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--- Versicherung bei Ausstellungen

jooles - 18.05.2004 um 10:53 Uhr

Hi,

ich bin neu im Forum und finde es eine echt tolle Sache. Wer hat Efahrung mit Versicherung von Bilder bei Ausstellungen. Ich will mit befreundeten Kuenstlern in einer Halle ausstellen. Wer uebernimmt solche Versicherungen und was kostet sowas.

Danke

Jooles




Gast - 18.05.2004 um 14:32 Uhr

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Fluuu - 24.05.2004 um 00:58 Uhr

Versicherungen, Oha ...
Gesellschaften die Kunstwerke versichern,
wogegen eigentlich, daß sie niemand beachtet?
Es gibt wohl Werke die werden für Millionen versteigert aber sicher weniger hier bei kunstgalerie.org.
Nun, wogegen kann man ein Kunstwerk versichern, vielleicht gegen zerstörung durch ein Erdbeben oder einen Kometeneinschlag.
Jetzt mal Spaß bei Seite, ich bin davon überzeugt, daß die Angst vor einem Unglück, wogegen ich versichern möchte, dadurch erst richtig angezogen wird. Habe ich Angst, daß mein nicht angeschlossenes Fahrrad jemand klaut wird es dann auch weg sein, oder so ähnlich.
Ich bin mehr für vergängliche Kunstwerke und sie zu versichern ist der reine hon.

gruß fluuu




Gast - 24.05.2004 um 02:05 Uhr

Dieses Mitglied wurde gesperrt



Arne - 24.05.2004 um 02:38 Uhr

Zitat:

Ich bin mehr für vergängliche Kunstwerke und sie zu versichern ist der reine hon.

Wenn man etwas schafft, dann will man es nach Möglichkeit auch bewahren, so lange man dazu stehen kann. Als Bildender Künstler hat man es da schwerer als z.B. ein Schriftsteller, der einfach dafür sorgt, dass es genug (Sicherheits)Kopien von seinen Texten gibt, wenn mal ein Malheur passieren sollte.

Sich gegen einen eventuellen Schaden bei Ausstellungen zu versichern, ist auf jeden Fall eine Selbstverständlichkeit. Natürlich kann einem kein Geld der Welt verlorengegangene Werke ersetzen (da ist einem persönlich eventuell eine Fotografie von einem Werk wertvoller). Es muss aber nicht immer das schlimmste eintreten. Selbst wenn nur ein paar Bilderrahmen beim Auf- und Abbau zu Bruch gehen, wird man es schätzen, eine Versicherung zu haben.




Fluuu - 26.05.2004 um 11:02 Uhr

Zitat:

Wenn man etwas schafft, dann will man es nach Möglichkeit auch bewahren.

Das ist die Frage ob es wirklich so ist, ich bin etwas entteuscht über die Ansichten für seine Werke unbedingt eine Versicherung abschließen zu müßen.
Es gibt auch Künstler und ich mag sie gern, die schaffen nur vergängliche Werke wie z.B. eine aufgeschichtete Steinskulptur bei Ebbe und wenn die Flut kommt wird alles überflutet. Das ist wirkliche Sinnlichkeit.
Ansonsten vermute ich, wird das Kunstwerk allzuschnell mit einem materiell wertvollen Verkaufsobjekt verwechselt und davon haben wir ja geradezu eine Schwemme in unserer Wohlstandsgesellschaft. Somit bin ich für den ideellen Wert meines Kunstwerkes und dafür kann mir keine Versicherung der Welt eine Sicherheit geben. Was anderes ist es wenn Galeristen oder Kunstsammler ihre Werke versichern, sie haben es nicht erschaffen, für sie ist es ein Produkt warscheinlich.
Was xs Ausspruch angeht:
Zitat:

Aber in Zukunft werde ich mich an diesen Wichtigtuer Unterhaltungen nicht mehr beteiligen!

ruft es ein kleines Lächeln hervor.

gruß fluuu




artfaq - 25.08.2005 um 16:58 Uhr

Ich nehme an, das ist eine ernst gemeinte Frage?
Der größte Kunstversicherer ist AXA (Zentrale in Köln, vertreten auch in Hamburg, München etc.).
Ich würde aber einen spezialisierten Makler vorschlagen, z.B. Aon Jauch & Hübener, Artscope in Mülheim (Tel. 0208-7006.2502).

