem es dem Künstler
nicht mehr möglich ist, Ich war es! zu rufen, wäre sicher erstrebenswert. Kunst von allen
Menschen für alle Menschen. Das würde zwangsläufig eine ganz
neue Ästhetik mit sich bringen. Einen Trommelwirbel für das
Ende der Individualkunst!
dabei sollte doch gerade der individualismus gefördert
werden...kunst soll und muss idealismus, egoismus und
individualismus beinhalten und ausdrücken...sonst würde die
kunst zu sehr uniform...würde aussehen wie china wärend der
kulturrevolution...alles grau in grau...also trommelwirbel
aus oder wir schmeißen gleich alle unsere farben weg ...
der künstler ist in erster linie INDIVIDUUM und mensch also
sind ihm zwangsläufig egoismus und selbstdarstellung und
dieses "schaut her das habe ICH geschaffen"
angeboren und das ist gut so!!!
el_pintor - 23.07.2005 um 11:41 Uhr
Zitat:Kann nicht auch ein Egoist Verantwortung übernehmen

tut er doch für sich selbst!!!
el_pintor - 23.07.2005 um 11:46 Uhr
Zitat:
kunst soll und muß auch egoismus sein. die kunst ist jedoch
vielfältig. kunst die sich lediglich verkaufen will=
egoismus z.b. für den broterwerb, kunst die eher reproduktiv
ist= egoismus z.b. zur selbstbestätigung ("das kann ich
auch" ), kunst die eine anbiederung darstellt= egoismus
z.b. um sich vorteile zu verschaffen (kann aber auch
zustimmung aus überzeugung sein,- dann ist das legal !).
diese formen stellen egoismus in eher niederer form dar.
kunst die ausdruck erlittener qual ist, bzw. auf solche
hinweist= egoismus aus zwingendem grund. dies stellt
egoismus auf eine gänzlich andere stufe, in ein anderes
licht. sein oft negativer beigeschmack kehrt sich ins
gegenteil.
daraus wird deutlich, dass überaus sensible menschen, wenn
diese z.b. künstler sind, auf etwas hinweisen können, das
anderen ev. verborgen ist. wie die geschichte zeigt, kann
das lebensgefährlich sein. die kunst unterliegt ja einer
deutung.
im anderen fall kann egoismus lediglich einem niederen zweck
dienen, z.b. der lüge.
kunst diente immer schon, und so wird es auch immer bleiben,
dem broterwerb...wer etwas anderes behauptet sitzt entweder
in irgend einer manageretage und braucht sich darüber keine
gedanken machen oder ist ein größerer heuchler als der rein
kommerzielle künstler!!!
A.M.C. Latzke - 24.07.2005 um 12:32 Uhr
Zitat:
kunst diente immer schon, und so wird es auch immer bleiben,
dem broterwerb...wer etwas anderes behauptet sitzt entweder
in irgend einer manageretage und braucht sich darüber keine
gedanken machen oder ist ein größerer heuchler als der rein
kommerzielle künstler!!!
Dann stellt sich hier wieder einmal die Frage, ob die
Höhlenmalereien Kunst sind oder nicht.
Sind sie Kunst, dann liegen Sie mit Ihrer Aussage falsch, da
sie nicht dem Broterwerb dienten. Ich kenne Künstler, die
Kunst der Kunst wegen machen und sich stilistisch nicht
verbiegen lassen, um erfolgreich zu sein. Erst wenn diese
nichts mehr zu Beissen haben, beschreiten sie den
kommerziellen Weg. In diesem Moment greift der von der Natur
vorgegebene Existenzegoismus des Überlebens. An diesem Punkt
hört die authentische Kunst allerdings auf und die Frage
steht im Raum, ob diese dann noch Kunst ist. Denn damit
Kunst auch Kunst ist, muss sie neben einer gewissen
Handfertigkeit auch authentisch sein.
A.M.C. Latzke
el_pintor - 25.07.2005 um 08:02 Uhr
Zitat:
Dann stellt sich hier wieder einmal die Frage, ob die
Höhlenmalereien Kunst sind oder nicht.
Sind sie Kunst, dann liegen Sie mit Ihrer Aussage falsch, da
sie nicht dem Broterwerb dienten.
Das eine schließt das Andere doch nicht aus. Nur weil Kunst
auch Kommerz ist bleibt es doch Kunst.
Und Warum sollen Hölenmaler nicht doch bezahlt worden sein.
Möglicherweise waren sie beim Jagen zu ungeschickt und des
Sammelns überdrüssig. Sie verarbeiteten das erlebte an ihren
Hölenwänden. Das sah der Oberjäger oder auch Häuptling, fand
es toll und da er es nicht hinbekam beauftragte dieser den
Maler seine Höle auch so zu gestalten und gab ihm dafür eine
Keule vom Mammut. Alles Fadenscheinig.
Zitat:
Ich kenne Künstler, die Kunst der Kunst wegen machen und
sich stilistisch nicht verbiegen lassen, um erfolgreich zu
sein. Erst wenn diese nichts mehr zu Beissen haben,
beschreiten sie den kommerziellen Weg. In diesem Moment
greift der von der Natur vorgegebene Existenzegoismus des
Überlebens. An diesem Punkt hört die authentische Kunst
allerdings auf und die Frage steht im Raum, ob diese dann
noch Kunst ist. Denn damit Kunst auch Kunst ist, muss sie
neben einer gewissen Handfertigkeit auch authentisch sein.
A.M.C. Latzke
Also ich tue es weil es mir Spaß macht, weil ich es
entspannend und befriedigend finde und weil ich es, mehr
oder weniger kann. Und ich tue es gerne für den schnöden
Mammon weil er mich satt macht und meine Rechnungen bezahlt.
Idealismus ist eine tolle Sache aber sie schützt nicht vor
dem Gerichtsvollzieher. Also verdienen sich diese
"authentischen Künstler" ihren Lebensunterhalt
ander weitig oder sind restlos pleite und verschuldet.
Ich finde es toll wenn ein Künstler egoistisch ist, und das
ist auch einer der der Kunst wegen künstelt. Und ich finde
es toll wenn er den gerechten Lohn für seine Mühe bekommt.
Ich finde Ihre Werke,Herr A.M.C. Latzke, und die gemeinsamen
mit Ihrer Schwester geschaffenen sehr schön und ansprechend
und ich würde es schade finden wenn sie nicht den gerechten
Lohn dafür anstreben würden. Großes Kompliment!
Dies ist meine ehrliche Meinung .
