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bakunin - 02.12.2004 um 22:35 Uhr

ich war erstaunt über die mitglieder die meine bilder aus dem handel mit leichenteilen, 1993 unter geplündert ins grab im nachrichtenmagazin Der Spiegel publiziert, so schnell als pietätlos diskreditieren. die wirklichkeit hinter den bildern ist noch viel schlimmer. aber es ist euer aller wirklichkeit.ihr werdet zu lebzeiten ausgenommen wie die weihnachtsgaense und seid ist erst tot, zerrupft euch die pharmaindustrie und den leeren hautsack dürfen eure hinterbliebenen auf ihre kosten entsorgen.
so ist euere welt, wenn ihr hinseht. die künstler die ich kenne tun das. andere will ich nicht kennen lernen.
zudem, man muß wissen, der begriff künstler ist einer des bürgertums. auf den kann man gut verzichten.
ansonsten wünsche ich viel spass bei der verdraengung und dem schwelgen im rausch der kuenste.
den frauen rufe ich noch zu: auch in vielen gesichtscremes sind die proteine von kleinen kindern. auch wenn sie abgetrieben sind, für die schönheit der frau sind sie allemal gut.
fröhliches schönfärben.
bakunin




Arne - 03.12.2004 um 16:21 Uhr

Zitat:

zudem, man muß wissen, der begriff künstler ist einer des bürgertums. auf den kann man gut verzichten.

Dieses ganze Titelgehabe ist natürlich generell ziemlich überflüssig. Es ist egal, mit welchen Titeln sich jemand schmückt, welche Preise und Wettbewerbe er gewonnen hat, wo er bereits überall ausstellen und wieviele Werke er zu welch hohen Preisen verkaufen konnte, wo man von ihm redet, in welchen Zeitungen man über ihn schreibt usw. usf. Das ist alles nur blendendes Beiwerk, mit der man die Wahrnehmung, also letztlich Kunstbetrachtung, trübt oder gar trüben möchte. Nur die Werke zählen.

Ein Freund meinte zu mir einmal sinngemäß, dass bei dem, der unbedingt die Bezeichnung Künstler bräuchte, schon etwas nicht in Ordnung sei. Damit hat er sicher nicht Unrecht.




Fluuu - 04.12.2004 um 12:34 Uhr

Diese Nachricht wurde von Fluuu um 12:38:46 am 04.12.2004 editiert

Hallo miteinander,

das ist ja ein interessanter Beitrag, erstens weil derjenige sich mal persönlich meldet, dem die patologischen Bilder abgelehnt wurden, mir ist ja diese krasse vorm der Provokation irgendwie sympatisch, auch wenn es nichts mit künstlerischen Werken zu tun hat aber das Thema ist ein spannendes und auf jeden Fall eine Diskussion wert. Zum Zweiten weil mal ausgesprochen wird, das es nicht um den Titel Künstler geht, sondern was die Werke aussagen. Obwohl ich zugeben muß als jemand der auch mal Theater gespielt hat, so ein bischen Show veranstalten macht auch Spaß und die anderen sind unterhalten.
Das sind nun zwei paar Schuhe die garnicht zusammenzupassen scheinen, die materielle Ausbeutung des lebenden und toten Menschen und der Begriff Künstler. Vielleicht aber doch, wenn sich ein kreativ, schöpferischer Mensch diesem Thema annehmen würde und es in künstlerische Werke umsetzt, denn dieses Thema ist in der Gesellschaft von großem Belang (Spiegel vorhalten)und es sind Nöte die angesprochen gehören und dann diese Werke ausstellt, kann er sich berechtigt als großen Künstler bezeichnen , von mir aus aber eben nur dann weil er hat seinen Auftrag die Probleme der Zeit anschaulich zu machen erfüllt. Aber leider müßen die meisten etwas verkaufen um Geld zu verdienen und dann bleib nur noch Gefälliges übrig , leider, leider ...
So etwa in diesem Sinne versteh ich Dich bakunin.

gruß fluuu




idiotiefschnee - 12.01.2007 um 13:37 Uhr

Wo kann man denn die umstrittenen werke sehn?welche?w?w?w?