Beste Grüße
Artfaq
http://www.artfaq.it




artfaq - 25.08.2005 um 17:10 Uhr

PS: Die Prämie ist natürlich abbhängig vom Umfang des Versicherungsschutzes, der Versicherungssumme. und natürlich der Dauer der Ausstellung sowie der zu versichernden Transporte.
Für eine all risks Deckung mußt Du mit einer Mindestprämie von 250,- € rechnen.
Ein paar grundlegende Infos findest Du bei http://www.artscout.it/deutsch

Gruß
Artfaq
http://www.artfaq.it




Isabelle - 26.08.2005 um 11:20 Uhr

Ich organisiere gerade eine Ausstellung und es gibt einiges zu beachten, denn nicht nur die Exponate einer Ausstellung müssen versichert werden.
Hierbei mußt du zusätzlich die Transportversicherung, Haftpflichtversicherung, Brandschutzbedingen usw. mit bedenken.
Weitere Faktoren sind vorallem die Beschaffenheit der Halle und die Laufzeit deiner geplanten Ausstellung. Am besten ist es, den Versicherungswert jeden einzelnen Exponats anzugeben und auf Grund der Gesamtsumme die Versicherungshöhe festsetzen zu lassen (es gibt hierfür festgelgete Schwellenwerte) . Z.B. bei einer meiner geplanten Ausstellung, habe ich einen Gesamtwert von min 100.000 € für einen Monat zu versichern und hierfür müßte ich eine Versicherungsprämie von 1000€ bezahlen. Am besten suchst du dir die Versicherung, die bereits für die Gebäudeversicherung der Halle zuständig ist, kommt zumeist günstiger.
Generell finde ich eine Versicherung für die Exponate nicht verkehrt, ich würde dennoch überlegen ob die Lage und Beschaffenheit der Halle es notwendig macht.
Weiterhin ist dieses Thema absolut für die Künstler wichtig, die bereits auf dem heutigen Markt "etabliert" sind. Natürlich ist eine mögliche Beschädigung emotional gesehen eh nicht mehr wieder auszugleichen - auch nicht mit Geld, dennoch hat man auch in seine Arbeit, Zeit und Geld investiert und ein nicht beabsichtigt beschädigtes Bild, läßt sich nicht mehr verkaufen und somit auch kein Geld verdienen.




Fluuu - 30.08.2005 um 13:34 Uhr

Hallo Isabelle,
beim Thema Versicherungen gehen mir immer die Nackenhaare hoch, vor allem wenn es um Gesellschaften geht die für einen Geldwert versprechen sie würden einen eventuellen Schaden
von einem abwenden. Ich hatte mich weiter oben schon mal ironisch dazu geäußert.
Wenn ein künstlerisch Arbeitender sich hauptsächlich mit Versicherungen beschäftigt
hat er den Beruf verfehlt und sollte Alianzvertreter werden.
Wir können hier in der Stadt im Künstlerhaus auch ohne Versicherung ausstellen,
das Haus ist den ganzen Tag offen wie schnell könnte da etwas passieren.
Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, wenn jemand mein Bild klaut muss es ihm gut gefallen und ich fühle mich geehrt. Es hat noch nie jemand ein Bild von mir geklaut,
obwohl ich noch nie versichert war (gekauft schon).
Etwas anderes ist es wohl wenn man eine Galerie eröffnen möchte, fremde Künstler ausstellt für eine Gebühr und damit ein Geschäft aufzieht. Da muss natürlich alles hieb-und stichfest sein.
Aber wie so vielen der Kreativen, so geht es auch mir, mit dem geschäftlichen Gebahren will ich so wenig wie möglich zu tun haben.

gruß fluuu




Isabelle - 31.08.2005 um 15:06 Uhr

Diese Nachricht wurde von Isabelle um 15:08:17 am 31.08.2005 editiert

Hallo fluuu.
Letzten Endes ist es mir auch nicht so wichtig meine eigenen Bilder zu versichern. Worum soll ständig immer etwas passieren? Nur gehe ich bei dieser großen Ausstellung, aufgrund der Protegierung verschiedenster Seiten auch ein höheres Risikko ein. Bei 300 Exponaten kann ich schließlich nicht die komplette Betreuung übernehmen. Es ist mir lieber in eine Prämie zu investieren, um mir mögliche Probleme zu ersparen. Somit ist jede "Partei" auf der sicheren Seite.

Gruß Isabelle




artfaq - 17.09.2005 um 14:56 Uhr

Hallo Isabelle, hallo Fluuu,

aus Euren gegensätzlichen Positionen könnte man annehmen, Kunst-Versicherung wäre “Ansichtssache”. Im professionellen Bereich ist Kunstversicherung obligatorisch. Da ist die Rechtslage/-sprechung m.A.n. eindeutig. Bei Ausstellungen mit Künstlern, die sich "Ernst nehmen" würde ich, wenn von All-Gefahren-Deckung abgewichen werden soll, in jedem Fall schriftliche Vereinbarungen im Leihvertrag zum Haftungsumfang des Veranstalters vorschlagen (also: ob Versicherung und wenn ja, in welchem Umfang - Veranstalter-Haftpflicht wäre schön, ist aber für kürzere Laufzeiten kaum noch zu bekommen).
In diesem Punkt Unklarheit zu haben, kann einem Ausstellungsmacher schwer auf die Füße fallen, dann tritt nämlich HGB oder BGB in Kraft, was einen Veranstalter leicht finanziell ruinieren kann (Thema „Sorgfallspflicht des Ordentlichen Kaufmanns“).

Gruß

Artfaq




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