Aragon - 31.07.2005 um 19:58 Uhr
Kunst ist Egoismus! Doch Kunst kann auch Gemeinschaft sein:
Einmal als Gemeinschaft, in dem Werke den gleichen Tenor
treffen,
Zweitens als Kunst an sich. (in Bezug der künstlerischen
Egoismen).
Die Frage ist doch einfach: Will Kunst Gemeinschaft sein?
Arne - 02.08.2005 um 23:47 Uhr
Zitat:
Ich habe die Befürchtung, daß der Individualismus langsam
verloren geht und der Mensch zu Marionetten der Medien
verkommt.
Der Mensch ist leider immer irgendwovon Marionette. Früher hat man auf
goldbeschlagene Ikonen gestarrt, während einem der Prediger
von der Kanzel aus das Hirn gewaschen hat, heute starrt man
in die plasteumhüllte Flimmerkiste und lässt sich von den
ausgestrahlten Sendungen genauso das Hirn waschen. Es hilft
nur eine gesunde Verweigerungshaltung ---
Fluuu - 06.08.2005 um 16:43 Uhr
Zitat:
Die Frage ist doch einfach: Will Kunst Gemeinschaft sein?
Natürlich will sie das und sie tut es auch, nicht um sonst
sind alle Ausstellungsmöglichkeiten öffentlich und für ein
breites Publikum zugänglich.
Auch wenn der Erschafungsprozess eher egoistische
Grundzüge hat, soll er auch, denn es geht um die
Verwirklichung der Gedanken und Empfindungen des
Einzelnen ohne nach dem Applaus zu schielen. So kann
man sagen, dass die Entstehung eines Werkes
individuelle Sichtweisen bedingt und nach der Fertigstellung
sich wandelt hin zur Gemeinschaft. Die
Empfindungen des Einzelnen werden also zu einem
Allgemeingut für alle. Kunstwerke sind Allgemeingut und
keine private Spekulationsware. Daraus resultiert auch
meine Idee den Künstler gesellschaftlich zu alimentieren,
dann braucht er seine Werke nicht verkaufen für den
Broterwerb. Nach wie vor sehe ich es immer noch so,
dass der Künstler der Gesellschaft einen Spiegel
vorhält um die Mißstände auf zu zeigen und
Problemfelder sichtbar zu machen und das läßt sich natürlich
auf dem Kunstmarkt nicht verkaufen.
gruß fluuu
Aragon - 17.08.2005 um 19:48 Uhr
Zitat:
Natürlich will sie das und sie tut es auch, nicht um sonst
sind alle Ausstellungsmöglichkeiten öffentlich und für ein
breites Publikum zugänglich.
Aber wird dadurch Kunst auch Gemeinschaft, nur weil viele
der "Kunstobjekte" auch betrachtet werden?
Zitat:
Nach wie vor sehe ich es immer noch so,
dass der Künstler der Gesellschaft einen Spiegel
vorhält um die Mißstände auf zu zeigen und
Problemfelder sichtbar zu machen und das läßt sich natürlich
auf dem Kunstmarkt nicht verkaufen.
Mit dieser Aussage grenzt Du die Gemeinschaft schon wieder
aus: Denn Du willst auf etwas aufmerksam machen, was nicht
alle sehen, oder verstehen, oder gar annehmen. Du zeigst
zwar eine Sache auf, doch damit erlangst Du nicht
Gemeinschaft. Denn Gemeinschaft heißt doch, von möglichst
vielen anerkannt zu werden!
Die Frage ist nach wie vor: Will Kunst Gemeinschaft, oder
will sie nur "begafft" werden? Will sie nur einen
Spiegel aufhalten, um dann wieder zum normalen Leben
überzugehen? (Etwa so: Ah, toll was der da gemacht hat, aber
jetzt laß uns weitermachen!)
Wandelt sich also die Kunst wirklich nach der individuellen
Schaffung der Gemeinschaft hin, oder ist sie nur
schmückendes Beiwerk, welches nicht wirklich von Belang ist?
Ist Kunst wirklich Gemeinschaft? Ist Kunst nur dann
Gemeinschaft, wenn sie zu verkaufen ist?
mezzo4te - 10.08.2006 um 00:32 Uhr
Zitat:
kunst die eher reproduktiv ist= egoismus z.b. zur
selbstbestätigung ("das kann ich auch" )
Fidéo, ich behaupte, das reproduktive Werke per definitionem
nicht als Kunst bezeichnet werden können!
mezzo4te - 10.08.2006 um 00:36 Uhr
Zitat:
Der Mensch ist leider immer irgendwovon Marionette. (...) Es hilft nur
eine gesunde Verweigerungshaltung ---
Wenn es ein Mittel gegen das Marionettendasein gibt, stimmt
das Wort "immer" nicht.
mezzo4te - 10.08.2006 um 00:45 Uhr
Zitat:
kunst diente immer schon, und so wird es auch immer bleiben,
dem broterwerb...wer etwas anderes behauptet sitzt entweder
in irgend einer manageretage und braucht sich darüber keine
gedanken machen oder ist ein größerer heuchler als der rein
kommerzielle künstler!!!
el_pintor, mich würde doch mal interessieren, wo du den
Unterschied zwischen einem Künstler, der Kunst zum
Broterwerb betreibt, siehst und einem "rein
kommerziellen" Künstler. Für mich ist das das gleiche!
Christin - 11.08.2006 um 21:14 Uhr
aalles was man tut hat irgentwie mit egoismus zu tun, oder?
Ohne Egoismus würde der mensch auch keine Ziele haben, oder?
Das heißt der Egoismus trägt dazu bei. Ich glaube nicht dass
es Künstler gibt, die malen, um den anderen Menschen
den horizont zu erweitern, oder? Kunst entsteht zuerst,
Replikate zu machen von anderen großen Künstlern, wie zum
beispiel in einer uni...Erst durch
puren egoismus, schafft man es genauso gut zu sein wie der
andere.
mezzo4te - 12.08.2006 um 01:43 Uhr
Zitat:
Ohne Egoismus würde der mensch auch keine Ziele haben, oder?
Das halte ich für eine sehr gewagte Behauptung! Ich als
Atheist behaupte das Gegenteil: Das Ziel aller Ziele,
nämlich die positive Fortentwicklung allen Lebens, wird
durch Jesus verkörpert. Und Jesus wiederum verkörpert den
reinen Sozialisten.
Zitat:
Kunst entsteht zuerst, Replikate zu machen von anderen
großen Künstlern, wie zum beispiel in einer uni...
