- xarto.com
-- Plauderecke
--- graffiti als kunst??

hoo - 15.11.2004 um 16:21 Uhr

liebe Kunstfreunde,

soeben habe ich mir viel Zeit genommen, um über eure Diskussion über die Defintion von "Kunst" nachzudenken.


Meiner bescheidenen Meinung nach, die keineswegs relevant ist, gleicht der Versuch, "Kunst" zu definieren einer Frechheit; wer von euch will sich das Recht nehmen und stellt sich allwissend darüber...

Aber ich mächte doch einen neuen Input setzen mit der Frage, ob Graffiti als Kunstform angesehen werden kann?! vandalismus, Schmiererei oder Ausdruck, Kraft und Schönheit? Wohin gehört der Ausdruck der Jugend, wie ist er unterzuordnen, welchen Stellenwert erhält er in einer ausser Kontrolle geratenen Gesellschaft??

danke




Arne - 15.11.2004 um 18:31 Uhr

Zitat:

Meiner bescheidenen Meinung nach, die keineswegs relevant ist, gleicht der Versuch, "Kunst" zu definieren einer Frechheit; wer von euch will sich das Recht nehmen und stellt sich allwissend darüber...

Was spricht dagegen, wenn man versucht, diesem Begriff auf die Schliche zu kommen? Das ist doch viel besser, als sich blind irgendwelche fremden Definitionen anzueignen.

Zitat:

Aber ich mächte doch einen neuen Input setzen mit der Frage, ob Graffiti als Kunstform angesehen werden kann?! vandalismus, Schmiererei oder Ausdruck, Kraft und Schönheit? Wohin gehört der Ausdruck der Jugend, wie ist er unterzuordnen, welchen Stellenwert erhält er in einer ausser Kontrolle geratenen Gesellschaft??

Graffiti ist der Ausdruck der Jugend? Das finde ich übertrieben. Wenn man sagt, Graffiti hat etwas ziemlich pubertäres, liegt man vielleicht schon ein Stückchen näher an der Wahrheit dran, denn in erster Linie geht es bei dieser Sprüherei doch darum, seinem Ego etwas gutes zu tun, sich also selbst und anderen etwas zu beweisen. Deswegen sind ja Szenebegriffe wie Fame für die Sprühenden auch so enorm wichtig. Eines Tages, wenn man etwas reifer geworden ist, geilt man sich vielleicht nicht mehr daran auf, was man letzte Nacht in höchster Gefahr so fabriziert hat.

Ja, legale Graffitis gibt es auch. Die machen dann allen nur halb so viel Spaß und Ärger.




A.M.C. Latzke - 15.11.2004 um 22:08 Uhr

Diese Nachricht wurde von A.M.C. Latzke um 22:09:36 am 15.11.2004 editiert

Zitat:

liebe Kunstfreunde,

Meiner bescheidenen Meinung nach, die keineswegs relevant ist, gleicht der Versuch, "Kunst" zu definieren einer Frechheit; wer von euch will sich das Recht nehmen und stellt sich allwissend darüber...


Hallo hoo,
ich denke, keiner stellt sich hier allwissend über alle Dinge und diktiert, was Kunst ist. Hier findet lediglich ein Meinungsaustausch statt, der helfen soll, mit dem Begriff Kunst etwas kritischer umzugehen.
Übrigens, ist Frechheit nicht ein Attribut der Kunst? Erwartet das Publikum nicht von einem Künstler Frechheit?

Zitat
Aber ich mächte doch einen neuen Input setzen mit der Frage, ob Graffiti als Kunstform angesehen werden kann?! vandalismus, Schmiererei oder Ausdruck, Kraft und Schönheit? Wohin gehört der Ausdruck der Jugend, wie ist er unterzuordnen, welchen Stellenwert erhält er in einer ausser Kontrolle geratenen Gesellschaft??

danke


Die Frage ist falsch, da es sich um eine schöpferische Technik handelt. Dann könnte man ja ebenso gut fragen, ob Siebdruck Kunst ist.
Bem Graffiti muß differenziert werden. Es gibt gute und sehr viele schlechte Graffiti. Die Guten zähle ich zur Kunst, während die Schlechten meistens nichts anderes als Schmierereien sind, die unter dem Deckmäntelchen einer freien und gegen die herrschende Gesellschaftsordnung revoltierende Jugend, Zugang zur Kunstszene erlangen will. Aber zur Kunst benötigt es schon etwas mehr.
A.M.C. Latzke




Arne - 16.11.2004 um 17:41 Uhr

Zitat:

Übrigens, ist Frechheit nicht ein Attribut der Kunst? Erwartet das Publikum nicht von einem Künstler Frechheit?

