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-- Plauderecke
--- Der lange Weg zum Künstler
Arne - 14.11.2004 um 01:12 Uhr
Eine Frage an alle Mitglieder:
Wie seid Ihr zur Kunst gekommen? Gab es eine Art
Schlüsselerlebnis, hat es sich aus einer familiären
Tradition heraus entwickelt, welche Umwege mussten genommen
werden? Und vor allem: Wie ist das eigene künstlerische
Schaffen zu einer Selbstverständlichkeit geworden, was
treibt einen an, immer weiterzumachen?
PeBu - 14.11.2004 um 10:06 Uhr
Hallo, Arne,
ich habe immer schon gemalt später dann fotografiert. Dann
habe ich neben vielem anderen "visuelle
Kommunikation" studiert und das hat mir meine
"Ader" erst mal lahm gelegt. Erst 15 Jahre nach
meinem Studium war ich wieder fähig, zu malen und zu
fotografieren
Ich MUSS malen und fotografieren, und manchmal MUSS ich auch
Reliefs machen. Woraus sich das speist, weiß ich nicht, denn
ich führe ein sehr zurückgezogenes, ruhiges Leben, manche
würden es vermutlich langweilig nennen. Das einzige, was ich
neben der Kunst und meiner Familie wirklich brauche, sind
Museen und Galerien, die ich sehr oft besuche. Vielleicht
schöpfe ich aus den Schöpfungen anderer, die mich
inspirieren, aber nie zum "kopieren" reizen.
Dies erst einmal als spontane Antwort, ich denke weiter
drüber nach.
Schönen Gruss
Peter
tiayello - 14.11.2004 um 15:03 Uhr
lieber Arne,
ich komme aus einer Großfamilie (9 Kinder), deren Eltern
beide ein Berlin an der Akademie Kunst studiert haben. Die
Eltern haben fast alles Spielzeug (Spiele, Bücher, Puppen,
...) selber gemacht ( nach dem Krieg gab es weder Geld noch
viel Auswahl an Konsumgütern). Sie machten Entwürfe für
Mosaiken, Glasfenster für Kirchen, Portraits und vieles
andere.
Meine Kindheit spielte sich ab zwischen Farben, Papier,
Mosaiksteinen, Keramikwerkzeug, Blattgold. und anderem
Künstlermaterial ab.
Und so haben wir Kinder alle mitgemacht. Beide Eltern
konnten hervorragend zeichnen, das Talent erbten auch die
Kinder. Von den Neunen verdienen 7 ihr Geld mit Berufen, die
etwas mit Gestaltung zu tun haben: MalerInnen, Bildhauer,
Architektin, Grafik/Designer.
Also war nach einem kleinen Trotzumweg in die Sprachen meine
Rückkehr zur Kunst im Kunststudium zwangsläufig.
Als 68gerin war ich dann allerdings auch insofern geschädigt
- so sehe ich das heute-, als alles nur noch noch unter dem
Aspekt der sozialkritisch tauglichen Verwertbarkeit
betrachtet und das hedonistische Prinzip als verwerflich
verdammt wurde. Ich selbst war davon auch infiziert, habe
erst mal aufgehört zu malen. Das Gegenteil war die von uns
verachtete L´art pour l´art.
Außerdem war meine Art zu malen überhaupt nicht
"in", fand also auch in der Beziehung keine
Ermutigung. Es war die Zeit an der Kunstakademie Düsseldorf,
als alles im Umbruch war und ein normaler Studienbetrieb
eigentlich nicht mehr möglich war. (70ger Jahre)
War dann erstmal 16 Jahre Kunsterzieherin (soziales
Engagement: Gesellschaft verändern) und habe zwei Kinder
großgezogen, habe sehr viel gelernt, bin vor 9 Jahren von
heute auf morgen ausgestiegen und lebe seither von meiner
Kunst.
Jetzt habe ich das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo ich
immer hingehört habe, also das zu machen, was ich am
allerbesten kann: malen und Formen erfinden.