Ich bin der Überzeugung, wer durch Reproduktion zur Kunst
kommt, wird nie ein großer Künstler werden. Mein Prof an der
HBK sagte bei der Studieneinführung sinngemäß: An der Uni
können wir Technik beibringen, nicht die Kreativität.
Zitat:
Erst durch puren egoismus, schafft man es genauso gut zu
sein wie der andere.
Nein, nicht durch Egoismus! Nur durch Übung - vorausgesetzt,
man hat die entsprechenden Anlagen.
Fluuu - 14.08.2006 um 14:06 Uhr
Hallo Christin,
natürlich hat alles etwas mit Egoismus zu tun was mit einem
selbst zusammenhängt. Wenn es den nicht gäbe wären wir
warscheinlich alle eine wabbelnde Masse von Gellee. Negativ
ist der Begriff Egoismuss womöglich durch die katolische
Kirche geworden, denn sie wollte eine Herde von Schäfchen,
ähnlich dem Gellee.
Der Egoismus macht doch aus dem Menschen erst das
individuelle Wesen mit selbstbestimmter Haltung.
Das ist bis dato für die Obrichkeit ein Dorn im Auge auch
wenn sich da über die Jahrhunderte viel entwickelt hat.
Heute ist es die manupolative Kraft der Medien die das
Gellee im Kopf erzeugt.
Egoismus heißt ja nicht unmenschlich oder menschenfeindlich
sein, es heißt nur, ich habe die Fähigkeit, mich um mich
selbst zu kümmern ohne Abhängigkeit.
Das schließt natürlich das Bedürfnis nach sozialen
Kontakten, Austausch mit anderen Menschen und das Geben von
Hilfestellungen suchenden gegenüber nicht aus.
Glaube nicht, dass Egoismus etwas damit zu tun hat, dass ich
meinem Nachbarn etwas wegnehmen möchte oder nicht gönne.
Egoisten können auch geben wenn sie etwas haben, sie lassen
sich nur nicht ein x für ein u vormachen oder sich
bequatschen was angeblich gut für sie wäre. Nein, sie
kümmern sich um ihre Entwicklung selbst und das ist
natürlich ein Ziel.
gruß fluuu
Fluuu - 14.08.2006 um 14:14 Uhr
Zitat:
Ich als Atheist behaupte das Gegenteil:
Das Ziel aller Ziele, nämlich die positive Fortentwicklung
allen Lebens, wird durch Jesus verkörpert. Und Jesus
wiederum verkörpert den reinen Sozialisten.
Hallo mezzo4te,
was ist den das für ein Quatsch, evolutionöre Entwicklung
ist o.k. aber wieso wird die von Jesus verkörpert wenn Du
Dich doch als Atheist bezeichnest und dann ist er auch noch
Sozialist, oh man, oh man.
Das ist ja eine Soße von Philosophie, fast schon eine
Giftmischung, na dann einen Guten...
gruß fluuu
mezzo4te - 14.08.2006 um 19:03 Uhr
Zitat:
Hallo mezzo4te,
was ist den das für ein Quatsch, evolutionöre Entwicklung
ist o.k. aber wieso wird die von Jesus verkörpert wenn Du
Dich doch als Atheist bezeichnest und dann ist er auch noch
Sozialist, oh man, oh man.
Das ist ja eine Soße von Philosophie, fast schon eine
Giftmischung, na dann einen Guten...
gruß fluuu
Hallo Fluu, mir scheint, du hast meine Aussage absolut nicht
begriffen. Für dich also nochmal ausführlich: Wenn hier
unter dem Thema "Kunst ist Egoismus" über Ziele
gesprochen wird, dann setze ich einfach mal voraus, dass
"positive" Ziele gemeint sind. Als positive Ziele
definiere ich (für mich) solche Ziele, die etwas bewegen,
ohne dabei anderes Leben zu beeinträchtigen. In einer
Maximalbetrachtung könnte man dann sagen, dass das maximale
positive Ziel doch nur sein kann, alles Leben in eine
größtmögliche Harmonie zu bringen. Unsere vielen kleinen
individuellen Ziele sind demnach eine Untermenge dieses
Ziels. Das meinte ich mit Ziel der Ziele. Als Sinnbild für
die Verfolgung dieses "Ziels der Ziele" steht in
unserem Kulturkreis nun mal Jesus, der ja bekanntlich das
Gegenteil eines Egoisten war. Mit diesem Gedankengang wollte
ich zeigen, dass Christin´s Aussage: "Ohne Egoismus
würde der mensch auch keine Ziele haben, oder?" nicht
haltbar ist.
Und mit dem Ausdruck "Sozialist" habe ich
natürlich nicht den Anhänger einer sozialistischen Theorie
gemeint. Vielmehr wollte ich damit einfach nur das Gegenteil
von "Egoist" ausdrücken. Manchmal hilft es schon,
erstmal den Kopf einzuschalten, bevor man sich hier so
unqualifiziert echauffiert!
Gruß,
mezzo
mezzo4te - 14.08.2006 um 22:16 Uhr
Zitat:
Der Egoismus macht doch aus dem Menschen erst das
individuelle Wesen mit selbstbestimmter Haltung.
Hallo Fluu, selbst wenn man den Begriff Egoismus im weiteren
Sinne versteht und ihm altruistische Momente zugesteht,
zeugt dieser Satz von ziemlicher Naivität. Bewußtsein macht aus dem Menschen das individuelle Wesen mit
selbstbestimmter Haltung, aber doch nicht Egoismus!
Zitat:
Egoismus heißt ja nicht unmenschlich oder menschenfeindlich
sein, es heißt nur, ich habe die Fähigkeit, mich um mich
selbst zu kümmern ohne Abhängigkeit.
Das ist eine sehr eigene Definition von Egoismus. Im
Allgemeinen versteht man unter Egoismus
"Eigennützigkeit", bei dem der Handelnde bewusst
einen Nachteil für einen Anderen in Kauf nimmt und alleine
auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Der einzige Ansatz,
unter dem ein "positiver Egoismus" gesehen werden
kann, ist die Überlegung, dass Konsequenzen selbstbezogenen
Denkens und Verhaltens objektiv einen allgemeinen Nutzen
haben können. Ihre Ausführungen über Selbstbewußtsein und
Selbstbestimmung haben aber wirklich nichts mit Egoismus zu
tun.