Frechheit kann, muss aber nicht sein.

Das besondere an Kunst ist, und das habe ich ja so ähnlich bereits an anderer Stelle geschrieben, dass sie eine Verarbeitung der individuell erlebten Wirklichkeit (wenn sie sich auf Träume, Räusche etc. bezieht, hat sie ihre Wurzeln trotzdem in dieser spezifischen Wirklichkeit) darstellt. Für den Betrachter ist Kunst immer eine Schnittstelle in die Wirklichkeiten ihrer Erschaffer. Es handelt sich also um eine ganz besondere Art der Kommunikation. Ob diese Kommunikation erfolgreich ist und was sie hervorruft, hängt sehr von der eigenen Beschaffenheit ab. Dies gilt natürlich genauso für Graffiti, Airbrush und ähnliche Techniken.

Im Zusammenhang mit Graffitis sollte man auch unbedingt auf den in Mexiko zur Revolutionszeit entstandenen Muralismo hinweisen, also die Bebilderung von Häuserwänden. Näheres dazu findet man u.a. im Weltnetz, wobei es sich meist um spanischsprachige Seiten handelt wie diese hier:

http://www.profesorenlinea.cl/artes/muralismo.htm

Bildliche Graffiti könnte man also durchaus als eine vereinfachte und wirklich auf die Straße gebrachte Form des Muralismo betrachten.

Die Bebilderung von Häuserwänden hat auch in den ehemaligen Staaten des sogenannten Ostblocks große Verbreitung gefunden, wobei natürlich oft ideologische Werte transportiert werden sollten. Ein Beispiel ist das Haus des Lehrers in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin. Heute ist für offizielle Kunst an Häuserwänden kein Platz mehr, da nur Werbeplakate etc. finanziellen Gewinn versprechen. Wo nun die größere Kunst liegt, darüber wird man sicherlich nicht lange diskutieren müssen.




Parthum Tom - 12.01.2005 um 23:00 Uhr

Hallo hoo !

Was aus der Graffiti-Technik
noch so alles werden kann, an hand folgender Beispiel-Seite.
xhoch4.de

Wo sind den Deine Sachen eigendlich ?
Würde mich freuen mal was von Dir zu sehen.

Freu`es Neu´es




Namesi - 04.01.2006 um 12:16 Uhr

Graffiti ist der Ausdruck der Jugend? Das finde ich übertrieben. Wenn man sagt, Graffiti hat etwas ziemlich pubertäres, liegt man vielleicht schon ein Stückchen näher an der Wahrheit dran, denn in erster Linie geht es bei dieser Sprüherei doch darum, seinem Ego etwas gutes zu tun, sich also selbst und anderen etwas zu beweisen. Deswegen sind ja Szenebegriffe wie Fame für die Sprühenden auch so enorm wichtig. Eines Tages, wenn man etwas reifer geworden ist, geilt man sich vielleicht nicht mehr daran auf, was man letzte Nacht in höchster Gefahr so fabriziert hat.Die Graffiti-Szene ist für mich vor allem ein Kreativitätspool, in dem Zeitgeist unakademisch verquirlt wird. In diesem Umfeld kann neue Kunst entstehen, die höchsten Ansprüchen gerecht wird. Graffiti sind Gegenstand der Forschung. Das Wiener Institut für Graffitiforschung z.B. (ifg) präsentiert sich unter http://www.graffitieuropa.org.

Die Berliner Zeitung von heute schreibt etwas über Berliner Street-Art-Künstler und empfiehlt http://www.99rooms.com. Ich habe die Seite besucht und fand sie recht anregend. Was meint Ihr?




dopamin - 27.01.2006 um 23:46 Uhr

Zitat:

Die Graffiti-Szene ist für mich vor allem ein Kreativitätspool, in dem Zeitgeist unakademisch verquirlt wird. In diesem Umfeld kann neue Kunst entstehen, die höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Das sehe ich auch so. Graffiti war sozusagen mein Einstieg in die Kunst. Ich habe damit vor ungefähr 10 Jahren angefangen, und nach einiger Zeit Mittel und Wege entdeckt die meiner Kreativität zusätzlichen Ausdruck verleihen.
Ich habe eine menge Kunstformen ausprobiert, und kann nur sagen das ich bei allem was ich gemacht habe und machen werde stes von diesem Stil beinflusst wurde und sein werde.
Ich denke der Boom des Sprayens ist verflogen. Die Kids ändern sich. Wenden sich neueren Formen des Ausdrucks zu. Aber deswegen verfliegt der Stellenwert dieser Zeit nicht. Graffiti hat die Jugendkultur verändert und sehr stark beeinflusst. Zumindest bezogen auf Kunst, und unsere täglichen Sehgewohnheiten.
Ich finde es schade das dieses meist nicht erkannt wird. Wenn ich über die Zukunft nachdenke, bin ich mir sicher das die folgende Generation genauso wie die jetzige immernoch auf Stilelemente dieser Kunstform setzen wird.
Dies zu verneinen wäre Blindheit, und deutet auf echte starsinnigkeit hin. Schliesst eure Augen nicht. Kunst hat sich immer verändert. Man sollte sich damit abfinden, und vorallem sollte man sich damit beschäftigen.
Ich finde es einfach traurig wenn ich so manchen Künstler höre. Ich finde die ganze Subkultur erhällt nämlich einen verdammt hohen Stellenwert in dieser "ausser Kontrolle geratenen Gesellschaft". Viele Jugendliche fühlen sich heutzutage missverstanden, unbeachtet und vor allem haben sie Angst vor ihrer Zukunft. Wenn selbst die Künstler der älteren Generationen keine Akzeptanz oder interesse aufbringen an dem Versuch des Ausdrucks eigener Persöhnlichkeit und kreativität, dann kann sich die Jugend nur in ihrer Gefühlswelt doch nur bestätigt bestätigt fühlen! Denkt mal drüber nach. :/

Ich persöhnlich habe mich seit dem ich 10 Jahre alt bin versucht künstlerisch Auszudrücken, und habe seit dem viel gelernt und mich weiterentwickelt. Mir hat es geholfen und hilf mir mich selbst zu finden. Und ich musste lernen, das ich es tun muss ohne jegliche Unterstützung von der Öffentlichkeit zu bekommen. Dabei war das alles was ich jemals machen wollte, und das einzige bei dem ich mir sicher war das es mich glücklich macht!!! Ich war ja immer nur der Schmierfink. Auch wenn ich Radierungen gemacht habe.

Mittlerweile bin ich im Gebiet Grafik Design tätig.
Und wisst ihr warum?
Hier ist mir das ganze von nutzem. Alles baut auf Trends auf, und ich kann meine Leidenschaft mit alltäglicher Arbeit verbinden. Zum Glück werden sich die Zeiten ändern, denn es werden jeden Tag Menschen geboren die sich anderen/neuen Sehgewohnheiten gegenüber öffnen.
Das ist mein Hoffnungsschimmer.

Wer interessiert ist, hier ist eine meiner neueren Arbeiten die deutlich auf Stilelemente des Graffiti aufbauen:

http://img482.imageshack.us/my.php?image=dopaminartdotcomncs 8pj.jpg

Habe das Bild mal schnell hochgeladen.

Ich hoffe ich konnte auch mal einen Einblick in die Sichtweise eines von Graffiti beeinflussten Menschen bieten...

Gruss,
Kai




tarantella - 28.01.2006 um 10:39 Uhr

Es gibt einen bekannten Zuercher Sprayer, Harald Naegeli. Er fand seinerzeit viele Nachahmer, aber keiner hat oeffentliche Gebaeude so genial gesprayt wie er. Es hat lange gedauert bis er gefasst wurde. Es war DIE Sensation. Er stammte aus einer angesehenen Familie und das hat ihm doch wieder einiges erleichtert, obwohl er dann doch einige Zeit im Gefaengnis absitzen musste. Dort hat er weiter gezeichnet und deutsche Galerien begannen, sich fuer ihn zu interessieren. Seine "Schmierereien" wurden viel fotografiert und in Bildbaenden veroeffentlicht. Der sog. Schaden, den er der Stadt angerichtet hatte, konnte sicher damit ausgeglichen werden.
Wie die Beispiele - in Zuerich gab es viele - zeigen, gibt es gute und schlechte Sprayer. Nicht immer steckt nur Vandalismus dahinter. Ich denke dabei auch an die vielen duesteren Unterfuehrungen, die durch ganze Schulklassen mit ihren Lehrern gesprayt wurden und Passanten Freude machen. Natuerlich fehlt da auch der Anreiz des Verbotenen.
Doch damit waeren wir wieder beim Thema. Was ist Kunst? Es wurde schon viel darueber theoretisiert, aber es gibt immer wieder Ausnahmefaelle.




sirhenry - 01.02.2006 um 18:22 Uhr

... was für eine Frage !!!

Also ich würde sagen KLAR ist das Kunst !!!