Das in Kürze (relativ)
lg
Gabriele
A.M.C. Latzke - 28.11.2004 um 13:45 Uhr
Wie bin ich zur Kunst gekommen? Bei mir ist es sicherlich
so, daß es sich aus einer familiären Tradition heraus
ergeben hat. Meine Eltern haben beide auf der Berliner
Akademie Kunst studiert und ihr Wissen durch ihre Arbeiten
und Unterweisungen an uns Kinder weitergegeben. Ich spürte
schon in frühen Jahren den inneren Drang, dreidimensional zu
arbeiten und übte mich im Modellieren. Nach dem Abitur
wandte ich mich, enttäuscht von der Orientierungslosigkeit
deutscher Kunsthochschulen,die sich größtenteils arrogante
Professoren hielten, die selten anwesend waren, nach
Italien, wo ich mich intensiv mit den Werken des klassischen
Altertums bis hin zu Michelangelo und Bernini beschäftigte.
Nach Deutschland zurückgekehrt, knüpfte ich Kontakte zu
Pariser Gießereien, studierte die Plastiken Rodins und
gelangte schließlich in das Atelier von Arno Breker in
Düsseldorf, wo ich meine Techniken verfeinern konnte. Zu
jener Zeit begann ich eine Zusammenarbeit mit meinem Bruder
Rainer-Maria auf dem Gebiet der Illusionsmalerei.
Sollte es ursprünglich nach meinem Vater gegangen sein, wäre
ich, um eine sichere Existenz zu haben, Lehrer geworden. Ein
Leben als Lehrer, das immer bis zur Rente geplant ist, kam
für mich allerdings nie in Frage. Heute spüre ich, wie ich
immer mehr in die Kunst hineintauche und meinen Weg immer
klarer vor Augen sehe. Mein Fundament ist sicherlich stark
genug um mit meinem Erlernten zu experementieren und die
Abstraktion, eine der schwierigsten Kunstformen, in Angriff
zu nehmen.
Gruß
A.M.C. Latzke
Edith Kudlovic - 08.12.2004 um 11:53 Uhr
Begonnen hat es bei mir als Kind, ich verzeichnete jedes
Stückchen Papier, das ich fand. Es war meine Beschäftigung,
von meinen Eltern als "Kritzelei" abgetan, wenn
ich während des Unterrichtes zeichnete, wußte ich später,
was wir da lernten (sonst nicht).
Ich wollte Zeichnen, Malen und mit Farben zu tun haben. Aber
es gab keine Möglichkeit,ungeliebte Lehre und Auszug von
daheim folgten. Kreativität läßt sich jedoch nicht
unterdrücken, ich gestaltete weiterhin Fenster, färbte und
malte Wände. Als meine Sohn geboren wurde, begann ich
zaghaft wieder zu Zeichnen, arbeitete dann in einer Keramik,
wo ich wieder mit Malerei zu tun hatte. Nachdem ich aus der
Firma ausschied, fielen mir Bücher von Malerei in die Hände,
da begann ich ernsthaft auch Bilder zu malen. Einzelne Kurse
(die mich teilweise verformten) folgten. Leider ist es
schwer eine richtige Ausbildung zu machen und gleichzeitig
zu arbeiten, so versuchte ich mich alleine durch
Kunstgeschichte und Maler zu kämpfen. Wenn ich von
akademischen Malern Aussagen höre, dass ein umfassendes
Studium nötig sei, kann ich nur sagen, seid froh dass ihr
die Chance hattet - mir war es nicht möglich derartiges zu
machen, finanziell oder zeitlich, sogerne ich auch gewollt
hätte!
Aber so mußte ich sehen wie ich zurecht komme, als
sogenannte Künstlerin (wie ich mich nicht gerne bezeichne).
Nur in Einem war ich anderen weit voraus:
spontan und rasch Ideen haben und umsetzen, immer wieder
neue. Egal um was es sich handelt im bildnerischen Bereich.