Gruß
mezzo
Fluuu - 21.08.2006 um 12:26 Uhr
Diese Nachricht wurde von Fluuu um 12:27:24 am 21.08.2006
editiert
nee mezzo4te,
tu Monologisieren, es hat keinen Zweck, Dein
pseudointellektuelles Wortverdrehen hat keine
Diskussionsgrundlage in einem Kunstforum wo es darum geht
die künstlerische Arbeit zu beleuchten und sich auch durch Egoismus zu behaupten wenn es sein muss...
gruß fluuu
mezzo4te - 21.08.2006 um 15:31 Uhr
Zitat:
tu Monologisieren, es hat keinen Zweck, Dein
pseudointellektuelles Wortverdrehen hat keine
Diskussionsgrundlage in einem Kunstforum wo es darum geht
die künstlerische Arbeit zu beleuchten und sich auch durch Egoismus zu behaupten wenn es sein muss...
gruß fluuu
Sorry Fluu, ich wollte dich wirklich nicht intellektuell
überfordern. Auch habe ich gar nicht gewusst, dass es in
diesem Kunstforum nur darum geht, "sich durch Egoismus
zu behaupten wenn es sein muss". Wenn dem so ist, bin
ich hier allerdings fehl am Platz und "tu lieber
andernorts weiter Monlogisieren"...
Gruß,
mezzo
Phij - 21.08.2006 um 16:34 Uhr
... in einem Kunstforum wo es darum geht die künstlerische Arbeit zu beleuchten und sich auch durch Egoismus zu behaupten wenn es sein muss...
gruß fluuu
an fluu
heisst das für dich ist Kunst, Egoismus auszudrücken??
Das es für dich immer nur wichtig ist besser zu sein als
andere Künstler und sowieso besser als Leute die beruflich
keine Künstler sind und damit deiner Meinung nach GAR NICHT
IN DER LAGE sind Kunst zu schaffen
Und das das Forum dafür da ist Bewegsgründe anderer Künstler
zu hinterfragen und zu bewerten?
Phij
]
Fluuu - 22.08.2006 um 11:53 Uhr
...es geht nur darum den Egoismus nicht negativ zu sehen wie
es in der bürgerlichen oder katolischen Moral so verbreitet
ist, Egoismus ist ein Bestandteil des Lebensmotors des
Einzelnen, des sich selbst bewusst machens, des autonomen
ichs und nicht ein anonymes Teil einer Herde von Schäfchen
zu sein. Das widerum lässt sich in der künstlerischen Arbeit
und als Künstler sehr gut in die Praxis umsätzen, da er
meist allein und auf sich selbst gestellt arbeitet. Somit
ist das Erreichen der Ziele eines Künstlers durchaus
durchzogen von egoistischen Eigenschaften.
Verliert er seine Stabilität und wird zum Betreuungsfall,
so kann er nicht mehr arbeiten...
gruß fluuu
Galerie Seeger - 27.08.2006 um 08:43 Uhr
Kunst ist Freiheit!
Egoismus ist Gefangenschaft!
Wer an der Freiheit arbeitet und den Egoismus mit nimmt in
sein Werk, der Produziert eine Lüge.
Lüge ist, wenn ich dein Freund bin, Freundschaft ist, wenn
ich dich belüge, denn nur die wahre und echte Lüge ist dein
Freund, besitzt du aber die totale Freiheit dann wäre das ja
die Wahrheit, damit machst du dir bestimmt keine Freunde.
Die Kunst ist, in der Gefangenschaft die Freiheit der
Wahrheit zu bewahren und zu Kämpfen gegen alles was die
Freiheit (Wahrheit) bedroht.
mezzo4te - 28.08.2006 um 21:56 Uhr
Zitat:
Kunst ist Freiheit!
Egoismus ist Gefangenschaft!
Wer an der Freiheit arbeitet und den Egoismus mit nimmt in
sein Werk, der Produziert eine Lüge.
Hallo Peter, ich vermute, dass diese Aussagen der Wahrheit
nahe kommen. Deine folgenden Thesen geben zu denken:
Zitat:
Lüge ist, wenn ich dein Freund bin, Freundschaft ist, wenn
ich dich belüge, denn nur die wahre und echte Lüge ist dein
Freund
Erstmal vermute ich, dass der Ausdruck "wahre
Lüge" zumindest im normalen Sprachgebrauch ein
Widerspruch in sich ist. Ich kann mir jedenfalls nichts
darunter vorstellen. Anders sieht es mit dem anderen Teil
der Aussage aus. Sie verkehrt die ethischen Vorstellungen
unseres Kulturkreises. Denn soweit ich das sehe, gehen diese
davon aus, dass sich (zumindest) der Mensch zum Positiven
fortentwickelt und sich immer mehr der absoluten Wahrheit
bzw.dem Ideal einer kompletten Harmonie (meinetwegen Gott)
annähert. Nach deiner Aussage wäre ja das Gegenteil der
Fall. Wenn allein die Lüge der Freund des Menschen ist,
heißt das doch, dass unser ganzes Zusammenleben auf Lüge
beruht, mehr noch: nur durch Lüge ist das soziale
Miteinander möglich. Ich muss sagen, dass meine Überlegungen
seit kurzem auch in diese Richtung gehen. Während ich vor
noch nicht allzu langer Zeit das Erreichen der totalen
"Harmonie" bzw Wahrheit als (nie vollkommen zu
erreichendes) Entwicklungsziel in der Zukunft wähnte,
scheint es mir mittlerweile eher so, dass dieser Punkt weit
in der Vergangenheit - etwa im Urknall - liegt. Seitdem
diversifiziert sich das Sein von Sekunde zu Sekunde. So
gesehen könnte man deinel letzten Satz so verstehen, dass es
sich bei Kunst um das Echo der Wahrheit aus den Zeiten des
Urknalls handelt.
maler-hans - 30.08.2006 um 01:27 Uhr
Zitat:
Erstmal vermute ich, dass der Ausdruck "wahre
Lüge" zumindest im normalen Sprachgebrauch ein
Widerspruch in sich ist. Ich kann mir jedenfalls nichts
darunter vorstellen. Anders sieht es mit dem anderen Teil
der Aussage aus. Sie verkehrt die ethischen Vorstellungen
unseres Kulturkreises. Denn soweit ich das sehe, gehen diese
davon aus, dass sich (zumindest) der Mensch zum Positiven
fortentwickelt und sich immer mehr der absoluten Wahrheit
bzw.dem Ideal einer kompletten Harmonie (meinetwegen Gott)
annähert .... dass es sich bei Kunst um das Echo der
Wahrheit aus den Zeiten des Urknalls handelt.