Fluuu - 13.01.2007 um 11:00 Uhr

Hallo idiotiefschnee,

die Bilder sind damals nach langen Diskussionen gelöscht
worden und nicht mehr zu sehen auf der Website.
Wenn ich mich richtig erinnere wurden Aufnahmen in
der Pathologie gemacht, sie wahren relativ schlecht, auf
denen Körperteile zu sehen wahren, ich glaube sogar
von toten Kindern.
Diese Bilder haben hier sehr viel Protest und Diskussion
erzeugt wie Du wohl gelesen hast.
Die Frage ist demnach, wieviel Provokation mit dem Tod ist der
Mensch bereit aus zu halten.
Ich denke da z.B. an die Künstlerin die tote Tierteile so
aneinandernähte und kombinierte, dass völlig neue
Phantasiewesen entstanden, sie wurden wohl bei der
Ausstellung in riesigen Glasbehältern mit Lösung
präsentiert. Hatte nur Fotos von der Ausstellung gesehen...

gruß fluuu




florchle - 20.01.2007 um 00:42 Uhr

Hallo, Ihr Makaberen!

Es gibt noch krassere Beispiele. Vor einigen Jahren hat ein chinesischer Künstler in einer Performance einen (schon ziemlich grossen), abgetriebenen Embryo gekocht und dann aufgegessen. (Ich müsste nachschauen, wie der - also der Künstler hiess)

Aber, was ist denn schon dran? Warum sträuben wir uns (als Gesellschaft) denn gegen so etwas? Auch Künstler, die diese Werke machen, haben offenbar das selbe Verhältnis zum Tod wie die Gesellschaft, sonst würden sie ja nicht solche Kunstwerke machen.

Lieber bakunin, wenn Du schreibst:

Zitat:

seid ist erst tot, zerrupft euch die pharmaindustrie und den leeren hautsack dürfen eure hinterbliebenen auf ihre kosten entsorgen.

dann scheinst Du ja auch etwas dagegen zu haben, dass es so ist. Warum sollte die Pharmaindustrie das nicht tun?
Und wenn die Hinterbliebenen ein Theater machen um eine Beerdiung, na, dann ist das deren Problem, oder? Der Tote hat davon ja eh nichts.

Oder lieg´ ich da schief?

Liebe Grüsse
Daniel




Fluuu - 22.01.2007 um 22:33 Uhr

Hallo florchle,

bakunin wird Dir nicht antworten, sein Beitrag stammt von 2004 aber eine Diskussion über so merkwürdige künstlerische Dinge die provozieren, schockieren und einen vielleicht zum Schaudern bringen ist auf jeden Fall interessant. Es bräuchte ein praktisches Beispiel in Form von Bildern um darüber zu schreiben.
Mir fällt da auch der Maler Francis Bacon ein mit seinen auf den ersten Blick schockierenden Bildern aber so schaut es aus wenn man sich im Inneren ungeschminkt und ehrlich betrachtet.
Habe jetzt für das Thema Kannibalismus und Hochkultur keine Beispiele im Netz gefunden aber hier ist der Thread in dem das Ganze diskutiert wurde. Die Bilder um die es ging sind wie gesagt nicht mehr zu sehen.
http://www.xarto.com/forum/beitrag.php?board=kunst_forum&thr ead=262&ID=4&springzu=1

gruß fluuu




reliwette - 13.02.2007 um 13:36 Uhr

Wir sollten vielleicht unterscheiden zwischen Kunst- und Kulturschaffenden (so bezeichnen sich z.B. die Mitglieder des Berufsverbandes Bildender Künstler BBK ) - die sich :
a) mit spektakulären Aktionen und Kunstwerken in die Öffentlichkeit begeben, um Beachtung zu finden
b) eine authentische Aussage zur Diskussion stellen...
Das Schwierige (für den Betrachter) daran ist, zu unterscheiden, was daran lediglich spektakulär im narzistischen Sinne ist - und was wirklich authentisch ist, also eine unbedingte Notwendigkeit, gerade solche Werke und Aktionen zu schaffen, weil keine andere Form oder Ausdrucksmöglichkeit möglich ist, um genau diese Aussage zu erreichen.
Damit steht und fällt aber die Glaubwürdigkeit des Schöpfers eines Bildes, einer Skulptur oder einer Performance...




Fluuu - 22.02.2007 um 11:57 Uhr

Hallo reliwette,

was meinst Du damit auf den Titel des Threads bezogen?
Kannibalismus und Hochkultur

Also unser BBK beschäftigt sich doch eher mit
beschaulichen Dingen, leider und weniger mit Provokation.

gruß fluuu




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