Seht mal auf die Seite : "www.signers.de"





Fluuu - 08.02.2006 um 17:10 Uhr

Hallo miteinander,

würde sagen, dass sich die Frage, ob Graffiti nun Kunst
ist oder nicht, garnicht so vordergründig stellt. Es ist auf
jeden Fall ein kreativer Ausdruck und eine sehr wehemente
Ansage.
Ich zähle Graffiti in erster Linie zum Grafik-Design da es sich
um optisch ansprechend gestaltete Schriften handelt und
somit gibt es eine, für meine Begriffe, erschöpfende
Zuordnung. Eine Bereicherung ist es auf jedenfall, auch
wenn öffentliche Gebäude ohne die Genemigung des
Hausherrn gesprayt werden, zumindest wenn die
Arbeiten so ausschauen wie auf der oben angeführten
Website. Da es wirklich ein Ausdruck der jungen Jugend
ist, der sich verändert beim älter werden, darf niemand
erwarten, dass diese Grafiken zu den Klassikern der
Kunstgeschichte gezählt werden, es hat viel mit der
Zeitströmung zu tun und für meinen Geschmack auch
mit Pop...

gruß fluuu




emmarot3 - 10.02.2006 um 14:03 Uhr

graffiti ist kunst wenn es berührt



Fluuu - 12.02.2006 um 16:11 Uhr

Zitat:

graffiti ist kunst wenn es berührt

wenn es so einfach ist, dann ist Kitsch auch Kunst,
denn es berührt viele...

gruß fluuu




dopamin - 10.03.2006 um 10:29 Uhr

Wie berührt ech das?

http://www.depthcore.com

Das ist eine Kunstgruppe zu denen ich mich kürtzlich auch dazugesellt habe. Dort sind international ungefähr 50 Personen aktiv.
Ich würde DEFINITIV sagen das dieser Berich durch Graffiti geprägt ist!
Und 13 Millionen Besucher die Woche lassen darauf schliessen das sich etwas wunderbares aus dem Bereich Graffiti entwickelt hat und weiter entwickeln wird. Es gibt also durchaus eine Breite Zielgruppe dafür.
Deswegen möchte ich wirklich nochmal untersteichen das ich denke das Graffiti in Zukunft eine Rolle in der Kunstgeschichte spielen wird.




bakunin - 17.03.2006 um 13:14 Uhr

zuerst einmal ist graffiti das setzen eines zeichens im geheimen ohne das man dabei erwischt wird. ich jedenfalls wurde in den sechziger jahren nie erwischt. selbstverständlich ist gaffiti kunst. während ich noch altamira männchen gemacht habe, gibt es heute phantastische arbeiten. oft an den hauswänden jener bürger, die die kunst als brotlos zutiefst verachten. graffiti oder panzerbau, das ist immer die frage.
bakunin




Milan - 06.04.2006 um 20:48 Uhr

Diese Nachricht wurde von Milan um 20:55:54 am 06.04.2006 editiert

Dein Foto, Gemälde, Zeichnung, Aquarell, Gedicht, Graffiti oder Logo künstlerisch digital aufbereitet.
Transfer über Decals auf Keramik und Porzellan.
Rein keramische Farbkörper, überzogen mit einer Schutzglasur, eingebrannt bei ca. 900° C
- kein Sublimationsdruck! - dauerhaft und frostsicher

Ich suche noch Graffitis, zunächst für eine Fotomontage auf Porzellan (für meine HP)
Fotokeramik




A.M.C. Latzke - 06.05.2006 um 12:53 Uhr

Hallo bakunin,

Sie haben recht. Graffiti ist in erster Linie ein Zeichen setzen, zumindest ist es in der heutigen Zeit so. Aber was für Zeichen werden gesetzt? Im Grunde will der Sprayer nur sagen " Hey, ich war hier" und das ist, mit Verlaub gesagt, der größte Mist. Das die Sprayer sich an Wänden der Häuser auslassen, die angeblich von Menschen bewohnt werden, die die Kunst als brotlos zutiefst verachten, halte ich für eine falsche und idealistisch total überzogene Behauptung. Als wenn es den Sprayer interessieren würde, welche Menschen in den von ihm besprühten Häusern leben. Blödsinn! Graffiti ist, solange es sich nicht um eine Auftragsarbeit handelt, eine der grössten Ausblühung des Egoismus. Es wird einem Anderen auf dessen Eigentum willkürlich der eigene Geschmack aufgezwungen. Kein Wunder, dass es heimlich und meist in Dunkelheit geschehen muß. Wer möchte schon gern als diktatorischer Egoist dastehen?