Erstens meint Seeger wahrscheinlich, ein Freund müsse den
Freund auch mal belügen, wenn es dessen Vorteil dient, aber
ich kann ja nicht für ihn sprechen (für Seeger, meine ich).
Die von Dir, mezzo, postulierte Entwicklung zum Positiven
halte ich für ein solche Lüge (des Menschen als sein eigener
Freund), denn der Mensch nähert sich keineswegs der
Wahrheit, es werden nur die Methoden der Lüge immer
subtiler. Von der "kompletten Harmonie" will ich
da garnicht reden (zumal sie gleichbedeutend mit Nirvana,
mit Nichts wäre), obschon ich für nicht-absolute Harmonie
viel übrig habe.
Und der Urknall kann mit Wahrheit nicht zu tun haben, weil
Wahrheit ein rein menschenbezogener Begriff ist, der also
nicht älter sein kann als diese fragwürdige Spezies.
Tut mir Leid, mezzo, wenn ich Dein opitmistisches Weltbild
zerkratzt haben sollte.
Galerie Seeger - 30.08.2006 um 10:17 Uhr
Die Wahrheit ist älter als alles, die Lüge ist vom Leben
gemacht!
Das Universum ist die ganze Wahrheit, es gibt in Ihm keine
Lüge.
Oder?
Doch!
Als das Leben begann, begann auch die Lüge, die Lüge ist
kein Privileg der Menschen, auch die Natur lügt.
Die Blume belügt die Insekten, das Männchen belügt das
Weibchen zwecks Paarung, die Tarnung belügt das Opfer usw.
Wenn Leben auf der Grundlage der Lüge erbaut wurde, warum
wollen die Menschen dann immer die Wahrheit wissen 
Vielleicht weil sie damit die, die es nicht so gut
verstehen zu lügen, besser in die Opfer rolle stecken
können.
Gruß Peter
mezzo4te - 30.08.2006 um 16:38 Uhr
Zitat:
Die von Dir, mezzo, postulierte Entwicklung zum Positiven
halte ich für ein solche Lüge (des Menschen als sein eigener
Freund), denn der Mensch nähert sich keineswegs der
Wahrheit, es werden nur die Methoden der Lüge immer
subtiler. (...) Tut mir Leid, mezzo, wenn ich Dein
opitmistisches Weltbild zerkratzt haben sollte
Braucht dir nicht Leid zu tun, Hans! Denn wie ich in dem von
dir zitierten Beitrag bereits geschrieben habe, neige ich
selbst aus eigener Überlegung zu der von dir formulierten
Ansicht.
Zitat:
Und der Urknall kann mit Wahrheit nicht zu tun haben, weil
Wahrheit ein rein menschenbezogener Begriff ist, der also
nicht älter sein kann als diese fragwürdige Spezies.
In diesem Punkt bin ich eher der Meinung von Seeger:
Zitat:
Die Wahrheit ist älter als alles, die Lüge ist vom Leben
gemacht!
Das Universum ist die ganze Wahrheit, es gibt in Ihm keine
Lüge.
Ich denke mir, dass Wahrheit und Naturgesetze ein und
dasselbe sind. Wir Menschen als (sehr) begrenzter Ausschnitt
des Seins (dieser Ausdruck geht mir immer schwer über die
Lippen - aber mir fällt leider kein treffenderer ein...)
versuchen, hinter die Naturgesetze zu kommen und erforschen
sie nach und nach. Da wir aber in unserem System gefangen
sind, werden wir sie - und damit die Wahrheit - nie
vollkommen erkennen können.
Auf den Urknall habe ich mich übrigens deshalb bezogen, weil
ich die Vorstellung habe, dass in diesem Moment wirklich
alles "eins" war. Mit dem Urknall begann sich die
Materie zu diversifizieren. Im Laufe dieses andauernden
Prozesses hat sich dann zwangsläufig auch die Lüge
entwickelt.
Galerie Seeger - 30.08.2006 um 19:24 Uhr
Der Uhrknall mach nur Sinn wenn die Erde eine Scheibe ist!
Wie oft haben sich Erkenntnisse schon geändert?
Ist es für uns nicht auch die totale Realität wenn wir
Träumen, was ist wenn ein anderer uns Träumt 
mezzo4te - 30.08.2006 um 23:32 Uhr
Zitat:
Der Uhrknall mach nur Sinn wenn die Erde eine Scheibe ist!
Was zu beweisen wäre. Warum sollte er nur dann Sinn machen?
Und überhaupt: Kann man so einem Ereignis wie dem Urknall
Sinn beimessen?
Zitat:
Wie oft haben sich Erkenntnisse schon geändert?
Meiner Meinung nach noch nie - dann wären es nämlich keine
Erkenntnisse gewesen, sondern Thesen.
Zitat:Ist es für uns nicht auch die totale Realität wenn wir
Träumen, was ist wenn ein anderer uns Träumt

Die Frage bejahe ich. Ich denke, auch Träume sind Realität -
allerdings in einer anderen Ebene.
maler-hans - 31.08.2006 um 00:35 Uhr
Zitat:Wenn Leben auf der Grundlage der Lüge erbaut wurde, warum
wollen die Menschen dann immer die Wahrheit wissen
Die Menschen, bester Dieter, wollen ja überhaupt nicht die
Wahrheit wissen, sondern nur hören, sie hätten Recht.
Und Dein Urvertrauen in "die Naturgesetze", lieber
Mezzo, basiert auf einem wissenschafts-romatischen
Missverständnis: Objektiv richtige, von jedem Betrachter
unabhängig geltende Naturgesetze gibt es überhaupt nicht,
sondern nur eine unendliche Zahl von momentanen
Zusammenhängen und Kausalketten, die wir Zufall nennen.
Die so genannten Naturgesetze sind nichts als das Modell
einer postulierten Ordnung, mit der wir Menschen uns die
Welt erklären und sie zugleich haltbarer machen wollen, als
sie (in kosmischen Dimensionen) wahrscheinlich ist.
Spätestens seit Einstein ist das klar geworden.
mezzo4te - 31.08.2006 um 02:13 Uhr
Zitat:
Objektiv richtige, von jedem Betrachter unabhängig geltende
Naturgesetze gibt es überhaupt nicht, sondern nur eine
unendliche Zahl von momentanen Zusammenhängen und
Kausalketten, die wir Zufall nennen.