Während andere noch planten, hatte ich mein Werk schon
fertig, das half mir, bekannt zu werden.
Ich war mir für nichts zu schade, habe viel gearbeitet,
dabei viel gelernt (bei Kulissen z.B.), trotzdem, mir fehlt
noch eine Menge an Wissen und Übung sowie Erfahrung.
Wahrscheilich werde ich nie fertig sein, im Bestreben gute
Bilder zu malen.
Fluuu - 25.02.2005 um 01:06 Uhr
Nun, das ist schwer zu sagen wie und wann hat die
Kreativität angefangen. Sicher auch durch die Familie
geprägt, besonders die Frauen waren sehr schöpferisch.
Auf keinen Fall habe ich schon als Kind immer ...
Diesen Satz liest man in sehr vielen Biografien und ich denk
mir dann, ach es war schon in den Windeln ein Künstler.
Nein, bei mir hat es nicht schon als Kind angefangen, ich
mußte erst durch Täler gehen, wieder und wieder bis ich
darauf kam, kreativ-künstlerische Arbeit gibt Inhalt, Sinn
und Selbstvertrauen, besonders die Möglichkeit sich so
auszudrücken, dass es andere interessiert und sie aufmerksam
sind. Es lassen sich wunderbar die Nöte und Beklemmungen im
zwischenmenschlichen Zusammenleben transportieren.
Als Jugendlicher habe ich mit Theater spielen angefangen und
die darstellerische Ausdruckskraft gelernt. Erst nach
vielen Jahren weiterer Lebensgeschichte und zum Teil auch
Erfahrung hatte ich die Reife für die Aufnahme an einer
Kunstakademie als Bildhauer aber ich war dem Akademischen
nicht gewachsen und mußte wegen Krankheit aufgeben.
Wieder eine ganze Weile später griff ich zakhaft zum Pinsel
um mich in Acryl und Pastell dem Alltagsgeschehen zu stellen
, dann kam noch die Fotografie dazu der ich heut noch treu
bin und aktuell die digitale Kunst mit Photopainting und dem
Thema "Zwischenmenschliche Beziehungen".
Nein, ich war nicht schon als Kind ein tolles Talent aber
inzwischen habe ich so viele Erfahrungen gesammelt, dass das
bildhafte Ausdrücken fast schon ein muss ist und ich weiß,
ich habe etwas zu zeigen.
Joanna Alicja - 25.02.2005 um 11:14 Uhr
Hallo Fluuu,
meinst Du, wenn jemand schon als Kind seine künstlerische
Ader entdeckt hat, dass er dann nicht durch tiefe Täler
musste? Dass er nicht kämpfen musste und manchmal an allem
gezweifelt hat und fast die Flinte ins Korn werfen wollte?
Schau ein bißchen mit dem Herzen! Das Wesentliche über einen
Menschen kann man meist nicht an seiner Biographie
entdecken! Außerdem denke ich, dass jeder Mensch von Natur
aus (also schon in den Windeln) ein Künstler ist, und es
später durch Anpassung, und den Sieg der Angst über den
Glauben, verliert! Viele Grüße, Joanna
frederiqueK - 28.02.2005 um 21:05 Uhr
Wenn man mir stellt, combient die überflüssige Frage
"seit von Zeit
kämmen Sie"; selbstverständlich wie alle Maler: ich
antworte bereits
"foetus" (Scwartze Humor!!!).
Ich denke, daß, um dieses Handwerk zu machen man Kenntnisse
und ein
Know-How haben muß, das sich lernt.
Wenn wir peignons wir Ergreifung auf dem Leben von anderen
navons; wir
sind die Spiegelung unserer Gesellschaft mit oder ohne
Überlegung,
und dies verdient schätzt.
Ich denke, wie es Alain de Botton (französischer
Schriftsteller)
sagte: eine andere Legitimität muß jenen gegeben werden, die
von den
Hauptkriterien des Erfolges losgebunden werden.
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