Gruß A.M.C. Latzke




marshall-art - 03.04.2008 um 18:20 Uhr

Graffiti ist Kunst und wie ich letztes Wochenende, an unserer Ausstellung miterleben durfte, auch etabliert.

http://www.marshall-art.ch/index.php?option=com_mygallery&fu nc=viewcategory&cid=1005&startpage=1

http://www.marshall-art.ch/download/cezanne_cruze.pdf




mirkStar - 21.10.2008 um 01:25 Uhr

graffitty ist sicherlich mit der darstellung und hervorhebung des egos eng verbunden...aber so ist es ja bei fast allen künstlern der fall...
für die meisten sprayer ist es der einzige weg,aus der anonymität dieser gesellschafft zu enfliehen...
und eines kann man mit gewissheit sagen:beweggründe für das erschaffen eines graffittys ist in den seltensten fällen das GELD!
diese tatsache verdient eine belobigung!
manche graffittykünstler riskieren ihre zukunft,falss sie bestraft werden,und manchmal sogar ihr leben..."nur" um ein kunstwerk zu erschaffen ----sehr ehrenvoll und manchmal leider auch sehr tragisch....




Fluuu - 28.10.2008 um 18:51 Uhr

...habe hohe Achtung vor einigen Graffiti-Sprühern die auch Künstler sind und im urbanen Leben einen Ausdruck schaffen.
Jedoch fürs Ego als einziger Weg aus der Anonymität dieser Gesellschaft zu Entfliehen und alles zu Besprühen was öffentlich ist, ist penetrant lästig.
Dieser Vorgang aus der Anonymität zu Entfliehen gehört in den geistigen Bereich und wird durch schöpferische Denkvorgänge absolviert, zumindest als Künstler der über die entsprechende Bildung verfügt. Öffentlich wird dann nur das lange durchdachte und erarbeitete Resultat. Je qualitativer das Ergebnis auch als Provokation um so stärker die Präsens in der Gesellschaft und um so nachhaltiger das Entfliehen aus der Anonymität. Es ist Geduld und Durchhaltevermögen notwendig um an sich und der Sache zu arbeiten bis ein Ergebnis für die Öffentlichkeit mit positiver Wirkung zustande kommt und die Chance auf einen großen persönlichen Gewinn um sich in der Gesellschaft zu Positionieren daraus entwickelt.

gruß fluuu




Lennybert - 20.02.2015 um 10:36 Uhr

Hi, also ich denke ganz klar, dass Graffiti Kunst sein kann, aber eben nicht jedes Graffiti Kunst ist. Ich selber bezeichne mich als Graffitikünstler, ich verdiene mein Geld damit Aufträge zu malen, aber mein Ziel ist es da hin zu kommen, dass alles was ich mache ganz und gar meinem eigenen Kopf überlassen wird.

Hier kann man mal sehen, was ich so mache: http://www.spraybar.de




Fluuu - 15.05.2015 um 18:36 Uhr

Diesen Wunsch haben viele Menschen die Auftragsarbeit erledigen um ans Geld zu kommen mit der Hoffnung irgendwann so frei zu sein, dass es möglich ist nur noch eigene Ideen umzusetzen. Bei den Meisten bleibt es ein Traum, einige setzen es um und scheitern und nur ganz wenige sind freischaffende Künstler mit Selbstverwirklichung und viel Geld dabei. Selbst denen es gelingt sind dann nicht vor seelischen Störungen gefeit die bei solch einer Tätigkeit schnell aufkommen kann. Wichtig ist die Hoffnung...



constanz - 14.08.2015 um 16:00 Uhr

Zitat:

graffitty ist sicherlich mit der darstellung und hervorhebung des egos eng verbunden...aber so ist es ja bei fast allen künstlern der fall...
für die meisten sprayer ist es der einzige weg,aus der anonymität dieser gesellschafft zu enfliehen...
und eines kann man mit gewissheit sagen:beweggründe für das erschaffen eines graffittys ist in den seltensten fällen das GELD!
diese tatsache verdient eine belobigung!
manche graffittykünstler riskieren ihre zukunft,falss sie bestraft werden,und manchmal sogar ihr leben..."nur" um ein kunstwerk zu erschaffen sehr ehrenvoll und manchmal leider auch sehr tragisch....

Das ist präzise formuliert, Fluuu. Ich denke aber auch, dass einige Graffitiwerke Kunst sein können. Deshalb bezeichne ich sie auch als "Werke". Ich war einmal in melbourne und habe dort gesehen, was mit Graffitikunst alles machbar ist. Eine wahre Bereicherung war das.

@Lennybert: Daumen hoch für deine Leistung mit Spraybar. Und selbstständig ohne lästige Auftragsarbeiten zu agieren, ja das ist wirklich ein Wunsch, den viele Künstler kennen




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