Wenn es keine objektiven Naturgesetze gibt, lieber Hans,
frage ich mich, wie Kausalketten entstehen können. Ich
jedenfalls verstehe kausale Zusammenhänge so, dass sich eine
Situation logisch eindeutig aus der vorhergehenden ergibt.
Logisch eindeutige Verhaltensweise bedingen aber eine
gesetzmäßige Grundstruktur. Die alles umfassende
Gesetzmäßigkeit meine ich mit dem Ausdruck
"Naturgesetz".
Zitat:
Die so genannten Naturgesetze sind nichts als das Modell
einer postulierten Ordnung, mit der wir Menschen uns die
Welt erklären und sie zugleich haltbarer machen wollen, als
sie (in kosmischen Dimensionen) wahrscheinlich ist.
Eigentlich ist es anders: Die Naturgesetze sind eben der
Begriff für das, was du "postulierte Ordnung"
nennst. Der Beweis fällt nicht schwer: Die gefundenen
Gesetzmäßigkeiten zur Funktion der Natur zählen wir nur so
lange zu den Naturgesetzen, wie sie nicht durch irgendwelche
Phänomene widerlegt werden. Das heißt doch, dass der Begriff
"Naturgesetz" absolute, systemunabhängige
Funktionszusammenhänge bezeichnet, die sich der Mensch nach
und nach erschließt. Wenn man einmal unterstellt, dass die
Raumflüge zu entfernten Planeten tatsächlich stattgefunden
haben, muss man doch sagen, dass unser Modell von den
Naturgesetzen durchaus schon kosmische Größenordnungen
erfasst.
mezzo4te - 31.08.2006 um 02:51 Uhr
Zitat:
Dein Urvertrauen in "die Naturgesetze", lieber
Mezzo, basiert auf einem wissenschafts-romatischen
Missverständnis:
hihi, erwischt Hans, ich habe ein hoffnungslos romantisches
Gemüt...
Zitat:
Objektiv richtige, von jedem Betrachter unabhängig geltende
Naturgesetze gibt es überhaupt nicht, sondern nur eine
unendliche Zahl von momentanen Zusammenhängen und
Kausalketten, die wir Zufall nennen.
... was mich nicht davon abhält, das ebenso zu sehen wie du.
Nämlich, dass es tatsächlich keine Zufälle gibt. Sondern wir
das nur so empfinden, weil wir die unglaubliche Zahl von
Faktoren, die auf eine vermeintlichen Zufallssituation
einwirken, nicht kalkulieren können. Ich bin auch überzeugt
davon, dass es keinen freien Willen gibt. Es erscheint uns
nur so. In Wirklichkeit ist jede unserer Entscheidungen auch
nur die Folge kausaler Reaktionsketten.
maler-hans - 31.08.2006 um 15:44 Uhr
Zitat:
Ich bin auch überzeugt davon, dass es keinen freien Willen
gibt. Es erscheint uns nur so. In Wirklichkeit ist jede
unserer Entscheidungen auch nur die Folge kausaler
Reaktionsketten.
Hier gehst Du einen klitzekleinen Schritt zu weit, denn
selbst wenn unsere Entscheidungen die Folge kausaler Ketten
sind, bleiben sie ja, wie Du selbst formulierst,
Entscheidungen; ich könnte auch, grad aus Trotz, das
Gegenteil tun; bleibt nur offen, ob was anderes dabei
rauskommt …
mezzo4te - 31.08.2006 um 22:23 Uhr
Zitat:
Hier gehst Du einen klitzekleinen Schritt zu weit, denn
selbst wenn unsere Entscheidungen die Folge kausaler Ketten
sind, bleiben sie ja, wie Du selbst formulierst,
Entscheidungen; ich könnte auch, grad aus Trotz, das
Gegenteil tun; bleibt nur offen, ob was anderes dabei
rauskommt …
Bis du dir da sicher? Angenommen, du ständest zweimal in
exakt derselben Situation vor derselben Entscheidung -
glaubst du, du könntest/würdest dich das eine mal anders
entscheiden als das andere mal? Um weiter auszuholen:
Angenommen, im viel zitierten Urknall wäre alle Materie in
einer eindeutigen Minimalkonfiguration vereint. Die zweite Annahme: Nach dem
Urknall dehnt sich das Universum aus und kollabiert nach
Milliarden von Jahren wider, um dann erneut in einem Urknall
zu entstehen (pulsierendes Universum). Die dritte Annahme:
Alles basiert auf exakten Funktionsmechanismen
(Naturgesetzen). Dann lässt sich doch schlussfolgern, dass
wir exakt dasselbe Leben schon unendlich oft gelebt haben
und es genauso oft noch leben werden - im Rhytmus des
Urknallpulses. Demnach würden wir uns in Milliarden von
Jahren wieder exakt die gleiche Diskussion liefern.
maler-hans - 01.09.2006 um 01:15 Uhr
Diese Nachricht wurde von maler-hans um 01:16:01 am
01.09.2006 editiert
Und genau bei der dritten Annahme, mezzo, stimmt´s nicht,
schon aufgrund Deiner "Naturgesetze": die
Wiederholung des immer gleichen (Nietzsche, glaub´ ich) ist
derart unwahrscheinlich, dass man´s getrost beiseite lassen
kann. Anders entscheiden kann ich übrigens natürlich nur,
wenn ich vom ersten So-Entscheiden etwas wüsste …
Zum freien Willen muss man freilich anmerken, dass er so
frei gewiss nicht ist, wie wir uns einbilden; aber eben auch
nicht "vollautomatisch". Hätte der Mensch
überhaupt keinen Willen, könnte er unmöglich so viel derart
bescheuert anpacken!
mezzo4te - 03.09.2006 um 01:51 Uhr
Zitat:
Und genau bei der dritten Annahme, mezzo, stimmt´s nicht,
schon aufgrund Deiner "Naturgesetze": die
Wiederholung des immer gleichen (Nietzsche, glaub´ ich) ist
derart unwahrscheinlich, dass man´s getrost beiseite lassen
kann.
Nur weil Nietzsche oder so mal etwas geäußert hat, soll man
es "getrost beiseite lassen"? Nee, nie und nimmer!
Was mir in diesem Zusammenhang viel beachtenswerter
erscheint, ist die Heisenbergsche Unschärferelation. Aber
ehrlich gesagt, versteh ich diese Theorie nicht (woher
auch!). In Wikipedia steht, dass "die Heisenbergsche
Unschärferelation oder Unbestimmtheitsrelation die Aussage
der Quantenphysik ist, dass der Ort und der Impuls eines
Teilchens nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmt sind.
Sie ist nicht die Folge von Unzulänglichkeiten eines
entsprechenden Messvorgangs, sondern prinzipieller
Natur." Das ist meiner Meinung nach der einzige Ansatz,
der den exakt definierten Funktionszusammenhang von
Elementen des Seins (eben Naturgesetze) in Frage stellen
kann und somit auch der einzige Grund wäre, warum sich eine
Entwicklung vom exakt dem gleichen Ausgangspunkt und exakt
unter den gleichen Bedingungen nicht exakt wiederholen
würde.
maler-hans - 03.09.2006 um 23:55 Uhr
Da war ich mal wieder zu ungenau: die Wiederkehr des
Immergleichen, bzw. die Idee davon, kann man getrost
beiseite lassen, weil sie einfach allzu unwahrscheinlich, im
Grunde unmöglich ist (nicht wegen Nietzsche, der diese
Wiederkehr postulierte). Und die Unschärferelation – vom
Wort her, Heisenberg verstehe ich auch nicht – sagt ja sogar
etwas ähnliches: Exaktheit ist nur Rechengrundlage, es
herrscht Unschärfe, Ungenauigkeit, Unbestimmheit.
Materie oder Schwingung?
Materie ist Schwingung?
Oder irgend etwas dazwischen?
Oder mal so, mal so?
Sind so "Gesetze"?
Naturgesetze: relativ unscharf, nicht wahr.
mezzo4te - 04.09.2006 um 15:18 Uhr
Zitat:
Und die Unschärferelation – vom Wort her, Heisenberg
verstehe ich auch nicht – sagt ja sogar etwas ähnliches:
Exaktheit ist nur Rechengrundlage, es herrscht Unschärfe,
Ungenauigkeit, Unbestimmheit.
Jawohl hans, so interpetiere ich dieses Phänomen ja auch.
Ich muss allerdings sagen, dass mir die Vorstellung
schwerfällt, dass sich das ganze Universum nicht nach ganz
exakt definierten Grundgesetzmäßigkeiten verhält. Im Moment
denke ich, dass sowohl das eine (Unschärfe) als auch das
andere (absolute Exaktheit) möglich ist.
Zitat:
Materie oder Schwingung?
Materie ist Schwingung?
Oder irgend etwas dazwischen?
Oder mal so, mal so?
Sind so "Gesetze"?
Ich liebäugele mit der Theorie, dass alles, also auch
Materie Schwingung ist. Und ich finde die Vorstellung
faszinierend, dass alles Sein eine einzige große unendliche
Schwingung ist. Materie wäre demnach jeweils eine
hochenergetische Oberschwingungen auf dieser Welle. Weiter
ist dann vorstellbar, dass räumliche Nähe vielleicht gar
nichts mit realen Örtlichkeiten zu tun hat, sondern nur der
Effekt einer gewissen Harmonie zwischen unterschiedlichen
Oberwellen ist. So könnte etwa ein Freund von mir, dem ich
gegenüberstehe, in Wirklichkeit eine
Oberschwingungskonstellation auf dieser Welle am anderen
Ende des Universums sein, die eben in der Situation in einem
besonders harmonischen Verhältnis zu den Oberschwingungen
steht, die mich ausmachen. Was ich an dieser Vorstellung so
faszinierend finde? Es wären Zeitreisen und Beamtechniken
ala Enterprise möglich - man müsste "nur" einen
Weg finden, die allesumfassende Grundschwingung gezielt zu
beeinflussen.
Ok - zugegeben, das ist alles extrem hypothetisch!
maler-hans - 04.09.2006 um 23:11 Uhr
Die Idee, alles sei in Wahrheit Schwingung, ist mir auch
schon in den Sinn gekommen bzw. hat mich gefangen genommen.
Aber gerade dann: Was ist störanfälliger – ungenauer! – als
eine Schwingung? Sic.
Tja, und die Hamonie ist sowieso eines meiner Dauerthemen,
nicht nur, aber auch in der Kunst. (Menschliche) Nähe als
gemeinsames Schwiingen sozusagen im Obertonbereich zu sehen
– das gefällt mir.
Galerie Seeger - 05.09.2006 um 08:27 Uhr
Hallo
Wenn ich euch mal stören darf in eurer Oberwelle, gestatten
ich bin 14 Hz. geschlagen im zwei Sekundentakt und wenn ihr
euch nicht vertragt dann wackle ich mal ein bisschen an der
Struktur.
Aber Oberwelle gefällt mir.
Gruß 14-15 Hz
http://de.wikipedia.org/wiki/Frequenz
maler-hans - 05.09.2006 um 13:26 Uhr
Klar vertragen wir uns, Peter! Die Oberwelle ist wohl
sprachlich ein wenig daneben gegriffen, aber wie heißt denn
das noch, was mitschwingt? In der Musik gibt´s das,
mir fiel und fällt das passende Wort nicht ein.
Ob Dir bei der -welle womöglich die -weite eingefallen sein
mag? However, bis ein Hzchen, ein strukturelles.
mezzo4te - 06.09.2006 um 17:13 Uhr
Zitat:
Die Oberwelle ist wohl sprachlich ein wenig daneben
gegriffen, aber wie heißt denn das noch, was mitschwingt? In
der Musik gibt´s das, mir fiel und fällt das passende Wort
nicht ein.
Oberwelle ist schon gar nicht so verkehrt. Obwohl der
richtige Begriff "Oberschwingung" ist (ich hab
noch mal in Wikipedia nachgeschaut). Als Oberschwingung
bezeichnet man alle Schwingungen, deren Frequenz in einem
ganzzahligen harmonischen Verhältnis zu einer
Grundschwingung steht.
maler-hans - 07.09.2006 um 00:12 Uhr
Habe ich glatt ein neues Wort in die Diskussion gebracht,
warum auch nicht? Jedenfalls schwingt es mit und ist in der
Frequenz nicht gleich, jedoch verwandt, mitklingend. So
war´s jedenfalls gemeint.
Parthum Tom - 16.10.2006 um 09:15 Uhr
Die Diskussion bewegt sich ja mittlerweile auf
einer gemeinsamen " Wellenlänge".
Ich frage mich nun ob es demnach richtig währe zu
behaupten, das egoistische Frequenzen existieren.
Oder mahnische sowie stark introvertierte Persönlichkeiten
überhaupt möglich sind.
Sind Grundschwingungen nicht auch schon verzerrt.
Ist eine Gleichschaltung immer möglich ?
Oder ist das ganze einer ständigen unschärfe unterworfen
die dies verhindert ?
maler-hans - 18.10.2006 um 00:36 Uhr
Mal abgesehen davon, dass Gleichschaltung ein ziemlich
schlimmes Wort ist, spielen natürlich immer und überall
Störungen ein entscheidende Rolle, bis hin zum berühmten
Flügelschlag des Schmetterlings.
Eben darum sind ja zwischenmenschliche Harmonien ein solches
Wunder, leider oft ein flüchtiges. Und Kunst ist meiner
Meinung nach groß, wenn sie solche Harmonien findet oder
anspricht (was keineswegs heißt, dass sie
"harmonisch" im gutbürgerlichen Sinn sein müsste),
solchen Gleichklang zwischen Künstler und Betrachter,
Bildgegenstand und Darstellung, Form und Aussage (Farbe)
anstößt.
mezzo4te - 19.10.2006 um 01:14 Uhr
Auch ich finde Gleichschaltung für einen ziemlich schlimmen
Vorgang und für die Entstehung wirklicher Harmonie
kontraproduktiv. Es ist wie in der Musik: Spannende und
anregende Harmonien entstehen oft erst durch
"schräge" Akkorde.
Um im Bild zu bleiben: Es gibt keine absoluten
"egoistischen Frequenzen", weil Frequenzen an sich
keine bestimmte Eigenschaft anhaftet. Erst in der
Gesamtharmonie zeigt sich, ob eine bestimmte Frequenz
störend wirkt. Vielleicht gilt ja auch die Umkehr-Analogie:
Es gibt keinen absoluten Egoismus (keine absolute
Boshaftigkeit) - er (sie) erweist sich erst im sozialen
Kontext als solche(r).
maler-hans - 21.10.2006 um 22:00 Uhr
Ganz recht, der soziale Kontext entscheidet – abgesehen
davon bin ich davon überzeugt, dass ein Künstler in gewisser
Weise Egoist sein muss, vielleicht sogar Egozentriker:
Nähme er sich selbst nicht wichtig, sähe er sich nicht
gewissermaßen als Mittelpunkt, Zentrum von etwas, könnte er
unmöglich Eigenes, also Kunst schaffen. Dieser Egoismus /
Egozentrismus schließt freilich meist auch den (Selbst-)
Zweifel ein, sonst entfiele der Grund, suchend
weiterzumachen.
tibod - 23.11.2006 um 11:17 Uhr
Der Neoegoismus
Ich habe eine neue Kunstrichtung begründet: den Neoegoismus.
Man darf alles machen, was man will, solange es nichts mit
der Welt und nur mit dem eigenen Ego zu tun hat. Und man
darf die Sachen daraufhin niemandem zeigen. Allerdings habe
ich festgestellt, dass man damit ziemlich alleine dasteht.
---
http://www.tobi-degenhardt.de
maler-hans - 23.11.2006 um 23:59 Uhr
Tja, das wundert mich nicht - und Du scheinst uns ziemlich
missverstanden zu haben, tibod. Keiner hier (so weit ich
mich erinnere) hat gesagt, Egoismus sei einzige und
alleinige Voraussetzung für Kunstschaffende. Aber ganz ohne
wird´s wohl auch nicht gehen.
Allerdings stört mich tatsächlich die
"-ismus"-Endung, denn "-ismen" haben
sich allzu oft schon als verhängnisvoll erwiesen, wie alles
vom Menschen absolut Gesetzte.
Fluuu - 27.11.2006 um 23:00 Uhr
echt tibod,
Du bringst mich zum Lachen, Deine Art mit den Themen hier
um zu gehen ist sehr erfrischend, da kommt neuer Wind
ins Forum, das zur Zeit von Mismachern und Oberschlauen
beherscht wird, leider...
gruß fluuu
idiotiefschnee - 09.12.2006 um 19:41 Uhr
I think so.man werfe nur ein Auge auf viele geniale
Künstler(insbesondere musiker,die ihre texte selber
schreiben und nicht mehr von der bühne runter wollen).dann
sind das aber eher egozentriker.
idiotiefschnee - 09.12.2006 um 19:44 Uhr
Howdie tibod,
ich stelle mir dabei einen irren vor, der wie ein hund über
seine kunst wacht oder er seine kunst über alle anderen
stellt und eine etwaige "verschmutzung" seiner
werke nicht ertragen kann.
idiotiefschnee - 09.12.2006 um 19:48 Uhr
und drittens*schmunzel*
stell ich mir das ziemlich lustig vor.aber bist du dir
sicher, dass du der erste mit diesem einfall bist?wohl
nicht, denn vieles,was man schafft(schreibt,malt) möchte man
nicht zeigen,um sich privatsphäre zu schaffen.
Fluuu - 14.12.2006 um 12:10 Uhr
echt Neoegoismus ist gut,
die Werke dürfen einen nur noch selbst beweihräuchern
und nichts über die Gemeinschaft aussagen, die fertigen
Sachen dürfen niemandem gezeigt werden.
Herzlich willkommen im eigenen Mustopf oder wie der
Gourmet sagt, Braten im eigenen saft.
Man ist das ein tolles Gefühl, völlig einsam auf der Welt
aber dadurch automatisch der Größte, der Beste und der
Tollste weil ja kein Anderer da ist. Na wenn ich da mal
nicht an meine eigene Nase fassen muss, ha ha ha...
gruß fluuu
maler-hans - 14.12.2006 um 15:15 Uhr
Zitat:
..., denn vieles,was man schafft(schreibt,malt) möchte man
nicht zeigen,um sich privatsphäre zu schaffen.
Da wundere ich mich aber schon ein bisschen, denn die
meisten schreibenden und malenden Menschen wollen, dass ihre
Werke gelesen und betrachtet werden. Klar gibt es einzelne
Texte und auch Bilder, die man gerne für sich behält – aber
viele? Ist eher selten, oder?
Unter Egoismus (mit oder ohne Neo-) verstehe ich auch etwas
anderes, nämlich das Sich-Beziehen von allem und jedem auf
sich selbst. Bis zu einem gewissen Grade muss man das ja, um
sortieren und bewerten zu können, schon im Alltag. Zum
-ismus aber wird´s durch das Überzogene, das Ausschließliche
solchen Vorgehens.
Dann behält man seine Bilder nicht, sondern verurteilt die
Gesellschaft heftig, wenn sie es wagt, einen Blick auch auf
ein anderes Bild zu tun.
© 2002-2026 by
Arne Baganz